Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit

Diskutiere Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit im Fotografie Tipps & Tricks Forum im Bereich FOTOGRAFIE FORUM; Hallo zusammen, eine Freundin hat mich gebeten, Ende Mai bei ihrer Hochzeit zu fotografieren. Ein Familienmitglied wird alle "gestellten" Fotos...
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #1
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Hallo zusammen,

eine Freundin hat mich gebeten, Ende Mai bei ihrer Hochzeit zu fotografieren.
Ein Familienmitglied wird alle "gestellten" Fotos machen, allerdings meinte sie, dass ihr deren Kreativität nicht ausreicht, um spannende Bilder zu bekommen.
Ich soll also begleitend den ganzen Tag dokumentieren und möglichst viele ungestellte Bilder von allen Gästen machen.

Und nun grübele ich an meiner Ausrüstung herum bzw. wenn ich Objektive wechseln muss, wie teile ich mir den Tag ungefähr ein.
Das Problem ist, ich habe eigentlich zu viel, was sich eignen würde. Wenn ich alles mitnehme, dann wird das einmal sehr übertrieben aussehen und eher nach Gepäckesel, außerdem vielleicht irgendwie auffällig und aufdringlich, und es schränkt mich vermutlich in meiner Bewegungsfreiheit und Flexibilität ein, wenn ich zu viel herumschleppe. Und vielleicht wird ständiges Grübeln, was ich jetzt in die Hand nehme, mir mehr Fotochancen nehmen, als wenn ich einfach mit einer einzigen Festbrennweite losziehen würde.

Ich habe da mehrere Optionen.
Zunächst habe ich an Kameras eine Canon 5D und eine 40D da. Die 5D hat die bessere Bildqualität, ist ISO-stärker und hat das wunderschöne Freistellpotential von Kleinbild. Die 40D ist rasend schnell, was das sichere Fokussieren mit außermittigen Fokussensoren betrifft und auch die Seriengeschwindigkeit, obwohl die mich weniger interessiert.
Ich könnte beide Kameras mit unterschiedlichen Objektiven parallel benutzen, was aber irgendwie auch unpraktisch ist, beides ständig umhängen zu haben.
Oder mich eben nur für eine entscheiden und die andere für Notfälle im Rucksack haben.

Eine Möglichkeit wäre dann als Kombi die 5D mit dem 70-210 USM. Der Vorteil ist, ich habe die Zoommöglichkeit, und kann von Gruppenaufnahmen aus etwas Abstand bis hin zu Gesichtspotraits alles einstellen. Das Objektiv ist sehr schnell, und die Freistellung ist auch in Ordnung. Sicherlich die Kombi, mit der ich auf Nummer sicher gehen würde, sehr sehr viele Momente zu erwischen und weil die Blende 3.5-4.5 auch noch verhältnismäßig viel Schärfentiefe bietet, ist die Gefahr, Bilder wegen Fehlfokus zu versemmeln, nicht so groß.

Also wenn man das vergleicht mit der 5D und dem 100mm f/2.0 USM. Wenn ich das Objektiv bei Offenblende verwende, dann habe ich natürlich extrem viel Freistellung. Da das Objektiv trotzdem wunderbar scharf zeichnet, werden die damit erzielten Fotos vermutlich den größten Wow-Effekt bieten, zumindest geht es mir so, dass ich beim Betrachten immer kaum fassen kann, wie gut das Objektiv ist. Die Gefahr der nicht ganz absoluten Schärfe ist natürlich da, zumindest wenn ich nicht abblende. Passiert mir sporadisch mal, dass ich in der Hektik vom Auge auf die Wange rutsche, und das sieht man schon.
Außerdem bin ich eben mit der Festbrennweite eingeschränkter.

Wenn es dunkel wird, oder wir in einen engen Innenraum gehen, dann würde ich vermutlich die 5D und das 50/1.4 nehmen, mit der Kombi kann ich auch im gefühlt stockdustern noch Bilder machen. Draußen bin ich mir nicht sicher, wie sinnvoll es ist, die Bildwirkung ist schon teilweise sehr schön, und dürfte sich vor allem sehr gut machen, wenn ich mehr als die Gesichter aufs Bild nehme. Vom Prinzip her wäre es auch fast möglich, das als einziges Objektiv zu nehmen, weil es im Hellen und Dunkeln funktioniert und eben diesen Normal-Blickwinkel bietet.

Dann hätte ich noch das Tamron 28-75/2.8. Feines Objektiv, bildet sehr gut ab, aber noch (habe es noch nicht sehr lange) bin ich an der 5D noch nicht so ganz damit warmgeworden, der Zoombereich irritiert mich (ja, ich habe auch lieber Festbrennweiten). Vom Fokus her etwas langsamer als die restlichen Linsen (habs mal auf einer Familienfeier an Kindern beim Fußballspielen ausprobiert, und da waren durchaus auch Treffer dabei, die toll aussahen, aber die USM-Linsen schaffen es noch etwas häufiger), was aber bei meist stehenden Personen nicht so ins Gewicht fällt. Portraits sind begrenzt möglich, weil es mir da eigentlich etwas zu kurz ist, dafür gehen auch gut größere Gruppen drauf. Da die Gruppenbilder aber eh jemand anders macht, brauche ich es eigentlich nicht.
Der sehr große Vorteil des Tamron ist, es hat die beste Naheinstellgrenze von den genannten, nämlich 33cm, ich kann es also auch zum Essen knipsen und so benutzen, oder um eben mal Umgebung und Räume und so aufzunehmen.

