Stoneage
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Hallo zusammen
Hier ein kleiner Erfahrungsbericht mit dem neuen Sigma 18-35mm F1.8.
Wer mein Einstiegs-Palaver nicht lesen möchte kann gleich zu Teil 2 und den Beispielbildern springen
Teil 1 (Intro)
Ich habe mir vor wenigen Wochen das Sigma 18-35mm F1,8 HSM "Art" gegönnt nachdem ich einige sehr positive Reviews gelesen hatte.
Da Sigma bis anhin in diesem Brennweiten-Bereich keine wirklich hervorragenden Objektive im Programm hatte, war ich um so mehr gespannt, ob das 18-35er quasi die DP1m und DP2m obsolet machen würde. Mit dem 17-50er wurde ich, was die Bildqualität anging, einfach nie richtig glücklich, vor allem im Weitwinkel-Bereich.
Optisch und haptisch macht das Objektiv einen ausgezeichneten Eindruck. Es wirkt hochwertig, elegant mit einem modernen Design. Das relativ hohe Gewicht unterstützt den Eindruck, es hier mit einem Objektiv der Oberklasse zu tun zu haben.
Den ersten Spaziergang mit dem Objektiv machte ich, als die Firmware der SD1 (zur Unterstützung des Objektivs) noch nicht draussen war, respektive zurückgezogen wurde.
Mir war das egal, für einen ersten Test musste es reichen.
Das Wetter war kalt und trist und es war schon am Eindunkeln. So war ich gespannt, ob die F1.8 mich hier doch noch ein paar gute Fotos schiessen lassen würden.
Und hier sind wir gleich beim ersten "Problem":
Der Fokus ist schnell und quasi lautlos. Für einen "konservativen" Sigmarianer wie mich völlig ungewohnt. Bis anhin hörte ich bei meinen Objektiven das Fokussieren, und das "Einschnappen" des Fokus war spürbar.
Beim 18-35er war ich immer unsicher, ob es nun reagiert hatte oder nicht. Des Weiteren hatte ich oft das Gefühl, mein anvisiertes Objekt war nicht wirklich scharf im Sucher.
Zuhause die entstandenen Bilder begutachtet, hat sich mein Eindruck bestätigt. Gefühlte 50% der Bilder waren nicht im Fokus. Teilweise war der Fokus so daneben, dass im ganzen Bild kein Schärfepunkt zu finden war. Lag wohl irgendwo im Unendlichen.
Falls mal doch alles ok war, liess sich erahnen was in dieser Linse steckt.
Etwas frustriert liess ich das Objektiv mal ruhen und wartete auf das Firmware Upgrade und das neue Sigma Photo Pro.
Heute war es soweit, neue Firmware drauf, Fokus Test gemacht, auf eine Korrektur von -7 gekommen und dann wieder durch das Quartier gestreift.
Der erste Eindruck hat sich bestätigt, ich war mir immer unsicher, ob fokussiert wurde und durch den Sucher hatte ich das Gefühl, nicht das anvisierte Objekt scharf zu sehen.
So habe ich eben von jedem Sujet mehrere Aufnahmen gemacht und oft auch manuell nachkorrigiert.
Insgesamt ist dies nicht das, was ich vom neusten Sigma Objektiv erwartet habe. Das Fotografieren selbst macht so keinen Spass. Bei meinem kritisierten 17-50er sitzt der Fokus bombenfest. Vielleicht nicht so schnell dafür aber präzise. Beim 18-35 passiert oft irgendwas, was ich selbst im Nachhinein beim sichten der Fotos nicht rekonstruieren kann. Ab und zu ist der Fokus knapp daneben…möglicherweise ein Bedienerfehler, ab und zu ist überhaupt nichts scharf, als ob er auf unendlich stellen würde.
Mich frustriert das etwas und ich habe mir ernsthaft überlegt, das Objektiv zurück zu geben, was nun natürlich auch nicht mehr so einfach ist.
Das Anschauen der Fotos hat mich zumindest wieder etwas versöhnt. Wenn mal alles gepasst hat, ist die Bildqualität extrem gut. Ich würde sagen, sehr, sehr nahe an den DP Merrills.
Dazu hat man die Möglichkeit mit F1.8 etwas vom Vollformat-Feeling zu bekommen, was die Freistellung angeht.
Anbei ein paar Schnappschüsse von heute Nachmittag. Künstlerisch nichts besonderes, ich wollte erst mal mit dieser "Zicke" warm werden.
