Mutas
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Tja so kann es kommen. Nachdem ich meine SD1 und sämtliche Objektive vor einiger Zeit verkauft hatte und mir nur noch meine Fuji und eine SD10 mit etwas Altglas geblieben waren, verabschiedete sich erstere nun durch einen technischen Defekt und ich stand nur noch mit der SD10 da. Durch ein Augenleiden war es mir zuletzt sehr schwer gefallen, treffsicher mit den optischen Suchern der Sigmas zu fokussieren und so hatte ich doch immer häufiger zur Fuji gegriffen, die mir dank LiveView, digitalem Sucher und Fokussierhilfe das Fokussieren erleichterte. Den Verkauf der SD1 habe ich zwischenzeitlich aber schon sehr bereut und immer wieder spiele ich mit dem Gedanken mir bei Gelegenheit eine oder zwei DP Merrill zu kaufen.
Letzte Woche ergab sich die Möglichkeit eine gebrauchte SD Quattro günstig zu erwerben. Ich hatte schon einmal eine besessen, allerdings nur wenige Wochen, da ich mit der Bildqualität nicht glücklich wurde. Die Probleme des Quattro-Sensors sind hier im Forum ja zur Genüge diskutiert worden. Nun gut, ich hatte gelesen, dass die Bildqualität mittels Firmware Updates und neuerer Versionen von SPP gesteigert werden konnte und die Probleme durch seltsame Artefakte in den Bildern zumindest vermindert worden seien.
Also beschloss ich einen zweiten Versuch zu wagen, denn eigentlich mochte ich die Kamera, die für mich „damals“ in fast allen Punkten meiner SD1 überlegen war, außer im Entscheidenden Punkt, nämlich der Bildqualität.
Nun gut, die Kamera wurde geliefert, ich installierte die aktuelle Firmware (1.10) und zog los, um ein paar Testfotos zu schießen. Die Ergebnisse waren allerdings so ernüchternd, dass ich die Kamera am selben Abend wieder verkaufen wollte. Was war geschehen? Ich hatte die Rauschreduzierung sowohl für Luminanz als auch Chrominanz komplett ausgeschaltet und den Detailregler auf „stark“, denn ich wollte ja Details sehen. Die Ergebnisse waren gruselig. Starkes Rauschen schon bei ISO 100 und die allseits bekannten Grün- und Magenta-Farbflecken.
Zum Glück beschloss ich nun erst mal mit den Einstellungen von SPP zu experimentieren.
Folgende Konfigurationen änderten den Bildeindruck so stark, dass mich die Fotos, die mich vorher so abgeschreckt hatten nun zufrieden stellten:
- „Detail“ Regler: Mittelstellung, meistens sogar eher Richtung "Sanft". Die Quattro löst so fein aus, sie benötigt nicht zu viel Mikrokontrast. Passt aus meiner Sicht nicht zu ihrer Charakteristik. Auch in der
Stellung „Sanft“ bleiben inzwischen die Details erhalten, das Bild wirkt nur nicht mehr so harsch.
- Rauschreduzierung „Chrominanz“ 0 bis +2. Dadurch lassen sich die
Farbflecken in vielen Fällen komplett eliminieren.
- Rauschreduzierung Luminanz -2
- Schärfe lasse ich bei 0 oder gehe leicht ins Negative.
Wo wir zu den (positiven) Auffälligkeiten kämen. Die hier im Forum häufiger als „Tetris-Struktur" bezeichneten Artefakte scheint Sigma (endlich) zumindest soweit in den Griff bekommen zu haben, dass sie keine Bilddeteils mehr zerfressen. Sie sind vor allem in 300% Ansicht durchaus noch wahrnehmbar aber sie zerfransen die Details nicht mehr so seltsam. die Übergänge zu den Schatten und in die Unschärfebereiche sind endlich homogen. Nach wie vor rauscht es bei ISO 100 in Schattenbereichen schon recht stark aber Die Details werden weder „fransig“ noch verwaschen.
Bei den älteren Quattro-Fotos empfand ich deshalb die Darstellung von Wiesen und Gräsern ziemlich unansehnlich, weil durch die Artefakte oder das Bekämpfen ebensolcher seitens SSP feinste Strukturen und Details in den Fotos häufig verwaschen wurden.