An der 40D gefällt mir der Zoombereich des 28-75 ganz gut, und gerade an APS-C ist die Lichtstärke ja sehr vorteilhaft. Allerdings kann ich da den Geschwindigkeitsvorteil der 40D gegenüber der 5D nicht ausreizen und dann macht die bessere Bildqualität der 5D ja mehr Sinn.

Das angenehm schnelle 70-210 ist mir an der 40D etwas zu lang. Damit würden zwar ein paar wenige prima Schnappschüsse entstehen, aber das ginge nur, wenn ich die 5D zusätzlich mit etwas weiterem nutze.

50mm ist an der 40D eine prima Portraitbrennweite, aber wenn man schon eine 5D hat, die für diesen Einsatz prädestiniert ist, kann man auch die nutzen.

100mm sind schon sehr lang an 40D, aber die Linse und die Kamera arbeiten auch prima zusammen von der Performance her. Aber dann würde ich der 5D ihre beste Portraitslinse klauen.

Optionen, die ich mir also vorstellen könnte, wären:

1)Telezoom an 5D draußen, 50mm an 5D drinnen.
Damit hätte ich ausreichend Flexibilität und Schnelligkeit für Schnappschüsse und drinnen genug Lichtstärke.
2)100mm an 5D draußen, 50mm drinnen.
Damit hätte ich evt. weniger Schnappschussmöglichkeiten und etwas weniger Fotos, die mir persönlich aber letztendlich besser von der Bildwirkung gefallen würden. Und würde meine geliebten Festbrennweiten voll ausreizen.
3)100mm an 5D + 28-75 an 40D draußen parallel nutzen, drinnen 40D+28-75+Blitz und 50mm an 5D ohne Blitz parallel nutzen.
Dann hätte ich die schicke Portraitlinse und die Flexibilität des Zooms, müsste aber dafür ständig mit zwei Kameras herumlaufen.
4)50mm an 5D und Telezoom an 40D draußen, 50mm an 5D und 28-75 an 40D drinnen.
Dann hätte ich draußen die Bildwirkung des Standardobjektivs und zusätzlich eine sehr schnelle Schnappschussoption, müsste aber wieder mit zwei Kameras herumlaufen.
5)50mm an 5D, 100mm an 40D.
Dann würden meine Festbrennweiten schön ausgenutzt, und ich hätte einen sehr deutlichen Blickwinkelunterschied zwischen Normal und Tele zur Verfügung. Aber wieder zwei Kameras.
6)100mm an 5D, 50mm an 40D.
Dann hätte ich zwei sich nicht sehr stark unterscheidende Portraitoptionen zur Verfügung.

Ich muss mich also entscheiden, welche Bildwirkung möchte ich haben, eher Nahaufnahmen mit Tele, und wenn ja, eher die maximal freigestellten mit Festbrennweite oder die geknipsten mit Zoom, oder die etwas atmosphärischeren Bilder mit Standardobjektiv, die mehr Umgebung mit einbeziehen und/oder näher dran sind, und da auch wieder, Festbrennweite oder Zoom.
Und ob es besser zu händeln ist, zwei Kameras ständig bereit zu halten, oder sich mit einer auf bestimmte Blickwinkel zu beschränken, oder mit einer doch etwas häufiger die Objektive zu wechseln (wie ich es zum Beispiel im LaPaDU beim Usertreff gemacht habe).

Ich habe tatsächlich noch mehr Objektive als diese vier, hab die aber schonmal als Vorauswahl getroffen, um mich nicht zu sehr selber zu verwirren, und weil die mir doch als am geeignetsten erscheinen. Oder war die Vorauswahl ungünstig?

Vielleicht mag mir da ja mal jemand noch etwas zusätzlichen Input geben, oder mich beruhigen, dass ich mir zuviel Gedanken mache und sich das letztendlich von allein alles ergibt, oder mir noch mehr geeignete Kombis vorstellen, oder wie auch immer.
Oder es einfach nur lesen, dann danke fürs Zuhören. Vielleicht sortiert sich das ja von allein, dadurch dass ich das aufgeschrieben habe.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #2
Hi Helena,

laaanger Text mit vielen Überlegungen.
Ich muss gestehen, ich habs nicht ganz gelesen :psst:

Ich würde definitiv immer beide Kameras verwenden.
Wenn Du diesen Luxus schon hast, ist das besser als Objektiv wechseln.

Meine Gedanken dazu sind ähnlich wie die Deinen:
An der 40D ein Weitwinkel, hab aber leider nichts von einem gelesen. Möglichst 18mm oder weniger.
Und an der 5D das 70-210 für die 'Portraits' mit mehr Freistellung.
So wärst Du für beide Situationen Portrait und Überblick/Gruppe bei ausreichend Licht gut gerüstet.
Wenns dunkler wird, müssen eh die Lichtstarken ran...

Ich hoffe, daß Dir diese Gedanken ein bischen helfen.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #3
Hi Günther,

jaa, verständlich, dass du es nicht ganz gelesen hast, mache Überlegungen drehen sich ja auch im Kreis.

Als weitwinkligere Optionen für die 40D habe ich das Tamron 17-35 2.8-4 (also das UWW der 5D), und das 18-55 II (ohne Stabi).
Tamron ist etwas lichtstärker, scheint mir die etwas bessere Bildqualität zu haben. 1mm WW wird wohl nicht so den Unterschied machen.
Canon hat den größeren Zoombereich und ich kann bis 25cm ran.

Ich frage mich nur, ob ich die Überblicksaufnahmen wirklich brauche, und die Aufnahmen nicht vielleicht besser werden, wenn ich mich auf einen Bereich konzentriere. Weil ich dann nicht ständig im Kopf umschalten muss.
Ungestellte Gruppenbilder sehen immer so nach blind draufhalten und oft langweilig aus. Und die gestellten macht ja eh wer anders.

