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Hallo zusammen,
eine Freundin hat mich gebeten, Ende Mai bei ihrer Hochzeit zu fotografieren.
Ein Familienmitglied wird alle "gestellten" Fotos machen, allerdings meinte sie, dass ihr deren Kreativität nicht ausreicht, um spannende Bilder zu bekommen.
Ich soll also begleitend den ganzen Tag dokumentieren und möglichst viele ungestellte Bilder von allen Gästen machen.
Und nun grübele ich an meiner Ausrüstung herum bzw. wenn ich Objektive wechseln muss, wie teile ich mir den Tag ungefähr ein.
Das Problem ist, ich habe eigentlich zu viel, was sich eignen würde. Wenn ich alles mitnehme, dann wird das einmal sehr übertrieben aussehen und eher nach Gepäckesel, außerdem vielleicht irgendwie auffällig und aufdringlich, und es schränkt mich vermutlich in meiner Bewegungsfreiheit und Flexibilität ein, wenn ich zu viel herumschleppe. Und vielleicht wird ständiges Grübeln, was ich jetzt in die Hand nehme, mir mehr Fotochancen nehmen, als wenn ich einfach mit einer einzigen Festbrennweite losziehen würde.
Ich habe da mehrere Optionen.
Zunächst habe ich an Kameras eine Canon 5D und eine 40D da. Die 5D hat die bessere Bildqualität, ist ISO-stärker und hat das wunderschöne Freistellpotential von Kleinbild. Die 40D ist rasend schnell, was das sichere Fokussieren mit außermittigen Fokussensoren betrifft und auch die Seriengeschwindigkeit, obwohl die mich weniger interessiert.
Ich könnte beide Kameras mit unterschiedlichen Objektiven parallel benutzen, was aber irgendwie auch unpraktisch ist, beides ständig umhängen zu haben.
Oder mich eben nur für eine entscheiden und die andere für Notfälle im Rucksack haben.
Eine Möglichkeit wäre dann als Kombi die 5D mit dem 70-210 USM. Der Vorteil ist, ich habe die Zoommöglichkeit, und kann von Gruppenaufnahmen aus etwas Abstand bis hin zu Gesichtspotraits alles einstellen. Das Objektiv ist sehr schnell, und die Freistellung ist auch in Ordnung. Sicherlich die Kombi, mit der ich auf Nummer sicher gehen würde, sehr sehr viele Momente zu erwischen und weil die Blende 3.5-4.5 auch noch verhältnismäßig viel Schärfentiefe bietet, ist die Gefahr, Bilder wegen Fehlfokus zu versemmeln, nicht so groß.
Also wenn man das vergleicht mit der 5D und dem 100mm f/2.0 USM. Wenn ich das Objektiv bei Offenblende verwende, dann habe ich natürlich extrem viel Freistellung. Da das Objektiv trotzdem wunderbar scharf zeichnet, werden die damit erzielten Fotos vermutlich den größten Wow-Effekt bieten, zumindest geht es mir so, dass ich beim Betrachten immer kaum fassen kann, wie gut das Objektiv ist. Die Gefahr der nicht ganz absoluten Schärfe ist natürlich da, zumindest wenn ich nicht abblende. Passiert mir sporadisch mal, dass ich in der Hektik vom Auge auf die Wange rutsche, und das sieht man schon.
Außerdem bin ich eben mit der Festbrennweite eingeschränkter.
Wenn es dunkel wird, oder wir in einen engen Innenraum gehen, dann würde ich vermutlich die 5D und das 50/1.4 nehmen, mit der Kombi kann ich auch im gefühlt stockdustern noch Bilder machen. Draußen bin ich mir nicht sicher, wie sinnvoll es ist, die Bildwirkung ist schon teilweise sehr schön, und dürfte sich vor allem sehr gut machen, wenn ich mehr als die Gesichter aufs Bild nehme. Vom Prinzip her wäre es auch fast möglich, das als einziges Objektiv zu nehmen, weil es im Hellen und Dunkeln funktioniert und eben diesen Normal-Blickwinkel bietet.
Dann hätte ich noch das Tamron 28-75/2.8. Feines Objektiv, bildet sehr gut ab, aber noch (habe es noch nicht sehr lange) bin ich an der 5D noch nicht so ganz damit warmgeworden, der Zoombereich irritiert mich (ja, ich habe auch lieber Festbrennweiten). Vom Fokus her etwas langsamer als die restlichen Linsen (habs mal auf einer Familienfeier an Kindern beim Fußballspielen ausprobiert, und da waren durchaus auch Treffer dabei, die toll aussahen, aber die USM-Linsen schaffen es noch etwas häufiger), was aber bei meist stehenden Personen nicht so ins Gewicht fällt. Portraits sind begrenzt möglich, weil es mir da eigentlich etwas zu kurz ist, dafür gehen auch gut größere Gruppen drauf. Da die Gruppenbilder aber eh jemand anders macht, brauche ich es eigentlich nicht.
