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Sigma SD1: Farbstiche beim Einsatz manueller Linsen entfernen

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Alt 30.10.2013, 15:12   #1
oz75
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Standard Sigma SD1: Farbstiche beim Einsatz manueller Linsen entfernen

Hallo miteinander,

wie einige von euch gelesen haben dürften, hatte ich in einem Nachbarthread eine Idee zur Beseitigung von Farbstichen, die beim Einsatz von manuellen (Nicht-Sigma-Linsen) an der SD1 entstehen, siehe

http://www.bilderforum.de/t18240-p3-...tml#post190034

Die Idee basiert auf einer analogen Vorgehensweise zur Erstellung künstlicher Flatfields für die Astrofotografie...aber das nur nebenbei.

Zur Sache:

Heute war mal ein Tag, an dem ich einige Testaufnahmen machen konnte, um damit herumzuspielen.

Nachfolgend ein Beispiel mit dem 20er/2,8 Soligor M42 @ f/5,6 per M42-Adapter an der SD1M.

Die Aufnahme eingeladen in gimp
2013-10-30_155123.jpg

Ich habe eine weitere Aufnahme erstellt, die durch eine expodisc aufgenommen wurde, hier als zweite EWbene in gimp dargestellt.
2013-10-30_155136.jpg
Ich nenne sie der Einfachheit halber "Linsenprofilaufnahme".

Man erkennt sehr klar, dass sich die Farbstiche auch in diesem Fall, aber dieses Mal ohne weitere Bildinformationen sichtbar werden.

Die expodisc ist eigentlich so ein völlig überteuerter Vorsatz, der es ermöglichen soll bequem einen manuellen Weißabgleich vorzunehmen. Es gibt aber,soweit ich weiss auch billige Nachbauten. Zur Not geht aber sicher auch Milchglas o.ä. ...

Der Rest besteht eigentlich nur noch aus Ebenenoperationen.

Die Ursprungsaufnahme packe ich gar nicht mehr an, sondern modifiziere solange die Ebene mit der Linsenprofilaufnahme bis es passt.

"Faser extrahieren" ist die Ebenenoperation der Wahl...
2013-10-30_155207.jpg

Dann noch die Helligkeit der Ebene mit der Linsenprofilaufnahme runterziehen (im diesem Fall ca. 90%) ((und ggf. etwas die Ebenendeckkraft herunternehmen, hier war es nicht erforderlich))
2013-10-30_161007.jpg

Fertig.

Grüße,
Oz
oz75 ist offline  
Alt 30.10.2013, 15:12   #1
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Hast du schon mal in Fotos nach Rezept nachgelesen?
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem ;-).
oz75 ist offline  
Alt 30.10.2013, 15:25   #2
oz75
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Hier ein weiteres Beispiel mit dem schönen Helios 44-2 58mm, aufgenommen bei f/5.6

Ursprungsbild
500k_SDIM7096.jpg

Linsenprofilaufnahme gegen die "Lichtquelle Himmel" durch die expodisc
500k_SDIM7097.jpg

Ursprungsbild in gimp laden. Linsenprofilbild laden (über "als Ebenen öffnen"), dann Faser extrahieren und Helligkeit der Linsenprofilebene anpassen...
500k_SDIM7096-2.jpg

Fertig!

Das schöne daran: Diese Methode vertilgt -genau wie die Flatfieldmethode- jeden Sensordreck (fast vollständig)!

Viel Spaß beim Einsatz manueller Linsen an der SD1 wünscht,
Oz
oz75 ist offline  
Alt 30.10.2013, 19:08   #3
oz75
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Ergänzung: Es könnte sein, dass die Farbsäume abhängig von der gewählten Blende sind.