Aber stimmt, wenn man den Luxus mit zwei Kameras hat, sollte man ihn eigentlich auch nutzen.

LG Helena
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #4
Wenn mit KB fotografiert wird würde ich zwei maximal drei Linsen mitnehmen:
50mm und ein lichtstarkes Portraitobjektiv also z.B. 85mm, bei dir also das 100er.

In der Kirche würde ich gar nicht fotografieren, da nervt es schon wenn man ständig einen Fotoapparat hört, bzw. hier wäre einen gute Systemkamera wg. der fehlenden Geräuschbelästigung im Vorteil.
Die Übersichtsbilder bei der Feier soll auch der andere Fotograf machen.
Sag das auch deiner Freundin das du nur nebenbei ein paar Fotos machst.

Konzentriere dich auf Portraitaufnahmen und lass die Leute gut aussehen. Fotografiere eher weniger damit du was von der Sache hast.


Es gab mal eine sehr schöne Zusammenfassung warum man lieber nicht bei Bekannten auf der Hochzeit fotografieren sollte.
Zusammengefasst:
Die Erwartungen sind hoch und man wird nicht bezahlt.
Man kommt nicht in Feierstimmung und bekommt trotzdem kein Geld.
Sind die Bilder nicht so toll wie sich das Paar es vorstellt hatte man Freunde und Geld auch keines. :rolleyes:
Der Tag war für den Arsch und die Nachbearbeitungszeit ist auch nicht ohne.

Überlegs dir noch mal. :D


Wenn ich heute zu einer Hochzeit gehen müsste und fotografieren müsste nähme ich die kleine X-Pro1 mit.
Da wird man nicht so sehr als Fotograf wahr genommen.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #5
Ich frage mich nur, ob ich die Überblicksaufnahmen wirklich brauche, und die Aufnahmen nicht vielleicht besser werden, wenn ich mich auf einen Bereich konzentriere. Weil ich dann nicht ständig im Kopf umschalten muss.
Ungestellte Gruppenbilder sehen immer so nach blind draufhalten und oft langweilig aus. Und die gestellten macht ja eh wer anders.

Hmmm...
Es kommt darauf an, ob Du den Kontext immer dabei haben willst, um die Fotos/Situation besser zu erlären.
Sprich: Raum in dem sich die Braut schön macht im Überblick und dann die Braut z.B. beim Schminken.
Fände ich sehr schön, weil es eben nicht nur ein kleiner Ausschnitt der Situation wäre. Es müssen ja nicht zwangsläufig viele Personen mit auf dem Bild sein.
Vielleicht ein Überblicksbild vorneweg und dann die Details.
Das wäre - denke ich - meine Herangehensweise.

Der Punkt von Peter ist sehr wichtig:
Bist Du als Gast oder als Fotografin dort unterwegs!
Es fällt mir auch schwer beides zu vereinen.
Entweder Fotos machen oder mitfeiern. Beides ist schwierig!
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #6
Nun ja, leider bin ich beides, Gast und Fotografin.
Blöde Situation, das Paar möchte mit möglichst Low-Budget auskommen, die Schwiegermutter hat eine Spiegelreflexkamera und soll die offiziellen Aufnahmen machen, der Braut gefällt der Bildstil der Schwiegermutter nicht, also hat sie mich gebeten, ebenfalls mit Ausrüstung zu kommen. Einen echten externen Fotografen möchte sie nicht bestellen, weil sie meint, bei so vielen Menschen im Bekanntenkreis, die das auch können, sei das überflüssig.
Meine Bilder gefallen ihr anscheinend ganz gut, als wir einmal gemeinsam einen Tagesausflug gemacht haben und ich so ein bisschen vor mich hin geknipst habe, gefielen ihr die Bilder so gut, dass sie sich sogar eins auf Leinwand gedruckt hat, und ein anderes seit Ewigkeiten als Profilbild in einem sozialen Netzwerk verwendet.
Und da ich schon letztes Jahr zugesagt habe, komme ich da wohl nicht mehr raus. :D

Hmm ok, so ein Kontext dabei ist schon etwas feines, das stimmt.

Gibt es noch weitere Meinungen?
Zusammengefasst würde Günther zu zwei Kameras und bei ausreichend Licht Zooms tendieren, Peter eher zu nur einer und den Festbrennweiten?
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #7
Ich würde vielleicht den Kompromiss machen:
Den ganzen Tag dabei als Fotografin, aber bei der Feier selbst dann nur eine Kamera mit einem Objektiv und nur zwischendurch mal knipsen. Sonst warst Du danach gefühlt nicht mit dabei...
Das muss ihnen klar sein, entweder jemand der nur fotografiert oder jemand der mitfeiert. Kann keiner aus dem ferneren Bekanntenkreis Fotos machen?
Das ewige Dilemma :eek:
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #8
Die Erwartungen sind hoch und man wird nicht bezahlt.
Man kommt nicht in Feierstimmung und bekommt trotzdem kein Geld.
Sind die Bilder nicht so toll wie sich das Paar es vorstellt hatte man Freunde und Geld auch keines. :rolleyes:
Der Tag war für den Arsch und die Nachbearbeitungszeit ist auch nicht ohne.

Dem kann ich nur zustimmen und habe ähnliche Erfahrungen :D

Selber würde ich mich bei Hochzeitsfotografie nicht freiwillig melden, das ist eine undankbare Aufgabe als Fotograf :psst:

Ein guter Kollege macht das nebenberuflich (auch für Geld) und bietet sich über seine Webseite auch an, oft höre ich seine Erlebnisse und
Geschichten mit allem drum und dran.....er rät mir auch immer davon ab falls ich mal so ein Angebot bekomme :D
Aber ich will Dir das hier ja auch garnicht ausreden....