Der sehr große Vorteil des Tamron ist, es hat die beste Naheinstellgrenze von den genannten, nämlich 33cm, ich kann es also auch zum Essen knipsen und so benutzen, oder um eben mal Umgebung und Räume und so aufzunehmen.
An der 40D gefällt mir der Zoombereich des 28-75 ganz gut, und gerade an APS-C ist die Lichtstärke ja sehr vorteilhaft. Allerdings kann ich da den Geschwindigkeitsvorteil der 40D gegenüber der 5D nicht ausreizen und dann macht die bessere Bildqualität der 5D ja mehr Sinn.
Das angenehm schnelle 70-210 ist mir an der 40D etwas zu lang. Damit würden zwar ein paar wenige prima Schnappschüsse entstehen, aber das ginge nur, wenn ich die 5D zusätzlich mit etwas weiterem nutze.
50mm ist an der 40D eine prima Portraitbrennweite, aber wenn man schon eine 5D hat, die für diesen Einsatz prädestiniert ist, kann man auch die nutzen.
100mm sind schon sehr lang an 40D, aber die Linse und die Kamera arbeiten auch prima zusammen von der Performance her. Aber dann würde ich der 5D ihre beste Portraitslinse klauen.
Optionen, die ich mir also vorstellen könnte, wären:
1)Telezoom an 5D draußen, 50mm an 5D drinnen.
Damit hätte ich ausreichend Flexibilität und Schnelligkeit für Schnappschüsse und drinnen genug Lichtstärke.
2)100mm an 5D draußen, 50mm drinnen.
Damit hätte ich evt. weniger Schnappschussmöglichkeiten und etwas weniger Fotos, die mir persönlich aber letztendlich besser von der Bildwirkung gefallen würden. Und würde meine geliebten Festbrennweiten voll ausreizen.
3)100mm an 5D + 28-75 an 40D draußen parallel nutzen, drinnen 40D+28-75+Blitz und 50mm an 5D ohne Blitz parallel nutzen.
Dann hätte ich die schicke Portraitlinse und die Flexibilität des Zooms, müsste aber dafür ständig mit zwei Kameras herumlaufen.
4)50mm an 5D und Telezoom an 40D draußen, 50mm an 5D und 28-75 an 40D drinnen.
Dann hätte ich draußen die Bildwirkung des Standardobjektivs und zusätzlich eine sehr schnelle Schnappschussoption, müsste aber wieder mit zwei Kameras herumlaufen.
5)50mm an 5D, 100mm an 40D.
Dann würden meine Festbrennweiten schön ausgenutzt, und ich hätte einen sehr deutlichen Blickwinkelunterschied zwischen Normal und Tele zur Verfügung. Aber wieder zwei Kameras.
6)100mm an 5D, 50mm an 40D.
Dann hätte ich zwei sich nicht sehr stark unterscheidende Portraitoptionen zur Verfügung.
Ich muss mich also entscheiden, welche Bildwirkung möchte ich haben, eher Nahaufnahmen mit Tele, und wenn ja, eher die maximal freigestellten mit Festbrennweite oder die geknipsten mit Zoom, oder die etwas atmosphärischeren Bilder mit Standardobjektiv, die mehr Umgebung mit einbeziehen und/oder näher dran sind, und da auch wieder, Festbrennweite oder Zoom.
Und ob es besser zu händeln ist, zwei Kameras ständig bereit zu halten, oder sich mit einer auf bestimmte Blickwinkel zu beschränken, oder mit einer doch etwas häufiger die Objektive zu wechseln (wie ich es zum Beispiel im LaPaDU beim Usertreff gemacht habe).
Ich habe tatsächlich noch mehr Objektive als diese vier, hab die aber schonmal als Vorauswahl getroffen, um mich nicht zu sehr selber zu verwirren, und weil die mir doch als am geeignetsten erscheinen. Oder war die Vorauswahl ungünstig?
Vielleicht mag mir da ja mal jemand noch etwas zusätzlichen Input geben, oder mich beruhigen, dass ich mir zuviel Gedanken mache und sich das letztendlich von allein alles ergibt, oder mir noch mehr geeignete Kombis vorstellen, oder wie auch immer.
Oder es einfach nur lesen, dann danke fürs Zuhören. Vielleicht sortiert sich das ja von allein, dadurch dass ich das aufgeschrieben habe.
eine Freundin hat mich gebeten, Ende Mai bei ihrer Hochzeit zu fotografieren.
