Auf Messers Schneide

Diskutiere Auf Messers Schneide im Makro Forum im Bereich Bildbesprechungen; Aufgrund meines letzten Messerschärfe-Fred´s hab ich nun mal eine vergrösserte Aufnahme einer scharfen und einer relativ stumpfen Messerklinge...
  • Auf Messers Schneide Beitrag #1
Janni
Janni
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9.235
Aufgrund meines letzten Messerschärfe-Fred´s hab ich nun mal eine vergrösserte Aufnahme
einer scharfen und einer relativ stumpfen Messerklinge gemacht ;)



#1 - Die Klinge des scharfen Taschenmessers
01.jpg








#2 - Etwas vergrössert aufgenommen (der markierte Bereich aus Bild 1)
02.jpg









#3 - Und nochmal grösser (der markierte Bereich aus Bild 2)
03.jpg









#4 - Hier mal im Vergleich eine recht stumpfe Klinge bei gleich grossem Ausschnitt, bzw. ABM ;)
Damit lässt sich zwar noch Gemüse schneiden, bei Tomaten muss man dafür schon leicht sägende
Bewegungen machen, und das geht nun mal garnicht :D
Gut zu sehen wie "zerklüftet" die Schneide ist und einen "Grat" kann man auch gut erkennen :eek:
04.jpg












Gruss
JAN
 
  • Auf Messers Schneide Beitrag #2
Ganz schön scharfe Bilder.:klatschen:

Interessante Angelegenheit, über die ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht habe (auch der letzte Fred mit dem Schleifen).
Mein schärfstes Utensil in der Küche ist meiner Meinung nach ein Suppenlöffel :eek:
Vielleicht sollte ich mir das Leben auch mal mit frisch geschliffenen Messer leichter machen.
 
  • Auf Messers Schneide Beitrag #3
Vielleicht sollte ich mir das Leben auch mal mit frisch geschliffenen Messer leichter machen.

Mit scharfen Messern macht das Schneiden in der Küche auch viel mehr Freude weil es einfach
leichter und schneller geht :daumen:
Ein gutes Beispiel ist das Zwiebelschneiden, mit leicht stumpfen Messern zerquetscht man die
einzelnen Zellstrukturen und die beissende Flüssigkeit wird beim Schneiden regelrecht hinaus-
katapultiert und die Augen tränen :eek:
Mit normalen scharfen Messern ist das schon wesentlich besser aber dennoch werden zuviele
Zellen etwas gequetscht....nimmt man mal ein sehr dünn ausgeschliffenes Messer oder eine
Rasierklinge werden nur ganz wenige Zellen beim Zwiebelschneiden verletzt und man bekommt
dabei fast kaum noch tränende Augen ;)


Zusätzlich zum oberen Eröffnungsfred muss ich aber noch Folgendes dazu sagen :

Der Klingenstahl des stumpfen Messers auf Bild 4 hat auch nur "normale" Küchenqualität und
gegenüber guten Messern ist er relativ weich (ca. 54-56° HRC).
Hochwertigere Küchen- oder Kochmesser haben härtere Stähle (ca. 58-61° HRC) und halten
die Schärfe auch viel länger. Auch spielt die Zusammensetzung des Stahls eine grosse Rolle,
dadurch lassen sich z.B. Stähle mit mehr Kohlenstoffanteil (Carbonstahl) auch viel dünner
und im spitzeren Winkel ausschleifen da das Gefüge feiner ist :daumen:
Den härtesten Stahl gibt es bei einer sehr bekannten Marke von Küchenmessern (die jeder
kennt und sicherlich eins in der Küchenschublade hat)
, diese Messer (einer bestimmten Serie)
bestehen u.a. aus einem Pulverstahl (M66) und sie sind mit einer Härte von 66° HRC bisher
die härtesten Messer die es überhaupt zu kaufen gibt...(nun ratet mal wer auch so ein grosses
Kochmesser dieser Marke in der Küche hat)
:D










Gruss
JAN
 
  • Auf Messers Schneide Beitrag #4
Hallo Jan,

mal danke für die Aufnahmen und die Erläuterungen dazu.
Wo ich oben die "hübschen" Maserungen im Schliffbild der Klinge sehe,
fiel mir doch gerade ein nettes Video zum Thema ein, wie Damszener-
Klingen geschmiedet werden.
Diese Maserungen entstehen, wenn viele Lagen Mangan- und Nickelstahl immer wieder gefaltet und neu ausgeschmiedet werden.

Hier wird's schön gezeigt. Leider sind die Erläuterungen des Machers nicht immer fachlich richtig ...:eek: Schön gemacht ist's aber:daumen:;)



Die Härte von Messerklingen wird in HRC- "Rockwellhärte" nach Prüfverfahren "Scale" C gemessen bzw. (nicht zerstörungsfrei) ermittelt.
Das hat eigentlich nichts mit "Grad" zu tun;) und ist auch falsch.
Die Einheit heißt simpel z.B. HRC 57 "Hardness Rockwell 57"



Hier wird leider auch von GRAD Rockwell geschrieben:



Hier ist's richtrig:



Bei den Messerklingen ist maximale Härte übrigens nicht immer das Ziel.
Härte und Zähigkeit widersprechen sich leider sehr. Die härtesten Klingen der Welt leiden eigentlich alle unter gleichzeitiger Sprödigkeit (Brüchigkeit)
Die Kunst ist, beides in eine sinnvolle Relation zu bringen, wobei dem Härten der Klinge eine besondere Rolle zukommt (sehr gut im Video gezeigt!)

