SD9 - Dynamikbereich-Abschätzung

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  • SD9 - Dynamikbereich-Abschätzung Beitrag #22
Hallo Waldschrat,

so Leid es mir tut: Aber ich halte sowohl den Versuchsaufbau und die Durchführung für nicht zielführend als auch die aus der Durchführung der Reihe resultierenden, "ohne Zweifel" dargelegten Schlüsse in #8, nett formuliert, für subjektiv.

Die Definition dessen, was man als Dynamikumfang bezeichnet, ist, anders als in #14 als Antwort zu Helena's (korrekten) Ausführungen darlegelegt, nicht diskutabel.

Der Terminus ist klar definiert. Subjektivität (Stichwort "halbwegs störungsarm") ist an dieser Stelle unangebracht.

Ein halbwegs saubere Vorgehensweise, um den Dynamikumfang einer Kamera zu ermitteln, setzt voraus, dass man die Kamera mit einem geeigneten Versuchsaufbau in beide Richtungen (Schatten und Spitzlichter) mit einer Aufnahme an seine Grenzen treibt und die entsprechenden Tonabrisse in irgendeiner Form quantifiziert. Idealerweise verwedet man hierfür ein geeignetes, kalibriertes "Target".

Ein gutes Beispiel, wie so etwas halbwegs sauber und mit noch vertretbarem Aufwand durchgeführt werden kann, ist auf dpreview dargestellt.



Ein Mittel, um auch den Dynamikumfang von Aufnahmen außerhalb von "Laboraufbauten", sprich aus der Realwelt zu bestimmen, ist das gezielte Auslesen der einzelnen Kanäle mittels spezieller Programme, z.B. RawDigger.

RawDigger umgeht jegliche Manipulations- und Rekonstruktionseingriffe der RAW-Postprozessoren (z.B. SPP) und kann, auch für den Foveon, gezielt die einzelnen Sensorlagen per Histogramm charakterisieren. Hierbei besitzt jeder Sensor einen typischen Clipping-Fußabdruck im Histogramm, (beim Foveon in Form einer "anbrandenden Welle"), anhand dessen sich das Einsetzen de Highlight-Clippings sicher bestimmen lässt.

Aber auch in Realweltaufnahmen ist der Dynamikumfag der Kamera erst dann halbwegs sicher ermittelbar, wenn die Aufnahme in beiden Bereichen, Schatten und Spitzlichter "clippt".

Sicher wird die SD9 in Schattenbereichen schmutzig. Insofern ist Deine Argumentationsschiene in diesem Punkt nachvollziehbar. Sie hat nur nicht mit der Festlegung des Dynamikumfangs zu tun. Auch nicht mit jener, eines "brauchbaren Dynamikumfangs". Solange eine Aufnahme nicht im Signalrauschen untergeht (dies sollte bei sorgfältiger Durchführung der Fall sein), sind die Clippingbereiche mit hinreichender Genauigkeit im Histogramm identifizierbar. Und genau diese definieren die Grenzen des Dynamikumfangs.


Gruß,
Oz
 
Zuletzt bearbeitet:
  • SD9 - Dynamikbereich-Abschätzung Beitrag #23
...ich halte sowohl den Versuchsaufbau und die Durchführung für nicht zielführend als auch die aus der Durchführung der Reihe resultierenden, "ohne Zweifel" dargelegten Schlüsse in #8, nett formuliert, für subjektiv. ...


Was anderes habe ich auch nie behauptet als: Subjektive Abschätzung.
Bereits in der Überschrift steht das Wort Abschätzung, nicht Messung.

Dein Link ist übrigens sehr interessant. Eine hinterleuchtete Graustufentreppe über 13 EV in 1/3 Stufen gibt es hier im Haushalt leider
derzeit nicht. ;)



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Ein Mittel, um auch den Dynamikumfang von Aufnahmen außerhalb von "Laboraufbauten", sprich aus der Realwelt zu bestimmen, ist das gezielte Auslesen der einzelnen Kanäle mittels spezieller Programme, z.B. RawDigger. ...

Hast Du das mal gemacht? Die Ergebnisse wären sehr interessant!



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Sicher wird die SD9 in Schattenbereichen schmutzig. Insofern ist Deine Argumentationsschiene in diesem Punkt nachvollziehbar. Sie hat nur nicht mit der Festlegung des Dynamikumfangs zu tun. Auch nicht mit jener, eines "brauchbaren Dynamikumfangs". Solange eine Aufnahme nicht im Signalrauschen untergeht (dies sollte bei sorgfältiger Durchführung der Fall sein), sind die Clippingbereiche mit hinreichender Genauigkeit im Histogramm identifizierbar. Und genau diese definieren die Grenzen des Dynamikumfangs.

