Sigma Aizu (Fertigung)

Diskutiere Sigma Aizu (Fertigung) im Sigma Objektive Forum im Bereich Sigma Forum; Man kann auch Linhof in München besichtigen. Da gibt es auf Anfrage sogar sehr kompetente und freundliche Führungen durch die komplette Fertigung...
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #21
Man kann auch Linhof in München besichtigen. Da gibt es auf Anfrage sogar sehr kompetente und freundliche Führungen durch die komplette Fertigung. Ein Besuch in der ältesten Kamerafabrik der Welt hat auch was:)

Gruß

Frankg
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #22
Jup, kannte ich schon. Und bis auf Godzilla alles dabei.

Ich würde mir das Werk gern einmal in einer Führung anschauen.
Obwohl mir da auch schon erst mal eine Führung durch SIGMA Deutschland reichen würde.
Gibts das bei denen überhaupt?


Grüße,
Eule

Oh ich auch! Das Video von Sigma ist zwar schön, aber ich bin jetzt kein Deut schlauer wie so eine Objektiv entsteht. :D
Würde mir das gerne vor Ort zeigen lassen. Z.B. wie sie die neuen 35 f1.4 Optiken herstellen und an den Foveons testen. Das würde mir wirklich gefallen. :daumen:
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #23
In Rödermark produzieren die aber nicht... und bis nach Japan fahren für ein UT ist sicher spannend aber nicht für jeden realisierbar... :D

Solms hingegen könnte man mal genauer ins Auge fassen. Soll ich da morgen mal wegen eines Termins anrufen?
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #24
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #25
Würd euch das echt so brennend interessieren wie ein Objektiv entsteht? Ich mein, dass ist sicher sehenswert und so, aber mich würden mal viel eher die Rahmenbedingungen interessieren: Bezahlung, Arbeitsplatz, Hygiene, etc. (Okay, das Thema wird jetzt vielleicht etwas zu ernst..)
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #26
Bezahlung, Arbeitsplatz, Hygiene, etc. (Okay, das Thema wird jetzt vielleicht etwas zu ernst..)

Das ist eher uninteressant. Das sind überwiegend Firmen die in hochindustrialisierten Ländern fertigen.
Da sollte man lieber an sich runter sehen und nach haken welche Kinderhände die Jeans genäht oder die Turnschuhe gemacht haben.
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #27
Besuch in Solms

Ich bin auch dabei, wenn es mal nach Solms geht!

Termin: irgendwann ende Frühling???
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #28
Das ist eher uninteressant. Das sind überwiegend Firmen die in hochindustrialisierten Ländern fertigen.
Da sollte man lieber an sich runter sehen und nach haken welche Kinderhände die Jeans genäht oder die Turnschuhe gemacht haben.

Da geb ich dir absolut recht! Deshalb versuche ich weitestgehend auf die Herkunft meiner Kleidung zu achten, sofern dass abseits der Arbeit möglich ist (muss ich ehrlicherweise dazu sagen). Die Transparenz nimmt immerhin stetig zu. Natürlich sind diese Firmen in hochindustrialisierten Ländern ansässig, aber die Zulieferer vielleicht nicht. Wenn ich da an Apple denke, die die schlechten Arbeitsbedingungen bei verschiedenen Zulieferern nicht nur zugegeben, sondern diese dann auch untersucht haben.. Aber okay, es scheint ohnehin nur mich und dich nur am Rande zu interessieren :)
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #29
Irrtum, gerade in der Modeindustrie ist die wahre Herkunft der Kleidung oft sehr verschleiert. Wenn die Ware nicht direkt aus China kommt muss das nicht zwangsläufig heißen, dass sie nicht einem chinesischen Sweatshop genäht wurde. Die gibt es nämlich direkt in Europa. Nördlich von Florenz, in Prato befindet sich fast die komplette Herstellung von Textilien Italiens in chinesischer Hand. Illegal und offenbar unter Duldung der Behörden. 20 Stunden-Tage sind dort durchaus üblich. Aber selbst China ist harmlos, gegen die Bedingungen in türkischen Jeansfabriken, wo ohne Atemschutz dieser schicke Sandstrahllook hergestellt wird. Von Bangladesh und Indien oder Pakistan ganz zu schweigen. Dort ist Kinderarbeit im Gegensatz zu China tatsächlich üblich und die Kinder dort sind 8 nicht 14 wie in China. Im übrigen war es in 60ern in Deutschland normal, dass 14-jährige arbeiteten. Der Westen sollte sich da nicht zu moralisch überlegen vorkommen.
Da in diesem Zusammenhang immer wieder Apple genannt wird, sollte man vielleicht erwähnen, dass ausnahmslos alle IT-Konzerne bei Foxconn fertigen lassen. Das ist immerhin ein Unternehmen, das 1,8 Millionen Arbeiter beschäftigt. Es gibt dort Fabriken unterschiedlicher Kategorien, was Qualität und die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards betrifft. Apple bucht dort üblicherweise die höchste Kategorie. Dass Foxconn sich gelegentlich nicht an die Spielregeln hält ist typisch für chinesische Fertiger. Daher hatte Mattel auch einmal ein richtiges Problem mit Bleifarben in Kinderspielzeug. So etwas lässt sich lückenlos nicht kontrollieren. Das Hauptproblem ist dabei, dass die nötigen Fertigungskapazitäten für High-Tech-Geräte weder in den USA, noch in Europa existieren. Apple versucht zumindest einen Teil der Fertigung wieder in die USA zu holen, hat aber große Schwierigkeiten qualifizierte Handwerker zu bekommen. Das dauert eben wieder eine halbe Generation. Es ist leider so. Bis auf wenige Ausnahmen kann man solche Geräte fast nur in Fernost produzieren.
So lange die Kunden hier vor allem billig und schnell kaufen wird sich an dem Umstand auch kaum etwas ändern. Ich kann da aus Erfahrung sprechen. Unsere Firma produziert ausschließlich in Deutschland und wir haben unsere Kunden vor die Wahl gestellt, ob sie das Grundmaterial für eines unserer Produkte lieber „sauber” haben wollen und dafür 15 % mehr bezahlen möchten oder ob ihnen die Herkunft egal ist. Ich glaube es ist nicht sonderlich überraschend, dass keiner die 15% zusätzlich ausgeben will. Bei der „unsauberen” Methode werden mit Giften die Böden ausgelaugt und auf Generationen verwüstet. Man siedelt die Leute aber spätestens 10 Jahre später genau dort wieder an, die sich an ihrer eigenen Ernte vergiften. Die Lebenserwartung ist in solchen Gebieten erheblich niedriger.
Um an unser Grundmaterial heran zu kommen müssen 1000 t Gestein verarbeitet werden, um 4 g zu fördern.
Wir ignorieren den Kundenwunsch und verzichten auf die Weitergabe der Kosten, da sie im Gesamtprodukt nur etwa 2-3 % ausmachen.

