Teufelskerle waren wohl alle die zu der Zeit mit ihren Maschinen aufstiegen.
Auch wenns jetzt vielleicht OT ist...
Ich habe vor ewiger Zeit mal ein Gespräch mit einem entfernten Verwandten geführt. Er war Pilot der deutschen Luftwaffe im WKII, flog Me109 und FW190.
Eigentlich hat er nie über diese Zeit geredet, aber als er feststellte dass ich mich für das Flugzeug und nicht die Politik interessierte taute er auf und sagte mir Folgendes:
" Wenn du, aus dem Schlaf gerissen, in die Maschine springst hast du praktisch dein Todesurteil unterschrieben. Angst? Nein! Aber einen höllischen Respekt vor dem Gegner und dem Technikteufel. Spätestens wenn mehr als 4 Maschinen an einem Luftkampf beteiligt sind kommt es zu dem was wir " Karussell" nannten.
Das Kampfgeschehen fängt an sich um sich selbst zu drehen, es wird immer schneller und schlussendlich kommst du dir vor wie eine Honigwabe in der Zentrifuge. Da hast du keine Zeit um an politische Ideologien zu denken oder an Orden und Heldentum. Ganz ehrlich? Wenn du da drin steckst dann versuchst du einfach nur am Leben zu bleiben, deinen Arsch zu retten und wenn möglich heil wieder zu landen. Und natürlich deinen Auftrag zu erfüllen.
Viele junge Leute halten das für spannend. Ist es aber nicht! Von allen Seiten fliegen dir Kugeln um die Ohren, jeder Kollege mit der anderen Feldpostnummer versucht dich vom Himmel zu holen während du Dasselbe bei ihm versuchst. Es klingelt in der Zelle wenn wieder mal ein paar Geschosse einschlagen, es geht hoch und runter, immer im Kreis herum. Der Kopf dröhnt, dein Blutdruck macht Sperenzchen, du schwitzt vor Anstrengung, Krämpfe in Armen und Beinen. Es haut dich überall an, Knie und Ellenbogen sind nachher blau. Du musst höllisch aufpassen wer vor, neben und hinter dir ist, dass du keine Geschossbahn kreuzt und den anderen Flugzeugen ausweichst. Und das Alles in Höchstgeschwindigkeit. Es ist als ob du in einer Wäscheschleuder sitzen würdest und gleichzeitig versuchst einen Faden in die Nadel einzufädeln. Und dann hörst du das charakteristische " Tock,tock,tock". Das heisst dein Motor hat ein paar Kugeln abgekriegt. Zum Glück konnten diese Brocken viel ab, aber wenn der Schuss sass dann fing der Bock an zu röcheln und Öl zu rotzen. Ab da warst du raus, ab durch die Mitte und so schnell es geht nach Hause. Da ist mehr als Einer nur mit Gebet und Gefluche heimgekommen. Und wenn du es geschafft hast stehst du später mit dem Wart an deiner Mühle und wunderst dich dass du noch am Leben bist."
Er hat mir nie verraten ob und wieviele Abschüsse er erreicht hat. War mir auch nicht wichtig zu wissen. Seine Schilderungen waren erschütternd. Ich habe jetzt nur den Teil wiedergegeben der ohne Kraftausdrücke war

Wenn man bedenkt unter welchen Bedingungen diese Maschinen funktionieren mussten grenzt es schon fast an ein Wunder dass im Vergleich zu den Produktionszahlen so wenige durch technische Mängel abgestürzt sind.
Die Ingenieure und Mechaniker müssen echte Wunderdinge vollbracht haben.
Ich will damit die Politik der Zeit von 39 bis 45 nicht rechtfertigen.
Denn das was für die deutschen Flugzeuge galt passt auch zu denen der anderen Kriegsparteien. Für die damalige Zeit waren die Motoren unglaublich leistungsfähig und robust. Vor allem wenn man bedenkt dass es vom 1. "Motorflug" bis zum Kriegsbeginn 39 nur 36 Jahre waren.
Der hier von Janni abgelichtete Motor wiegt mit Sicherheit ein Vielfaches von dem was der Flyer der Gebrüder Wright inkl. Pilot auf die Waage brachte.
Die Geschwindigkeit mit der sich die Flugtechnik von den Anfängen bis zum 1. Überschallknall entwickelte ist wirklich beeindruckend.
Als Flugzeugfan gilt mein Respekt allen die je an einem Flugzeug mitentwickelt und gebaut haben. Egal welcher Nationalität .
Gruss
Ray
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