Die Farben: Ich habe noch nie mit einer Sigma fotografiert, die so wenige Nacharbeit erforderte. Der Weißabgleich passt in den meisten Fällen und die Farben sind auf Anhieb lebendig und natürlich. Selbst Hauttöne kommen großartig und was habe ich da an den Merrill-Fotos schrauben müssen, um Hauttöne überhaupt erträglich zu bekommen.
Ich nutze (mit großem Dank an dieses Forum und vor allem Klaus-R!) einige 25€ M42 Objektive, z. B. Auto Revuenon 50 mm F1.9 oder 135 mm F2.8 und die Ergebnisse begeistern mich. Scharf und keinerlei Farbstiche. Fokussieren klappt super. Wie sehr hatte ich mir gewünscht, diese Objektive ohne Einschränkung an der SD1 nutzen zu können.
Fazit: Die Bildqualität hat deutlich zugelegt, ich bekomme wieder WOW-Effekte beim Betrachten von Fotos, die ich in der Zeit nach der Merrill so vermisst hatte. Ich denke, die Kamera kam viel zu früh auf den Markt. Sigma neigt dazu, sich in ihrer Kamerasparte immer wieder selbst ein Bein zu stellen (man denke nur zurück an das Debakel der SD1 Einführung). Schade. Im Bereich der Objektive liefern sie inzwischen ja großartige Produkte und überhaupt finde ich Sigma als Unternehmen sehr sympathisch. Schade, dass sie sich in der Kamerasparte selbst so im Wege stehen.
Alles Gold? Nein. Artefakte sind noch da, sie zerstören aus meiner Sicht aber nicht mehr die Details. Selbst bei ISO 100 rauscht sie schon stark. Insgeheim hoffe ich dennoch, dass sie wieder zur 1:1:1 Struktur zurückkehren werden.
Ich werde weiter testen und schauen, ob ich mit der Kamera "leben" kann. Zumindest habe ich fürs Erste meinen Frieden mit der Quattro geschlossen. Die Kamera kommt jetzt mit in den Urlaub und dann sehe ich mal weiter.
Hier zwei RAW-Dateien zum Ausprobieren.
https://www.dropbox.com/s/th09ykaelhx6siq/SDQ_3255.X3F?dl=0
https://www.dropbox.com/s/azcdfdlu0f8njbh/SDQ_3188.X3F?dl=0
Auto Revuenon 50mm F1.9:

100% Crop

Letzte Woche ergab sich die Möglichkeit eine gebrauchte SD Quattro günstig zu erwerben. Ich hatte schon einmal eine besessen, allerdings nur wenige Wochen, da ich mit der Bildqualität nicht glücklich wurde. Die Probleme des Quattro-Sensors sind hier im Forum ja zur Genüge diskutiert worden. Nun gut, ich hatte gelesen, dass die Bildqualität mittels Firmware Updates und neuerer Versionen von SPP gesteigert werden konnte und die Probleme durch seltsame Artefakte in den Bildern zumindest vermindert worden seien.
Also beschloss ich einen zweiten Versuch zu wagen, denn eigentlich mochte ich die Kamera, die für mich „damals“ in fast allen Punkten meiner SD1 überlegen war, außer im Entscheidenden Punkt, nämlich der Bildqualität.
Nun gut, die Kamera wurde geliefert, ich installierte die aktuelle Firmware (1.10) und zog los, um ein paar Testfotos zu schießen. Die Ergebnisse waren allerdings so ernüchternd, dass ich die Kamera am selben Abend wieder verkaufen wollte. Was war geschehen? Ich hatte die Rauschreduzierung sowohl für Luminanz als auch Chrominanz komplett ausgeschaltet und den Detailregler auf „stark“, denn ich wollte ja Details sehen. Die Ergebnisse waren gruselig. Starkes Rauschen schon bei ISO 100 und die allseits bekannten Grün- und Magenta-Farbflecken.
Zum Glück beschloss ich nun erst mal mit den Einstellungen von SPP zu experimentieren.
