Monitor mit Kolorimeter einmessen (kalibrieren)?! Unverzichtbar?!

Diskutiere Monitor mit Kolorimeter einmessen (kalibrieren)?! Unverzichtbar?! im Bildbearbeitung Forum im Bereich FOTOGRAFIE FORUM; Hallo zusammen, wir hatten ja das Thema gerade erst noch. Ich will's quasi noch einmal "hochreißen", um die Frage zu stellen, ob das...
  • Monitor mit Kolorimeter einmessen (kalibrieren)?! Unverzichtbar?! Beitrag #1
Klaus-R
Klaus-R
Moderator
Beiträge
23.375
Hallo zusammen,

wir hatten ja das Thema gerade erst noch. Ich will's quasi noch einmal "hochreißen", um die Frage zu stellen, ob das hardwaremäßige einmessen eines Bildschirmes mit Hilfe eines Kolorimeters (Farbmesssensors) nun wirklich
unverzichtbar notwendig ist, um eindeutige, bzw. reproduzierbare Bildergebnisse erstellen zu können ... oder vielleicht doch nicht?! Das Thema wird ja seit Jahren sehr kontrovers diskutiert.

1) Auffällig ist, dass sich diverse Desktop-LCD/LED Monitore (auf Grundeinstellung gestellt) in den Regalen der Kaufhäuser kaum noch in ihrer Farbwiedergabe und auch bzg. ihrer Gamma-Widergabe unterscheiden. Das war ja früher mal mächtig anders ... Röhrenmonitore hatten da einiges mehr an "Individualität".

2) Auffällig ist aber leider auch, dass sich die Displays von Notebooks da viel weniger vergleichbar geben und teilweise erheblich von soetwas, wie einem "Standard" abweichen. Aus dem Bauch heraus stellt das ja dann deren Eignung für Photozwecke mal stärker infrage.

Genau das deckte sich dann auch mit meinen eigenen Erfahrungen in dieser Sache. Bisher hatte ich (ob der nicht ganz geringen Preise für ein Farbmessgerät) mit "Einstellseiten" aus dem Netz zufrieden gegeben und meine Bildschirme damit justiert.





Wirklichen Ärger hatte eigentlich nur mein Notebook gemacht. Da ging ohne eine Zusatzsoftware, die zumindest den extremen Blaustich der Bildschirmwiedergabe beseitigte nicht sehr viel. So richtig zufrieden konnte ich aber auch damit nicht sein. Die allgemeine Farbtemperatur war zwar so einigermaßen zu machen, die Farbsättigung war aber insgesamt zu flau und mit der Software nicht zu justieren.

Jetzt habe ich dann doch mal so ein Spyder-Farbkalorimeter der bekannten Firma Datacolor gekauft ... natürlich mal wieder (wenig;)) gebraucht. Gekostet hat's nicht wirklich viel und hier ganz kurz das Ergebnis.

Die beiden Desktop Flachschirme, die ich inzwischen damit ausgemessen habe standen fast korrekt. Ein vorher-nacher Vergleich ergab wirklich nur
Nuancen an Veränderungen. Insbesondere die Schwarz und Weißpunkte beider Bildschirme hatte ich wohl mithilfe der Testseiten gut getroffen.

Man hätte schon meinen können, dass das Gerät gar nix gemacht hätte ....:D

Nun es funktioniert definitiv, wie dann die Kalibrierung des Notebooks zeigte.

Nach dem einmessen ist die Bildschirmwiedergabe nicht mehr wiederzuerkennen. Die Farben und das Kontrastverhalten ist jetzt ganau mit den beiden Desktop-Monitoren vergleichbar.
Der Spyder hat tatsächlich exakt vergleichbare Bildschirmausgaben auf allen drei Geräten geschaffen.

Fazit: Einem modernen Flachbildschirm (auf 6500K eingestellt und hinsichtlich Schwarz- und Weißpunkt justiert) kann man wohl auch ohne Profilierung ganz gut vertrauen! Ich muss jetzt wirklich keine 100.000 Photos umeditieren und neu farbabgleichen.

Dass das Gerät aber präzise Ergebnisse produziert, denen man dann wohl auch vertrauen kann, steht für mich nun auch fest. Das Notebook ist für mich der diesbezügliche Beweis.

Handhabung des Spyders:

Wichtig ist, dass der Bildschirm mindestens 0,5h Vorlaufzeit hatte ... also Betriebswarm ist. Das spielt bei historischen CRT-Monitoren eine noch viel größere Rolle, darf aber bei TFTs auch nicht ignoriert werden.

Die Software MUSS auf dem System bleiben!!

Der Spyder erzeugt zwar ein ICC-Farbprofil, das von jeder professionellen EBV automatisch berücksichtigt wird (nach Systemneustart nach Profilierung)

Leider berücksichtigen die "einfachen" Programme die Profilierung dann aber NICHT, was zu unterschiedlichen anzeigen z.B. der WINDOWS-eigenen Bildbetrachter führen würde.

Die Spyder-Software greift sich aber gleichzeitig die Graphikkarte und kalibriert so die komplette Umgebung des Betriebssystems. Photoshop und der Windows Bildbetrachter zeigen so exakt gleich an. Dass das wirklich funktioniert zeigt am deutlichsten mein Klapprechner im vorher-nachher-Vergleich.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Thema:

Monitor mit Kolorimeter einmessen (kalibrieren)?! Unverzichtbar?!

Ähnliche Themen
Zurück
Oben Unten