fotom
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Wie ich bereits schrieb muss es nicht die vierstellige Lösung sein.
Man darf nur neben den Blitzen einiges anderes nicht vergessen.
Ein Hintergrund: Eine zumindest gleichmässig eben und einfarbig gestrichene Wand als Hintergrund ist Gold wert. Sollte die nicht zur Verfügung stehen dann muss man sich Gedanken über ein geeignetes Hintergrundsystem machen. Wenn es fest installiert sein soll dann ist Papier die aus meiner Sicht beste Lösung. Sie besteht aus zwei Halterungen, so genannte Expander, die nehmen die Papierrolle ohen weitere Hilfsmittel über den Papierkern auf. Die Expan können direkt an der Wand oder der Decke befestigt werden und bieten einen Kettenantrieb, um die Papierrolle bei Nichtgebrauch aufrollen zu können.
Eine transportable Lösung kann ein Stoffsystem sein. Die Breite umfasst etwa 3m, die Länge der Stoffe variiert je nach Anforderung an das Bild. Wenn man eine Gruppe oder eine Einzelperson im Stehen vollständig aufnehmen möchte sollte der Stoff am Boden nicht einfach aufhören, sondern weiter verlaufen. Hier ist Papier genial, da es keine Knicke gibt sondern es wie eine Hohlkehle weiter verläuft. Stoff ist da ein wenig tückisch, bei einfarbigem dünnen Stoff sieht man gelegentlich den Untergrund durch. Das Hintergrundsystem besteht aus zwei Stativen und einer Querstange, auf der man den Stoff aufzieht. Hier wird es schon wieder tückisch, denn manchen billigen Stoff bekommt man ohne Tunnel geliefert. Man muss diesen dann mit speziellen Clips an der Stange befestigen. Stoff mit Tunnel ist aber nicht wesentlich teurer als solcher ohne. Eine Suche im Internet hilft da schnell weiter, bei Unklarheiten sollte man sich an den Versender wenden. Telefonisch geht am schnellsten (ausser mitten in der Nacht). Die Qualität des Stoffes reicht von zum Davonlaufen bis erste Klasse. 200 Gramm pro Quadratmeter aus Baumwolle sollte man schon nehmen, das Plastezeug kann auch taugen, man hat aber mehr Arbeit damit und der Frust ist irgendwann das gesparte Geld nicht wert. Die billige Qualität gibt es übrigens nicht selten zum Preis der guten. Die richtige Quelle macht dann den Unterschied. Wer einen Tipp benötigt kann mich gerne anschreiben und nachfragen.
Die Alternative zu den Papier- und Stoffsystemen sind Falthintergünde. Das Entfalten dieser meist aus Polyester gefertigten Teile klappt wunderbar, beim Zusammenfalten sollte man schon ein wenig Geduld und volle Aufmerksamkeit aufbringen oder das dazu passende Video auf youtube dabei haben. Faltenfrei sind die Dinger nicht, erfreulich aber ist, dass dies ein vom Preis völlig gelöstes Manko ist. Sowohl die billigen wie auch die teuren haben Falten. Mit genug Licht blitzt man das aber weg.
Bei allen Hintergründen kommt schnell die Frage nach der richtigen Farbe auf. Die Antwort dazu ist einfach: Man sollte so viele Farbvarianten wie möglich haben oder mit einem weiteren Blitz die gewünschte Farbe auf dem Hintergrund erzeugen. Graue Hintergründe reichen von weiss bis dunkelgrau/ schwarz, mit Farbfolien kann man jede beliebige Farbe auftragen, dann ist ein rein weisser Hintergrund am besten geeignet.
Reflektoren: Manches Mal ist direktes Licht nicht unbedingt erwünscht. Dann ist ein Reflektor ein gutes Mittel, um das Licht und seine Verteilung zu lenken, zu schlucken oder diffus zu streuen. Das müssen nicht die weltklasse Reflektoren von California sein, eine Auswahl an Styroporplatten reicht da völlig aus. Nur müssen sie da sein, wenn man sie braucht.
Um Blitze, egal welcher Bauform, in die richtige Höhe zu bekommen beötigt man Stative. Wenn man viel mit dem Zeug unterwegs ist sind auf Dauer die etwas besseren von Manfrotto (z.B. 1004er) den günstigeren von Walimex (z.B. 804) vorzuziehen. Ich habe eine Reihe an Stativen hier, der Unterschied ist durchaus ersichtlich und bei den zwei eher günstigen Modellen sind die Feststellschrauben demnächst wohl ausgeleiert bzw. greifen nicht mehr wie sie sollen. Da hängt allerdings die Stange und mit ihr der Stoff meines mobilen Hintergrundsystemes dran und wird entsprechend belastet.