Teil 2 (Beispielbilder)
Hier hat der Autofokus versagt, ich musste manuell nach korrigieren, damit es einigermassen passte. (Büchsen)
F1.8 - 31mm - 1/200 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5709.jpg
Hier auf den Aschenbecher gezielt, Stuhl dahinter wurde scharf. Ev. Bedienungsfehler.
F2.0 - 29mm - 1/80 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5734.jpg
Hier eine "Backsteinmauer" zur Randschärfen Beurteilung.
Beeindruckende Randschärfe bei F2.8 (siehe volle Auflösung)
F2.8 - 25mm - 1/50 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5694.jpg
Blende 2.8, Randscharf
F2.8 - 24mm - 1/100 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5714.jpg
Abgeblendete Strassenansicht. Wie zu erwarten: Gute Schärfe bis an die Ränder.
F6.3 - 25mm - 1/60 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5715.jpg
Problembild: In SPP Belichtung herunter gezogen. Merkwürdige Farbverschiebungen im Himmel. Das kenne ich von meinen anderen Objektiven nicht.
Fokus hat auch nicht gepasst, der wäre auf der ersten Leuchte gewesen.
F2.0 - 29mm - 1/80 - ISO 100

Volle Auflösung: Lohnt sich nicht
Fazit:
Ich bin momentan etwas ratlos. Die Bildqualität dieses Objektivs ist hervorragend und deutlich besser als alle meine Objektive, welche diesen Bereich abdecken. Eine DP2m müsste ich nun nicht mehr mitnehmen, wenn ich hervorragende Schärfe bei Normalbrennweite möchte.
Der Autofokus hingegen ist schwer zu akzeptieren.
Was nützen mir F1.8, wenn 80% der Fotos total daneben liegen...
Bei gutem Licht könnte man sich mit manuellem Fokus arrangieren, aber das kanns doch nicht sein beim neusten Produkt aus dem Hause Sigma.
Da der Sigma Service in der Schweiz oft mehr "kaputt" macht als zu reparieren, werde ich das Objektiv wohl behalten und auf irgendwelche News (Firmware Update) von Sigma hoffen.
Über Probleme mit dem AF konnte ich mittlerweile auch auf anderen Seiten lesen. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass meines nicht defekt ist, sondern dass Sigma einfach einmal mehr überfordert war.
Zerknirschte Grüsse!
Hier ein kleiner Erfahrungsbericht mit dem neuen Sigma 18-35mm F1.8.
Wer mein Einstiegs-Palaver nicht lesen möchte kann gleich zu Teil 2 und den Beispielbildern springen
Teil 1 (Intro)
Ich habe mir vor wenigen Wochen das Sigma 18-35mm F1,8 HSM "Art" gegönnt nachdem ich einige sehr positive Reviews gelesen hatte.
Da Sigma bis anhin in diesem Brennweiten-Bereich keine wirklich hervorragenden Objektive im Programm hatte, war ich um so mehr gespannt, ob das 18-35er quasi die DP1m und DP2m obsolet machen würde. Mit dem 17-50er wurde ich, was die Bildqualität anging, einfach nie richtig glücklich, vor allem im Weitwinkel-Bereich.
Optisch und haptisch macht das Objektiv einen ausgezeichneten Eindruck. Es wirkt hochwertig, elegant mit einem modernen Design. Das relativ hohe Gewicht unterstützt den Eindruck, es hier mit einem Objektiv der Oberklasse zu tun zu haben.
Den ersten Spaziergang mit dem Objektiv machte ich, als die Firmware der SD1 (zur Unterstützung des Objektivs) noch nicht draussen war, respektive zurückgezogen wurde.
Mir war das egal, für einen ersten Test musste es reichen.
Das Wetter war kalt und trist und es war schon am Eindunkeln. So war ich gespannt, ob die F1.8 mich hier doch noch ein paar gute Fotos schiessen lassen würden.
Und hier sind wir gleich beim ersten "Problem":
Der Fokus ist schnell und quasi lautlos. Für einen "konservativen" Sigmarianer wie mich völlig ungewohnt. Bis anhin hörte ich bei meinen Objektiven das Fokussieren, und das "Einschnappen" des Fokus war spürbar.
Beim 18-35er war ich immer unsicher, ob es nun reagiert hatte oder nicht. Des Weiteren hatte ich oft das Gefühl, mein anvisiertes Objekt war nicht wirklich scharf im Sucher.
Zuhause die entstandenen Bilder begutachtet, hat sich mein Eindruck bestätigt. Gefühlte 50% der Bilder waren nicht im Fokus. Teilweise war der Fokus so daneben, dass im ganzen Bild kein Schärfepunkt zu finden war. Lag wohl irgendwo im Unendlichen.