Sollte sich das bestätigen, müsste man für jede Linse einen Satz von Kalibrieraufnahmen anfertigen, auf die dann bedarfsweise (anhängig von der Aufnahmeblende) zurückgegriffen werden kann.
oz75 ist offline  
Alt 30.10.2013, 19:51   #4
khgarten
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Interessant, aber das macht nur Spass mit jpegs, wenn die Prozedur in SPP (Win) erst durchlaufen werden soll...
khgarten ist offline  
Alt 30.10.2013, 20:30   #5
oz75
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Zitat:
Zitat von khgarten Beitrag anzeigen
Interessant, aber das macht nur Spass mit jpegs, wenn die Prozedur in SPP (Win) erst durchlaufen werden soll...
Spaß machen jpegs OOC bei Sigma eher nicht.

Aber der Sourcecode von SPP liegt mir gerade nicht vor. Nicht dass ich der Geeignete wäre: Aber würde man ein paar fähige und motivierte Leute an die Software lassen, könnte man solche Features innerhalb kurzer Zeit erstellen.

Es ist auffällig, mit welch' simpler Korrekturmethode die Farbstiche zu beseitigen sind.
oz75 ist offline  
Alt 30.10.2013, 20:38   #6
khgarten
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Zitat:
Aber würde man ein paar fähige und motivierte Leute an die Software lassen,
womit wir wieder beim Thema ... wären... Danke
khgarten ist offline  
Alt 30.10.2013, 21:55   #7
luke
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Vielen Dank für die Demo inkl. Bilder und Gimp-Anleitung!

Ich verfolge diesen und den oben genannten "Vater"-Thread mit großem Interesse. Ich habe zwar (noch) keine SD1, bin aber als SD15 Besitzer naturgemäß an der Entwicklung und dem Fortbestand des Sigma DSLR-Systems interessiert. Dass manuelle Linsen offenbar doch gut gehen, macht den Schritt von der SD15 zur SD1 leichter.
luke ist offline  
Alt 01.11.2013, 00:27   #8
Klaus-R
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Hochinteressant!

Ich tu mich ja eigentlich mit wahrscheinlich viel komplexerer EBV nicht besonders schwer ....... dennoch hast Du mich leider abgehängt....

Habe ich das jetzt richtig so verstanden, dass Du die "Ersatzaufnahme" so behandelst, dass die Farbverschiebung dann "futsch" ist und dann exakt das Gleiche mit dem Ursprungsbild machst??

"Faser extrahieren" sagt mir als Photoshopper leider nix ....

Kannst Du das bitte noch einmal mit mir versuchen ....

Danke

Klaus
Klaus-R ist offline  
Alt 01.11.2013, 08:12   #9
oz75
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Hallo miteinander,

freut mich sehr, dass ihr in der Methode einen Nutzen erkennt, eröffnet sie doch den (voraussichtlich uneingeschränkten) Einsatz auch der "schwierigsten" manuellen Linsen an der SD1.

Bzw. präziser: Den Einsatz manueller Linsen am schwierigen Merrill-Sensor.

Schön wäre es natürlich, wenn jetzt ein Codeentwickler die Sache aufgreift und in eine (freie) Alternativsoftware implementiert.

Gimp ist schließlich open source.

Ich habe (unter anderem) deswegen einen zweiten Thread unter dpreview angelegt, da sich dort auch ein paar engagierte Programmierer tummeln.

http://www.dpreview.com/forums/post/52429226

...wer weiss...

Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Ich tu mich ja eigentlich mit wahrscheinlich viel komplexerer EBV nicht besonders schwer ....... dennoch hast Du mich leider abgehängt....
...
"Faser extrahieren" sagt mir als Photoshopper leider nix ....
Ups.

Klaus, da hast Du mich kalt erwischt. Ich hatte es nicht geprüft, ob Pfotenshop ein vergleichbares Feature bietet. Dies scheint nicht der Fall zu sein - auch nicht unter einer anderen Bezeichnung.

Unfassbar.

Falls Du noch einmal recherchieren möchtest: Die englische Bezeichnung der Ebenenoperation "faser extrahieren" lautet "grain extract".

Ich habe gesucht aber nichts gefunden. Aber vielleicht findest Du oder jemand anders ja doch einen "Workaround" für P-Shop.

Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Habe ich das jetzt richtig so verstanden, dass Du die "Ersatzaufnahme" so behandelst, dass die Farbverschiebung dann "futsch" ist und dann exakt das Gleiche mit dem Ursprungsbild machst??
Nicht ganz. Ich verrechne die beiden Bilder (Ursprungsbild und "Kalibrieraufnahme") über die Ebenenoperation miteinander. Also so etwas wie Ebenensubtraktion unter Photoshop - aber halt nicht ganz gleich.

Ich modifiziere innerhalb vom gimp keines der Bilder vorab, sie werden nur stupide miteinander verrechnet. Gerade das macht mich optimistisch, dass so etwas in ein Programm implementiert werden könnte.

Grüße,
Oz

Geändert von oz75 (26.11.2016 um 09:59 Uhr) Grund: RSK
oz75 ist offline  
Alt 01.11.2013, 10:06   #10
Stoneage
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Mangels Gimp und manueller Linsen kann ich leider nicht testen.
Danke aber für das Tutorial. Sehr interessant.

Bezüglich Photoshop:
Die google Suche spuckt Sachen aus wie:
"Photoshop doesn't have "grain extract", you'll have to invert the top layer and use "vivid light" blend mode. Everything else should be the same"

Das könnte man mal testen mit Oz's Beispielbildern.
Stoneage ist offline  
Alt 01.11.2013, 11:38   #11
Stoneage
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So, habe mir mal Gimp geladen und das Szenario durchgespielt. Ich hab nur die keinen Screenshots oben genommen, und es hat bereits recht gut funktioniert.

Mit Photoshop habe ich es allerdings nicht hingekriegt.
Am ähnlichsten (besten) ist das Resultat wie angetönt, wenn man in PS die "Linsenprofilaufnahme" zuerst invertiert, und dann mittels "strahlendes Licht" überlagert. Dann muss die Helligkeit der Ebene erhöht werden bis es ungefähr passt. Leider ist das aber nicht genau das selbe wie die Gimp Methode.
Das Resultat bräuchte noch weitere Bearbeitung um brauchbar zu werden.

Mal etwas weiter testen...
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Alt 01.11.2013, 13:58   #12
oz75
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Zitat:
Zitat von Stoneage Beitrag anzeigen
Bezüglich Photoshop:
Die google Suche spuckt Sachen aus wie:
"Photoshop doesn't have "grain extract", you'll have to invert the top layer and use "vivid light" blend mode. Everything else should be the same"
Vielen Dank für Deine Mühen, Stoneage!

Ich habe das auch gelesen und alles mögliche getestet. Hingehauen hat es einfach nicht.

Hier mal, für alle Interessierten, die beiden X3F-Dateien (Helios 44-2).

Ursprungsaufnahme:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/...1/SDIM7096.X3F

Linsenprofilaufnahme:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/...1/SDIM7097.X3F

Grüße,
Oz
oz75 ist offline  
Alt 01.11.2013, 14:46   #13
Stoneage
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Danke für die RAWs

Jetzt hab ichs glaub:

Man lade die beiden TIFFs ins Photoshop. Die Linsenprofilaufnahme wie gehabt als Ebene über dem normalen Foto.
Dann invertiert man die Linsenprofilaufnahme.

Das sieht so aus:
Linsenprofilaufnahme_invertiert.jpg

Dann wählt mal die Überlagerungsmethode "Strahlendes Licht"
Das sieht so aus:
Strahlendes_licht.jpg

Nun ist es wichtig, dass man die Helligkeit der Ebene nicht über "Helligkeit/Kontrast" einstellt, sondern über Farbton/Sättigung:
Helligkeit.jpg

Und so sieht das Ergebnis aus:
Ergebnis.jpg

Ich hoffe das ist jetzt kein Zufall und lässt sich auch bei anderen Beispielen anwenden.
Stoneage ist offline  
Alt 01.11.2013, 14:51   #14
oz75
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Super!
oz75 ist offline  
Alt 01.11.2013, 16:22   #15
Klaus-R
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Vielen Dank für diesen interessanten Faden!