Wenn Deine Bekannte sich um die "gestellten" Gruppenbilder kümmmert, dann konzentrier Dich einfach nur auf schöne Portraits, die passende
Ausrüstung hast Du ja dafür....würde hier die 5D mit dem 100mm/2,0 nehmen (notfalls zum Wechseln noch das 50mm/1,4) und beim 100/2,0
immer schön bei Offenblende bleiben, fertig :daumen:

Eine bessere Freistellung für Portraits bekommt man kaum und Du bist gleichzeitig für düstere Innenaufnahmen mit wenig Licht gewappnet ;)
Ruhig auch ISO1600 oder 3200 nehmen wenn nötig, das ist besser als ein unscharfes ISO800-Bild :D

Mit irgendwelchen weitwinkligen Aufnahmen (ob Gruppen oder nicht) würde ich mich nicht herumplagen, das kann man machen wenn man
auch eine Art Entschädigung für die ganze Arbeit bekommt....dann kann man auch Anweisungen geben und Gruppen zusammenstellen, etc.

Das Brautpaar weiss meist nicht was für eine Arbeit das alles ist, aber Du weisst wieviel Gedanken man sich über und während das Foto-
grafieren machen muss und wieviel Zeit einen gute Nachbearbeitungen in Anspruch nimmt, viel eigener Spass und Geselligkeit während der
Feier ist da kaum drin :eek:

Der besagte Kollege hat auch tagelang mit der Bildbearbeitung zu tun und beschäftigt sich da auch nicht mehr um jedes einzelne Bild sondern
lässt die meisten Bilder in LR mit derselben Einstellung entwickeln....aber OK, der hat auch eine ganz andere Bildanzahl nach jeder Hochzeit
(eine Speicherkarte is da garnix) :p



Viel Spass und gute Bilder wünsch ich Dir :daumen:











Gruss
JAN
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #9
Wär mir echt zu stressig!
Ansonsten - die Anregung kam schon z.B. von Jan:
Porträtausrüstung mit hochöffnender Festbrennweite.
Einerseits wäre es schön, ungestellt, unbemerkt Menschen einzufangen.
Andererseits: Wenn die Porträtierten nicht in die Kamera schauen
oder die Augen gar kaum zu sehen sind, wird es auch wieder schwierig.

Viel Glück!


_
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #10
Hallo Helena

Ich habe einiges an Erfahrung bei Hochzeitsfeiern, jezt gerade aber icht viel Zeit viel zu schreiben.Ich komme morgen nochmal in mehr Details hier darauf zurueckMein erster Tipp EINE Kamera und EIN bis maximal ZWEI Objektive
Die Kleinbildkamera und das 28-75 und dann das 50 1.4 oder das 100 2.0

Hochzeiten sind stressig fuer den Fotographen. Man darf nichts verpassen. Die Ringe werden nur einmal getauscht und der erste Kuss dauert nicht ewig.

Das 28-75 ist alles was du brauchst waehrend der Hochzeit. Nachher bei der Party oder wenn es dunkler wird, dann kann das 50ger rankommen, muss aber nicht .

Die 2te Kamera nur als Backup im Rucksack oder gar im Auto lassen. Wird nur gebraucht wenn die erste Probleme bereitet.

Morgen komme ich auf eine Vorgehensweise zurueck die ich dir vorschlagen wuerde.

Die Schwiegermutter als Fotographin ..... sag mir bitte ob ich direkt und ehrlich sein darf ehe ich hier weiterschreibe, ich will ja keinem auf die Fuesse treten.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #11
Hallo Helena,

also ich habe schon mehrere Hochzeiten photographiert und keine ganz schlechten Erfahrungen gemacht ... ist eben so, dass ich Photographieren nicht als so sehr stressig empfinde.

Zu den Objektiven ist ja alles (richtig) geschrieben worden.

Hast Du über ein Blitzgerät nachgedacht??;)

Nun sind Deine beiden Kameras zwar ausgesprochen ISO-stark ... die 5D ja ganz besonders .... aber Du erreichst mit Aufhellblitzen (nur Außenaufnahmen!) eine deutlich bessere Bildbrillanz, als ohne Blitzgerät. Die meisten Profis wissen das und nutzen deshalb auch bei gutem Tageslicht ein Blitzgerät für den Außenbereich. Man darf den Blitzanteil an der Belichtung natürlich nicht übertreiben.

Ich empfehle ein METZ Computerblitzgerät:

Arbeitsblende vorwählen und Kamera auf Zeitautomatik
AL-Belichtung bei (-0,5 /-0,7) einpegeln.
Blitzsynchronzeit beachten (5D = 1/250s 40D = 1/200s)
Wenn die AL Verschlusszeit zu nahe an die Synchronzeit kommt, entweder Arbeitsblende wechseln oder mit den ISOs ausgleichen.
Den METZ (oder anderes Automatik Blitzgerät) solltest Du dann i.d.R wirklich automatisch arbeiten lassen können.

So erreichst Du brillante Aufnahmen mit gut ausgeleuchteten Gesichtern und Glanzlichtern in den Augen (keine Probleme mit Gesichtsschatten) und eine ganz leicht abgedunkelte Umgebung (HG).;) Der Nachbearbeitungsaufwand solcher Aufnahmen ist dann minimal oder ganz unnötig.

Probier das (vorher) mal aus!;)

Grüße

Klaus
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #12
Hallo zusammen.
Vielen Dank euch für eure weiteren Antworten.

