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Und weil ich es ja wissen wollte: Offenblende.
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Jaja, es muss vielleicht nicht Offenblende sein, aber der seit Jahrzehnten herumgeisternde Tipp, bei IR-Fotografie einfach die Blende weit zu schließen (11 oder 16), um einen etwaigen Fokusfehler zu kompensieren, führt ganz sicher nicht zu optimalen Resultaten! Das ist wohl so ein alter Tipp aus Analogzeiten, der jetzt, wo Du z.B. durch den Liveview der NX300 präzise Kontrolle über die Lage der Schärfeebene hast, nicht mehr dienlich ist.
Viel besser ist es (mal wieder), die Schärfe bei relativ weit offener Blende präzise zu treffen. Grund ist die
Beugung, welche im Infraroten wegen der größeren Wellenlänge gegenüber sichtbarem Licht deutlich heftiger zuschlägt. Praktischer Weise lassen sich die Verhältnisse sogar im Kopf abschätzen:

Das Ausmaß der Beugung skaliert nämlich linear mit der Wellenlänge. Doppelte Wellenlänge ergibt eine doppelt so große Beugungsunschärfe. IR bei 900mm zeigt an der selben Öffnung eine genau doppelt so große Beugungsunschärfe wie blaues Licht bei 450nm. Die Beugungsunschärfe skaliert ebensfalls linear, aber invertiert, mit dem realen Durchmesser des Blendenloches. Das heißt, halb so großes Loch, doppelt so hohe Beugungsunschärfe. Abblenden um zwei EV (= halb so großer Lochdurchmesser) verdoppelt die Beugungsunschärfe. Aufblenden um 2 EV halbiert die Beugungsunschärfe. Beide Erkenntnisse zusammengebastelt: Ist man geneigt, im sichtbaren Licht maximal noch das Maß der Beugungsunschärfe bei Blende 11 zu tolerieren, sollte man im IR lieber zwei Stufen aufblenden und mit 5,6 arbeiten, um pi-mal-Daumen die selbe Unschärfe wie sonst im Blauen sicherzustellen. Doppelte Wellenlänge kompensiert durch doppelten Lochdurchmesser.
Viel Freude weiterhin beim Fotografieren auf anderer Wellenlänge und herzliche Grüße!
PS: Mir juckt es auch in den Fingern, mal wieder IR zu probieren...
