Auf der Interbau 1957 entstanden nicht nur Wohnblöcke, sondern auch Einfamilienhäuser. Die Architekten bauten mit luftigen Innenhöfen und großen Fenstern oder planten das Haus nach dem Tagesablauf seiner Bewohner.
Lichtes Haus mit Arztpraxis
Das Büro Klaus Kirsten und Heinz Nather bauten ein lichtdurchlässiges Haus mit einer Arztpraxis. Im Inneren öffnet es sich fächerartig zum Garten. Das Obergeschoss verfügt über eine Terrasse, die ebenfalls zum Garten ausgerichtet ist. Die Betonwände wurden zum Teil aus dem Schutt der kriegszerstörten Gebäude des alten Hansaviertels hergestellt.
Atriumhaus
Architekt Arne Jacobsen baute dieses Atriumhaus. Es wirkt nach außen geschlossen, öffnet sich aber zu einem Innenhof, dem „Zimmer im Grünen“. Um den offenen Hof gruppieren sich die Räume, wie drei Flügel. "Der Westtrakt mit Wohnküche und großen Fenstern zum Hof, der Nordtrakt mit Bad und Schlafräumen (und einer Schrankwand, die das Haus akustisch gegen die Straße abschirmt), sowie der Südtrakt mit großem Wohnraum, hinter dem sich der Garten in voller Grundstücksbreite erstreckt." (Hansaviertel-Webseite)
Fast ohne rechte Winkel
Das Haus von Wolf von Möllendorff und Sergius Ruegenberg hat kaum rechte Winkel. "Ruegenbergs Ziel war es nicht nur die Wohnqualität des Einzelnen zu verbessern, (...) sondern er stellte den Menschen mit seinem Tagesablauf in den Vordergrund seiner Planungen. Der verwinkelte Grundriss und die Anordnung der Fenster folgen dem Sonnenstand und den spezifischen Nutzungen der Räume. Die komplexe Gestaltung soll eine Lebendigkeit und Vielfalt ermöglichen, in der sich der Mensch frei entfalten kann. (...) Die Formensprache des Hauses ging in ähnlicher Weise als Dekonstruktivismus Ende der 1980er Jahre in die Architekturgeschichte ein und wurde von Ruegenberg vorweggenommen. Er war seiner Zeit architektonisch um 30 Jahre voraus." (s. o.)
Eternithaus
Paul Baumgarten wollte nicht einfach nur Reihenhäuser bauen. Er entwarf „Wohnschiff“, das auf Ständern über einem verglasten Erdgeschoss schwebt. Oben sieht man eine Gangway, Relings, Kajüten und Wohnkabinen. Statt Reihenhäuser entstanden "sieben Maisonettes mit verglasten Wohnstudios im Dachgeschoss und privaten Dachterrassen anstelle der Gärten. Die klassisch-moderne Formensprache, die zahlreichen Glasflächen, die Farbgebung und die schrägen Pultdächer verleihen dem Gebäude eine Heiterkeit und Luftigkeit, wie sie für Baumgartens Architektur typisch war" (s.o.)
Beste Grüße, Uli