Ein Familienmitglied wird alle "gestellten" Fotos machen, allerdings meinte sie, dass ihr deren Kreativität nicht ausreicht, um spannende Bilder zu bekommen.
Ich soll also begleitend den ganzen Tag dokumentieren und möglichst viele ungestellte Bilder von allen Gästen machen.
Und nun grübele ich an meiner Ausrüstung herum bzw. wenn ich Objektive wechseln muss, wie teile ich mir den Tag ungefähr ein.
Das Problem ist, ich habe eigentlich zu viel, was sich eignen würde. Wenn ich alles mitnehme, dann wird das einmal sehr übertrieben aussehen und eher nach Gepäckesel, außerdem vielleicht irgendwie auffällig und aufdringlich, und es schränkt mich vermutlich in meiner Bewegungsfreiheit und Flexibilität ein, wenn ich zu viel herumschleppe. Und vielleicht wird ständiges Grübeln, was ich jetzt in die Hand nehme, mir mehr Fotochancen nehmen, als wenn ich einfach mit einer einzigen Festbrennweite losziehen würde.
Ich habe da mehrere Optionen.
Zunächst habe ich an Kameras eine Canon 5D und eine 40D da. Die 5D hat die bessere Bildqualität, ist ISO-stärker und hat das wunderschöne Freistellpotential von Kleinbild. Die 40D ist rasend schnell, was das sichere Fokussieren mit außermittigen Fokussensoren betrifft und auch die Seriengeschwindigkeit, obwohl die mich weniger interessiert.
Ich könnte beide Kameras mit unterschiedlichen Objektiven parallel benutzen, was aber irgendwie auch unpraktisch ist, beides ständig umhängen zu haben.
Oder mich eben nur für eine entscheiden und die andere für Notfälle im Rucksack haben.
Eine Möglichkeit wäre dann als Kombi die 5D mit dem 70-210 USM. Der Vorteil ist, ich habe die Zoommöglichkeit, und kann von Gruppenaufnahmen aus etwas Abstand bis hin zu Gesichtspotraits alles einstellen. Das Objektiv ist sehr schnell, und die Freistellung ist auch in Ordnung. Sicherlich die Kombi, mit der ich auf Nummer sicher gehen würde, sehr sehr viele Momente zu erwischen und weil die Blende 3.5-4.5 auch noch verhältnismäßig viel Schärfentiefe bietet, ist die Gefahr, Bilder wegen Fehlfokus zu versemmeln, nicht so groß.
Also wenn man das vergleicht mit der 5D und dem 100mm f/2.0 USM. Wenn ich das Objektiv bei Offenblende verwende, dann habe ich natürlich extrem viel Freistellung. Da das Objektiv trotzdem wunderbar scharf zeichnet, werden die damit erzielten Fotos vermutlich den größten Wow-Effekt bieten, zumindest geht es mir so, dass ich beim Betrachten immer kaum fassen kann, wie gut das Objektiv ist. Die Gefahr der nicht ganz absoluten Schärfe ist natürlich da, zumindest wenn ich nicht abblende. Passiert mir sporadisch mal, dass ich in der Hektik vom Auge auf die Wange rutsche, und das sieht man schon.
Außerdem bin ich eben mit der Festbrennweite eingeschränkter.
Wenn es dunkel wird, oder wir in einen engen Innenraum gehen, dann würde ich vermutlich die 5D und das 50/1.4 nehmen, mit der Kombi kann ich auch im gefühlt stockdustern noch Bilder machen. Draußen bin ich mir nicht sicher, wie sinnvoll es ist, die Bildwirkung ist schon teilweise sehr schön, und dürfte sich vor allem sehr gut machen, wenn ich mehr als die Gesichter aufs Bild nehme. Vom Prinzip her wäre es auch fast möglich, das als einziges Objektiv zu nehmen, weil es im Hellen und Dunkeln funktioniert und eben diesen Normal-Blickwinkel bietet.
Dann hätte ich noch das Tamron 28-75/2.8. Feines Objektiv, bildet sehr gut ab, aber noch (habe es noch nicht sehr lange) bin ich an der 5D noch nicht so ganz damit warmgeworden, der Zoombereich irritiert mich (ja, ich habe auch lieber Festbrennweiten). Vom Fokus her etwas langsamer als die restlichen Linsen (habs mal auf einer Familienfeier an Kindern beim Fußballspielen ausprobiert, und da waren durchaus auch Treffer dabei, die toll aussahen, aber die USM-Linsen schaffen es noch etwas häufiger), was aber bei meist stehenden Personen nicht so ins Gewicht fällt. Portraits sind begrenzt möglich, weil es mir da eigentlich etwas zu kurz ist, dafür gehen auch gut größere Gruppen drauf. Da die Gruppenbilder aber eh jemand anders macht, brauche ich es eigentlich nicht.