Bei den Stativen sollte man eine Version mit sogenannter Luftgedämpfung vorziehen. Wenn man, gewollt oder ungewollt, mal eine Feststellschraube öffnet dann rauscht der Blitzkopf nicht ungebremst ab und geht kaputt, sondern wird wie bei einem Stoßdämpfer abgebremst/ gefedert.
Klammern, Halterungen und weiteres Zubehör sollte man auch vorhalten. Für manche Aufnahmen benötigt man nicht unbedingt den 3x6m Hintergrund, es reicht eine kleine Rolle Papier aus dem Bürogeschäft mit dem normalerweise Plotter gefüttert werden. Nur muss man das Papier gezähmt und entsprechend aufgestellt und fixiert bekommen. Da sind diese Wolfcraft Zangen sehr hilfreich (bekommt man für 3 Euro im Baumarkt). Im Fotoladen gibt es sowas auch, dann aber für 15 Euro das Stück ...
Softboxen und Softlights...
Man kann ein Bild mit unterschiedlichen Lichtformern aufnehmen. Mein Favorit ist derzeit der Beautydish. Er hat im Gegensatz zur Softbox nur wenig Lichtverlust und strahlt das Motiv auch aus nahem Abstand angenehm aus, erzeugt einen vorteilhaften Doppelschatten und einen runden Lichtreflex im Auge. Die Alternative dazu wäre die Oktabox, die schluckt aber bis zu 2 Blenden und je nach Größe muss sie weiter weg gestellt werden was wiederum Lichtenergie vernichtet. Dann wird es mit einem 180Ws Blitz selbst bei ISO 200 und Blende 2,8 schon mal dünn mit dem Licht.
Wer mit mehreren Blitzen arbeitet sollte einen Belichtungsmesser mit einkalkulieren. Dabei geht es weniger umd das Ausmessen des Lichtes mit nur einer Blitzlichtquelle (das kann man anhand der Leitzahl, der ISO udn dem Abstand zum Objekt ausreichnen), um am Ende ein vernünftig belichtetes Bild zu erhalten (das hat man nach einigen Probebildern recht gut im Griff, keine überbelichteten Bilder hinzubekommen), sondern um die Blitze zueinander richtig einzustellen. Da hilft der integrierte Belichtungsmesser in der Kamera oder Augenmass oft nicht weiter. Insbesondere, wenn unterschiedliche Blitze mit unterschiedlicher Leistung und Lichtformer gemischt eingesetzt werden. Die Angaben auf den Einstellrädern sind dann keine wirklichen Hilfen mehr und mit dem Rechnen kommt dann irgendwann selbst der beste Mathematiker nicht mehr hinterher...
Ein Beli schafft aber auch Sicherheit und sorgt, insbesondere wenn man angespannte Menschen fotografieren möchte, für ein wenig Ruhe und Konzentration. Eine bisweilen nicht zu unterschätzende psychologische Komponente beim Fotografieren die gerne vernachlässigt wird.
Ständig durch den Sucher zu blicken und Anweisungen dabei zu geben ist auch so eine Sache für sich. Sobald der Blickkontakt, insbesondere zu Kindern, abreist, wandert der Blick überall hin, nur nicht mehr zur Kamera. Ein Fernauslöser oder ein Winkelsucher, bei dem man weiterhin den Blick zum Modell halten udn gelegentlich zur Kontrolle auf das Bild und die Schärfe blickt, ist ein weiteres rein psychologisches Hilfsmittel.
Die Requisite ist ein weiterer Punkt für Studiofotografie. Wir sind jetzt schon, ich resümiere mal vorweg, bereits bei folgender Minimalausstattung:
- 1 Kamerastativ mit Kopf
- 1 Blitz
- 1 passendes Stativ
- 1 Lichtformer
- 2 bis 3 Reflektoren
- Hintergrund
- wenn aus Stoff: 1 Hintergrundsystem (2 Stative/ Monopole, Querstange, Stoff)
- Belichtungsmesser
- Fernauslöser
Sonstiger Kram:
- Klammern
- Mehrfachsteckdosen
- LANGE Anschlusskabel oder Verlängerungskabel
Habe ich was vergessen seitens der Technik? Dann kommen jetzt die passenden Requisiten dazu. Oder will man Menschen stets ungezwungen in leeren Räumen aufnehmen?
