Hallo Try,
ja üben, üben , üben - sonst wird das nix! Bei der Fotografie gilt das halt auch.
Zu deinem Portrait: Du hast das Bild nicht mit der hier möglichen Größe hochgeladen, so dass eine genaue Betrachtung schwierig erscheint.
Was mir allerdings als erstes auffiel, waren die reflektierenden Brillengläser, was natürlich von den Augen ablenkt. Scheinbar hat die Kamera auch auf das Glas fokussiert, die Augen sind jedenfalls nicht scharf. Auch sonst lässt sich keine scharfe Stelle im Bild ausmachen, will sagen: es ist unscharf.
Dein Model wirkt ein wenig angespannt, Du solltest es (ihn) nicht vor die Kamera zerren, er sollte sich schon freiwillig fotografieren lassen. Sei locker, mach ein paar Witzchen, sorge für eine angenehme Atmosphäre! Gib konstantes Feedback (NUR positives, auch bei den schrecklichsten Bildern!!!!), sorge dafür, dass immer wieder andere Posenvarianten eingenommen werden - sonst langweilt sich das Model und fragt sich, was Du da eigentlich so lange machst. Die Pose ist hier auch sehr "klassisch", probier mal was anderes aus! Versetze Dich mal in die Lage Deines Models: Es ist Dir recht ausgeliefert, stellt sein Gesicht zur Veröffentlichung zur Verfügung und Du beschäftigst Dich vielleicht nur mit der Kamera, schaust angespannt und gibst kein Feedback - da würde sich jeder recht schnell unsicher fühlen und dies auch ausstrahlen.
Du solltest vorm Fotografieren darauf achten, dass die Kleidung stimmig ist: hier rollen sich die Hemdkragenspitzen in verschiedene Richtungen, der Kragen im Nacken liegt unter dem Pullover - das wirkt nachlässig und unüberlegt.
Außerdem solltest Du in der Nachbearbeitung am Computer die Zähne entsättigen bzw. die doch recht dunklen Ablagerungen entfernen.
Der Hintergrund wirkt traurig, trist und ein wenig wirr -> sollte das so sein?
Du merkst es wahrscheinlich selber beim Lesen, dass mich dieses Portrait nicht wirklich begeistert.
Wenn ein Laie von jemandem mit einer DSLR um Bilder gebeten wird, erwartet er Spitzenbilder. Dass dafür viel Können und (auch) Nachbearbeitung nötig sind, ist vielen gar nicht klar, so dass sie recht schnell innerlich abspringen.
Tipp: Übe erst mal das Fotografieren an sich, beherrsche Deine Kamera ehe Du weiter Menschen fotografierst! Dann strahlst Du auch mehr Sicherheit aus, die wahrgenommen wird. Lies Dich durch Bücher / das Internet ein in die Fotografie allgemein und das Portaitieren im Besonderen, ehe Deine potentiellen Models keine Lust mehr haben.
Schließe Dich Fotogruppen an, beschränke Dich nicht von vornherein auf ein Feld - Fotografie bietet sehr viele Möglichkeiten!
Google hat mir auf das Stichwort "Tipps Portraitfotografie" innerhalb von 0,32 Sekunden 84 000 Ergebnisse geliefert, vielleicht liest Du Dich dort mal ein? Oder schaust hier im Forum, da gibt es durchaus gute Portraits mit vielen Erläuterungen und Hinweisen?