Zeiss Ikon Super Ikonta 532/16

oz75

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Hallo zusammen,

eine weitere Zeiss Ikon Super Ikonta ist bei mir eingezogen.☺ Dieses Mal die 532/16. Format: 6x6.

Die Kamera ist ein unmittelbares Nachkriegsmodell, wurde in Stuttgart/Oberkochen gebaut und ist mit dem Zeiss Opton Tessar 80mm 2,8 T ausgestattet.
T steht hierbei für "Transmission" - dieses Objektiv ist somit optisch vergütet. Damals alles andere als üblich. Der Verschluss ist ein mechanischer Synchro Compur mit einer kürzesten Verschlusszeit von 1/500s.

Die Kamera war ein Pflegefall und auch von mir als solcher gekauft worden. Fungus (Linse) und daher vergleichsweise "günstig".

Die Reparatur war dann doch aufwändiger, da eine Linsenfläche komplett neu poliert werden musste. Zudem war eine Justage des Fokus (saubere Kopplung des Entfernungsmessers mit der FIlmebene per Mattscheibe ...) erforderlich, was bei diesen Modellen ein mittelprächtiger Horror ist. Zumindest beim ersten Mal. 😁

Gesagt getan. Repariert und gepflegt (Balgen und Lederpflege) steht sie nun ganz gut dar:

Compressed_0180.jpg

Gestern dann der erste Test mit einer Rolle Kodak Ektar 100. C-41 Entwicklung bei 38°C

f/8 aus der Hand
Compressed_0181.jpg

und einmal f/2,8 auf die Schnelle

Compressed_0182.jpg

Ich denke, dass sich der Aufwand gelohnt hat. 🙂
 
Harald

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Respekt! An die Feinmechanik würde ich mich wohl nicht rantrauen.
 
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Klaus-R

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WOW .... eine wundervolle Kamera!

Die alte Zeiss mit dem damals hochlichtstarken 2,8er/80mm Objektiv macht nicht nur auch heute
noch konkurrenzfähig scharfe Aufnahmen, sie ist einfach ein kameragewordenes Kunstwerk .... WUNDERSCHÖN!

Ich habe inzwischen ja auch so einige Mittelformat Faltkameras zwischen 4,5x6, 6x6 und 6x9 cm
Aufnahmeformat und ich finde diese Kamerabauart einfach nur genial, weil die Dinger zusammengeklappt
einfach sehr kompakt sind und trotzdem den Mittelformat Look machen.

Die Zeiss hat nicht nur Entfernungsmessung (damals etwas besonderes) sondern sogar gekoppelte Entfernungsmessung, was bedeutet, dass man im Sucher die tatsächliche Entferungseinstellung
als Mischbild beurteilen kann.

Bei ungekoppelter Entfernungsmessung (auch schon toll!) hat die Kamera zwar einen eingebauten Entfernungsmesser, man muss diesen dann aber erst ablesen und die so ermittelte Entfernung dann
am Objektiv (also ungekoppelt) einstellen.

So eine Ikonta hat damals schon ein kleines Vermögen gekostet und ist (zumal in so einem Zustand) inzwischen auch wieder ein nettes Sümmchen wert!

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wiederinbetriebnahme der Kamera! 😊 👍 👍

Ich wünsche noch viele weitere schöne Photos mit der Ikonta

Klaus
 
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oz75

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Vielen Dank! :)

Ich freu mich auch sehr, dass das "Kellerkind" jetzt wieder im aktiven Dienst ist.

Viel zu schade, solche Hardware nicht zu nutzen. 😁
 
Der Bü...

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Hej...

hast du gemacht, dass du diesen Fund wieder beleben konntest. Die Bilder sprechen für sich und großen Respekt für die Feinjustage... 👏 👏 👏

Gruß, der Bü...
 
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matt314

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Hier der Vorgänger 530/16, nach Seriennummer des Objektives von 1936, vermutlich aus zweiter Hand (Vater/Sohn) gekauft, nachdem ich mit einer sehr günstigen Nettar in Mittelformat reingerochen hatte.
Nach Reinigung ganz ansehlich und vor allem funktional.
Der erste Film (FP4-120) liegt drin, bin schon mal gespannt.

Ein Problem hat die Kamera aber, vielleicht weiß jemand Abhilfe. Bei niedrigen Temperaturen draußen wird der Fokus doch sehr zäh. Ich denke da wartet 80 Jahre altes Fett auf Austausch.

Vorn am Objektiv sind mehrere Schlitzschrauben: Kann man bei der 530/16 den Fokus neu abschmieren, ohne mit Spezialwerkzeug (Autokollimator, Sonderwerkzeuge, etc.) arbeiten zu müssen ?

Feinmechanische Erfahrungen sind durchaus vorhanden.
Aber bei so einer Kamera möchte ich keine Schrauben öffnen ohne Bescheid zu wissen.
DSC_3578-a-k.jpg

viele Grüße

Matt
 
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Klaus-R

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Wundervolle Kamera! 😊
Die Frage wird der TO mit absoluter Sicherheit beantworten (können) .... er ist aber meines Wissens kurzfristig gerade nicht erreichbar.

Viel Spaß und schöne Photos mit dem Schmuckstück und seinem Tessar/Adlerauge ....

Klaus
 
oz75

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Ein Problem hat die Kamera aber, vielleicht weiß jemand Abhilfe. Bei niedrigen Temperaturen draußen wird der Fokus doch sehr zäh. Ich denke da wartet 80 Jahre altes Fett auf Austausch.