Man darf nur neben den Blitzen einiges anderes nicht vergessen.
Ein Hintergrund: Eine zumindest gleichmässig eben und einfarbig gestrichene Wand als Hintergrund ist Gold wert. Sollte die nicht zur Verfügung stehen dann muss man sich Gedanken über ein geeignetes Hintergrundsystem machen. Wenn es fest installiert sein soll dann ist Papier die aus meiner Sicht beste Lösung. Sie besteht aus zwei Halterungen, so genannte Expander, die nehmen die Papierrolle ohen weitere Hilfsmittel über den Papierkern auf. Die Expan können direkt an der Wand oder der Decke befestigt werden und bieten einen Kettenantrieb, um die Papierrolle bei Nichtgebrauch aufrollen zu können.
Eine transportable Lösung kann ein Stoffsystem sein. Die Breite umfasst etwa 3m, die Länge der Stoffe variiert je nach Anforderung an das Bild. Wenn man eine Gruppe oder eine Einzelperson im Stehen vollständig aufnehmen möchte sollte der Stoff am Boden nicht einfach aufhören, sondern weiter verlaufen. Hier ist Papier genial, da es keine Knicke gibt sondern es wie eine Hohlkehle weiter verläuft. Stoff ist da ein wenig tückisch, bei einfarbigem dünnen Stoff sieht man gelegentlich den Untergrund durch. Das Hintergrundsystem besteht aus zwei Stativen und einer Querstange, auf der man den Stoff aufzieht. Hier wird es schon wieder tückisch, denn manchen billigen Stoff bekommt man ohne Tunnel geliefert. Man muss diesen dann mit speziellen Clips an der Stange befestigen. Stoff mit Tunnel ist aber nicht wesentlich teurer als solcher ohne. Eine Suche im Internet hilft da schnell weiter, bei Unklarheiten sollte man sich an den Versender wenden. Telefonisch geht am schnellsten (ausser mitten in der Nacht). Die Qualität des Stoffes reicht von zum Davonlaufen bis erste Klasse. 200 Gramm pro Quadratmeter aus Baumwolle sollte man schon nehmen, das Plastezeug kann auch taugen, man hat aber mehr Arbeit damit und der Frust ist irgendwann das gesparte Geld nicht wert. Die billige Qualität gibt es übrigens nicht selten zum Preis der guten. Die richtige Quelle macht dann den Unterschied. Wer einen Tipp benötigt kann mich gerne anschreiben und nachfragen.
Die Alternative zu den Papier- und Stoffsystemen sind Falthintergünde. Das Entfalten dieser meist aus Polyester gefertigten Teile klappt wunderbar, beim Zusammenfalten sollte man schon ein wenig Geduld und volle Aufmerksamkeit aufbringen oder das dazu passende Video auf youtube dabei haben. Faltenfrei sind die Dinger nicht, erfreulich aber ist, dass dies ein vom Preis völlig gelöstes Manko ist. Sowohl die billigen wie auch die teuren haben Falten. Mit genug Licht blitzt man das aber weg.
Bei allen Hintergründen kommt schnell die Frage nach der richtigen Farbe auf. Die Antwort dazu ist einfach: Man sollte so viele Farbvarianten wie möglich haben oder mit einem weiteren Blitz die gewünschte Farbe auf dem Hintergrund erzeugen. Graue Hintergründe reichen von weiss bis dunkelgrau/ schwarz, mit Farbfolien kann man jede beliebige Farbe auftragen, dann ist ein rein weisser Hintergrund am besten geeignet.
Reflektoren: Manches Mal ist direktes Licht nicht unbedingt erwünscht. Dann ist ein Reflektor ein gutes Mittel, um das Licht und seine Verteilung zu lenken, zu schlucken oder diffus zu streuen. Das müssen nicht die weltklasse Reflektoren von California sein, eine Auswahl an Styroporplatten reicht da völlig aus. Nur müssen sie da sein, wenn man sie braucht.
