Profis-- Hochzeitsfotografen wegen Objektiv??

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  • Profis-- Hochzeitsfotografen wegen Objektiv?? Beitrag #1
lalelu12
Beiträge
286
Hi liebe Mitglieder von Bilderforum!

Ich bin jetzt schon öfters gefragt worden wegen Hochzeitsfotografie, und irgendwie hab ich ein wenig Scheu davor.
Ich besitze Eine NikonD7100, und eine Nikon D5200, hab ein 50mm Nikkor, ein 24-70mm Tamron, und ein naja 18-105 Nikkor(mit dem Fotografiere ich aber fast gar nicht , hat eine schwache Lichtstärke).
Jetzt meine Frage: Wenn ich mir noch ein gutes Objektiv dazukaufen möchte --- Welches würdet ihr mir da Raten??, soll ich mehr Weitwinkelig fotografieren und genügt da das 24-70, oder soll ich mir irgendwas um die 120mm aufwärts kaufen??,
lg Chris
 
  • Profis-- Hochzeitsfotografen wegen Objektiv?? Beitrag #2
Hallo Chris,

früher oder später kommt man immer an dem Punkt wo man "bessere" oder lichtstärkere Objektive benötigt oder braucht :p

Richtig lichtstarke Objektive findet man nur im Festbrennweitenbereich, die Zoom-Objektive haben i.d.R. nur Offenblende 2,8 zu
bieten, damit kann man zwar bei längeren Brennweiten (ab ca. 70mm aufwärts) zwar auch schon gut "Freistellen" aber wenns
ab-und-an mal noch düsterere Lichtsituationen gibt wünscht man sich dann wieder noch etwas Lichtstärkeres an der Kamera
(kenne ich nur zu gut)
:D

Empfehlen würe ich Dir also eine lichtstarke Festbrennweite :daumen:
Wie offenblendig das am Ende sein wird hängt natürlich oft auch vom Geldbeutel ab. Solche Objektive sind aber immer was für´s
Leben und verkauft man später fast nie, deshalb sollte man da nicht am falschen Ende sparen :p
Als "immerdrauf" bieten sich da Festrennweiten von ca. 35-50mm an, damit kann man im Alltag schon sehr viel zaubern und durch
eine sehr offene Blende stehen Dir zusätzliche kreative Freistellungsmöglichkeiten offen die Du zuvor noch nicht kanntest :D

Speziell für Hochzeiten benötigt man fast alle Brennweitenbereiche, halt je nachdem was man dort für Bilder machen soll (Grupp-
enfotos, Portraits, etc.)
, ist halt oft einen undankbare Aufgabe diese Hochzeitsfotografie :(
Bei Gruppenfotos gehts halt mit grossen Offenblendmöglichkeiten nicht um eine gute Freistellung sondern eher um Lichtreserven
wenn es mal bei nicht-so-gutem Licht sein muss ohne das man die ISO-Zahl in utopischen Höhen treiben muss :)
Mit weitwinkligeren und sehr offenblendiger Brennweite kann man natürlich auch kreative Freistellungen mit viel Umgebung machen,
z.B. den einzelnen Brautschuh oder Brautstrauss scharf im Vordergrund auf einem Tisch und im unscharfen Hintergrund die Braut
oder die Hochzeitsgesellschaft :p

Bei Portraits empfehle ich am Vollformat ab ca. 80mm aufwärts und bei Cropkameras gehts da ab 50mm los :daumen:
Nimmt man z.B. für die Cropkamera ein (echtes) Makroobjektiv um die 100mm für Portraits, hat man mit dieser Offenblende von
2,8 und bei dieser langen Brennweite schon sehr gute Freistellungsmöglichkeiten und gleichzeitig ein tolles Objektiv für die "kleinen"
Motive, denn eine scharfe und tolle Abbildungsleistung haben diese echten Makroobjektive allemale ;)

Wenn Du die Möglichkeiten der knappen Schärfeebene bei sehr offener Blende von 1,4 und Brennweite 35mm und 85mm am Voll-
format sehen möchtest, hier......das obere Bild 35mm und das untere Bild mit 85mm, jeweils bei Blende 1,4 :
















Gruss
JAN
 
  • Profis-- Hochzeitsfotografen wegen Objektiv?? Beitrag #3
Hi Chris

Hochzeiten sind, da hat Janni absolut recht, eine undankbare Aufgabe.
Du hast Zeitdruck, viele Situationen können nicht so ohne weiteres wiederholt werden, oftmals schlechtes Licht und viele völlig unterschiedliche Situationen (und damit auch die Notwendigkeit verschiedenster Brennweiten) in kurzer Zeit.