Jetzt mal ganz etwas anderes ...(kopfkratz...) Ich gehe dann mal wirklich davon aus, dass jedes SIGMA SA-Objektiv auf solche Weise passend-gerechnet werden muss. Haben die Korrekturalgorithmen für wirklich JEDES Objektiv??

Was ist z.B. mit meinen vielen SIGMA-SA Uralt-Gläsern?? Es kann doch nicht sein, dass da für jedes Objektiv solche Anpassungen in Kamera oder RAW-Konverter hinterlegt sind?!

Hat mal jemand ein altes (analoges) AF SIGMA-SA Objektiv an einer SD1 ausprobiert?

Und noch eine weitere Überlegung ..... Ich schätze, dass solche Referenzaufnahmen nicht nur für verschiedene Blenden, sondern auch für verschiedene Brennweiten bei Zoomobjektiven notwendig werden bzw. sind.
Das Resultat wären bei Zoomobjektiven regelrechte "Kennfelder" von Korrekturdaten, die natürlich automatisiert verarbeitet werden müssten ... nichts anderes wäre dem Photographen auch nur ansatzweise zumutbar.

Allein das Anfertigen eines solchen "Kennfeldes" für ein analoges Altzoom, das der User natürlich selber aufnehmen können müsste, wäre schon ein Tageswerk von unzähligen Testaufnahmen.

-Ist das überhaupt noch irgendwie praktikabel?
-Sind solche Anpasungsaufnahmen denn wirklich auf veränderte Lichtverhältnisse übertragbar?? Bei Vignettierungsdaten ist das ja wirklich möglich ... was aber passiert, wenn das Motiv ein ganz anderes Spektrum aufweist? Ist dann nicht schon wieder eine neue Referenzaufnahme angezeigt?
-letztlich die neugierige Frage ... woran liegt das nun schon wieder?? Die alten X3-Sensoren sind doch nicht von grundsätzlich anderer Architektur und zeigten diesbezüglich keinerlei Probleme ... nicht im Ansatz!

Die SD austricksen zu müssen ist ja nix wirklich ganz Neues .... aber es wird ja immer abenteuerlicher ....

Grüße und schöne Photos

Klaus

P.S. Würdet ihr sagen, dass der Bildqualität der Basisaufnahme durch das EBV-Procedere keinerlei Abbruch getan ist?

Sorry .. viele viele Fragen ...
Klaus-R ist offline  
Alt 01.11.2013, 17:08   #16
oz75
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Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Jetzt mal ganz etwas anderes ...(kopfkratz...) Ich gehe dann mal wirklich davon aus, dass jedes SIGMA SA-Objektiv auf solche Weise passend-gerechnet werden muss. Haben die Korrekturalgorithmen für wirklich JEDES Objektiv??
Nein - nur die neueren Linsen werden in die Datenbank gepflegt. Um die Uralt-Sigma-Linsen kümmern die sich wohl nicht.

Ich habe irgendwo gelesen, dass diese ganz alten Linsen ebenfalls Farbfehler erzeugen.

Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Und noch eine weitere Überlegung ..... Ich schätze, dass solche Referenzaufnahmen nicht nur für verschiedene Blenden, sondern auch für verschiedene Brennweiten bei Zoomobjektiven notwendig werden bzw. sind.
Für Zoomobjektive halte ich das für sehr wahrscheinlich. Das Problem tritt glücklicherweise nicht ganz so häufig auf, da viele ältere (M42-)Objektive Festbrennweiten sind.

Ich weiß, es gibt auch dort Zooms. Dort ist die Kalibrierung natürlich beliebig aufwändig.

Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Das Resultat wären bei Zoomobjektiven regelrechte "Kennfelder" von Korrekturdaten, die natürlich automatisiert verarbeitet werden müssten ... nichts anderes wäre dem Photographen auch nur ansatzweise zumutbar.

Allein das Anfertigen eines solchen "Kennfeldes" für ein analoges Altzoom, das der User natürlich selber aufnehmen können müsste, wäre schon ein Tageswerk von unzähligen Testaufnahmen.

