Farbsäume

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  • Farbsäume Beitrag #1
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So, nach der Diskussion drüben im M42-Thread, warum meine Objektive Farbsäume verursachen, schiebe ich das Ganze mal hier hin.

Ich habe ja ein paar Testaufnahmen gemacht, weil ich es unbedingt wissen wollte, was da los ist.
Und ja, die 1100D macht auch, wenn man das Vollformat croppt, mehr Säume als die 5er.

Ich habe die RAWs alle mit den identischen Einstellungen umgewandelt, damit ich es nicht auf die jpegs schieben kann. (Tatsächlich waren auf denen nämlich noch Farbunterschiede zu sehen.)
Hab dafür einen systematischen Fehler entdeckt, die Belichtungszeit war beim 135mm nicht bei beiden Kameras identisch..

Tja, woran liegt es?

Verschiedene Vollformateffekte?
-Licht fällt in anderem Winkel auf den Sensor?
-Pixel sind wesentlich größer und können anders damit umgehen?

Oder liegt es an der Schärfeeinstellung?
Die 5D hat die wesentlich größere Mattscheibe und deshalb bekomme ich das da viel präziser hin, und ich habe den Eindruck, die lila Dinger gehen genau so weit, wie ich mich im Fokus vertan habe.

Tatsache ist, in der praktischen Anwendung ist es ziemlich egal, weil man ja eigentlich selten Straßenlaternen mit Offenblende fotografieren möchte.
Und das ist das einzige Motiv, wo ich die Farbsäume wirklich reproduzierbar erzeugen kann.

Von daher ein Phänomen, das wohl kein Objektivfehler ist, sondern menschliches Versagen, wenn man halt helle Spitzlichter an harten Kanten noch überbelichtet.

Aber da rico mich gestern bei M42 drauf angesprochen hatte, stelle ich es mal rein, interessant ist es ja irgendwie trotzdem.

Welche Kamera und welches Objektiv, steht im Bildtitel.
Erst 135mm, dann 50mm, und jeweils erst die 1100D, dann die 5D.

Beim 50mm ist vielleicht noch interessant, dass da zwei Lampen waren, die unterschiedliche Säume erzeugen, da passt also vielleicht meine Theorie mit der Unschärfe, die schön plastisch dargestellt wird.

IMG_0493_1100D_135mm.jpg

IMG_7636_5D_135mm.jpg

IMG_0498_1100D_50mm.jpg

IMG_7638_5D_50mm.jpg
 

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Re: Farbsäume
  • Farbsäume Beitrag #2
Hast du die Kameras irgendwo aufgelegt oder mit Stativ fotografiert???

Das Nachfolgende ist reine Spekulation ....:eek:

Was auch sein kann das es etwas Neblig war du das aber so nicht unbedingt wahrgenommen hast.

Das Licht war so hell, das der Bereich um die Lampe, komplett auf dem Bild ausgebrannt ist.

Was ich nochmal versuchen würde, beide Kameras mit z.b. 1/100 oder 1/250 Sek. bei Iso 1600. Dann das ganze nochmal bei Iso 400-800 mit ner 1/10 bis 1/20 sek. und wie bei der Mondfotografie auf Spottmessung mit der hellsten Stelle im Bild Mittelpunkt. Dann das ganze nochmal vergleichen.

Bin mal gespannt was die anderen dazu meinen . Meine erste Theorie fällt dann ja wohl komplett ins Wasser:(.
 
  • Farbsäume Beitrag #3
Für mich sieht dies nach "Purple Fringing" an einem starken Kontrastübergang aus. Und dies tritt vor allem dann auf, wenn mit offener Blende fotografiert wird und das Objektiv nicht korrigiert ist .
Es gibt verschiedene Ansätze, um die Gründe dafür zu beschreiben, aber hier scheint es eine axiale/longitudinale chromatische Aberration zu sein.
Der Unterschied zur 5D in der Deutlichkeit könnte ein Anzeichen der UV Empfindlichkeit des Sensors sein.
 
  • Farbsäume Beitrag #4
Purple Fringing entsteht, wenn viel Licht auch auf benachbarte Bereiche auf dem Bildsensor gewissermaßen überfließt: es ist also eher eine Art partielle Überbelichtung als eine chromatische Aberration (letztere entsteht durch unterschiedliche Schärfeebenen verschiedener Wellenlängen und ist ein Objektivfehler). Deswegen taucht es bevorzugt an Kanten mit hohem Kontrastunterschied auf. Lila wirkt es aufgrund der typischen Bayer-Matritzen der Sensoren: blau und rot sind eher betroffen als grün.
 
