Anderl
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Grüß Euch,
hier noch ne Unterstützung für lange Teleobjektive.
Wenn man da ein adäquates Stativ verwenden will, dann geht das ordentlich ins Geld und Gewicht, sonst schwingt das System recht lange nach.
Seit Ende August letzten Jahres verwende ich eine Astgabel (von nem Gestrüpp aus dem Unterholz des Kiefernwaldes in Aquitanien, das ist recht zäh und trotzdem leicht, Haselnuss sollte ähnlich sein, wenns schwerer sein darf ist Obstholz bestimmt auch gut) auf einem mickerigen Reisestativ.

Bei dem Stativ ist zum Glück nur ein Metallbolzen mit der Halbschale für die Kugel vorhanden, wenn man den Kopf abnimmt, daher hab ich nur eine passende Bohrung in die Unterseite der Gabel anbringen müssen, einfach aufgesteckt und schon kann man in alle Richtungen schwenken.
Wer nur Stative mit Gewinden hat, könnte sich einen Metallstab mit 1/4" oder 3/8" Gegengewinde basteln für die gleiche Funktion, oder wenn der vorhandene Stativkopf eine Panoramafunktion hat, kann man auch ein 1/4" Gegengewinde fest ins Holz einbauen und dann die Gabel auf den Kopf schrauben.
Vorteile gegenüber standard Stativ:
-Da nur senkrechte Gewichtskraft aufzunehmen ist, reichen die einfachsten leichten Stative auch für die schwerste Fotoausrüstung.
-Blitzschnell aufgebaut, einfach hingestellt, eingelegt, hingeschwenkt und losgehts.
-Kein Ausschwingen, lediglich die Zitterbewegungen des Photographen.
Nachteile gegen standard Stativ:
-Da das Objektiv möglichst am vorderen Ende für maximale Stabilität eingelegt werden sollte, sind die Schwenks nach oben und unten eingeschränkter als bei mittiger Montage.
-Echte Langzeitbelichtungen sind natürlich nicht zu bewerkstelligen.
Vorteile gegenüber Freihand:
-ca. 50-75% weniger Verwacklungswinkel bei gleicher Belichtungszeit.
-nur das halbe Gewicht muss während der Aufnahmen gehalten werden.
Nachteile gegenüber Freihand:
-der erste Nachteil gilt hier umso mehr.
-Spontanität ist geringer wegen mitschleppen eines (wenn auch leichten) Stativs und wegen nötigem Aufstellvorgang.
Wenns interessiert, gestern hab ich mal einen Selbsttest durchgeführt und mit meinem 5,3kg 900mm Teleskop einen 200m entfernten Baum jeweils 8 mal abgelichtet.
Belichtungszeit war je 1/200s.
Im Folgenden ein Ausschnitt des jeweils besten Bildes zusammengefügt
-oben Freihand (das war kein Zuckerschlecken, aber was tut man nicht alles im Dienste der Wissenschaft
)
-mitte Stativ, ein recht robustes Sirui T2204X Carbon, allerdings per Auslöser ausgelöst (Selbstauslöser, oder wenn vorhanden Spiegelvorauslösung würde natürlich besser aussehen)
-unten Holzkopf

Und dann noch ein Mond von heute Abend mit 1/100s Belichtungszeit, nicht vergleichbar mit Astromontierung, aber zur Not gehts auch

D'Ehre,
Andreas
hier noch ne Unterstützung für lange Teleobjektive.
Wenn man da ein adäquates Stativ verwenden will, dann geht das ordentlich ins Geld und Gewicht, sonst schwingt das System recht lange nach.
Seit Ende August letzten Jahres verwende ich eine Astgabel (von nem Gestrüpp aus dem Unterholz des Kiefernwaldes in Aquitanien, das ist recht zäh und trotzdem leicht, Haselnuss sollte ähnlich sein, wenns schwerer sein darf ist Obstholz bestimmt auch gut) auf einem mickerigen Reisestativ.

Bei dem Stativ ist zum Glück nur ein Metallbolzen mit der Halbschale für die Kugel vorhanden, wenn man den Kopf abnimmt, daher hab ich nur eine passende Bohrung in die Unterseite der Gabel anbringen müssen, einfach aufgesteckt und schon kann man in alle Richtungen schwenken.
Wer nur Stative mit Gewinden hat, könnte sich einen Metallstab mit 1/4" oder 3/8" Gegengewinde basteln für die gleiche Funktion, oder wenn der vorhandene Stativkopf eine Panoramafunktion hat, kann man auch ein 1/4" Gegengewinde fest ins Holz einbauen und dann die Gabel auf den Kopf schrauben.
Vorteile gegenüber standard Stativ:
-Da nur senkrechte Gewichtskraft aufzunehmen ist, reichen die einfachsten leichten Stative auch für die schwerste Fotoausrüstung.
-Blitzschnell aufgebaut, einfach hingestellt, eingelegt, hingeschwenkt und losgehts.
-Kein Ausschwingen, lediglich die Zitterbewegungen des Photographen.
Nachteile gegen standard Stativ:
-Da das Objektiv möglichst am vorderen Ende für maximale Stabilität eingelegt werden sollte, sind die Schwenks nach oben und unten eingeschränkter als bei mittiger Montage.
-Echte Langzeitbelichtungen sind natürlich nicht zu bewerkstelligen.
Vorteile gegenüber Freihand:
-ca. 50-75% weniger Verwacklungswinkel bei gleicher Belichtungszeit.
-nur das halbe Gewicht muss während der Aufnahmen gehalten werden.
Nachteile gegenüber Freihand:
-der erste Nachteil gilt hier umso mehr.
-Spontanität ist geringer wegen mitschleppen eines (wenn auch leichten) Stativs und wegen nötigem Aufstellvorgang.
Wenns interessiert, gestern hab ich mal einen Selbsttest durchgeführt und mit meinem 5,3kg 900mm Teleskop einen 200m entfernten Baum jeweils 8 mal abgelichtet.
Belichtungszeit war je 1/200s.
Im Folgenden ein Ausschnitt des jeweils besten Bildes zusammengefügt
-oben Freihand (das war kein Zuckerschlecken, aber was tut man nicht alles im Dienste der Wissenschaft
-mitte Stativ, ein recht robustes Sirui T2204X Carbon, allerdings per Auslöser ausgelöst (Selbstauslöser, oder wenn vorhanden Spiegelvorauslösung würde natürlich besser aussehen)
-unten Holzkopf

Und dann noch ein Mond von heute Abend mit 1/100s Belichtungszeit, nicht vergleichbar mit Astromontierung, aber zur Not gehts auch

D'Ehre,
Andreas