Also die Info, die ich von der Braut bekommen habe, ist folgende:

also ich fände es ganz toll wenn du einfach tolle ungestellte Schnappschüsse machen könntest das gestellte wird meine schwiegermutter schon erledigen (jetzt schon genervt bin) also ich freue mich, wenn du einfach ein bißchen rumflitzt und nimmst was dir vor die Linse kommt. vor allem auch nicht nur uns sondern auch unsere Gäste die wir noch nie so alle auf einem Haufen hatten hilft dir das weiter?

Hier sind ja noch einmal ganz unterschiedliche Vorgehensweisen zur Sprache gekommen, die Essenz, die ich letztendlich daraus ziehe, ist eben, jeder Fotograf hat seine individuellen Gewohnheiten und Vorlieben, ob sich nun beispielsweise eine Festbrennweite im leichten Telebereich eher anbietet oder ein lichtstarkes Standardzoom. Mit dem Zoom würde ich vermutlich andere Ergebnisse erhalten, nämlich Gäste, wie sie in Grüppchen zusammenstehen, oder Portraits, die aus recht naher Entfernung entstehen, als mit dem 100er, mit dem ich Portraits aus mittlerem Abstand erhalte oder Ganzkörperaufnahmen aus ziemlich weiter Entfernung.
Der weitere Winkel des Zooms lässt den Betrachter der Bilder natürlich perspektivisch eher mitten im Geschehen sein. Allerdings müsste ich dafür eben genau das sein, ständig mittendrin, und dann wird es vielleicht tatsächlich auf Dauer anstrengend, so präsent zu sein. Fotografieren aus einem gewissen Abstand könnte ich hingegen den ganzen Tag, das finde ich eher entspannend als anstrengend.

Jan, die von dir genannte Vorgehensweise, einfach mit dem 100er schöne Portraits, sagt mir persönlich glaube ich am Meisten zu. Damit kann ich die Gesichtsausdrücke schön groß einfangen und das macht die Bilder wohl interessanter, als wenn mehr drauf ist. Und ich habe halt einen bequemen Arbeitsabstand.

Der von dir genannte Punkt, dass die Bilder hinterher auch noch entwickelt werden müssen und die liebe Braut als Laie das nicht wirklich abschätzen kann, kommt natürlich auch noch hinzu.
Wiederum ist bearbeiten etwas, das ich zwar prinzipiell gerne tue, aber nicht bei hunderten von Bildern, die sich technisch nicht groß voneinander unterscheiden. Da werde ich vielleicht auch nur wenige einzeln vornehmen und dann die Einstellungen fleißig kopieren. :D

Dan, du bist dir zumindest mit den anderen einig, dass ich wohl nicht zuviel Ausrüstung direkt in der Hand haben sollte.
Allerdings, wie oben geschrieben, tendiere ich mittlerweile doch eher zu der Festbrennweitenlösung. Auch, weil ich nicht zu aufdringlich und nah heranmöchte.
Ich habe das einmal bei der Hochzeit einer Verwandten erlebt, wo ich nur Gast war. Dort war ein Profifotograf, der wirklich alles Geschütz aufgefahren hat. Entfesselt blitzen mit zwei Blitzen, wovon einer im Raum lag, der andere von einem Assisten gehalten wurde, und halt ständig präsent sein, mit einem 24-70 Zoom an Kleinbild.
Ich bezweifle nicht, dass die Fotos großartig geworden sind, allerdings hat es teilweise extrem von der Hochzeit abgelenkt, und es wirkte eher so, als sei die Zeremonie Nebensache, und das Shooting die Hauptaktion. Zumindest mich hat es sehr gefesselt, was sie da getan haben.
Aber so aktiv eingreifen und soo dicht dran sein entspricht irgendwie nicht meiner Gewohnheit, ich stelle mich eher mal etwas an den Rand und schaue nur. Und so möchte ich auch fotografieren.

Oder sollte ich da tatsächlich einmal über meinen Schatten springen und mich trauen, dichter ranzugehen? Aber ich denke mal, das Ergebnis wird besser, wenn ich meinen Gewohnheiten treu bleibe, weil ich sonst die ganze Zeit mit der neuen Situation abgelenkt bin, oder? Was denkt ihr?

Auf deine Vorgehensweise bin ich natürlich trotzdem sehr neugierig, wenn du sie noch erläutern möchtest. :)
Die Braut habe ich ja schon zitiert, es geht also primär nicht nur um diese Momente wie Ringtausch oder Kuss, sondern vor allem auch um die Gäste, die da sind, und die teils aus ganz Deutschland anreisen und sie sie nur selten sieht.

Klaus, ein Metz Computerblitzgerät habe ich ja tatsächlich. :)
Ich werde es auch mitnehmen und dann vor Ort schauen, ob ich die Lichtverhältnisse gerne optimieren möchte.
An sich blitze ich nicht so gerne, weil ich wenig Routine habe, auch wenn ich grundsätzlich weiß, was ich einstellen würde (auch dank diesem Forum und den Metz Threads). Und es macht die Kamera auf Dauer noch einmal um einiges unhandlicher.
(Das mit den Synchronzeiten ist m.W. umgekehrt, 40D 1/250s und 5D 1/200. Vielleicht schaue ich sicherheitshalber noch einmal nach, bevor ich an der falschen Kamera die 1/250 habe. )

Und dann eben wieder dieser Punkt, ich stehe lieber recht unauffällig dabei und meine Fotoaktionen gehen im Gewimmel unter, und blitzen fällt natürlich sehr auf.

