Ich stimme zu. Die beiden Personen sind zwar für die Stimmung im Bild wichtig, aber man muss sich schon gewaltig anstrengen, um sie überhaupt identifizieren zu können. Streetfotografen bläst ohnehin der Wind der empfindsam gehüteten Persönlichkeitsrechte entgegen (dass es insoweit nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts 3 Sphären mit völlig unterschiedlicher Schutzdichte gibt, geht dabei zumeist über Bord).
Die meisten "lebhaften" Streetfotos lassen sich mit vorherigem Einverständnis überhaupt nicht fertigen. Wenn man selbst bei solchen Fotos, wie diesem hier, bereits Bedenken anmeldet, kann man das Genre dicht machen. Dann bitte aber künftig auch bei jeder Architekturaufnahme den Eigentümer und den Architekten fragen.
Die Diskussion kann man endlos häufig führen. Die beiden "Lager" werden nicht zueinanderfinden, aber letzten Endes wird vermutlich die Sicht siegen, die für striktes Einhalten von Regeln ist. Denn, so das Credo, wozu Regeln schaffen, wenn sie dann nicht eingehalten werden?! Das könnte zwar ein Zirkelschluss sein, entspricht aber der Lebenserfahrung.
Jedenfalls führt der relativ stereotype Hinweis auf Bedenken im Hinblick auf Persönlichkeitsrechte inhaltlich nicht weiter. Es wirkt eher so, dass plump Personen im Bild mit fraglicher Verletzung von Persönlichkeitsrechten gleichgesetzt wird. Das wäre dann freilich eine arg undifferenzierte und deswegen auch rechtlich falsche Sicht der Dinge.
Das Bild ist wunderbar bearbeitet und zeigt eine einerseits alltägliche, andererseits aber auch besondere Szene. Für mich: Feine Streetfotografie.
LG Albrecht