Ein interessantes Thema!:daumen:

Und noch ein sehr GOILES Video zum Thema!



Der Film beleuchtet mal, wie endlos mühselig es war, auch nur geringe Mengen Stahl zu produzieren, bevor Stahl im Konverter gefrischt werden konnte (erst Ende des 19. Jhdts. in großen Mengen möglich!)

Ich behaupte aber trotzdem mal kühn, dass man mit modernen Methoden dann doch mal den besseren Stahl erzeugen kann .... und viel preiswerter natürlich auch ... bei aller Liebe zur Tradition!:daumen:

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Auf Messers Schneide Beitrag #5
Danke Klaus :)

Die Härte von Messerklingen wird in HRC- "Rockwellhärte" nach Prüfverfahren "Scale" C gemessen bzw. (nicht zerstörungsfrei) ermittelt.
Das hat eigentlich nichts mit "Grad" zu tun;) und ist auch falsch.
Die Einheit heißt simpel z.B. HRC 57 "Hardness Rockwell 57"
OK, das "Grad"-Zeichen ist dann wohl überflüssig ;)
Da es einige Webseiten so einsetzen hab ich es auch verwendet, ist anscheinend ähnlich wie Vollformat und Kleinbildformat, bei beiden Bezeichnungen
weiss man aber was gemeint ist :p




Bei den Messerklingen ist maximale Härte übrigens nicht immer das Ziel.
Härte und Zähigkeit widersprechen sich leider sehr. Die härtesten Klingen der Welt leiden eigentlich alle unter gleichzeitiger Sprödigkeit (Brüchigkeit)
Die Kunst ist, beides in eine sinnvolle Relation zu bringen, wobei dem Härten der Klinge eine besondere Rolle zukommt (sehr gut im Video gezeigt!)
Das ist korrekt, der Nachteil ist das bei zunehmender Härte das Material auch spröder und bruchempfindlicher wird, aaaaaber das gleichen die Klingen-
hersteller wieder dadurch aus indem sie diesen sehr harten Stahl nicht allein für die komplette Klinge verwenden sondern ihn mit anderem unempfindlich-
eren Stahl der andere Eigenschaften besitzt, "ummanteln" ;)

Bei meinem härtesten "HRC 66" Santoku von Firma XY ist auch nur der Klingenkern, bzw. die Schneide so hart, nicht die gesamte Klinge, dort ist auch
stossunempfindlicher und rostfreier Stahl drauflaminiert worden.
Oft ist es nämlich so das die Klingenstähle mit mehr Kohlenstoffanteil auch nicht mehr rostfrei sind (wie einige Windmühlenmesser), diese Klingen lassen
sich prima schärfen und sind auch hart und langlebig, dafür sind sie rostanfällig (wegen fehlendem Chromanteil), entwickeln aber eine Art Oberflächen-
Patina und sehen optisch dann nicht mehr so schön aus....für die Hausfrau zumindest, mir isses egal (ich mag mein Windmühlenmesser) :p

Ein weiters gutes Beispiel sind diese häufig im Handel erhältlichen (und angeblichen) "Damaszener"-Messer (auch Damaststahl genannt) !
Die meisten Messer haben nämlich keine komplette Damastklinge sondern sind damit nur "tapeziert" und nicht durchgeschmiedet :D
Mein oben abgebildetes Taschenmesser ist auch so aufgebaut. In der Mitte befindet sich z.B. ein sehr guter Messerstahl wie "VG10" und die Seiten sind
aus optischen Gründen mit Damaszenerstahl laminiert worden ;)
Ein richtiges Damaszenermesser kostet einige hundert Euros aufwärts weil die Produktion/Herstellung wirklich arbeitsaufwendig ist :eek:
Ein kleines Taschenmesser würde so locker mal 300-400€ kosten, grössere Kochmesser gehen dann teilweise schon in den 4-stelligen Bereich rein :p

...das nur mal zum Nachdenken wenn im Supermarkt mal wieder ein "Damszener-Kochmesser-Set" für 20€ im Grabbeltisch liegen :D






Ich behaupte aber trotzdem mal kühn, dass man mit modernen Methoden dann doch mal den besseren Stahl erzeugen kann .... und viel preiswerter
natürlich auch ... bei aller Liebe zur Tradition!:daumen:
Reiner Damaszenerstahl is schon was feines und von den Eigenschaften nicht nur für Liebhaber, aber sie brauchen viel mehr Pflege. Leider ist die heutige
Hausfrau und einige Hausmänner aber nicht gewillt soviel Zeit für Messerpflege oder Aufwand nur für´s Küchenwerkzeug zu investieren (schnelllebige Zeit) :eek:
Die grossen Klingenhersteller kombinieren eben mehrere Stähle um ein klasse Messer mit tollen Eigenschaften herzustellen ;)
Von Keramikmessern will ich noch nichtmal reden, die sind auch nicht so toll wie die Hersteller es anfangs beworben haben, für mich haben die mehr Nachteile
als Vorteile und kommen mir nicht ins Haus :cool:











Gruss
JAN
 
  • Auf Messers Schneide Beitrag #6
Lehrreich, lehrreich, vielen Dank!
Der Samuraischwert-Film vom ARTE ist Klasse! :daumen:
(gestern Nacht als Betthupferl geschaut)
 
Thema:

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