Falls mal doch alles ok war, liess sich erahnen was in dieser Linse steckt.
Etwas frustriert liess ich das Objektiv mal ruhen und wartete auf das Firmware Upgrade und das neue Sigma Photo Pro.
Heute war es soweit, neue Firmware drauf, Fokus Test gemacht, auf eine Korrektur von -7 gekommen und dann wieder durch das Quartier gestreift.
Der erste Eindruck hat sich bestätigt, ich war mir immer unsicher, ob fokussiert wurde und durch den Sucher hatte ich das Gefühl, nicht das anvisierte Objekt scharf zu sehen.
So habe ich eben von jedem Sujet mehrere Aufnahmen gemacht und oft auch manuell nachkorrigiert.
Insgesamt ist dies nicht das, was ich vom neusten Sigma Objektiv erwartet habe. Das Fotografieren selbst macht so keinen Spass. Bei meinem kritisierten 17-50er sitzt der Fokus bombenfest. Vielleicht nicht so schnell dafür aber präzise. Beim 18-35 passiert oft irgendwas, was ich selbst im Nachhinein beim sichten der Fotos nicht rekonstruieren kann. Ab und zu ist der Fokus knapp daneben…möglicherweise ein Bedienerfehler, ab und zu ist überhaupt nichts scharf, als ob er auf unendlich stellen würde.
Mich frustriert das etwas und ich habe mir ernsthaft überlegt, das Objektiv zurück zu geben, was nun natürlich auch nicht mehr so einfach ist.
Das Anschauen der Fotos hat mich zumindest wieder etwas versöhnt. Wenn mal alles gepasst hat, ist die Bildqualität extrem gut. Ich würde sagen, sehr, sehr nahe an den DP Merrills.
Dazu hat man die Möglichkeit mit F1.8 etwas vom Vollformat-Feeling zu bekommen, was die Freistellung angeht.
Anbei ein paar Schnappschüsse von heute Nachmittag. Künstlerisch nichts besonderes, ich wollte erst mal mit dieser "Zicke" warm werden.
Teil 2 (Beispielbilder)
Hier hat der Autofokus versagt, ich musste manuell nach korrigieren, damit es einigermassen passte. (Büchsen)
F1.8 - 31mm - 1/200 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5709.jpg
Hier auf den Aschenbecher gezielt, Stuhl dahinter wurde scharf. Ev. Bedienungsfehler.
F2.0 - 29mm - 1/80 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5734.jpg
Hier eine "Backsteinmauer" zur Randschärfen Beurteilung.
Beeindruckende Randschärfe bei F2.8 (siehe volle Auflösung)
F2.8 - 25mm - 1/50 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5694.jpg
Blende 2.8, Randscharf
F2.8 - 24mm - 1/100 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5714.jpg
Abgeblendete Strassenansicht. Wie zu erwarten: Gute Schärfe bis an die Ränder.
F6.3 - 25mm - 1/60 - ISO 200

Volle Auflösung:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/713519/18_35/SDIM5715.jpg
Problembild: In SPP Belichtung herunter gezogen. Merkwürdige Farbverschiebungen im Himmel. Das kenne ich von meinen anderen Objektiven nicht.
Fokus hat auch nicht gepasst, der wäre auf der ersten Leuchte gewesen.
F2.0 - 29mm - 1/80 - ISO 100

Volle Auflösung: Lohnt sich nicht
Fazit:
Ich bin momentan etwas ratlos. Die Bildqualität dieses Objektivs ist hervorragend und deutlich besser als alle meine Objektive, welche diesen Bereich abdecken. Eine DP2m müsste ich nun nicht mehr mitnehmen, wenn ich hervorragende Schärfe bei Normalbrennweite möchte.
Der Autofokus hingegen ist schwer zu akzeptieren.
Was nützen mir F1.8, wenn 80% der Fotos total daneben liegen...
Bei gutem Licht könnte man sich mit manuellem Fokus arrangieren, aber das kanns doch nicht sein beim neusten Produkt aus dem Hause Sigma.
Da der Sigma Service in der Schweiz oft mehr "kaputt" macht als zu reparieren, werde ich das Objektiv wohl behalten und auf irgendwelche News (Firmware Update) von Sigma hoffen.
Über Probleme mit dem AF konnte ich mittlerweile auch auf anderen Seiten lesen. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass meines nicht defekt ist, sondern dass Sigma einfach einmal mehr überfordert war.
Zerknirschte Grüsse!
