Ich stimme Dir da uneingeschränkt zu. Aber das darf nicht dazu führen, dadurch bedingte Nachteile wegzureden.
Andreas,
Nachteile (Stichwort: "eigentlich ein optisches Unding...") sind es dann, wenn sie jenseits einer theoretischen Erörterung spürbar werden. Wäre das in der Praxis eine dermaßen schwerwiegende Angelegenheit, so hätte der Hersteller sich nicht über einige Kameragenerationen daran gehalten.
Obwohl...bei Sigma weiß man nie...
Hättest Du Dir die Formeln angesehen, hättest Du bemerkt, das der Betrag der Versetzung vom Einfallswinkel abhängt.
Das setzt voraus, dass ich das nicht getan habe. Eine etwas bedachtere Formulierung hätte ich jetzt netter gefunden.
Der Strahlenkegel, der hinter dem Objektiv eine Punktabbildung macht, setzt sich nun aus Strahlen mit unterschiedlichem Einfallswinkel zusammen, das heißt: Die Strahlen treffen (mit Filter hinter der Hinterlinse) nicht mehr auf einem Punkt zusammen, sondern werden umso weiter versetzt, je weiter außen sie im Aperturkegel liegen (und je weiter sie am Bildrand liegen). Dadurch entsteht ein nicht zu korrigierender Punktabbildungsfehler, der umso größer ist, je größer die Blende und je dicker die planparallele Platte (Filter) ist und je weiter sie von der Bildebene entfernt angeordnet ist.
Alles schön und richtig. Wir könnten jetzt auch noch gerne die Wellenlängenabhägigkeit des Brechungsindex als verkomplizierende Komponente hinzunehmen.
Scherz beiseite.
Der Schrägeinfall ist sicherlich bei manchen kurzbrennweitigeren, einfachen optischen Konstruktionen nicht wegzudiskutieren. Bei anderen Linsen, z.b. den langen Beroflexen hingegen, ist er nur sehr marginal ausgeprägt. Weiterhin kommt hinzu, dass bei den neueren Sigma-Linsen, z.B. der Art-Linie, die dem nicht unproblematischen Sensor der SD1 (und auch anderen sehr hoch auflösenden Sensoren) gerecht werden, offenkundig bildseitig ein hoher Aufwand betrieben wird, um eine weitgehende Telezentrie zu gewährleisten.
Je weiter das Sperrfilter von der Bildebene entfernt ist, umso stärker laufen die Strahlen des Aperturkegels durch die Störung der planparallelen Platte auseinander. Es hat schon seinen Grund, warum alle anderen Kamerahersteller das IR-Sperrfilter direkt vor den Sensor setzen. In der Regel wird inzwischen aus selbigem Grund das Sperrfilter mit dem Sensorschutzglas kombiniert, so dass das zusätzliche Filter ganz wegfällt.
Das ist ein Punkt, in dem ich Dir voll zustimmen möchte. Wobei man da allerdings auch etwas ketzerisch anmerken könnte, dass bei all den "anderen Kameraherstellern" da noch ganz andere Filter vor dem Sensor ihr Werk verrichten (müssen).
Aber wenn Du möchtest, könntest Du hier als gelernter Physiker gerne einmal, z.B. anhand eines Beispiels, den von Dir genannten Einfluß des Schrägeinfalls auf die dünne, planparallele Platte in Verbindung mit optischen Weglängen von der planparallelen Platte bis zum Sensor und in Bezug auf den Abstand der Photodioden auf dem Sensor (-und somit in Bez. auf die Detektierbarkeit genannter unkorrigierbarer Punktabbildungsfehler-) überschlagen. Das wäre sicherlich sehr interessant. :daumen:
Die Schraube bei der SD9/SD10 war in dieser Hinsicht besser, aber wahrscheinlich gab es Leute, die das Teil haben in die Kamera fallen lassen.
Das schöne an der schraubenlosen Variante ist, dass man keinen Schraubendreher braucht.
Ehrlich gesagt, braucht man mit etwas Übung überhaupt kein Werkzeug. M.E. ein klarer Vorteil.
Grüße,
Oz