Gruß

Frankg
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #30
Danke Fankg! Endlich mal ein differentierender, nicht alles verdammender Erklärungsansatz.
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #31
Im übrigen war es in 60ern in Deutschland normal, dass 14-jährige arbeiteten. Der Westen sollte sich da nicht zu moralisch überlegen vorkommen.

... das ist jetz auch 50 Jahre her ... vor meiner Zeit ... ich komme mir moralisch überlegen vor. :cool:
Wenn wir uns stets selbst die Fehler vorhergegangener Generationen vorwerfen, müssten wir Alle massive psychische Probleme, übermässige Schuldgefühle und suizidale Absichten haben. Vergessen sollte man die Vergangenheit nicht, aber man sollte sie in vernünftigem Masse ruhen lassen.
Meine Meinung.
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #32
Damit meinte ich auch eher, dass man in der chinesischen Gesellschaft, die ja bekanntermaßen in einem Schwellenland lebt, nicht die gleichen Maßstäbe ansetzen sollte, wie bei uns. Ist Dir bekannt, dass in China Arbeiter wegen der Vorgaben zu den Arbeitszeiten der europäischen und amerikanischen Hersteller streiken? Und zwar nicht weil sie zu lang sind, sondern zu kurz und sie somit weniger verdienen. Auch die Inhaber solcher Fabriken arbeiten sehr viel länger als hier. 16 bis 17 Stunden sind nicht wirklich ungewöhnlich. Das ist eine völlig andere Arbeits- und Lebenskultur als hier. Ich habe von Chinesen schon den Vorwurf gehört warum die Leute hier so viel verdienen wollen wo sie doch so wenig arbeiten.

Gruß

Frankg
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #33
...Im übrigen war es in 60ern in Deutschland normal, dass 14-jährige arbeiteten. Der Westen sollte sich da nicht zu moralisch überlegen vorkommen Frankg

Ich kann mich nicht errinnern. Ich durfte in den 60ern nur eine bestimmte Zeit während der Schulferien arbeiten. Wir mussten auch den Eltern viel mehr im Haus helfen. Sei es im Garten oder sonstwo. Wir hatten auch keinen Elektronikschrott mit dem wir die Zeit totschlagen konnten.
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #34
Schönes Video, danke! Sehr traurig, dass sie die 15% nicht zahlen wollten, aber die meisten Leute denken halt: solange es uns gut geht, was schert uns der Rest der Welt..
Um auf das Ursprungsthema zurückzukommen: ich finde es mehr als erstaunlich, dass Sigma ausschließlich in Japan zu fairen Arbeitszeiten- und löhnen produziert und die Objektiver trotzdem noch meist um einiges billiger als Canon und Nikon auf den Markt bringt. Sie könnten ja genauso gut in Thailand od China herstellen lassen, damit hätten sie ratzfatz mehr Kohle. Deswegen Hut ab, das machen nicht viele Firmen.
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #35
Ich kann mich nicht errinnern. Ich durfte in den 60ern nur eine bestimmte Zeit während der Schulferien arbeiten.
Exakt das beschreibt die Kinderarbeit bei Foxconn über die sich alle aufregen.
Trotzdem hat mein Vater nach seine Erzählungen mit 14 Vollzeit gearbeitet.
Das war allerdings ein wenig früher: Mitte der 50er.