Okay, dann widerrufe ich an dieser Stelle das Wort "Dynamikumfang",
und ersetze es durch "halbwegs sauber nutzbarer Belichtungsbereich". ;) ;) ;)
Ist das so ideologisch und terminologisch leichter verdaulich?



Na dann, schönes Wochenende
wünscht der Waldschrat :)



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  • SD9 - Dynamikbereich-Abschätzung Beitrag #24
Was anderes habe ich auch nie behauptet als: Subjektive Abschätzung.
Bereits in der Überschrift steht das Wort Abschätzung, nicht Messung.

Hallo Waldschrat,

bitte entschuldige das Wort "subjektiv". Ich wollte das häßliche Wort "falsch" vermeiden. Daher die Begriffswahl.
Die Methode ist nicht geeignet. Auch nicht zur Abschätzung, da sie den erfassbaren Dynamikbereich nicht berücksichtigt.

Dein Link ist übrigens sehr interessant. Eine hinterleuchtete Graustufentreppe über 13 EV in 1/3 Stufen gibt es hier im Haushalt leider
derzeit nicht. ;)

So einen Testaufbau brauchst Du ja auch nicht zwingend. Zum testen kannst Du auch eine Realweltszene mit extremer Lichtsituation verwenden.

Hier mal als "quick'n'dirty"-Beispiel anhand einer stark unterbelichteten, aber dennoch stellenweise ausgebrannten SD10-Aufnahme:

In RawDigger eingeladen
2015-05-09_084925.jpg

Betrachtet man die Über- und Unterbelichtungs-Statistik, so ist ersichtlich, dass ein kleiner Teil der Fabkanäle "ausgebrannt" ist. Die Unterbelichtung hat statistisch noch nicht vollends eingesetzt (noch "0%", ob wohl einige Pixel als unterbelichtet detektiert wurden). Alles in allem eine recht gute Ausgangsposition.
2015-05-09_085702.jpg

Betrachtet man nun das RD-Histogramm, so kann man recht gut den Dynamikumfang der Aufnahme ablesen. Dieser beträgt im vorliegenden Fall etwas mehr als 7.5 EV. Mit den Pfeilen markiert sind die Kanalbereiche, die ins Highlight-Clipping laufen.
2015-05-09_085115.jpg

Der entsprechende Ausschnitt noch einmal vergrößert.
2015-05-09_085159.jpg

Okay, dann widerrufe ich an dieser Stelle das Wort "Dynamikumfang",
und ersetze es durch "halbwegs sauber nutzbarer Belichtungsbereich". ;) ;) ;)
Ist das so ideologisch und terminologisch leichter verdaulich?

Ideologie? Sorry, ich wusste nicht, dass mit den Ausführungen Empfindlichkeiten getroffen werden könnten. ;)

Das Ganze hat weder etwas mit Ideologie zu tun, noch kann es auf die Verdaulichkeit von Terminologien reduziert werden.
Der Aufbau und die Durchführung des im Eingang dargestellten Tests ist nicht zielführend.
Die Schlüsse hieraus, zum Teil mit Worten wie "Wahrheit" und "ohne Zweifel" untermalt, sind nicht korrekt.

Bitte verstehe das alles nicht falsch. Die Klarstellung dient nicht dazu, Dich zu brüskieren. Was jedoch vermieden werden sollte ist, dass gerade jene, die nicht sehr tief in der Materie sind (oder in diese einsteigen wollen), aus solchen Erörterungen die falschen Kernaussagen für sich mitnehmen.

Unglückliche Beispiele im Netz gibt es leider bereits zur Genüge. Pseudowissenschaftliche Exkurse, wie "Wenn der Bayer auf 1/4 einbricht" oder "Sucheraperturformeln" fallen mir da spontan ein.

Na dann, schönes Wochenende
wünscht der Waldschrat :)

Das wünsche ich Dir auch. :)

Grüße,
Oz
 
Zuletzt bearbeitet:
  • SD9 - Dynamikbereich-Abschätzung Beitrag #25
Hallo Oz!

Zunächst mal vielen Dank für Deine ausführlichen
Darstellungen! :)


...
Bitte verstehe das alles nicht falsch. Die Klarstellung dient nicht dazu, Dich zu brüskieren. ...

Diese Info auf Metaebene ist angekommen, und
freut mich sehr. :daumen: Zumal in der Tat auf
meiner Seite der Eindruck entstanden war, es gehe
eher ums "Zerpflücken" der Testreihe aus
ideologischen Gründen bzw. aus uralten Reflexen
zur "Ehrenrettung" von Sigma, denn um nüchternes
Kennenlernen und zielgerichtetes Einsetzen eines -
wie ich immer noch ehrlich finde - einzigartigen
Foto-Werkzeuges.

Ich lasse das jetzt vorerst so stehen, und mach
einfach weiter Bilder mit den SD9!


Herzlicher Gruß in die Runde
vom Waldschrat




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