Hallo zusammen,
TTL geht mit einem Altblitzgerät grundsätzlich nicht, weil die Steuerung an Digitalkameras viel komplizierter
abläuft, als das an den alten Film-Kameras der Fall war.
Damals wurde das von der (relativ matten) Filmemulsion reflektierte Licht gemessen, um den Blitz, bzw. dessen Teilleistung über die sog. "Abbrennzeit" zu steuern.
Bildsensoren machen den Job so leider nicht, weil sie das Aufnahmelicht nicht so diffus reflektieren können, wie damalige Filmemulsionen. Heute gehen also auch Daten, wie z.B. die anfokussierte Entfernung mit in die TTL-Berechnungen mit ein. TTL Blitzgeräte funktionieren deswegen mit manuellen Altobjektiven unter Umständen auch nicht mehr.
Erfahrungsgemäß ist es aber so, dass so ein Schätzken im sog. Automatikmodus sehr genaue und wiederholsichere Belichtungsergebnisse dadurch gewährleistet, dass das vom Motiv reflektierte Licht zwar nicht durch das Objektiv gemessen wird, dafür aber über eine im Gerät eingebaute Photozelle.
Das funktioniert bestens auch bei indirektem Blitzen, weil die Photozelle ja trotzdem nur das von der Szene reflektierte (also das Photo ausleuchtende) Licht misst. Wenn ich den Reflektor also an die Decke richte oder auf einen Reflektorschirm, resultiert trotzdem eine korrekte Belichtung, solange die maximale Blitzleistung ausreicht, um die Szene auszuleuchten.
Einzig bei langen Teleaufnahmen (direkt geblitzt!) können z.B. kameranahe Objekte das Messergebnis verfälschen oder es kann zu Überbelichtungen dann kommen, wenn das Motiv zu klein ist, um angemessen viel Licht zu reflektieren ... die "Umgebung" kann in solchen Fällen zu einer Fehlbelichtung führen! Solche Fälle sind selten und IMHO unproblematisch, weil eine Testaufnahme zu einer Korrektureinstellung der Kamerablende (dann abweichend zur Computerblende) das Problem schon löst.
Mit drei Computerblenden (zwei finde knapp!) lässt sich übrigens (über eine ISO Umschaltung von maximal einer Stufe) praktisch jede Wunschblende unmittelbar realisieren.
Aufhellblitzen: Lässt sich wunderbar auch ohne TTL-Integration des Blitzgerätes realisieren:
-Kamera auf "A" also Zeitautomatik bzw. Blendenvorwahl
-Die Belichtungskorrektur eine halbe Blende UNTER einpendeln (für starke Aufhellwirkung EINE BLENDE UNTER) und über Blende und ISO dafür sorgen, dass die Verschlusszeit LÄNGER als die zulässige Blitzsynchronzeit der Kamera liegt. Bei Schlitzverschlüssen ist das üblicherweise 1/160s bis 1/250s bei modernen Knipsen.
Am Blitz die an der Kamera gewählte ISO Zahl einstellen und die passende Computerblende einstellen.
Sind Kamera und Blitz dann einmal so aufeinander "eingepegelt", geht der Rest dann auch bei unterschiedlichen Aufnahmeabständen automatisch, solange sich die Umgebungslichtsituation nicht
ganz grundsätzlich ändert.
Gerade, wenn man mehrere Kamerasysteme in Verwendung hat, bieten sich solche Computerblitzgeräte wirklich sehr an, kosten nicht mehr als Taschengeld und liefern tadellose Ergebnisse, wenn man die alte Technik verstanden hat .... und das ist ja nicht gerade schwierig zu verstehen.
Grüße und schöne Blitzaufnahmen
Klaus
P.S.
Man kann schöne Sachen auch mit mehreren Blitzgerätgen machen, die sich natürlich auch "entfesselt" über ein Funksystem auslösen lassen.
Solches Zubehör gibt es natürlich auch KAMERAmarkenUNABHÄNGIG.
Erforderlich ist dann immer sog. "mittenkontakt oder X-Kontakt gesteuertes" Zubehör.
Mehr als den ersten Verschlussvorhang als Steuerinformation (oder Vershluss AUF bei Zentralverschluss) brauchen solche Blitzgeräte ja eben nicht.