Moin Anja,
ein schönes Motiv, nehme ich auch immer wieder sehr gern, wenn ich an der See sein darf. :daumen:
Allerdings ist die Umsetzung noch nicht so ganz gelungen. Das Vögelchen gehört hier auf die rechte Bildseite, so das mehr Platz in Blickrichtung der Möwe entsteht. Mit einem kleinen Kameraschwenk wäre dies auch bei einem so "leichtflüchtigen" Motiv erledigt gewesen.
Ferner war die sehr kleine Blende von F11 und die damit notwendige Verknappung der Schärfeebene per EBV sehr kontraproduktiv. Einfach eine große Blendenöffnung wählen und das Objektiv freistellen lassen. Sieht viel besser aus, als die nachträgliche Freistellung per Software! Immer!
Hier mal wieder die Frage, warum man überhaupt so kleine Blenden wählt? Denn selbst am Kleinbildformat, dem heute sogenannten Vollformat, werden bei offeneren Blendenwerten, beispielsweise 8 oder gar 6,3 Landschaftsaufnahmen wunderbar tiefenscharf. Bei solchen kleinen Blenden ergeben sich hingegen meist Nachteile: Die Belichtungszeiten steigen und somit die Gefahr von Verwackelungsunschärfen. Ferner, je nach Sensorfläche und Megapixelzahl, wächst die Gefahr, daß Beugungseffekte sichtbar werden.
Nochmal zum Thema Freistellen, also der schärfemäßigen Konzentration auf das Hauptmotiv, wobei die restlichen Bildanteile in der Unschärfe versinken: So etwas gehört per großer Blendenöffnung vom Objektiv erledigt! Es gibt zwar die Möglichkeit, das noch "hinterher" per Software zu erledigen. Diese Möglichkeit würde ich aber NIEMALS in Betracht ziehen. Denn die Hintergrundunschärfe sieht dann immer uniform aus. Per Objektiv gemacht, hat die Hintergrundunschärfe, das Bokeh also, je nach verwendetem Objektiv und verwendeter Blendenöffnung ihren eigenen Charakter. Mal weicher, mal harscher. Mal glatter, mal unruhiger. Je nach dem, wie man es mag, erfolgt dann die entsprechende Objektivwahl. Das läßt sich mit keiner Software dieser Welt nachbilden.
