...Der Mond ist sehr scharf abgebildet, obwohl nur mit 1/8tel belichtet.
Auch diese Frage ist gut, und ich habe mal ein bisschen darüber nachgedacht. 
Also: Die Erde dreht sich in ca. 24 Stunden einmal rum. Das sind 360°:24h = 15° pro Stunde.
Nun bewegt sich der Mond ja auch um die Erde, und steht in Bezug auf den Sonnenstand für uns
wieder scheinbar nach ca. 29,5 Tagen am selben Ort. (sogenannte
Synodische Umlaufzeit). Während
die Erddrehung Luna (wie alle anderen Gestirne) unablässig "nach rechts" driften lässt, findet die
Eigenbewegung des Mondes etwa in Gegenrichtung statt, also "nach links" um ebenjene 29,5 Tage
für "einmal rum". Das sind 360° : 29,5d : 24h = ziemlich genau 0,5° pro Stunde "nach links".
Insgesamt ist der Erdtrabant aus Perspektive eines Erdlings also 15° - 0,5° =
ca. 14,5° pro Stunde am Himmel unterwegs.
Gesetzt den vereinfachten Fall, die Bewegung fände horizontal durch das Gesichtsfeld der Kamera statt.
Das Tair-3s mit 300mm Brennweite bedeutet am SD9-Foveon-Sensor ein horizontales Gesichtsfeld von ziemlich genau 4°.
4° geteilt durch 14,5° pro Stunde = 0,276 Stunden.
Umrechnung in Sekunden: 0,276Stunden * 60Minuten * 60Sekunden = 994Sekunden.
Ein Punkt auf Luna braucht 994 Sekunden, um einmal horizontal durch das Bildfeld zu wandern.
Die SD9 mit ihren 3,4MPix hat in der Horizontalen 2268 Pixel auf dem Sensor.
994sec : 2268 "Schritte" = Pixel = 0,438sec pro Pixel.

feil:
In etwas weniger als einer halben Sekunde wandert der Mond um 1 Pixel über den Sensor.
Da dies bei einer 3,4MPix-Kamera schon eine arge Einschränkung der Auflösung darstellt, wäre
eine halbe Sekunde also eindeutig zu lang und eine viertel Sekunde auch noch nicht pixelscharf.
In Bezug auf Erddrehung und Eigenbewegung des Mondes lag die 1/8sec also (rein zufällig)
exakt am Limit! :idee: Das wusste ich bis eben auch nicht.
Aber, jetzt kommt noch ein Aber: Bestimmend für die Mondschärfe ist die Luftunruhe,
sogenanntes "Seeing".
https://de.wikipedia.org/wiki/Seeing
Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um ein "zappelndes Bild" kosmischer Objekte,
wegen ständig wechselnder Brechung in der Atmosphäre. (Kennt Jeder vom Luftflimmern
über Asfaltstraßen, Bahndämmen, über Kaminen im Winter, usw... ) Aufgrund dieser
Luftunruhe werden Mondfotos mal besser, mal schlechter, und 1/8 Sekunde ist dafür
eindeutig viel zu lang beziehungsweise ein halbwegs scharfes Bild einfach ein Glückstreffer!
Sofern eine Kamera höhere ISO als die ISO100 der SD9 sinnvoll hergibt, wäre wohl dringend
eine höhere ISO angesagt, um die Belichtungszeit deutlich zu verkürzen.
Vielleicht erstmal soviel dazu?
Herzlicher Gruß vom Waldschrat!
_