Vorläufiges Endergebnis
Wow Klaus, das war jetzt aber eine sehr ausführliche Antwort! Danke für die Zeit, die Du Dir genommen hast.
Die verschmierten Ränder kamen bei mir über die Maske, die ich mit GML-Matting erstellt hatte. Die hatte ich auch schon mit Stift und Pinsel nachbearbeitet, um die Ungenauigkeiten auszubessern, aber dabei offenbar einige Randbereiche nicht erkannt, die GML nicht scharf sondern eben "weich" erzeugt hatte.
Viele Stunden, Videos und Webseiten später bin ich nun zum vorläufigen, amtlichen Endergebnis gekommen:
@Jan: Vielen Dank auch für Deine Anregung mit der Vignette, die ich in dieser Variante mit eingebaut habe.
Es ist allerdings schon etwas schräg, wenn man bei der Ausstattung auf möglichst geringe Vignettierung achtet, nur um die dann volle Kanne mit EBV reinzuknallen...
@Dirk: Wie Du siehst, habe ich die Laternen drin gelassen. Es wäre für mich nicht weniger Aufwand gewesen, die wegzustempeln. Und zum Anderen finde ich sie auch nicht so störend, dass ich die weg haben wollte.
@Peter_M: Wie bei den Laternen auch, gilt für meinen persönlichen Geschmack: Was natürlicherweise dazu gehört, bleibt auch drin. Außerdem mag ich Spiegelungen. ;-)
Meine Arbeitsschritte grob zusammengefasst:
- Entwicklung und Vorverarbeitung in RawTherapee, um den späteren Informationsverlust in der 8-Bit-Welt möglichst gering zu halten:
- Verzeichniskorrektur des Objektivs. Keine Korrektur der Vignettierung, die soll ja später sogar noch verstärkt werden.
- Hot Pixel - Reduktion
- Rauschreduktion (Chrominanz und Luminanz)
- Helligkeit/Kontrast/Farbanpassung, jedoch nur geringfügig, weil die beiden Bereiche "Berge" und "Rest" unterschiedlich behandelt werden müssen.
- Mikrokontrast
- Beschnitt im Verhältnis 3:2, wobei der untere Teil des Bildes bis hin zur Spiegelung der Hütte entfällt.
- Auswahlmaske mit GML-Matting erstellt (das hat Klaus ja schon ausführlich dokumentiert).
- Die Maske mit den Standard-Werkzeugen für die Auswahl weiter verfeinert (z.B. Laternen ausgeklammert, Kanten von Bergen zum Himmel berichtigt).
- Der ausgewählte und ausgeschnittene Bereich liegt nun auf einer separaten Ebene.
- Farbanpassungen in der Ebene mit den Bergen (anhand der Tonwertkurven, wie von Klaus demonstriert).
Dabei habe ich zunächst den Weißpunkt angepasst und eine ganz leichte Delle beim Schwarzpunkt eingeführt; anschließend habe ich nur im Rot-Kanal den Rotanteil reduziert.
Hier mal Gesamt- und Rotkanal in der Übersicht (obere Kurve = alle Kanäle):

- In der Mitte des Himmels, knapp über den Bergen, war eine kleine, graue Wolke. Die hat meinen Blick tatsächlich gestört und war schnell weggeklont.
- In einer weiteren Transparenz-Ebene habe ich einen senkrechten Farbverlauf eingefügt, um den Himmel nach oben hin abzudunkeln (Vorschlag von Jan).
- Abschließend kommt noch die Vignette. Nach vielen Versuchen bin ich zum Schluss auf ein Script gestoßen, mit dem sich viel Zeit beim Herumprobieren sparen lässt (mehr dazu weiter unten). Die von mir benutzten Einstellungen dazu:

- Zu guter Letzt hier nochmal eine Aufstellung der Ebenen, die am Ende des Prozesses zum abschließenden Bild vereinigt wurden:

Für mich war das viel Aufwand, aber auch mit viel Lerneffekt verbunden. Für meine künftigen Versuche habe ich mir nun ein paar Workflows erarbeitet, mit denen das deutlich schneller gehen wird.
Danke an alle Beteiligten für die Anregungen und Hilfestellungen! So hatte ich trotz Schietwetter gestern einen fotografisch produktiven Tag.
VG, Uwe