-Ist das überhaupt noch irgendwie praktikabel?
Für Zooms halte ich das für nicht praktikabel. Für Leute, die z.B. mal mit ihrer Pancolar-, Takumar- oder Helios-Festbrennweite losziehen wollen, nimmt es aber immerhin den bisherigen Ärger.

Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
-Sind solche Anpasungsaufnahmen denn wirklich auf veränderte Lichtverhältnisse übertragbar?? Bei Vignettierungsdaten ist das ja wirklich möglich ... was aber passiert, wenn das Motiv ein ganz anderes Spektrum aufweist? Ist dann nicht schon wieder eine neue Referenzaufnahme angezeigt?
Ich habe noch nicht getestet, ob sich die Änderung der Farbtemperatur über den Tag, sehr stark auf die Farbstiche auswirkt.
Falls nicht, würde ggf. eine einfache Weißabgleichkorrektur nach der Farbstichkorrektur ausreichen.

Sollte aber eigentlich. Ich würde mich wundern, wenn sich Sigma bei seinen Bestandslinse solch' eine Mühe macht...

Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
-letztlich die neugierige Frage ... woran liegt das nun schon wieder?? Die alten X3-Sensoren sind doch nicht von grundsätzlich anderer Architektur und zeigten diesbezüglich keinerlei Probleme ... nicht im Ansatz!

Die SD austricksen zu müssen ist ja nix wirklich ganz Neues .... aber es wird ja immer abenteuerlicher ....
Da gibt es nur vage Ideen. Je kürzer die Brennweite, desto stärker die Säume - so die Faustregel.

Das stimmt aber meines Erachtens nicht immer.

Die Gerüchteküche sagt, dass die Linsen telezentrisch konzipiert sein, um solche Säume zu vermeiden. Mag sein, aber das Kriterium erfüllen nur die wenigsten Optiken.

Grüße,
Oz
oz75 ist offline  
Alt 01.11.2013, 17:35   #17
Stoneage
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Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Ich gehe dann mal wirklich davon aus, dass jedes SIGMA SA-Objektiv auf solche Weise passend-gerechnet werden muss. Haben die Korrekturalgorithmen für wirklich JEDES Objektiv??
Ich bin nicht sicher, wie "schlimm" es wirklich ist. Es gab doch von Sigma auch Objektiv-Veröffentlichungen, welche nicht durch ein Firmware-Update begleitet wurden.
Auch hatten einige Tester das 18-35er bereits vorab, ohne ein Firmware Update aufgespielt zu haben. Von Farbstichen war da nie die Rede.
Es kann auch sein, dass die meisten Informationen/Anpassungen in diesen Objektiv-Daten lediglich erweiterte Unterstützung für Objektiv (Fokus) Korrekturen in der SD1 sind, oder CA Korrekturen in SPP...
Stoneage ist offline  
Alt 01.11.2013, 20:42   #18
fotom
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Klasse Tutorial... Im Zusammenhang mit Mittelformat und dem Einsatz älterer Objektive (ich meine, es waren an Balgengeräte angeflanschte) habe ich darüber auch schon einmal gelesen und mit eigentlich genau dem selben Vorgehen wurden da die Fehler auch entfernt. Dort aber unter Photoshop. Ich suche noch einmal...
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Alt 01.11.2013, 20:48   #19
fotom
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LCC war das... in Capture One ist ein solches Feature bereits integriert. Bin mir aber sicher, dass es in PS auch ging... suche mal weiter...
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Alt 03.11.2013, 17:37   #20
oz75
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So, hier mal ein Beispiel für die Abhängigkeit der Farbverschiebungen von der Blende...

Das Pancolar 50mm

f/1,8
500k_SDIM7116.jpg

f/5,6
500k_SDIM7117.jpg

f/11
500k_SDIM7118.jpg
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Alt 03.11.2013, 17:43   #21
oz75
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Nun wirds interessant!

Eine Methode, die Ines Mondon vorgeschlagen hatte

http://www.dpreview.com/forums/post/52430178

In beiden folgenden Fotos ist die Pancolar-Blende auf f/11 gesetzt.

