Jawoll! Das ist ein externer Entzerr-Vorverstärkerfür Schallplatten-Magnetsystem Tonabnehmer. Die runden 5-Pol-DIN Stecker waren der Standard der 70er Jahre, um niederpegelige analoge Tonspannungen (bidirektional) in nur einem Kabel zu übertragen.
Für Bandmaschinen bedeutete das, dass Wiederganbe- und Aufnahmesignal über das selbe Kabel übertragen werden konnten.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass das Aufnahmesignal eine viel geringere Tonspannung hatte, als das Wiedergabesignal.
Ein Verstärker oder ein "Steuergerät" hat dann den Aufnahmepegel für eine Bandmaschine automatisch über seinen DIN-Ein-Ausgang reduziert.
Wolte man damals direkt über das 5-Pol DIN-Kabel von einem Bandgerät zum anderen überspielen, dann musste man sich ein Spezialkabel löten und zwei (ich glaube es waren 47kOhm) Widerstände (je Kanal einen) einlöten.
In den 80ern setzten sich dann die heutigen Cynch-Kabel durch, die eine viel bessere Kanaltrennung bei größeren Kabelquerschnitten ermöglichten. Die Tonspannungen für Aufnahme und Wiedergabe wurden sinnvollerweise angeglichen, indem man das Aufnahmesignal ebenfalls auf 1,5V anhob.
Das war die Zeit, als ich wie wild Kabel gelötet habe (DIN auf Cynch eben), um alte und neue Geräte zu verbinden.
Entzerrer-Vorverstärker:
Magnettonabnehmer haben winzige Nadeln, die eine sehr geringe Massenträgheit haben und den Rillen der Schallplatte schnell (also hochfrequent) folgen können. Dabei schonen sie die Platte bestmöglich ... der unvermeidliche Verschleiß des Tonträgers ist minimal. Die dagen primitiven Kristall-Tonabnehmer waren und sind das Übelste, was man einer Schallplatte antun kann.
Magnetsysteme erzeugen aber nur minimale Tonspannungen (ca. 1,5mV) Diese müsen durch das Gerät auf die standardisierten 1,5V angehoben werden. Zudem muss "entzerrt" werden.
Tiefe Frequenzen wurden auf Schallplstten immer "zu leise" aufgezeichnet und hohe Frequenzen "zu laut".
Bässe zu leise, um die Rillenbreite (und damit die Spieldauer) der Platte zu verlängern und Höhen zu Laut, um den Frequenzgang nach oben zu erweitern und den Störabstand zu verbessern. Leider hat es aber nie ganz genaue Normen gegeben, wie genau zu ver- bzw. entzerren war ..., weswegen man bei Schallplatten nie von ganz exakter Wiedergabe ausgehen darf.
Schallplatten, die eine überlange Spieldauer hatten, waren deswegen auch auffallend "bassschwach". Ferner führte das Entzerren (also Anheben) der Bässe zu einer deutlichen Verstärkung sogenannter "Rumpelgeräusche", die durch die Welligkeit der Platte mehr oder weniger unvermeidbar war.
In den 80ern war ich dermaßen Hifi-besessen, dass ich praktisch alles in diesen Dingen wusste.
Ich kann mich erinnern, dass ich mir einen der allerersten CD-Spieler in einem Hifi-Studio ... sowas gab es damals noch (es gab auch noch viele Photogeschöfte .... schwärm ...) auf Quadral-TITAN Lautsprechern angehört hatte .... Mann war das ein Klang!!!
Ich weiß noch genau, dass mein allererster CD-Spieler 1984 599,-DM gekostet hatte (Einführungspreis 2999,-DM)
Auch heute glaube ich sicher, dass die Digitaltechnik die wirklich letzte große Revolution der Tontechnik war.
Schallplatte ... jou ... da hängen Erinnerungen dran ... aber die Tonqualität?? Ich glaube, da machen sich ein paar Leute, deren Gehör wahrscheinlich ebenso nachgelassen hat, wie meines, ganz schön was vor.
Grüße und schöne Musik
Klaus