Um Blitze, egal welcher Bauform, in die richtige Höhe zu bekommen beötigt man Stative. Wenn man viel mit dem Zeug unterwegs ist sind auf Dauer die etwas besseren von Manfrotto (z.B. 1004er) den günstigeren von Walimex (z.B. 804) vorzuziehen. Ich habe eine Reihe an Stativen hier, der Unterschied ist durchaus ersichtlich und bei den zwei eher günstigen Modellen sind die Feststellschrauben demnächst wohl ausgeleiert bzw. greifen nicht mehr wie sie sollen. Da hängt allerdings die Stange und mit ihr der Stoff meines mobilen Hintergrundsystemes dran und wird entsprechend belastet.
Bei den Stativen sollte man eine Version mit sogenannter Luftgedämpfung vorziehen. Wenn man, gewollt oder ungewollt, mal eine Feststellschraube öffnet dann rauscht der Blitzkopf nicht ungebremst ab und geht kaputt, sondern wird wie bei einem Stoßdämpfer abgebremst/ gefedert.
Klammern, Halterungen und weiteres Zubehör sollte man auch vorhalten. Für manche Aufnahmen benötigt man nicht unbedingt den 3x6m Hintergrund, es reicht eine kleine Rolle Papier aus dem Bürogeschäft mit dem normalerweise Plotter gefüttert werden. Nur muss man das Papier gezähmt und entsprechend aufgestellt und fixiert bekommen. Da sind diese Wolfcraft Zangen sehr hilfreich (bekommt man für 3 Euro im Baumarkt). Im Fotoladen gibt es sowas auch, dann aber für 15 Euro das Stück ...
Softboxen und Softlights...
Man kann ein Bild mit unterschiedlichen Lichtformern aufnehmen. Mein Favorit ist derzeit der Beautydish. Er hat im Gegensatz zur Softbox nur wenig Lichtverlust und strahlt das Motiv auch aus nahem Abstand angenehm aus, erzeugt einen vorteilhaften Doppelschatten und einen runden Lichtreflex im Auge. Die Alternative dazu wäre die Oktabox, die schluckt aber bis zu 2 Blenden und je nach Größe muss sie weiter weg gestellt werden was wiederum Lichtenergie vernichtet. Dann wird es mit einem 180Ws Blitz selbst bei ISO 200 und Blende 2,8 schon mal dünn mit dem Licht.
Wer mit mehreren Blitzen arbeitet sollte einen Belichtungsmesser mit einkalkulieren. Dabei geht es weniger umd das Ausmessen des Lichtes mit nur einer Blitzlichtquelle (das kann man anhand der Leitzahl, der ISO udn dem Abstand zum Objekt ausreichnen), um am Ende ein vernünftig belichtetes Bild zu erhalten (das hat man nach einigen Probebildern recht gut im Griff, keine überbelichteten Bilder hinzubekommen), sondern um die Blitze zueinander richtig einzustellen. Da hilft der integrierte Belichtungsmesser in der Kamera oder Augenmass oft nicht weiter. Insbesondere, wenn unterschiedliche Blitze mit unterschiedlicher Leistung und Lichtformer gemischt eingesetzt werden. Die Angaben auf den Einstellrädern sind dann keine wirklichen Hilfen mehr und mit dem Rechnen kommt dann irgendwann selbst der beste Mathematiker nicht mehr hinterher...
Ständig durch den Sucher zu blicken und Anweisungen dabei zu geben ist auch so eine Sache für sich. Sobald der Blickkontakt, insbesondere zu Kindern, abreist, wandert der Blick überall hin, nur nicht mehr zur Kamera. Ein Fernauslöser oder ein Winkelsucher, bei dem man weiterhin den Blick zum Modell halten udn gelegentlich zur Kontrolle auf das Bild und die Schärfe blickt, ist ein weiteres rein psychologisches Hilfsmittel.
Die Requisite ist ein weiterer Punkt für Studiofotografie. Wir sind jetzt schon, ich resümiere mal vorweg, bereits bei folgender Minimalausstattung:
- 1 Kamerastativ mit Kopf
- 1 Blitz
- 1 passendes Stativ
- 1 Lichtformer
- 2 bis 3 Reflektoren
- Hintergrund
- wenn aus Stoff: 1 Hintergrundsystem (2 Stative/ Monopole, Querstange, Stoff)
- Belichtungsmesser
- Fernauslöser
Sonstiger Kram:
- Klammern
- Mehrfachsteckdosen
- LANGE Anschlusskabel oder Verlängerungskabel
Habe ich was vergessen seitens der Technik? Dann kommen jetzt die passenden Requisiten dazu. Oder will man Menschen stets ungezwungen in leeren Räumen aufnehmen?