Jedoch wiird die "Blendeneinstellung" an der SD1 bei völlig identischer Belichtungszeit variiert:

f/1 bei 0,5s Belichtungszeit (real f/11 @ 0,5s)
500k_SDIM7141.jpg

f/2,8 bei 0,5s Belichtungszeit (real f/11 @ 0,5s)
500k_SDIM7137.jpg

Erkennt ihr den Unterschied? Aber bitte fragt nicht warum?

Abschließend noch mal eine Vergleichsbearbeitung mit der Linsenkorrekturmethode, die ich eingangs vorgestellt habe:

f/1 bei 0,5s Belichtungszeit (Linsenkorrektur) (real f/11 @ 0,5s)
500k_SDIM7141-lensprof-corr.jpg
oz75 ist offline  
Alt 03.11.2013, 19:02   #22
Stoneage
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Das wird ja immer kurioser
Stoneage ist offline  
Alt 03.11.2013, 19:24   #23
oz75
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Zitat:
Zitat von Stoneage Beitrag anzeigen
Das wird ja immer kurioser
Jup. Allerdings.

Mich treibt noch immer die Frage um, warum überhaupt das Problem auftritt?

Warum nun das strenge Kriterium telezentrischer Linsen (die DP-Merrill Modelle werden übrigens mit diesem Feature beworben)...

...und vor allem: Welches physikalische Phänomen steckt dahinter???

EDIT zu Post #21: Es müsste überall 0,4s anstelle von 0,5s lauten... (sorry!)
oz75 ist offline  
Alt 03.11.2013, 21:31   #24
Klaus-R
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Hmmm ... dass ein möglichst senkrecht auf die Sensorebene treffender Lichtstrahl gerade für den mehrschichtigen X3 Sensor wichtig ist, leuchtet mir ja noch ein!

Dass ein schräg "einschlagender" Lichtstrahl einen längeren Weg durch das Silizium nehmen muss, ist auch noch klar, Die Vignettierungsproblematik ist z.T, auch bei den Bayer-Sensoren da zu beobachten, wenn z.B. WW-Objektive sehr schräge Randstrahlen produzieren.

Was das aber mit Farbverschiebungen zu tun haben mag??

Sind evtl die einzelnen Sensorschichten unterschiedlich stark von der Sache betroffen, so dass es von daher zu der Problematik kommen kann? Gibt es Erkenntnisse darüber, ob der aktuelle Merrill-Sensor evtl. "dicker" baut ... was ich mir aber auch wieder nicht vorstellen kann, da das stark auf den Störabstand drücken würde ....???

Fakt ist aber eines .... Die SIGMA SD1 ist durch diese Problematik absolut supportabhängig!!

Sobald SIGMA den Software-Support einstellen wird, werden neu entwicklte Objektive nicht mehr am Gehäuse zu verwenden sein.

Auch dieser Umstand muss beim Kauf der Kamera wohl bedacht werden...
gerade wenn man bedenkt, dass schon für eine SD10 keine Ersatzteile mehr lieferbar sind ..... ....

Grüße

Klaus
Klaus-R ist offline  
Alt 04.11.2013, 20:27   #25
oz75
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Hier mal ein Bild ohne Sperrfilter, der häufiger mal verdächtigt wird.

Entwicklung mit WB unter UFRAW. Das liefert als Serienfeature auch das schöne Passepartout.

500k_SDIM7145.jpg

Die Farbflecken sind weiterhin sichtbar, wenn auch geringer ausgeprägt. Mir persönlich reicht es jedoch nicht als Beweis für die Schuldigkeit des Sperrfilters, da ich die Entwicklung nicht innerhalb von SPP nicht bewerkstelligen konnte (und es somit an der Vergleichbarkeit hapert). SPP weigert sich schlichtweg, einen manuellen Weißabgleich zu akzeptieren.

Grüße,
Oz

P.S.: Hier ein interessanter Link zu entozentrischen und telezentrischen Objektiven: http://www.vision-doctor.de/entozent...objektive.html
oz75 ist offline  
Alt 05.11.2013, 15:37   #26
Klaus-R
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Zitat:
Zitat von oz75 Beitrag anzeigen
(...)
Mich treibt noch immer die Frage um, warum überhaupt das Problem auftritt?