Zum Punkt, dass du Fotographieren nicht so sehr stressig findest, bei mir kommt es drauf an. Wenn ich dicht vor den Leuten stehe und sie animieren muss, finde ich es schon stressig, wenn ich einfach nur schaue, wovon ich gerne Bilder hätte und was sich festzuhalten lohnt, ohne dass ich als Person im Mittelpunkt stehe, dann gibt es kaum etwas, das ich entspannender fände.

Soo, ich denke mal, ich packe den größten Teil der Ausrüstung als Backup in den Rucksack, und nehme die Kamera plus 100er und das 50er zum Wechseln direkt am Körper (und Akku+Speicherkarte), falls die Strategie gar nicht aufgeht, kann ich mich ja immer noch kurz zum Rucksack verziehen und umrüsten.
Am Morgen der Hochzeit werde ich vielleicht auch noch einmal Details über den Ablauf erfahren und den Ort kennenlernen, je nachdem kann ich ja dann spontan die Strategie ändern und mich für zwei andere Objektive entscheiden.
Vielleicht auch wetterabhängig.

Aber die FB mag ich von allen Objektiven am liebsten, die anderen sind eher Mittel zum Zweck, und ich bin der Überzeugung, dass Fotos am besten werden, wenn man wirklich mit Leidenschaft dabei ist und eins mit seiner Ausrüstung. :D

LG Helena
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #13
Helena,

Gast und gleichzeitig Fotograph auf einer Hochzeit, das passt sehr schlecht zusammen. Ich sage das nicht hier speziel fuer dich sondern eher noch fuer die fotographierende Schwiegermutter. Bei mir als Braeutigam waere das ein totaler NoGo.
Sprich vieleicht am Besten einmal mit deiner Freundin was genaus sie unter "gestellten Bildern" und "Schnappschuesse" versteht.

Wenn du dich wirklich nur unters Volk mischen sollst um die Gaeste ungezwungen abzulichten dann ist alles OK. Dann kanns du so vorgehen wie du vorhast. Macht die Schiegermutter aber nur die gestellten Gruppenbilder mit dem Paar und der Familie nach der Zeremonie, und du sollst dann den Rest machen, dann ist das was ganz anderes.

Erfahrungsgemaess sind Muetter sehr geruert wenn ihr Sohn seiner Zukuenftigen das JA Wort gibt und da kann schon mal das eine oder andere Bild nicht emacht werden, der Aufregung wegen. Deshalb ist eine Diskussion vorab sehr wichtig um genau die Erwartungen deiner Schnappschuesse klar zu stellen, nicht dass du nachher eine EXfreundin hast . Das geht leider schneller und oefter als man glaubt.

Mit stressig wollte ich sagen dass man auf der Hut sein muss um nichts zu verpassen, speziel beim ofiziellen Teil. Vorher abklaeren wie es laeuft, und dem Brautpar sagen dass sie beim Ringetausch, und beim Unterschreiben dir auch Zeit geben Fotos zu machen auch mal zu dier in die Kamera schauen. Zuoft hoert man nachher " Ich hatte mir eigendlich andere Bilder vorgestellt " Das Paar hat sich aber auch nicht darum gekuemmert einmal in die Kamera zu schauen und alles sehr schnell abgewickelt.


Ich hatte einmal so eine Situation in Frankreich bei einer Hochzeit. Die ganze Zeremonie im Rathaus hat nur 20 Minuten gedauert. Und beide waren linkshaender sodass ich bei den Unterschriften zuerst falsch stand. Seitdem erkundige ich mich immer vorher danach. Einige Paare geben sich einen innigen Kuss, andere eher ein Minikuesschen und da muss du darauf gefasst sein und bereit sein den nicht zu verpassen. Bei dieser Hochzeit hat die Braut nur ein einziges Mal gelaechelt und bei allen Gruppenfotos immer sehr ernst geschaut. Ich habe ihr "Laecheln" oft klonen muessen um nachher keine schlechten Kommentare zu bekommen. Das Feedback war auch dementsprechend. " Ich hatte noch nie so schoene Fotos wo ich so oft gelaechelt habe. Wir sind sehr zufrieden mit den Bildern. "

Blitz ist ein Muss. Mit einem Metzschaetzchen bist du gut geruestet. Probier vorher zu Hause oder mit Freunden ( Ruhrpottstammtisch ?? ) ein wenig aus und merk dir die Einstellungen mit denen du das beste Resultat erziehlst.

Ich wills dir nicht Bange machen, aber erkundige dich genau und sei gut vorbereitet.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #14
Hallo Dan, vielen Dank für deine ergänzenden Erfahrungen.

8 Tage sind es noch bis zur Hochzeit. Die Hochzeit ist diesmal nur kirchlich, standesamtlich sind sie schon verheiratet.
Was die Schwiegermutter tatsächlich fotografieren möchte, kann ich ja bei Gelegenheit noch einmal erfragen.

Gestern war ich auf einem Familiengeburtstag einer Tante. Mein Onkel hatte sich als Strategie überlegt, um Fotos zu bekommen, einfach eine 5D II mit Blitz und 50er auf den Tisch zu stellen und uns darüber zu informieren, dass wir uns das Ding schnappen und Bilder machen sollen.

