Ein paar Krabbelviecher mit der SD9

Diskutiere Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 im Makro Forum im Bereich Bildbesprechungen; Als Objektiv habe ich das Revuenon 135/2.8 mit ca. 3cm Zwischenring verwendet, Blendeneinstellung f/2.8 bis f/5.6 plus Zwischenringverdunkelung...
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #1
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Als Objektiv habe ich das Revuenon 135/2.8 mit ca. 3cm Zwischenring verwendet, Blendeneinstellung f/2.8 bis f/5.6 plus Zwischenringverdunkelung. Ddie Zeit war vormittags gegen zehn (ich gebs mal an, da laut Kamera immer Mitternacht ist) bei schon recht greller Sonne.

Der Abbildungsmaßstab war also noch nicht soo extrem, um genau zu sein, schaffen das die modernen Zooms locker ohne Zwischenringe. :D

Teilweise habe ich noch ein bisschen zugeschnitten.

#1
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#2
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#3
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#4
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#5
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#6
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Was mich stört:

Die grellen ausgefressenen Lichter. Lösung wird wohl sein, nicht mehr bei so greller Sonne zu fotographieren. Dann wirds aber leider schnell zu dunkel für eine Iso-100-Kamera. Weiterführende Lösungen: Blitz dazunehmen, und/oder mal eine Canon mit höherer Iso probieren.

Die magentafarbenen Überstrahlungen des Objektivs (hab ich größtenteils schon per EBV entfernt). Lösung: Nicht so grelle Sonne nehmen, evt mal anderes Objektiv testen, ob das weniger Probleme hat.

Zuwenig Details. Ich würde gerne mehr von der schön bunten Haut- und Augenstruktur der Insekten sehen.
Ich nehme an, dafür brauche ich einen größeren ABM, also noch ein paar mehr Zwischenringe einbauen. Würde das dann auf 135mm mit der Fluchtdistanz gehen, oder nehme ich dafür besser ein längeres Objektiv (200mm)? Oder sogar ein kürzeres (50mm), weil das lichtstärker ist und ich also nach Abdunkelung noch mehr sehe, und außerdem weniger Zwischenringe brauche für mehr Vergrößerung?
Oder wäre hier eher ein Retroadapter angebracht wegen der potentiell besseren Abbildungsqualität?
Oder ist das sowieso unrealistisch, die schillernde Augenstruktur mit diesen Behelfslösungen darzustellen, und ich verschiebe diesen Wunsch besser auf Zeiten, wo ich bereit bin, ein Makroobjektiv zu kaufen?

Also: Was ich mir wünsche, wäre ungefähr eine Fliege oder Biene so halbes bis ganzes Bild füllend, und so gut aufgelöst, dass diese Augenstruktur schön sichtbar ist.
Wäre das möglich mit dem, was ich da habe (Objektive etlicher Brennweiten mit Zwischenringen, oder Alternativ 35-70 Zoom mit Retroadapter), oder eher nicht?
Und wenn ja, wie gehe ich am besten vor? Welche Ausrüstung, welche Ausleuchtung?

Dann noch eine Frage: Dieser Richtwert für 1/Brennweite(xCropfaktor), um nicht zu verwackeln, gilt der mit Zwischenringen noch unverändert, oder sollte man die Zeit durch den größeren ABM eher noch deutlich kürzer halten?
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #2
Hallo Helena,

das sind doch für den Anfang schon gute Ergebnisse, klar das da bei jedem Bild noch mehr geht oder man einiges hätte besser machen
können, aber darum geht es ja nicht :)
Die meisten Schwachpunkte hast Du ja schon selber beschrieben und stimmen auch, wie z.B. grelles Sonnenlicht meiden oder den
fehlenden grösseren ABM ;)
Hast auch wieder recht viele Fragen aufeinmal gestellt, werde aber versuchen sie wieder kurz und stichpunktartig zu beantworten :p