Warum nun das strenge Kriterium telezentrischer Linsen (die DP-Merrill Modelle werden übrigens mit diesem Feature beworben)...

...und vor allem: Welches physikalische Phänomen steckt dahinter???

EDIT zu Post #21: Es müsste überall 0,4s anstelle von 0,5s lauten... (sorry!)
Zitat:
P.S.: Hier ein interessanter Link zu entozentrischen und telezentrischen Objektiven: http://www.vision-doctor.de/entozent...objektive.html
Vielen Dank auch für diese interessante Information.

Stichwort "telezentrisch" ...

Wenn ich mir die Strahlengänge so ansehe, dann kann doch eigentlich die "objektivseitige" Telezentrie keinen Einfluss auf die Farb-Fleckenproblematik haben?!

Hier ....

http://de.wikipedia.org/wiki/Telezentrisches_Objektiv

... wird sehr anschaulich zwischen objektiv- und bildseitiger Telezentrie einer Optik unterschieden. Für den Bildsensor kann ja folglich nur die "bildseitige" Telezentrie eines Objektives irgendwie ausschlaggebend sein ... hinsichtlich der Farbstichproblematik .... meine ich.

"If so" .... dann stellt diese Sensortechnik an die verwendteten Objektive jetzt und in Zukunft Anforderungen, die nur schwer erfüllbar sein werden.

Das "Glattrechnen" von solch starken Farbstichen, wie oben zu sehen, kann ja hinsichtlich der möglichen Gesamtfarbdifferenzierung auch nicht ganz ohne nachteilige Folgen bleiben?!

Grüße

Klaus
Klaus-R ist offline  
Alt 05.11.2013, 18:29   #27
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Guten Abend zusammen.
Ich habe viele Bilder von der Pola, die auch solche Farbflecken aufweisen; und die ist ja nun kein Pixelmonster wie die SD1. Waldschrat hatte dazu einmal geschrieben, das es Streulicht sei. Darauf hin habe ich einen großen schwarzen Trinkbecher um das Objektiv befestigt. Hat auch nichts gebracht. Ich denke das Poblem liegt zwischen der hinterern Linse und dem Sensor. Ich wollte eine Pola darauf hin einmal untersuchen. Hab' es leider noch nicht geschafft.
Bei der SD1 kann ich mir weiterhin gut vorstellen, dass die alten Objektive mit großem Bildkreis auf dem Sensor irgendwo im Spiegelkasten eine Reflektion auslösen, die dann auf dem Sensor landet. Ist natürlich nur eine Vermutung. Manchmal sind die Dinge so einfach, das sie von uns übersehen werden.

LG
Günter
beobachter ist offline  
Alt 05.11.2013, 18:43   #28
Klaus-R
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Hmm ... also für die Polaroid X530 kann ich die oben gezeigten Erscheinungen unter allen erdenklichen Umständen nicht bestätigen ... und ich habe ja etliche X530 Aufnahmen auch schon hier gezeigt.

Sog. Lensflares sind grundsätzlich immer möglich, beschreiben aber das hier angesprochene Problem nicht. Das i.d.T ist schon wirklich ein SD1-typisches Problem.

Es hat auch vor ihrer Zeit keine Objektiv-abhängigen Datensätze zur diesbezüglich spezifischen RAW-Interpretation gegeben. Das ist wirklich neu.

Das ist auch eine relativ "frische" Erkenntnis für mich ... hatte ich so gar nicht mitbekommen.

Grüße und schöne Photos

Klaus
Klaus-R ist offline  
Alt 05.11.2013, 19:35   #29
oz75
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Zitat:
Zitat von Klaus-R Beitrag anzeigen
Für den Bildsensor kann ja folglich nur die "bildseitige" Telezentrie eines Objektives irgendwie ausschlaggebend sein ... hinsichtlich der Farbstichproblematik .... meine ich.
Hallo Klaus,

so verstehe ich es zumindest auch. Das erhöht natürlich den konstruktiven Aufwand für die sensorzugewandten Optikbauteile um einiges.