  • Farbsäume Beitrag #5
Sodale, danke euch für die Antworten.

Rico, die sind alle freihand aus meinem Fenster raus, also immer so ca. gleicher Aufnahmeabstand. Die alten Fotos sind alle mit Iso 1600, bei den unten angehängten nur noch das erste, dann hab ich auf 100 runtergeschaltet.

Neblig, kann sein, aber ich glaube nicht, dass es unbedingt ein Nebelphänomen ist, das war ja auch in der Halle bei der Equitana so (obwohl die natürlich vom Pferdeschweiß dunstig gewesen sein kann), und ich meine mich zu erinnern, dass ich das schonmal irgendwann bei Fotos hatte, weiß aber nicht mehr, wie nebelig es da war.

Ausgebrannt ist definitiv so, und es tritt ja bei zu hellen Stellen deutlich häufiger auf.

Ich hab die 5D jetzt aus dem Test rausgenommen, um es nicht unnötig zu verkomplizieren. Und das 135er, um das es ursprünglich ging, auch, weil zufällig grad das 50 1,4er an der Kamera dran war.
Spotmessung hat die 1100D nicht, aber ich habe die Zeiten einfach manuell stufenweise zurückgestellt.

Die Blende hab ich offen gelassen.

Also nochmal das erste mit Iso 1600, 1/80s. Ist überbelichtet, passt zur ersten Serie. Bloß, um unterschiedliches Wetter auszuschließen.
IMG_0499.jpg

Gleiche Einstellungen, aber Iso auf 100.
IMG_0500.jpg

1/800s
IMG_0501.jpg

1/4000s, kürzer geht nicht.
Hier ist der Effekt tatsächlich nur noch an der Kontrastkante Lampe zu dunkel, nicht mehr an der Lampenabdeckung oben zu sehen.
IMG_0502.jpg


Dann hat mich cgrille auf die Idee gebracht, falls es doch UV-Licht ist, ob da ein UV-Filter was ändert.
Das Ding ist mit einem gebrauchten Objektiv mitgekommen und hab ich noch nie benutzt. Markenname steht nicht drauf, wird also ein Noname-Produkt sein.
Zu Recht, wie man sieht, an den lila Säumen ändert der gar nichts, und zaubert noch nette grüne Filtererscheinungen dazu.

1/80s
IMG_0503.jpg

1/4000s
IMG_0504.jpg




Purple fringing scheint der Effekt definitiv zu sein, zu starke Kontrastkanten sind es auch, dass das Problem vor allem bei Offenblende auftritt, habe ich auch beobachtet.

Die Unterschiede zwischen den Kameras scheinen also am Sensor zu liegen, obwohl es mir letztendlich egal ist, Tatsache ist, das 135er macht an der 5D wesentlich mehr Spaß als an der 1100D und wird da wohl in Zukunft wesentlich häufiger benutzt werden.

Roberts Erklärung scheint mir durchaus stimmig, sowohl die Überbelichtung als auch die Sache mit den Bayer-Matrizen.

Obwohl mir gerade noch etwas einfällt: Es könnte auch ein Beugungsphänomen sein, Licht wird ja nicht nur an engen Löchern gebeugt, sondern auch an Kanten.
Vor allem, weil man ja bei einigen Bildern beobachtet, dass die Farbsäume zweifarbig sind, sprich, unterschiedliche Wellenlängen werden unterschiedlich gebeugt.
Und bei Offenblenden kommt eben nicht nur das "Originallicht" durch, sondern auch die etwas verschobenen gebeugten Anteile.
Je weiter man die Blende schließt, umso weniger tritt Purple fringing ja auf.
(Obwohl das dann auch wieder mit der geringeren Überbelichtung zusammen hängen könnte.)


Interessant ist das Thema auf jeden Fall.

Aber rein praktisch bleibt wohl nur zu merken: harte Kontrastkanten nicht mit Offenblende, sondern etwas weiter zumachen und insgesamt die Belichtung etwas zurücknehmen.
 
  • Farbsäume Beitrag #6
Wenn zwei Farben (grün auf der einen Seite, magenta auf der anderen) auftauchen handelt es sich um laterale chromatische Aberration (Farblängsfehler). Der Schärfepunkt ist für unterschiedliche Wellenlängen anders.
 
  • Farbsäume Beitrag #7
Carsten, in diesem Fall meinte ich aber, dass die Farben näher an der Lichtquelle magenta-farben sind, weiter außen eher bläulich. Und das auf beiden Seiten.
Die laterale chromatische Aberration scheint hier also nicht aufzutreten.
 
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