(Makro) Ein Versuch

Diskutiere Ein Versuch im Canon Bilder besprechen Forum im Bereich Canon Forum; Hallo ich probiere gerade mit der Kamera ein bischen aus. Und wollte mal ne Nahaufnahme machen. Jetzt ist die Frage ich hätte das Bild gern etwas...
  • Ein Versuch Beitrag #1
Alex
Alex
Beiträge
84
Hallo ich probiere gerade mit der Kamera ein bischen aus. Und wollte mal ne Nahaufnahme machen.
Jetzt ist die Frage ich hätte das Bild gern etwas schärfer aber ich komm grad nicht so richtig weiter. ALso ich mein das nicht nur die Leute auf der Bank sonder auch noch der Brunnen etwas schärfer wird.
Vielleicht könnt ihr mir ja helfen? Was muss ich noch beachten bzw anwenden?

IMG_2415.jpg
 
  • Ein Versuch Beitrag #2
Hallo Alex,

das wonach Du gerade fragst nennt sich .

Wenn Du mehr Schärfentiefe wünschst, solltest Du stärker abblenden.

Also anstelle f/5.6 (die Du gewählt hast) f/11 zum Beispiel.

Gruß,
Oz
 
  • Ein Versuch Beitrag #3
Danke für deine schnelle Antwort.
Sorry wenn ich jetzt doof nachfrage aber so ganz verstehe ich das noch nicht.
Also soweit ich das verstanden habe ist f die Schärfentiefe ist das richtig?

Jetzt muss ich nur noch nachlesen wie ich die bei der Kamera einstelle????
 
  • Ein Versuch Beitrag #4
Also mach mal "learning bei doing"...

Du stellst Deine Kamera auf AV, was nichts anders heißt, als dass Du die Blende vorgibst und der Belichtungscomputer Deiner Kamera sich selbsttätig um die Belichtungszeit kümmert.

Dann nimmst Du Dein Motiv mit verschiedenen Blendenwerten auf. Fang an mit f/5.6, mach eine Aufnahme, gehe über zu f/6.3 (und wieder Aufnahme)...usw...bis sagen wir mal f/13.

Dann lädst Du Dir die Bilder auf den Computer und schaust Sie Dir der Reihe nach an.

Was Du sehen wirst ist, dass sich der Schärfentiefebereich, also der Tiefenbereich, in dem Bildelemente noch scharfgestellt werden, vergrößert, wenn man stärker abblendet.
 
  • Ein Versuch Beitrag #5
Ich hab' hier mal etwas, was ich vor Zeiten an anderer Stelle des Forum gepostet hatte. Ich hoffe, dass es Dir etwas weiterhilft...

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Das was Du zum Verstehen der grundlegenden fotografischen Zusammenhänge eigentlich nur brauchst, ist die Kenntnis der Begriffe Blende und Verschlußzeit. Der Rest folgt Schritt für Schritt daraus.

Verschlußzeit:
Die Verschlußzeit gibt vor, wie lange Dein Sensor belichtet werden soll. Ein Schlitz direkt vor dem Sensor öffnet sich, der Sensor registriert Licht für eine gewisse Zeit, der Schlitz schließt sich.

Mit einer kurzen Verschlußzeit frierst Du bewegte Objekte ein. dafür sieht Dein Sensor aber auch nur kurz Licht (was entsprechend Auswirkungen hat).

Anders herum sieht Dein Sensor länger Licht (=mehr "Futter"), dafür werden aber bewegte Objekte mit Bildfeld verschmiert.

Schöne Beispielbilder zur Wirkung der Verschlußzeitwahl findest Du hier



Einfach nur die Bilder ansehen.

Blende:
Die Blende ist ein optisches Element in Deinem Objektiv und funktioniert ähnlich wie die Iris in Deinem Auge.
Licht tritt durch Deine Pupille - die kreisringförmige Iris steuert, wie groß das Durchtrittsloch Pupille sein soll - je nach Bedarf.
Genauso funktioniert es im Objektiv: Mit der Wahl der Blende steuerst Du die Größe des Durchtrittslochs für das Licht (durch Dein Objektiv). Mal größer, mal kleiner.