Folgende Konfigurationen änderten den Bildeindruck so stark, dass mich die Fotos, die mich vorher so abgeschreckt hatten nun zufrieden stellten:
- „Detail“ Regler: Mittelstellung, meistens sogar eher Richtung "Sanft". Die Quattro löst so fein aus, sie benötigt nicht zu viel Mikrokontrast. Passt aus meiner Sicht nicht zu ihrer Charakteristik. Auch in der
Stellung „Sanft“ bleiben inzwischen die Details erhalten, das Bild wirkt nur nicht mehr so harsch.
- Rauschreduzierung „Chrominanz“ 0 bis +2. Dadurch lassen sich die
Farbflecken in vielen Fällen komplett eliminieren.
- Rauschreduzierung Luminanz -2
- Schärfe lasse ich bei 0 oder gehe leicht ins Negative.
Wo wir zu den (positiven) Auffälligkeiten kämen. Die hier im Forum häufiger als „Tetris-Struktur" bezeichneten Artefakte scheint Sigma (endlich) zumindest soweit in den Griff bekommen zu haben, dass sie keine Bilddeteils mehr zerfressen. Sie sind vor allem in 300% Ansicht durchaus noch wahrnehmbar aber sie zerfransen die Details nicht mehr so seltsam. die Übergänge zu den Schatten und in die Unschärfebereiche sind endlich homogen. Nach wie vor rauscht es bei ISO 100 in Schattenbereichen schon recht stark aber Die Details werden weder „fransig“ noch verwaschen.
Bei den älteren Quattro-Fotos empfand ich deshalb die Darstellung von Wiesen und Gräsern ziemlich unansehnlich, weil durch die Artefakte oder das Bekämpfen ebensolcher seitens SSP feinste Strukturen und Details in den Fotos häufig verwaschen wurden.
Die Farben: Ich habe noch nie mit einer Sigma fotografiert, die so wenige Nacharbeit erforderte. Der Weißabgleich passt in den meisten Fällen und die Farben sind auf Anhieb lebendig und natürlich. Selbst Hauttöne kommen großartig und was habe ich da an den Merrill-Fotos schrauben müssen, um Hauttöne überhaupt erträglich zu bekommen.
Ich nutze (mit großem Dank an dieses Forum und vor allem Klaus-R!) einige 25€ M42 Objektive, z. B. Auto Revuenon 50 mm F1.9 oder 135 mm F2.8 und die Ergebnisse begeistern mich. Scharf und keinerlei Farbstiche. Fokussieren klappt super. Wie sehr hatte ich mir gewünscht, diese Objektive ohne Einschränkung an der SD1 nutzen zu können.
Fazit: Die Bildqualität hat deutlich zugelegt, ich bekomme wieder WOW-Effekte beim Betrachten von Fotos, die ich in der Zeit nach der Merrill so vermisst hatte. Ich denke, die Kamera kam viel zu früh auf den Markt. Sigma neigt dazu, sich in ihrer Kamerasparte immer wieder selbst ein Bein zu stellen (man denke nur zurück an das Debakel der SD1 Einführung). Schade. Im Bereich der Objektive liefern sie inzwischen ja großartige Produkte und überhaupt finde ich Sigma als Unternehmen sehr sympathisch. Schade, dass sie sich in der Kamerasparte selbst so im Wege stehen.
Alles Gold? Nein. Artefakte sind noch da, sie zerstören aus meiner Sicht aber nicht mehr die Details. Selbst bei ISO 100 rauscht sie schon stark. Insgeheim hoffe ich dennoch, dass sie wieder zur 1:1:1 Struktur zurückkehren werden.
Ich werde weiter testen und schauen, ob ich mit der Kamera "leben" kann. Zumindest habe ich fürs Erste meinen Frieden mit der Quattro geschlossen. Die Kamera kommt jetzt mit in den Urlaub und dann sehe ich mal weiter.
Hier zwei RAW-Dateien zum Ausprobieren.
https://www.dropbox.com/s/th09ykaelhx6siq/SDQ_3255.X3F?dl=0
https://www.dropbox.com/s/azcdfdlu0f8njbh/SDQ_3188.X3F?dl=0
Auto Revuenon 50mm F1.9:

100% Crop