Erkenntnisse daraus:


  • Auch eine interessante Strategie, wenn man selber keine Fotos machen möchte und trotzdem sicherstellen, dass es welche gibt. Es hat jedenfalls funktioniert, es wurden sehr viele schöne Bilder gemacht.
  • Helena kann nicht ohne fotografieren, auch wenn sie nicht muss. Jedenfalls nicht, wenn es etwas aus der 5D Familie ist, das da rumsteht.
  • Die Königin 5D die Jüngere, zweite ihres Namens, ist eine tolle Kamera. Liegt genauso schön wie meine 5D in der Hand, lässt sich auch intuitiv bedienen, wenn man die Vorgängerin kennt, und setzt in Sachen Low-Light-Fähigkeiten noch einmal eine Schippe drauf. Hach, ich bin immer noch ganz begeistert. Für ein paar Stunden war die wie an mir angewachsen, nachdem ich mich ihr vorsichtig bewundernd genähert habe.
  • Ich habe neue Erkenntnisse zum Blitzen sammeln können. Zu Beginn, als eine widerliche Mischlicht-Situation da war aus hässlichem Deckenlicht und Tageslicht, konnte der Blitz die Bilder sehr aufwerten. Dann habe ich den Blitz eine Zeitlang ausgeschaltet, und schöne Stimmungsbilder mit recht offener Blende und hoher Iso (oft auch Iso 4000 genutzt, die ich nun an meiner noch gar nicht habe) gemacht. Zu später Stunde, als die Stimmung ausgelassener wurde, habe ich dann den Blitz wieder zugeschaltet. Iso aber recht hoch (1600) gelassen, damit der Blitz nicht zu grell wurde, aber Bewegungen bei albernen Tänzen gut eingefroren wurden und der Blitz bei Gruppenbildern (alle fallen sich in die Arme und grinsen in die Kamera) schnell wieder schussbereit war.
  • Mit Blitz fällt man natürlich eher als Fotograf auf, ohne Blitz kann man schön unauffällig ein bisschen herumspielen und unbeobachtete Momente einfangen. Beides war je nach Situation angemessen.
  • 50mm ist eine sehr feine universelle Brennweite, die ich definitiv auch sehr häufig einsetzen werde. Mein Onkel hat sich da sicher auch etwas bei gedacht, als er die drangemacht hat. Und selbst bei Gruppenbildern um Mitternacht war es kein Problem. Einfach sagen, Leute, rückt mal ein bisschen zusammen, damit ihr alle aufs Foto passt, und schon wird die Stimmung noch ein bisschen fröhlicher.
  • Auch wenn ein Geburtstag keine Hochzeit ist, war es auf jeden Fall hilfreich, da ein bisschen herumspielen zu können. Vielleicht erzählt mir meine Tante ja sogar noch, wie ihr die Bilder gefallen, die ich mit der Kamera ihres Mannes gemacht habe, dann habe ich noch einmal Feedback, welche Bilder am besten ankommen.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #15
So, vielleicht interessiert es ja jemanden, wie es nun tatsächlich ablief.

Angereist bin ich mit so ziemlich allem, was ich oben aufgezählt habe.
Am Vorabend habe ich dann in der Ferienwohnung noch einmal alles getestet. Ergebnis: Der Blitz streikt, hat zwar ausgelöst, aber immer viel zu schwach belichtet, auch nach Batteriewechsel (inzwischen geht er übrigens wieder, habe mehrmals die Modi gewechselt, manuell und alle Automatikblenden durch, und jedesmal von Hand ausgelöst, bis er zu dem Schluss kam, doch wieder funktionieren zu wollen).
Im Nachhinein betrachtet war das aber nicht so schlimm, ich war ohnehin nie in der Situation, dass ich blitzen wollte, es hätte einfach nicht gepasst, ohne dass ich mir störend vorgekommen wäre.

Vormittags haben wir das Brautpaar besucht, und ich habe ein paar Bilder vom Frisieren, den besten Freundinnen und den Kindern, die dort herumliefen, gemacht, dabei hatte ich das 28-75 drauf.
Dann in der Kirche erst ein paar Komplettaufnahmen mit dem 17-35, anschließend gewechselt und mit dem 100er ein paar Portraits, dann aufgehört, weil der Pfarrer keine Störungen bei der Zeremonie haben wollte. Dann wurde ich leider überrascht, dass ich beim Rausgehen doch wieder durfte, hatte noch das 100er drauf und damit ein paar halbherzige, viel zu nahe Bilder gemacht.
Draußen trat dann die Schwiegermutter-Fotografin in Aktion, arrangierte Gruppenbilder, während ich Schnappschuss-Portraits und spielende Kinder, weiterhin mit dem 100er, aufgenommen habe. Dabei habe ich auch einen netten Spontanschuss, wie eine ältere Dame mit Hund, die die komplette Zeremonie lang vor der Kirche herumgelungert hat, den Bräutigam zum Gratulieren halb erdrücken wollte, nachdem sie ihm ihre Lebensgeschichte erzählt hatte (niemand kannte sie).

Bei der Feier (im Freien) hatte ich dann zunächst weiterhin das 100er drauf, habe Kinder verfolgen müssen, die sich einen Spaß daraus machten, mich zu berühren und dann so schnell wegzurennen, dass ich kaum ein Foto machen konnte..
Und natürlich auch Gäste und Cateringservice und Essen usw aufgenommen.

Irgendwann wurden mir 100mm zu lang, und ich habe auf 50mm gewechselt.
Frau Schwiegermutter ist dann wohl auch aufgefallen, dass ich eine recht große Kamera habe und mehrere Objektive, und sie fragte mich, ob ich das professionell mache. Und sie hat mich noch gebeten, speziell von ihr auch Bilder zu machen, weil sie immer selber die Fotografin ist und nie draufkommt. :D

Mit dem 50er bin ich weiter herumgelaufen und habe nach Schnappschussmotiven gesucht.
In der Zwischenzeit spielten einige Gäste draußen Fußball. Da habe ich mir dann die 40D mit dem 70-210 genommen (die ich eigentlich einem Bekannten ausgeliehen habe, der explizit das Tele haben wollte, aber letztendlich war er doch nicht so motiviert und die Kamera lag herum) und ein bisschen Sportfotografie betrieben.

