Klaus-R
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Hallo zusammen,
so manches Mal fragst du Dich, warum angeblich gleich lichtstarke Objektive an der selben Kamera zu durchaus merklich unterschiedlichen Belichtungsdaten führen können .... die Erklärung ist durchaus plausibel.
Die Lichtstärke (Offenblende) eines Objektives berechnet sich höchst einfach aus dem Quotienten (Durchmesser der Eintrittspupille / Brennweite des Objektives). Dabei ist der Durchmesser der Frontlinse NICHT IMMER der wirksame Durchmesser der wirksamen Eintrittspupille. Insbesondere bei Weitwinkel-Objektiven sehr kurzer Brennweiten, die einen großen Ausleuchtungskreis bewerkstelligen müssen (Kleinbild oder größer) ist die Frontlinse VIEL größer, als die tatsächlich wirksame Eintrittspupille der Optik.
Das "Problem" ist wenig bekannt und wenig diskutiert.
Man unterscheidet in der Sache die physikalische Blende (die Tiefenschärfe und z.T. auch Bokeh verursacht) und den tatsächlichen Lichtdurchlass der Objektive, der von der Lichtdurchlässigkeit der Linsen und den Rückspiegelungen bzw. der Qualität der Vergütungen abhängig ist.
Die geometrisch/physikalsiche Blende wird F-Stop genannt (sorry aber ich habe kein spezielles deutsches Wort dafür ... also einfach "Blende") und der tatsächliche "Lichtturchlass" wird T-Stop genannt (Transmissionsblende).
Hat der Unterschied in früheren Jahren praktisch gar keinen Unterschied gemacht, /will sagen, bei einem Drei-vier-bis 7-Linser noch vernachlässigbar, fordern moderne und hochkomplexe 16-Linser ihren transmissionsbedingten Tribut an die reale "T-STOP" Lichtstärke der jeweiligen Objektive.
Anders ausgedrückt .... je aufwendiger ein Linsensystem konstruiert und gebaut ist, desto weniger Licht erreicht tatsächlich den Bildsensor moderner Kameras!
Hinzu kommt das offensichtlich immer unverholen werdende "Geflunker" so mancher Linsenhersteller hinsichtlich der vermeintlichen Lichtstärke ihrer Objektive .... denn Lichtstärke bringt sehr viel Geld in die Kassen der Hersteller. Im Grunde schade, dass es sich noch gar nicht durchsetzen konnte, zu den F-Stops (die wahrscheinlich auch schon lange "geflunkert" sind) auch die messtechnischen T-Stops mit anzugeben.:ausrufezeichen:
Hier mal ein (IMHO) sehr gutes Intro in die Thematik (sorry ist Englisch ...) wenn jemend eine vergleichbare deutschsprachige Quelle hat, dann gerne hier im Faden:
Matt Granger zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=jI8uAzX0bBw
Tatsächlich muss leider gesagt werden, dass bei modernen Objektiven (sogar bei modernen Festbrennweiten) praktisch KEINE Optik ihre angegebene Lichtstärke durch wirkliche Transmission erreicht! Die Wahrheit liegt mindestens eine halbe Blende (und erheblich mehr!) unter dem verkaufswirksam angegebenen Offenblendwert.:ausrufezeichen:
Hier mal eine Seite, die T-Stops wirklich ermittelt ....
https://www.dxomark.com/best-lenses-under-13000-dollars
Beispiel: Ein Sigma 105mm Macro wird mit einer Lichtstärke von F:2,8 verkauft, hat aber tatsächlich einen T-Stop von gerade mal t:3,4.
Das ist mehr als eine halbe Blende zu wenig! .... und das Ende jeder externen Belichtungsmessung! Mit anderen Worten ... mehr als 50% weniger Licht am Sensor, als versprochen!
So richtig "ehrlich" müssen die Hersteller vielleicht auch deswegen gar nicht mehr sein, weil der eklatante Unterschied ja nicht mehr (wie früher) durch Unterbelichtung des Filmmateriales auffallen kann ... der kamerainterne Belichtungsmesser kompensiert das natürlich.
Wer also heute noch immer auf externe Handbelichtungsmesser "schwört", den muss spätestens die T-Stop-Problematik moderner Linsenkonstruktionen eines Besseren belehren ... das kann nicht mehr funktionieren!
Ein Canon EF 50mm/f:1,2 (nicht ganz billig!) hat einen wirklichen Lichtduchlass von t:1,4!
https://www.dxomark.com/Lenses/Canon/EF50mm-f-1.2L-USM-mounted-on-Canon--EOS-1D-X-Mark-II__1071
Da tröstet es wenig, dass das 1,4er auch erheblich "schummelt".