- kein knalliges Sonnenlicht.......gute Entscheidung, dann hat man aber das Problem der ISO-Frage. Da man auch oft mit grösseren
Blendenzahlen arbeitet und das Umgebungslicht nicht viel hergibt, dazu benötigt man noch eine recht flotte Belichtungszeit : Muss also
die ISO-Zahl hoch ! Da hilft nur gutes Entrauschen oder grosse Bildsensoren :D

- grösserer ABM für Insektenaugen......die grossen Augen haben da fast nur die Fliegenarten und Libellen. Gerade bei Fliegen wirst
Du mit der "Zwischenringlösung" nicht weit kommen da Du sehr nah ans Motiv herangehen musst und den ABM von 1:1 bekommst Du
gerade mal so eben hin wenn Du 3 handelsübliche Zwischenringe z.B. an eine 50´er Brennweite dranschraubst, dann hast Du aber auch
schon viel weniger Licht zur Verfügung und starke Vignettierung :D
Ganz zu Schweigen vom Retroadapter, damit bekommst Du zwar enorme ABM´s hin aber der Arbeitsabstand ist schon so nah das Du
die Fliege besoffen machen und ihr erzählen musst das sie die Linse vorn küssen soll :D
Diese Retro-Lösung eignet sich nur für Blümchen und andere statische Motive, für lebende und krabbelnde Insekten : Vergiss es :psst:
Schillernde Insektenaugen (natürlich bei lebenden Exemplaren) bekommst Du kaum mit Zwischenringen hin, der Arbeitsabstand sollte
hier grösser sein (Fluchtdistanz), daher eignen sich hier die längeren Brennweiten besser (auch beim Makroobjektiv) !
Zwischenringe verkürzen immer nur die Nahgrenze des jeweiligen Objektivs ! Je mehr mm-Zwischnringe dazwischen sind desto weiter
sinkt die Nahgrenze die ich herangehen kann und desto grösser wird die Vignettierung und die Lichtausbeute sinkt entgegengesetzt ;)
Es sind als immer eine Art "Behelfslösungen" oder Alternativen zum Makroobjektiv ;)
Das Makroobjektiv hat dahingehend immer die bessere Abbildungsleistung und den Komfort !

- Richtwert 1/Brennweite........bei Makro isses so das man da eher noch zusätzlich schnellere Belichtungszeiten benötigt :eek:
Oft beschneidet man das Bild zusätzlich noch weil man vielleicht einen grösseren ABM darstellen will und nicht so nah ans Insekt heran-
gekommen ist, bei solchen Vergösserungen machen sich minimale Verwackler oder Bewegungsunschärfen eher bemerkbar.
Bei einem ABM von um die 1:2 oder 1:1 versuche ich beim 100´er Makro am Vollformat auch auf entsprechende Belichtungszeiten von
1/100Sek. mindestens zu kommen, lieber sind mir 1/200 Sek., bisher geht das auch meist da ich mit hohen ISO´s bei der 5DMKII keine
Probleme habe :)
Beim 150´er Makro schaue ich auch immer das ich mindestens 1/160Sek. oder besser 1/200Sek. einhalte.....der Stabi beim Sigma bringt
mir da zwar nicht soviel wie bei normalen Abständen, aber immerhin bringt er auch bei 1:1 bessere Leistungen als mit ohne Stabi :daumen:

Auch immer daran denken : Der Bild-Ausschuss ist bei Makro viel viel höher !!
Also immer mehr Bilder von der Fliege machen als man denkt, 1 oder 2 Bilder passen dann oftmals von den gemachten 10 Bildern :p











Gruss
JAN
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #3
Danke für die ausführliche und hilfreiche Antwort. :)
Davon werde ich dann in nächster Zeit mal so einiges umzusetzen versuchen, auch mit den Tipps im Hinterkopf, die du mir in den anderen Threads gegeben hast.
Derzeit scheint mir die Lösung 5D mit 100mm Objektiv und rund 50mm Zwischenringen, dazu dann der Aufsteckblitz, eine interessante Option zu sein, die ich mal weiter erkunden muss.