Der sehr große Vorteil des Tamron ist, es hat die beste Naheinstellgrenze von den genannten, nämlich 33cm, ich kann es also auch zum Essen knipsen und so benutzen, oder um eben mal Umgebung und Räume und so aufzunehmen.
An der 40D gefällt mir der Zoombereich des 28-75 ganz gut, und gerade an APS-C ist die Lichtstärke ja sehr vorteilhaft. Allerdings kann ich da den Geschwindigkeitsvorteil der 40D gegenüber der 5D nicht ausreizen und dann macht die bessere Bildqualität der 5D ja mehr Sinn.
Das angenehm schnelle 70-210 ist mir an der 40D etwas zu lang. Damit würden zwar ein paar wenige prima Schnappschüsse entstehen, aber das ginge nur, wenn ich die 5D zusätzlich mit etwas weiterem nutze.
50mm ist an der 40D eine prima Portraitbrennweite, aber wenn man schon eine 5D hat, die für diesen Einsatz prädestiniert ist, kann man auch die nutzen.
100mm sind schon sehr lang an 40D, aber die Linse und die Kamera arbeiten auch prima zusammen von der Performance her. Aber dann würde ich der 5D ihre beste Portraitslinse klauen.
Optionen, die ich mir also vorstellen könnte, wären:
1)Telezoom an 5D draußen, 50mm an 5D drinnen.
Damit hätte ich ausreichend Flexibilität und Schnelligkeit für Schnappschüsse und drinnen genug Lichtstärke.
2)100mm an 5D draußen, 50mm drinnen.
Damit hätte ich evt. weniger Schnappschussmöglichkeiten und etwas weniger Fotos, die mir persönlich aber letztendlich besser von der Bildwirkung gefallen würden. Und würde meine geliebten Festbrennweiten voll ausreizen.
3)100mm an 5D + 28-75 an 40D draußen parallel nutzen, drinnen 40D+28-75+Blitz und 50mm an 5D ohne Blitz parallel nutzen.
Dann hätte ich die schicke Portraitlinse und die Flexibilität des Zooms, müsste aber dafür ständig mit zwei Kameras herumlaufen.
4)50mm an 5D und Telezoom an 40D draußen, 50mm an 5D und 28-75 an 40D drinnen.
Dann hätte ich draußen die Bildwirkung des Standardobjektivs und zusätzlich eine sehr schnelle Schnappschussoption, müsste aber wieder mit zwei Kameras herumlaufen.
5)50mm an 5D, 100mm an 40D.
Dann würden meine Festbrennweiten schön ausgenutzt, und ich hätte einen sehr deutlichen Blickwinkelunterschied zwischen Normal und Tele zur Verfügung. Aber wieder zwei Kameras.
6)100mm an 5D, 50mm an 40D.
Dann hätte ich zwei sich nicht sehr stark unterscheidende Portraitoptionen zur Verfügung.
Ich muss mich also entscheiden, welche Bildwirkung möchte ich haben, eher Nahaufnahmen mit Tele, und wenn ja, eher die maximal freigestellten mit Festbrennweite oder die geknipsten mit Zoom, oder die etwas atmosphärischeren Bilder mit Standardobjektiv, die mehr Umgebung mit einbeziehen und/oder näher dran sind, und da auch wieder, Festbrennweite oder Zoom.
Und ob es besser zu händeln ist, zwei Kameras ständig bereit zu halten, oder sich mit einer auf bestimmte Blickwinkel zu beschränken, oder mit einer doch etwas häufiger die Objektive zu wechseln (wie ich es zum Beispiel im LaPaDU beim Usertreff gemacht habe).
Ich habe tatsächlich noch mehr Objektive als diese vier, hab die aber schonmal als Vorauswahl getroffen, um mich nicht zu sehr selber zu verwirren, und weil die mir doch als am geeignetsten erscheinen. Oder war die Vorauswahl ungünstig?
Vielleicht mag mir da ja mal jemand noch etwas zusätzlichen Input geben, oder mich beruhigen, dass ich mir zuviel Gedanken mache und sich das letztendlich von allein alles ergibt, oder mir noch mehr geeignete Kombis vorstellen, oder wie auch immer.
Oder es einfach nur lesen, dann danke fürs Zuhören. Vielleicht sortiert sich das ja von allein, dadurch dass ich das aufgeschrieben habe.