Gruß

Frankg
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #36
Um auf das Ursprungsthema zurückzukommen: ich finde es mehr als erstaunlich, dass Sigma ausschließlich in Japan zu fairen Arbeitszeiten- und löhnen produziert und die Objektiver trotzdem noch meist um einiges billiger als Canon und Nikon auf den Markt bringt. Sie könnten ja genauso gut in Thailand od China herstellen lassen, damit hätten sie ratzfatz mehr Kohle. Deswegen Hut ab, das machen nicht viele Firmen.
Da stimme ich Dir voll und ganz zu.

Gruß

Frankg

P.S. ich finde das Sigma, anderen Gerüchten zum Trotz, seinen Job sehr gut macht:)
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #37
Servus. Habe bei Leica angerufen und man sagte mir, dass Besuchstermine und Werksführungen per se vorgegeben sind (nachzusehen auf ausliegenden Flyern im Ladengeschäft), Ausweichtermine aber durchaus mit der Geschäftsleitung abgestimmt werden können. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt, sollte eine Gruppe diese Anzahl nicht erreichen werden weitere Interessenten von der Warteliste hinzu genommen.

Also, bei Interesse müsste man sich eng zusammenschliessen und das mal genauer abstimmen und koordinieren. Bin da für alles offen.
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #38
Interessantes Thema, was ihr da diskutiert.

Ich hab mich nämlich schon gefragt, wich wichtig bei der heutzutage mehr denn je aktuellen Geiz-ist-geil-Mentalität gewisse Produktmerkmale, wie das Herkunftsland, überhaupt sind. Z.B. ob das "Made in Japan" u.a. bei Sigma eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielt.

Ich würde zu gerne darauf vertrauen können, das Japan immer noch ein Garant für überdurchschnittliche Qualität ist, es ist aber nur schwer nachzuvollziehen ob drin ist was drauf steht.

Wie seht ihr das?
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #39
Da ist dein Unternehmen aber wahrscheinlich eher die Ausnahme. Dass in der freien Wirtschaft den anderen Unternehmen es wichtiger ist 15% zu sparen, war ja fast klar. Ich denke übrigens nicht, dass sich die westliche Welt überlegen fühlt, aber durchaus ein größeres Bewusstsein für die Zerstörung der Welt und die Beschäftigungsumstände in diversen Ländern haben. Bewusstsein ist natürlich nicht gleich bedeutend mit dem Umsetzen in die Tat. Da ist sich jeder selbst der nächste. Was aber maderlex dazu meinte, finde ich genauso: Solche Unternehmen und auch das von dir, Frankg, sind leider die große Ausnahmen. Natürlich ist die Arbeitsmentatlität in den asiatischen Ländern eine andere, das heißt aber (für mich) nicht, dass es die bessere ist und dort keine Ausbeutung vorliegt. Mit den Klamotten geb ich dir völlig recht, deshalb ist es ja so schwierig zu sehen was wie und wo hergestellt wurde. Genau deswegen sollte man aber zumindest versuchen das eigene Bewusstsein voran zu treiben und gezielt zu schauen was man kauft. Schönes Zitat was mike da hat: "Wenn man einen Missstand erkannt hat, dann hat man auch die verdammte Pflicht ihn zu ändern - alles andere ist feig "
(Zitat: Martin Puntigam, Austria) - genau so sehe ich das auch..
 
  • Sigma Aizu (Fertigung) Beitrag #40
Da ist dein Unternehmen aber wahrscheinlich eher die Ausnahme. Dass in der freien Wirtschaft den anderen Unternehmen es wichtiger ist 15% zu sparen, war ja fast klar. Ich denke übrigens nicht, dass sich die westliche Welt überlegen fühlt, aber durchaus ein größeres Bewusstsein für die Zerstörung der Welt und die Beschäftigungsumstände in diversen Ländern haben. Bewusstsein ist natürlich nicht gleich bedeutend mit dem Umsetzen in die Tat. Da ist sich jeder selbst der nächste. Was aber maderlex dazu meinte, finde ich genauso: Solche Unternehmen und auch das von dir, Frankg, sind leider die große Ausnahmen. Natürlich ist die Arbeitsmentatlität in den asiatischen Ländern eine andere, das heißt aber (für mich) nicht, dass es die bessere ist und dort keine Ausbeutung vorliegt. Mit den Klamotten geb ich dir völlig recht, deshalb ist es ja so schwierig zu sehen was wie und wo hergestellt wurde. Genau deswegen sollte man aber zumindest versuchen das eigene Bewusstsein voran zu treiben und gezielt zu schauen was man kauft. Schönes Zitat was mike da hat: "Wenn man einen Missstand erkannt hat, dann hat man auch die verdammte Pflicht ihn zu ändern - alles andere ist feig "
(Zitat: Martin Puntigam, Austria) - genau so sehe ich das auch..

Was heißt das jetzt konkret im Kontext der Fertigung bei Sigma?
 
Thema:

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