Hallo Wolfrodo!
Da spielen sehr viele Faktoren hinein, und eine Pauschalaussage macht wenig Sinn!
Betrachtet man zunächst mal nur das Auflösungsvermögen einer idealen (fehlerfreien) Optik,
dann ist die Auflösung umso höher, je größer die Öffnung ist. Aber warum fotografiert man dann
nicht immer bei Blende 1,8 oder 1,4 oder sogar 1,0 (je nachdem, was das Objektiv so hergibt)?
Der Grund ist: Es gibt keine "fehlerfreie" Optik. Auf die Abbildungsfehler einzugehen, wäre nochmal
ein langer Text. Wichtig ist hier jetzt: Einige dieser Abbildungsfehler entstehen vor allem in den
Randbereichen einer Optik. Schattet man diese ab - und genau das passiert beim Abblenden - reduzieren
sich einige Abbildungsfehler. Das resultierende Bild wirkt dadurch schärfer.
Aber wie schon geschrieben: Die Auflösung einer idealen Optik hängt von der Öffnung ab.
Jedes Abblenden verschlechtert also sofort und immer die maximal erreichbare Auflösung.
Dann gibt es ja noch die schon angesprochene Beugung. Vereinfacht gesagt, breitet sich Licht eben nicht
nur geradlinig aus. Trifft es auf ein Hindernis, "biegt" es an diesem "um die Ecke". Ihr Physiker mögt mir
die etwas platte Veranschaulichung nachsehen.

Also, je kleiner das (Blenden-)Loch, umso weniger ist
das Licht "bereit", sich geradlinig da "durchzuzwängen". Vielmehr fächert der Lichtstrahl durch die Beugung
auf. Für den Foto-Praktiker bedeutet das: Irgendwie ist nun gar nichts mehr richtig scharf.
Du merkst schon, das Ganze läuft auf einen Kompromiss hinaus.
Die besten Optiken sind tatsächlich so gut, dass ein Abblenden kaum noch Rest-Fehler beseitigen kann, und
erreichen daher voll offen die beste Schärfe. Normale, gute Objektive blendet man 1-2 Stufen ab und
erzielt damit den besten Kompromiss aus Einbuße an Auflösung und Verbesserung der Bildfehler.
In der Praxis lässt sich auch mal Blende 8...11 nutzen, um ein bisschen sogenannte "Schärfentiefe" zu erzielen.
(Die es genau genommen gar nicht gibt, was auch nochmal ein weites Feld zur Erläuterung wäre...)
Schlussendlich gibt es selbstverständlich auch noch Objektive, die sind derart schlecht, dass sie bei keiner
Blendeneinstellung jemals wirklich scharf abbilden. Solche Teile besser als als Türstopper benutzen.
Das war bis hier ein Versuch, zunächst mal grob die Thematik darzustellen. Eigentlich müssten wir
noch über Sensorformat, Pixeldichte, Streukreisdurchmesser, usw. usf. sprechen.
Die Wellenlänge des Lichtes spielt eine große Rolle (IR-, und UV-Fotografie) ...
Du merkst schon: Genauer hingeschaut - ein Fass ohne Boden.
Schönen Abend Dir, wünscht der Waldschrat!
