Danke Klaus
Die Härte von Messerklingen wird in HRC- "Rockwellhärte" nach Prüfverfahren "Scale" C gemessen bzw. (nicht zerstörungsfrei) ermittelt.
Das hat eigentlich nichts mit "Grad" zu tun

und ist auch falsch.
Die Einheit heißt simpel z.B. HRC 57 "Hardness Rockwell 57"
OK, das "Grad"-Zeichen ist dann wohl überflüssig

Da es einige Webseiten so einsetzen hab ich es auch verwendet, ist anscheinend ähnlich wie Vollformat und Kleinbildformat, bei beiden Bezeichnungen
weiss man aber was gemeint ist
Bei den Messerklingen ist maximale Härte übrigens nicht immer das Ziel.
Härte und Zähigkeit widersprechen sich leider sehr. Die härtesten Klingen der Welt leiden eigentlich alle unter gleichzeitiger Sprödigkeit (Brüchigkeit)
Die Kunst ist, beides in eine sinnvolle Relation zu bringen, wobei dem Härten der Klinge eine besondere Rolle zukommt (sehr gut im Video gezeigt!)
Das ist korrekt, der Nachteil ist das bei zunehmender Härte das Material auch spröder und bruchempfindlicher wird, aaaaaber das gleichen die Klingen-
hersteller wieder dadurch aus indem sie diesen sehr harten Stahl nicht allein für die komplette Klinge verwenden sondern ihn mit anderem unempfindlich-
eren Stahl der andere Eigenschaften besitzt, "ummanteln"
Bei meinem härtesten "HRC 66" Santoku von Firma XY ist auch nur der Klingenkern, bzw. die Schneide so hart, nicht die gesamte Klinge, dort ist auch
stossunempfindlicher und rostfreier Stahl drauflaminiert worden.
Oft ist es nämlich so das die Klingenstähle mit mehr Kohlenstoffanteil auch nicht mehr rostfrei sind
(wie einige Windmühlenmesser), diese Klingen lassen
sich prima schärfen und sind auch hart und langlebig, dafür sind sie rostanfällig
(wegen fehlendem Chromanteil), entwickeln aber eine Art Oberflächen-
Patina und sehen optisch dann nicht mehr so schön aus....für die Hausfrau zumindest, mir isses egal
(ich mag mein Windmühlenmesser)
Ein weiters gutes Beispiel sind diese häufig im Handel erhältlichen
(und angeblichen) "Damaszener"-Messer
(auch Damaststahl genannt) !
Die meisten Messer haben nämlich keine komplette Damastklinge sondern sind damit nur "tapeziert" und nicht durchgeschmiedet

Mein oben abgebildetes Taschenmesser ist auch so aufgebaut. In der Mitte befindet sich z.B. ein sehr guter Messerstahl wie "VG10" und die Seiten sind
aus optischen Gründen mit Damaszenerstahl laminiert worden

Ein richtiges Damaszenermesser kostet einige hundert Euros aufwärts weil die Produktion/Herstellung wirklich arbeitsaufwendig ist

Ein kleines Taschenmesser würde so locker mal 300-400€ kosten, grössere Kochmesser gehen dann teilweise schon in den 4-stelligen Bereich rein
...das nur mal zum Nachdenken wenn im Supermarkt mal wieder ein "Damszener-Kochmesser-Set" für 20€ im Grabbeltisch liegen
Ich behaupte aber trotzdem mal kühn, dass man mit modernen Methoden dann doch mal den besseren Stahl erzeugen kann .... und viel preiswerter
natürlich auch ... bei aller Liebe zur Tradition!:daumen:
Reiner Damaszenerstahl is schon was feines und von den Eigenschaften nicht nur für Liebhaber, aber sie brauchen viel mehr Pflege. Leider ist die heutige
Hausfrau und einige Hausmänner aber nicht gewillt soviel Zeit für Messerpflege oder Aufwand nur für´s Küchenwerkzeug zu investieren
(schnelllebige Zeit) 
Die grossen Klingenhersteller kombinieren eben mehrere Stähle um ein klasse Messer mit tollen Eigenschaften herzustellen

Von Keramikmessern will ich noch nichtmal reden, die sind auch nicht so toll wie die Hersteller es anfangs beworben haben, für mich haben die mehr Nachteile
als Vorteile und kommen mir nicht ins Haus
Gruss
JAN