Was die Farbstiche betrifft, so wirken vielleicht mehrere Dinge zugleich. Manche argumentieren über Entozentrie (was mir schleierhaft ist...wie wirkt sich das auf die Halbleiterschichten aus??), andere über Coating-Reflexionen am Sperrfilter, andere über Reflexionen, die durch mangelhaft geschwärzte Irisblenden in den Linsen verursacht werden (in Kombi mit dem Sperrfilter).

Wollte man das Final herausfinden, so müsste man wohl eine komplette Laborstudie aufsetzen.

Mal abgesehen davon: All diese Dinge ("Einschränkungen", Reflexionen, weiß der Kukuck...) galten doch auch für die alten Foveons.
Und die bedurften keiner Exorzismen, sich mit Altlinsen zu vertragen. Ganz im Gegenteil.

Irgendetwas ist mit dem neuen Sensor anders. Was das genau ist, dürften wohl nur ein paar Jungs in Kalifornien und Japan wissen. Ud ich zweifle, dass die sich uns mitteilen werden.

Grüße und Danke für Deine hilfreichen Gedankengänge
Oz
oz75 ist offline  
Alt 05.11.2013, 20:08   #30
Klaus-R
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Blinzeln

Klar ... wir können nur spekulieren, was das Problem allerdings weniger löst, als Deine gelungenen EBV-Bemühungen oben.

FAKTEN:

-Es ist möglich, beliebige Objektive zumindest durch geeignete EBV-Kalibrierung nutzbar zu machen ... ich denke, das hast Du gezeigt!

-es ist weder praktikabel, noch zumutbar, dass der User diesen Aufwand betreibt ... irgendwie möchte man/frau ja auch noch photographieren und
nicht immer nur die SIGMA "workarounden"

-die Jungs werden alles physikalisch mögliche versucht haben, um das Problem ohne EBV zu lösen und sie werden gescheitert sein.

-es ist höchst unwahrscheinlich, dass SIGMA in Zukunft (bildseitig-telezentrische) Objektive anbieten wird, wenn die anderen Kamerahersteller einen solchen Aufwand nicht erforderlich machen. Da wird also weiter "passendgerechnet" werden müssen.

Ich denke gerade mal daran, wieviele Aufnahmen mit dem damaligen "Rotproblem" ich nach dem Verfahren "RED-EASY" einzeln bearbeiten musste.
Sicher, ... das funktioniert, ist aber dennoch recht lästig und verlangsamt die langsamste D-SLR aller Zeiten noch weiter.

Letztlich möchte ich mit SIGMA ja die etwas andere IQ haben .... aber nicht zu JEDEM Preis, denn sooo immens ist der unstrittig sichtbare Unterschied inzwischen auch nicht mehr.

Ich ziehe aus diesem Faden für mich die Konsequenz, dass ich eine universell anwendbare Kalibrierfunktion für beliebige Objektive bzw-Objektivfarbstiche haben will.

Ist SIGMA nicht in der Lage, dem eigenen Konverter eine entsprechende Kalibrier-Routine beizubringen (So dass ich mit Referenzaufnahmen meine eigenen Optiken adaptieren kann), dann kann ich leider mit dieser Kamera nichts mehr anfangen.

Darauf nämlich, dass SIGMA das selber (langfristig über Jahre) auch nur für die eigenen Linsen machen wird, glaube ich wirklich nicht.

Daran, dass dieser immense Aufwand von Drittanbietern übernommen werden wird, glaube nicht nur ich nicht ... das wird nicht passieren.

Großes Kompliment noch einmal an Oguzhan!!

Dieser Faden hier ist enorm lehrreich und hat mich damit wirklich bereichert.

Grüße und schöne Photos

Klaus

P.S. Wenn der X3F-Bildsensor zukünftig wirklich spezielle auf ihn abgestimmte Optik erfordert, dann hat er wohl keine wirkliche Zukunft mehr. Das ist nämlich dauerhaft nicht zu leisten bzw. auch finanziell nicht zu stemmen.
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