Nicht dass ich es nicht gerade versucht hätte, eine Bastellösung mit über 20cm Auszugsverlängerung am 200mm Objektiv umzusetzen.. Aber die scheint nicht besonders praktikabel zu sein: Der Sucher wird zu dunkel für bequemes manuelles Scharfstellen, das System versperrt dem Blitz den Weg und es kommt nichts mehr am Motiv an, und ausbalancieren lässt sich so ein langes Trumm auch nicht mehr.. Mal abgesehen davon, dass der weitere Arbeitsabstand durch die Rohrlänge wieder ziemlich relativiert wird, da kann ich auch direkt ein kürzeres Objektiv nehmen. :D
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #4
50mm Zwischenringe ist schon recht viel :eek:

Wenn man den ABM herausbekommen möchte braucht man mit der ganzen Kombination nur mal ein Lineal oder Zollstock abfotografieren !
Also über den LiveView schauen wie nah man sich dem Lineal oder Zollstock nähern kann bis es noch scharf abgebildet wird. Den Zollstock natürlich einmal
ausklappen und im rechten Winkel vor das Objektiv legen, die Kamera so ausrichten das der linke LiveView-Rand die "0" zeigt...., dann sieht man bei wieviel
cm es noch scharf ist und liest am rechten Rand die Zentimeter ab die dort stehen....mit der Grösse des Sensors vergleichen und schon hat man den ABM
herausbekommen und sieht gleichzeitig den Motivabstand, bzw. wie nah man sich dem Motiv nähern kann ;)

Beispielbild :

So nah komme ich mit dem 150´er Makro....Bildbreite = 3,6cm, die Kleinbildsensorgrösse ist 36mm Breite = 1:1 passt :daumen:

test.jpg


....wären dort 7,2cm zu lesen wäre es ein ABM von 1:2 ;)











Gruss
JAN
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #5
Derzeit scheint mir die Lösung 5D mit 100mm Objektiv und rund 50mm Zwischenringen, dazu dann der Aufsteckblitz, eine interessante Option zu sein, die ich mal weiter erkunden muss.

Beim 100L und einer 7D hatte ich schon Probleme mit der Abschattung von normalen Blitzen bei 1:1. Da hat nur der Zangenblitz geholfen.
Musst also mal ausprobieren ob ein normaler Blitz überhaupt geht für das was du vorhast.

LG Olli
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #6
Also ein erster Test an meinem "Topfgras" (hat sich selber gezüchtet) war eigentlich recht erfolgversprechend mit dieser Kombi.
Also mit einigen Fehlversuchen, weil das Bouncer-Dings auf dem Blitz den Belichtungssensor verdeckt hatte (ich nehme ja so einen Metz-Automatik-Blitz, keinen mit TTL), und weil mir der Av-Modus die Zeit zu kurz für Blitzsynchronzeit gestellt hat und ich nicht von Anfang an aufgepasst habe.
Aber prinzipiell schien es ohne Abschattungen und schön belichtet zu gehen, bin aber noch nicht dazu gekommen, die Bilder auf den PC zu ziehen und in groß nachzugucken. Das Scharfstellen hat aber gut funktioniert.

Ich denke mal, da bin ich auch noch etwas unter 1:1 drunter.

Wenn der normale Blitz aber auf der Kamera Probleme bereiten sollte:
Ich habe einmal die Möglichkeit, den am Kabel zu nutzen (was dann natürlich Insekten wieder ausschließt, weil ich den Blitz ja irgendwo hinstellen muss und dann nicht so flexibel bin.
Oder, meine großartige neue Flohmarkt-Errungenschaft, ein schicker alter Metz-Stabblitz, der auch mit Computerblendenautomatik funktioniert, schön per Schiene mit der Kamera verbunden wird und dann am Objektiv vorbei blitzen kann.
Ob der bei Motiven im Nahbereich noch korrekt belichten kann, oder der Sensor völlig am Motiv vorbei misst, muss ich natürlich ausprobieren, das könnte noch schwierig werden.