Guckt doch auch mal, wo sehr hochpreiseige "hochlichtstarke" Zooms so wirklich "T-stoppen"
Grüße und schöne Photos
Klaus
so manches Mal fragst du Dich, warum angeblich gleich lichtstarke Objektive an der selben Kamera zu durchaus merklich unterschiedlichen Belichtungsdaten führen können .... die Erklärung ist durchaus plausibel.
Die Lichtstärke (Offenblende) eines Objektives berechnet sich höchst einfach aus dem Quotienten (Durchmesser der Eintrittspupille / Brennweite des Objektives). Dabei ist der Durchmesser der Frontlinse NICHT IMMER der wirksame Durchmesser der wirksamen Eintrittspupille. Insbesondere bei Weitwinkel-Objektiven sehr kurzer Brennweiten, die einen großen Ausleuchtungskreis bewerkstelligen müssen (Kleinbild oder größer) ist die Frontlinse VIEL größer, als die tatsächlich wirksame Eintrittspupille der Optik.
Das "Problem" ist wenig bekannt und wenig diskutiert.
Man unterscheidet in der Sache die physikalische Blende (die Tiefenschärfe und z.T. auch Bokeh verursacht) und den tatsächlichen Lichtdurchlass der Objektive, der von der Lichtdurchlässigkeit der Linsen und den Rückspiegelungen bzw. der Qualität der Vergütungen abhängig ist.
Die geometrisch/physikalsiche Blende wird F-Stop genannt (sorry aber ich habe kein spezielles deutsches Wort dafür ... also einfach "Blende") und der tatsächliche "Lichtturchlass" wird T-Stop genannt (Transmissionsblende).
Hat der Unterschied in früheren Jahren praktisch gar keinen Unterschied gemacht, /will sagen, bei einem Drei-vier-bis 7-Linser noch vernachlässigbar, fordern moderne und hochkomplexe 16-Linser ihren transmissionsbedingten Tribut an die reale "T-STOP" Lichtstärke der jeweiligen Objektive.
Anders ausgedrückt .... je aufwendiger ein Linsensystem konstruiert und gebaut ist, desto weniger Licht erreicht tatsächlich den Bildsensor moderner Kameras!
Hinzu kommt das offensichtlich immer unverholen werdende "Geflunker" so mancher Linsenhersteller hinsichtlich der vermeintlichen Lichtstärke ihrer Objektive .... denn Lichtstärke bringt sehr viel Geld in die Kassen der Hersteller. Im Grunde schade, dass es sich noch gar nicht durchsetzen konnte, zu den F-Stops (die wahrscheinlich auch schon lange "geflunkert" sind) auch die messtechnischen T-Stops mit anzugeben.:ausrufezeichen:
Hier mal ein (IMHO) sehr gutes Intro in die Thematik (sorry ist Englisch ...) wenn jemend eine vergleichbare deutschsprachige Quelle hat, dann gerne hier im Faden:
Matt Granger zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=jI8uAzX0bBw
Tatsächlich muss leider gesagt werden, dass bei modernen Objektiven (sogar bei modernen Festbrennweiten) praktisch KEINE Optik ihre angegebene Lichtstärke durch wirkliche Transmission erreicht! Die Wahrheit liegt mindestens eine halbe Blende (und erheblich mehr!) unter dem verkaufswirksam angegebenen Offenblendwert.:ausrufezeichen:
Hier mal eine Seite, die T-Stops wirklich ermittelt ....
https://www.dxomark.com/best-lenses-under-13000-dollars
Beispiel: Ein Sigma 105mm Macro wird mit einer Lichtstärke von F:2,8 verkauft, hat aber tatsächlich einen T-Stop von gerade mal t:3,4.
Das ist mehr als eine halbe Blende zu wenig! .... und das Ende jeder externen Belichtungsmessung! Mit anderen Worten ... mehr als 50% weniger Licht am Sensor, als versprochen!
So richtig "ehrlich" müssen die Hersteller vielleicht auch deswegen gar nicht mehr sein, weil der eklatante Unterschied ja nicht mehr (wie früher) durch Unterbelichtung des Filmmateriales auffallen kann ... der kamerainterne Belichtungsmesser kompensiert das natürlich.
Wer also heute noch immer auf externe Handbelichtungsmesser "schwört", den muss spätestens die T-Stop-Problematik moderner Linsenkonstruktionen eines Besseren belehren ... das kann nicht mehr funktionieren!
Ein Canon EF 50mm/f:1,2 (nicht ganz billig!) hat einen wirklichen Lichtduchlass von t:1,4!
https://www.dxomark.com/Lenses/Canon/EF50mm-f-1.2L-USM-mounted-on-Canon--EOS-1D-X-Mark-II__1071
Da tröstet es wenig, dass das 1,4er auch erheblich "schummelt".
Guckt doch auch mal, wo sehr hochpreiseige "hochlichtstarke" Zooms so wirklich "T-stoppen"
Grüße und schöne Photos
Klaus