Darum würde ich ein Lichtstarkes Standard-Zoom, z.B. Nikkor 28-70mm f2.8, welches auch offen sehr scharf abbildet, empfehlen.
Dazu ein weiteres lichtstarkes Zoom z.B. das Nikkor 70-200mm f2.8 VR1 oder VRII, ggf. gebraucht und einen weiteren, baugleichen Body (eine weitere D7100) empfehlen.

ISO bis 6400 sollte kein Problem sein. Wird in der Kirche öfters benötigt als dir lieb sein kann, bekommt die D7100 aber in RAW gut und sehr rauscharm hin.

Generell sollte in RAW (NEF) fotografiert werden und die Bilder nachher in einem RAW-Konverter wie z.B Lightroom oder Capture One entwickelt werden. So kann das Potential der Bilder besser genutzt und ggf, falsche WB oder Andere Einstellungen gut kompensiert werden.

Eine Festbrennweite mit 1.4er Offenblende ist natürlich ein Sahnestück, allerdings ist deren Einsatz (also der offenen Blende) auch sehr beschränkt. Wenn es schön hell ist kann man die Iso meist nicht soweit runterregeln, dass man Blende 1.4 überhaupt nutzen kann und abgeblendet werden muss. Außerdem ist die Schärfentiefe so gering, dass in der Hektik der Fokus gerne mal daneben liegt.

In der Kirche steht man ja dann meist seitlich und muss auch da einen passenden Kompromiss aus offener Blende und benötigter Schärfentiefe finden. Hier hat das Zoom gleich noch einen weiteren Vorteil, du kannst die Bildausschnitte und Perspektiven mit viel weniger Bewegung deiner Person und somit auch mit weniger Irritation des Priesters / der Gäste verändern.
Gerade Pfarrer mögen es nicht gerne wenn andauernd jemand in der Kirche herumläuft und damit die Blicke und auch die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich zieht.

Ein schwieriges Thema.

Letztendlich musst Du sehen welche Objektivgattung Dir besser liegt. Zooms oder FBs. Du musst wissen ob du schnell genug die richtige FB zur Hand und auf der Kamera hast. Gerade in der Kirche nicht immer einfach.

Bei den Paarbildern, die ja meist im Freien gemacht werden, ist natürlich die eine oder andere FB sehr fein und in der Bildwirkung mit einem Zoom nicht vergleichbar und damit (mit dem Zoom) auch nicht erreichbar.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und habe nicht nur den Grad deiner Verwirrung gesteigert. :)
 
  • Profis-- Hochzeitsfotografen wegen Objektiv?? Beitrag #4
Hallo Chris,

da hast Du Dir ja ein tolles Thema ausgesucht. ;)
In der aktuellen c't Fotografie gibt ein Profi einige Tipps zur Hochzeitsfotografie, gar nicht mal so einfach, was man da alles beachten muss. Fängt schon in der Kirche an wo man unbedingt vorher mit dem Pfarrer sprechen sollte (er darf schließlich bestimmen, was in seiner Kirche erlaubt ist) und auch schon ein paar "Probebilder" machen sollte, um die Lichtverhältnisse kennen zulernen. Blitzen ist nicht überall gern gesehen, also lieber vorher fragen.
 
  • Profis-- Hochzeitsfotografen wegen Objektiv?? Beitrag #5
wegen objektiv

Ich möchte mich bei euch allen recht herzlich bedanken für die Ausführlichen Anworten. Dj69 hat es schon richtig geschrieben -- jetzt ist die Verwirrung noch größer ggggg. Aber da bin ich dann mit meinem Tamron 24-70mm 2.8 für die Kirche eh nicht so schlecht ausgestattet. Und ein 50mm 1,8 hab ich auch noch zur Unterstützung. Das 70-200 von Nikkon das wäre schon was aber na ja da ist der Gedbeutel ein bisschen zu klein. Leider hab ich noch keine Vollformat Kamera muss mich noch mit der Crop durchschlagen. Vielleicht gehe ich mehr ins Weitwinkelige.
lg chris und Danke noch mal an Euch.
 
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