Jan, das mit dem Zollstock probiere ich auch mal aus. Allerdings nicht über Liveview, den hat die 5D ja nicht. :D
Oder halt dann am Crop, muss ich eben die Berechnung mit der anderen Sensorgröße durchführen.

Aber so wie es aussieht, kann es durchaus sein, dass ich auf die schillernden Insektenaugen fürs Erste verzichten muss, die gehen wohl eher nur mit den längeren Makros, weil man sonst nicht nahe genug drankommt. Naja, mal sehen, ich übe mal an Blümchen, und vielleicht hüpft ja dann gerade eine Fliege genau auf eine Blüte drauf, an der ich gerade übe. :D
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #7
Grad mal durch den Sucher auf den Zollstock geguckt, ich bin bei knapp über 5cm, d.h. einen Abbildungsmaßstab von 1:1,4 habe ich da.
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #8
HJallo Helena,

den Ausführungen von Jan ist (wie eigentlich ja immer) kein Wort hinzuzufügen.:daumen::daumen:

Ich würde dringend empfehlen, bei solchen ABMs deutlich stärker abzublenden. Optimale Schärfe und eine akzeptabele Tiefenschärfe erreichst Du bei Blende 8,0 oder 11,0.

Die SD9 ist nicht unbedingt eine ISO 100 Kamera.;) ISO 200 ist mit SPP 2,5 kein Thema und ISO 400 dann nicht, wenn Du mit NEAT IMAGE sanft entrauschst und anschließend mit Photoscape sanft schärfst.

Die Freeware Photoscape ist das allerbeste und artefaktfreieste Tool, das ich zur Mikrokontrastverfeinerung kenne.:daumen:



Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Ein paar Krabbelviecher mit der SD9 Beitrag #9
Ergänzung zu Abbildungsmaßstäben:

Und bei meinem Retro-Makro 35-70 kann ich zwischen einer Abbildungsgröße von über 20cm (genau lässt es sich durch extreme Randschwächen nicht ablesen) bei 70mm und 1,8cm (Maßstab 2:1) bei 35mm (da ist es auch am Rand so gut, dass ich den Zollstock problemlos ablesen kann) stufenlos verstellen. Deshalb finde ich das Teil unglaublich praktisch, weil ich da eben auch flexibler weiter weg komme als mit einer Festbrennweite mit Zwischenringen, und bei allem, was stillhält (), finde ich es perfekt. Vom Arbeitsabstand her bin ich da bei "Ferngrenze" etwa ein halber Meter, Nahgrenze rund 4cm Vorderkante Objektiv zum Motiv.
Drinnen toll, draußen eher nicht so praktikabel.

Klaus, zur SD9:
Ich finde bei höheren ISOs gar nicht mal das Rauschen so störend, und deshalb finde ich es auch durchaus kein Problem, sie da zu verwenden (eben mit der von dir schon häufig beschriebenen Belichtung "expose to the right"), allerdings verliert sie da ihre Farbbrillanz, was nunmal ihre größte Stärke gegenüber Kameras anderer Marken ist. Da ist sie eben nicht mehr besser als die anderen. Und bei denen kann ich auch mal spontan auf über 1000 hochdrehen, wenn es die Situation erfordert.
Deshalb nehme ich die Sigma tendentiell nur mit, wenn ich sie hauptsächlich bei ISO 100 verwenden kann, und drehe halt notfalls mal höher. Wenn ich aber weiß, dass es in der speziellen Situation erst ab 400 losgeht und eher deutlich höher muss, dann nehme ich lieber direkt etwas anderes mit.

SPP 2.5 habe ich ja schon lange (und auch als bisher einzige SPP-Version, sie ist da, sie läuft, warum sollte ich andere testen). Photoscape läuft nicht nativ auf Linux, deshalb habe ich es bisher nicht ausprobiert, um mir das Gefummel mit Wine zu sparen.
 
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