Größeres Durchtrittsloch (="offenere Blende") = kleiner Blendenwert.
Z.B. Blende 2,8.
Die Blende "offener" zu machen nennt sich aufblenden

Kleineres Durchtrittsloch (="geschlossenere Blende") = größerer Blendenwert.
Z.B. Blende 16.
Die Blende "kleiner" zu machen nennt sich abblenden

Hier findest Du eine Skizze, wie so etwas prinzipiell in Deinem Objektiv aussieht:


Mit der Wahl der Blende steuerst Du folgende zwei wichtige Eigenschaften Deiner Aufnahme:
1)Die sogenannte Schärfentiefe und
2)Die Lichtmenge

1) Schärfentiefe (= wie tief die Schärfe vor und hinter den durch Dich anvisierten Fokuspunkt reicht):
Wenn Du mit der Kamera auf Deine Kornblume scharfstellst passieren je nach Blendenwahl folgende Dinge:

Nehmen wir mal an, Dein Objektiv kann Blenden(zahlen) zwischen 2,8 und 32 darstellen.
Mit größeren Blendenzahlen (z.B Blendenwert 11 anstelle von 2,8) wächst die Schärfentiefe.
Konkret: Wenn Du auf exakt auf den Blütenstempel fokussierst, wird mit größerer Blendenzahl, d.h. mit größerer Schärfentiefe eine größere Zone vor- und hinter Deinem Scharfstellungspunkt (Fokuspunkt) ebenfalls scharfgestellt.

Mit kleineren Blendenzahlen schrumpft diese Zone vor und hinter dem Schärfepunkt. Solche Dinge kann man gezielt in der kreativen Fotografie zu Nutze machen (z.B. Portraits).

Hier findest Du Beispiele dazu:


Spar Dir das "Fachchinesisch" und schau Dir einfach die Beispielfotos und Ihre Kommentierungen an.

2) Lichtmenge
Wenn Du die Blende öffnest oder schließt, veränderst Du, wie bei der Iris Deines Auges, die Durchtrittsfläche des Lichtes durch das Objektiv.

Je weiter die Blende geöffnet wird, desto mehr Licht kann durchtreten. Dein Auge macht sich das bei Dunkelheit zunutze. Die Iris öffnet die Pupille, mehr Licht dringt durch die (größere) Fläche - und Du siehst besser bei Dunkelheit.

Genau dasselbe gilt für die Blende im Objektiv. Schließt Du die Blende, kriegt alles im Objektiv dahinterliegende weniger Licht mit. Auch Dein Sensor.

Belichtung:
Die Belichtung ist nichts anderes als das Ergebnis des

Zusammenspiels von Blendenwahl und Verschlußzeitwahl.

Dein Sensor braucht schließlich genug Licht, um ein gutes Bild zu erzeugen. Ähnlich wie Dein Auge.

Die optimale Belichtung stellt sich durch die Länge der Belichtung (Verschlußzeit) und die Lichtmenge die durch das Objektiv treten kann (=Wahl der Blende) ein.

Die Kombination macht's:
Du kannst viel Licht in kurzer Zeit (größere Blendenöffnung + kürzere Verschlußzeit)
oder
wenig Licht über längere Zeit (kleinere Blendenöffnung + längere Verschlußzeit)
zum Sensor lassen.

Sofern Du bisher in der Programmautomatik "P" oder Motivprogrammen gearbeitet hast, hat Dir die Kamera dieses Zusammenspiel von Blende und Verschlußzeit, sprich die Belichtung, vollständig abgenommen.

Da Deine Kamera aber nichts über das Motiv und Deine fotografischen Absichten weiß, sind Ergebnisse in der Programmautomatik nicht immer optimal.
 
  • Ein Versuch Beitrag #6
Vielen Dank für dein Learning bei doing :daumen:
Ich hab jetzt verstanden was du meinst. Hab es gerade ausprobiert.

Ich dachte immer das ich wenn ich eine Nahaufnahme machen will das ich unweigerlich auch das bei der Kamera einstellen muss. Aber es geht ja auch anders :rolleyes:
 
  • Ein Versuch Beitrag #7
Gerne. Und weiterhin viel Spaß beim Experimentieren. ;)
 
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