Ja ja, die gute (alte) Moral.
Wer ist denn der moralisch Verwerflichere: der Verkäufer, der versucht, mit allen Mitteln einen guten Preis zu erzielen oder der Kunde, der solange zuwartet, bis der Unternehmer verramschen muss??
Karl
Verantwortungsvolle Unternehmen würden es erst gar nicht soweit kommen lassen.
Es gibt heute genügend Werkzeuge zur Marktanalyse, die Sigma auch einmal nutzen und anwenden sollte. Keine DSLR von Canon, Pentax, Nikon, Sony oder Olympus werden in diesen geringen Stückzahlen verkauft oder landen bei Ebay in Auktionen.
Selbst eine Sony A850 in dem gehobenen Preissegment wird höhere Stückzahlen haben und hat seit Mai fast einen konstanten Verkaufspreis
http://geizhals.at/?phist=455740&age=2000
Jüngstes Beispiel die SD15:
In 2008 Vollmundig auf der Photokina angekündigt und erst Juni 2010 zur Auslieferung bereit. Die ersten Kameras waren sogar defekt ausgeliefert worden und mussten schon wieder zum Umtausch.Die Blitzprobleme haben sie auch nocht nicht beheben können. Eine Annäherung an die Qualität der direkten Konkurrenten wurde in dieser langen Zeit verpasst. 2008 wäre sie gut im Markt platziert gewesen mit dieser Bildqualität und Ausstattung und für 900 EUR als Kit mit dem 18-200mm OS ein faires Angebot gewesen. Diese Kamera wollte ich mir 2008 kaufen und habe sie jetzt bei Ebay zum "Ramsch Preis" bekommen. Die Konkurrenz war damals nicht viel weiter, siehe eine Canon EOS 40D, seit 2009 gibt es aber eine Canon 7D.
Wenn die SD1 laut Sigma im Frühjahr auf den Markt kommt, wird sie einen schweren Stand haben. Nur ausgereifte Technik, rauschfreie Bilder bis ISO 3200 und ein Erscheinen im Frühjahr 2011 wird ihr zumindest bei Studio- und Landschaftsfotografen dann endlich zu reellen Preisen verhelfen. Wird hier wieder gepatzt, sieht man sie wieder bei Limal in den Auktionen und vielleicht ist es dann die letzte Kamera von Sigma. Mit diesen geringen Erlösen und Stückzahlen können sie sich dieses Hobby ihres Firmeninhabers auf Dauer nicht leisten.
Viele Teile werden sie auswärts fertigen lassen müssen und da bestimmen die Stückzahlen den Preis. Die Vertraglich vereinbarten Mengen müssen abgenommen werden und belasten die Bilanz. Das kalkulatorische Risiko trägt hierbei alleine Sigma und das können sie sich mit einem weiteren Flop wohl nicht mehr leisten.
Die digitale Fotografie ist ein Massenmarkt geworden und wird auch von dessen Dynamik bestimmt. Leicht kann man dort in den Strudel zur Insolvenz geraten.
Siehe Minolta, Rollei, Praktika, Contax, Agfa, Kodak, Polaroid, Ricoh, Yashika um nur einige zu nennen.