Peleng A 8mm f3,5 , ein erster Erfahrungsbericht

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  • Peleng A 8mm f3,5 , ein erster Erfahrungsbericht Beitrag #1
ThomasRS
ThomasRS
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Die Vorgeschichte und das Warum kurz im Zeitraffer.
(Kurz für MICH :) )

Meine Oly mit ihrem Crop von 2,0 hat ihre grösste Schwäche in der sehr, sehr
eingeschränkten Möglichkeit, vernünftige und vor allem bezahlbare Weitwinkel-
brennweiten dafür zu bekommen.
Die 14mm bei Blende 3,5 am unteren Ende des Kit-Objektivs entsprechen zwar den
typischen Werten einer genauso typischen 28mm Weitwinkel-Brennweite, sind aber
om der Praxis oft viel zu lang. Alte oder adaptierbare Objektive habe ich
bislang nicht zu einem "familienoder sparschweinfreundlichen" Preis gefunden.

Irgendwann vor 2 Jahren bin ich dann eher durch Zufall auf diese überall
angebotenen Weitwinkel-Adapter oder -Vorsätze gestossen, die mir damals als eine
echte Alternative erschienen. Das dann gekaufte Ding stellte sich dann als Okay,
aber irgendwann qualitativ einfach (für mich) nicht ausreichend heraus.
Die jetzt folgende Suche beschränkte sich leider auf nur 3 Objektive.
Das 8mm Zuiko ist eine absolute Sahnelinse, kostet aber fast so viel, wie meine
gesamte Ausrüstung zusammen gekostet hat. Das 8mm Peleng mit seinem 2 Drittel
günstigeren Preis lag da schon eher in der preislichen Schlagdistanz. Und das
ähnlich preiswerte Walimex 8mm gibt es dann sogar mit four/thirds Bajonett.

Wo das Zuiko ein "echtes", korrigiertes Weitwinkelchen ist, kommen das Peleng
und das Walimex als Fisheyer um die Ecke. Also zwei völlig unterschiedliche
Ansätze, bei denen ich mich dann aus spieltechnischen Gründen für das Fisheye-
Prinzip entschieden habe.

Unter den beiden verbleibenden Linsen fiel die Entscheidung dann, für mich
völlig untypisch, ausnahmsweise überhaupt nicht über den Preis.
Das Walimex kann genau wie das Peleng die Automatiken der Kamera nicht
voll nutzen/unterstützen. Autofokus ist bei einem Fisheye auch nicht das
K.O.-Kriterium. Damit waren für meine Art zu fotografieren beide Gläser so
gut wie gleichwertig.
Entscheidend war für mich, dass ich das Peleng mit seinem M42-Anschluss an
jedem System zu dem ich vielleicht einmal wechsle wieder benutzen kann, das
Walimex, weil wieder proprietär, wahrscheinlich eher nicht.

So wurde ich also stolzer Drittbesitzer eines gebrauchten Peleng A 8mm f3,5
mit M42 Anschluss, einem mir völlig unbekannten russischen (Kiew) und einem
Canon(EF?) Bajonett. Zum wechseln! Einfach nur mal so mit 3 Schräubchen. Ziemlich
genial. Ausserdem ist es scheinbar aus dem vollen Metall gedengelt, was sich
in einem richtig satten Gewicht von 450 Gramm niederschlägt. Alle Bedienelemente
super leichtgängig und die riesige (73mm) und elegant nach aussen gewölbte
Frontlinse macht schon Spass einfach nur anzusehen. Von dem nominalen
Bildwinkel von gut 180 Grad bleiben an der Oly noch etwa 160 übrig, das ist
zusammen mit der Nahgrenze von 22cm für mich ausreichend.
Interessant ist, dass bei Blende 16 von 22cm bis unendlich ALLES im scharfen
Bereich liegt. Bei Blende 8 reicht es immer noch von 50cm bis unendlich.


Die ersten, enthusiastischen Test fielen dann aber eher bescheiden aus.
Die Schärfe war, sorry, unter aller Sau bei allem, was mehr als fünf Meter
entfernt war. Der Himmel war, egal was ich tat, streckenweise ausgebrannt.

Das Scharfstellen des riesigen Bildinhaltes mit dem kleinen Sucher der Oly
ist, na, sagen wir mal....sch.....ön ist es nicht. Doch selbst bei
akriebischster Genauigkeit bei der Benutzung der Tiefenschärfenskala war das
Ding nicht dazu zu überreden, scharfe Bilder zu machen. Niente, nada, nickes.

Das zweite Problemchen war die Helligkeitsverteilung in den Bildern.
Die Messfunktionen der Oly lagen bei ALLEN Messwerten daneben, wie es aussah.
Entweder mächtig zu dunkel, oder (meistens) mächtig zu hell.
Frust.
Einpacken.
Erstmal vergessen.......

.....und am nächsten Tag die Erklärung.
Der Blenden-Sperr-Ring, den ich ja schon von meinem alten Porst/Ennalyt zu
kennen glaubte, ist gar keiner. Dieser Ring schaltet STUFENLOS von Offenblende
(zum Einstellen) auf die eingestellte Arbeitsblende (zum Knippsen) runter.
Meine Unschärfen kamen also schlicht daher, dass ich die ganze Zeit mit voll
geöffneter Blende ....... na ja. Schwamm drüber.

Das zweite Problem löste sich noch einfacher in Wohlgefallen auf.
Durch das schön diffuse Licht am nächsten Tag waren die ausgebrannten und
abgesoffenen Stellen in den Bildern plötzlich verschwunden. Man sollte sich
einfach die Zeit nehmen, sich mit den Lichtverhältnisen in einem gut 160 Grad
Bereich (an der Oly), also nahezu einer Halbkugel in Blickrichtung, zu
beschäftigen. Dafindet sich im Extremfall alles von Mittag bis Mitternacht.
Das KANN kein Sensor vernünftig verarbeiten. Also die Bilder einfach etwas
bewusster gestalten.

Nur ein eigenartiger Nachteil fällt mir jetzt noch bei jeder Nutzung auf.
Eigentlich sind es zwei, aber die sind so eng verwandt, dass ich sie als
einen verkaufe.
Die Schutzkappe über der wunderschönen Frontlinse hält ihr eigenes Gewicht
nicht. Wenn man das Objektiv aus der Tasche holt, fällt sie schon ab und
man patscht mit den fettigen Fingern auf der Linse herum. Unschön, sehr
unschön, nicht bedrohlich aber gewöhnungsbedürftig. Ja, und die Frontlinse
wölbt sich so stark nach aussen, dass ich wirklich Angst hätte sie zu
beschädigen, wenn ich ungeschützt mit dem Dings auf der Kamera durch die Welt
liefe.

Heute, etliche Bilder später, glaube ich, dass ich die gröbsten Hürden
hinter mir habe und das Peleng stellt sich als ein mordssolides und auch
mordsgeiles Spassobjektiv heraus. Und ich habe gerade erst angefangen zu
verstehen, wie man das Ding pieken muss, damit es tut was man will.
 
  • Peleng A 8mm f3,5 , ein erster Erfahrungsbericht Beitrag #2
danke für den ausführlichen bericht, thomas.

haste mal paar bilder? ;)
 
  • Peleng A 8mm f3,5 , ein erster Erfahrungsbericht Beitrag #3
Bilder?
Wer braucht schon Bilder :)

Hatte ich doch sogar schon welche eingestellt........
.....kommen aber noch welche, versprochen.
 
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