Danach war es schon fast dunkel, die Feier wurde nach drinnen verlagert, und es gab ein privates Konzert. Da konnte ich dann (unter etwas grenzwertigen Lichtbedingungen, 1/60s, f/1.6, Iso 3200, um das zu illustrieren) prima Bilder von den Musikern und den begeistert tanzenden Kindern machen.
Und vom zuhörenden Brautpaar, Gästen, die neugierig die Instrumente in die Hand nahmen, die Elternpaare des Brautpaares, die sich angeregt unterhielten, usw.

Und dann von der fleißig knipsenden Schwiegermutter, die ganz engagiert alle aufs Sofa kommandierte grüppchenweise, um noch einmal Gruppenbilder zu machen.
Da bekam ich dann auch mal ihre Kamera in die Hand gedrückt, dass sie auch mit auf eines der Bilder konnte.

Ich denke, wir haben uns prima ergänzt, sie viel mit Blitzeinsatz und mittlerem Weitwinkel, ich mit meinen Festbrennweiten ziemlich weit offen und ohne Blitz. :)

Und vergessen wir mein ganzes Geschwafel von wegen, das 100er ist die beste Wahl. 50mm liegt mir tatsächlich doch mehr, im Prinzip hätte ich auch kein anderes Objektiv gebraucht und alles damit abdecken können.
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #16
So, vielleicht interessiert es ja jemanden, wie es nun tatsächlich ablief.

Tut es! Spannende Erzählung über einen ereignisreichen Tag! :daumen:

Sofern Du darfst, könntest Du ja vielleicht auch ein / zwei Aufnahmen einstellen? ;)

Grüße,
Oz
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #17
Ich kann das Brautpaar mal fragen, aber das wird noch ein bisschen dauern, die Bilder gehen nämlich per Post auf DVD an die Beiden. :)
Aber vielleicht bekomme ich ja für das eine oder andere Foto die Erlaubnis. :daumen:
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #18
Danke für diesen "Abschlussbericht" :daumen:

Ob mit 100mm oder 50mm Brennweite, das kann je nach Hochzeit und Gäste wieder wechseln, ist halt auch der Unterschied
wie nah man an die Personen drankommt ;)
Mit einem 100´er kann man weiter weg bleiben und damit unauffälliger sein um "ungestellte" Gesichtsausdrücke einzufangen,
mit dem 50´er muss man schon etwas näher heran und wird meist doch bemerkt, dann gibts hin-und-wieder auch mal ein
"aufgesetztes" Lächeln für die Kamera :p

Egal, wichtig ist womit Du am besten klarkommst und bei welcher Entfernung beim Fotografieren Du Dich wohler fühlst, hängt
ja auch davon ab wie gut und wieviele der Gäste man kennt ;)









Gruss
JAN
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #19
Es ist ja nicht so, als wären bei 100mm gar keine Bilder entstanden.
Ich habe gerade gezählt, 78 sind es, und ich denke mal, die Zahl derer, die bei anderen Brennweiten viel weniger interessant wirken würden, ist schon zweistellig.
Und auch die Entfernungsbilder mit dem Tele am Crop sind sicher eine hochinteressante Ergänzung. Und bei den WW-Bildern ist vielleicht 1 oder 2, die ich wirklich mag. Aber auch bei der geringen Zahl, wenn die nicht entstanden wären, wäre es auch schade.

Dennoch hätte ich, wenn mir das Objektiv wechseln tatsächlich zu stressig gewesen wäre oder ich Gewicht sparen wollte, ganz klar die 50mm gewählt.
Übrigens bin ich da in der praktischen Anwendung den Mittelweg gegangen aus näher ran und mehr drauf im Vergleich zu 100mm. Das war nämlich das, was mich bei dessen Anwendung störte: Ich wollte für eine schönere Perspektive näher ran, konnte aber nicht, weil mir der Ausschnitt so schon deutlich zu eng war. :D
 
  • Ausrüstung als "Schnappschussfotografin" bei Hochzeit Beitrag #20
Der Pfarrer wollte keine Störungen bei der Zeremonie haben .... ???
Wow , Da habe ich ja richtig Glück gehabt bis jetzt. Sowas ist mir noch nie unter gekommen. Keine Fotos von der Hochzeitszeremonie........ alo sowa habe ich ja noch nie gehört.

Ich bin ganz mot einverstanden dass da keine 5 Fotografen rumlaufen sollen, ganz klar, aber EINER , der vo Brautpaar beauftragt wurde, der sollte das doch machen dürfen.

Ich spreche normalerweise, wenn das nicht schon vom Brautpaar gemacht wurde, immer vorab mit dem Pfarrer, um ihn darüber zu informieren dass das Brautpaar mich beauftragt hat Fotos von der Hochzeitszeremonie zu machen. Ich versichere ihm natürlich dass ich ihn in keinster Weise stören werde... (...) Bis jetzt habe ich noch nie Probleme damit gehabt.

Ich kann mich sogar erinnern, das war bei der Taufe meiner jüngsten Tochter, wo ein guter Freund, bei dem ich die Fotographie erlernt habe, die Fotos gemacht hat, und der Pfarrer hat Regisseur bei der Zeremonie gespielt ....

" Stop, bitte so stehn bleiben... Fotograph, mach jetzt schöne Bilder, die werden gut.....OK ?? Gut dann last uns weitermachen ...... Jetzt bitte zum Fotographen schauen damit der auch Bilder machen kann ....."

Das war schon ulkig, und sehr ungezwungen, und die Bilder waren wirklich sehr schön nachher.

Vielen Dank für deinen Bericht Helena.
 
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