Vorn am Objektiv sind mehrere Schlitzschrauben: Kann man bei der 530/16 den Fokus neu abschmieren, ohne mit Spezialwerkzeug (Autokollimator, Sonderwerkzeuge, etc.) arbeiten zu müssen ?

Hallo Matt,

zunächst einmal Glückwunsch zur wunderschönen Kamera!

Zu Deinem Problem: Kenne ich. Theoretisch einfach zu lösen, aber in der Praxis nichts für Ungeduldige.

Diese Ikontas haben vorne am Objektiv diesen Ring, welcher mit drei sehr feinen Schlitzschrauben befestigt ist. Nimmt man diesen Ring ab, so kann man die vordere Objektiveinheit herausnehmen und neu abschmieren.

Aber Vorsicht - man muss den Punkt, an dem sich die Gewinde m/w lösen, markieren, um später genau dort wieder zum Einschrauben anzusetzen. sonst stimmt der Fokus nicht mehr!! Ruhig auch die Umdrehungen zählen!!

In der Praxis klappt das selten beim ersten Mal. Klappen tat es bei mir aber am Ende immer (bei meinen beiden Super Inkontas). Mit etwas Geduld und Ruhe.

Die Materialpaarung ist Messing/Messing und das Gewinde extrem fein, weshalb die Mechanik bei Mangelschmierung und nierigen Temperaturen "festgeht".

Ganz wird man das wohl nie abstellen können, aber mit Teflonfett konnte ich eine deutliche Verbesserung erzielen.

Weiterer Tipp beim Fokussieren: Nicht in einem Zug "durchziehen". Lieber zwischendurch einmal kurz in die andere Richtung und dann weiter - um das Gewinde zu entlasten. Also quasi "pumpend" fokussieren. Klingt blöd, hilft aber ungemein.
 
matt314

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Hallo Oz,

danke für die Rückmeldung. Die Info ist sehr hilfreich, wenn ich das Thema mal angehen muß. Das da justierte Elemente drinne sind, war ja zu erwarten. Schön ist schonmal, das es bei Dir geklappt hat und nicht (wie bei vielen modernen Objektiven) ohne spezielles Werkzeug nichts zu machen (außer kaputt) ist.
Bei uns hier in der hohen Mitte Deutschlands brauche ich mit der Zeiss-Ikon im Moment sowieso nichts zu fotografieren, für ein Lichtbild brauchts ja Licht- heute wird's schon wieder dunkler statt heller, den Rest tut der feine Nebel dazu.

viele Grüße

Matthias
 
matt314

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Hallo,

Heute konnte ich mal drei oder vier Testaufnahmen mit der SI machen. Der Nebel ist, nach nunmehr einigen Wochen, endlich mal weg.
Bin schon gespannt ob alles funktioniert.

viele Grüße

Guten Rutsch

Matt
 
matt314

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Hallo in die Runde,

Jetzt waren Ja die Bedingungen endlich mal richtig gut, etwas Zeit auch vorhanden.
Leider haben die entwickelten Bilder ein
Problem offenbart, dessen Beseitigung dann meinerseits zu einem GAU geführt hat.

Ich habe mich über Überstrahlungen geärgert, selbst bei mittleren Kontrasten.
Ein gründlicher Blick in die Optik machte das sichtbar, was man sich vorher schon hätte sehen können, wenn man denn geschaut hätte.
In dem Tessar gab es heftige Trübungen, die nur von außen nicht zu sehen waren.
Als Grund stellte sich zum Glück Verschmutzung der Linsen im Inneren dar.
Nun habe ich den großen Fehler gemacht:
Ich habe ein modernes Set zur Reinigung von Optik dort benutzt.
Die Gläser wurden auch sauber, aber leider zog innerhalb von Minuten unbemerkt die Flüssigkeit in den Verschluss.
Der ist nun blockiert.
Ich habe die Kamera nun einem kundigen Betrieb zur Reparatur gegeben, mal sehen ob da noch was zu retten ist.
Tipp: Wenn reinigen, dann richtig zerlegen oder zumindest mit reinen, flüchtigen Substanzen althergebrachter Art sehr sparsam reinigen.

viele Grüße

Matthias
 
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oz75

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Hallo Matthias,

hättest Du bloß was gesagt/geschrieben. Es besteht nicht nur Hoffnung, ob etwas zu retten ist, sondern die Sache ist ganz banal und kann in Eigenregie mit etwas Trocknen und einem Tropfen WD40 beseitigt werden. Der Compur-Verschluss ist jedenfalls praktisch unverwüstlich. Falls der fachkundige Betrieb nicht weiter weiß, oder Dich wegen der Bagatelle "ausnehmen" will, gib Bescheid.
 
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Hallo,

Das ist ja eigentlich schon mal eine gute Nachricht. Die Kamera ist zur Reparatur, ich habe aber noch keine Nachricht zum Zustand oder den Kosten.
Wenn ausufernde Kosten gefordert werden, lasse ich mir die Kamera unrepariert zurück senden.
Dann müssten wir hier mal weiter schauen.
Trocknen mit warmer Luft hatte ich schon vorher probiert, es ist aber nichts passiert.

viele Grüße

Matthias
 
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Wie geschrieben - es besteht absolut kein Grund zur Sorge. :)

Sowohl Klaus als auch ich haben schon etliche klemmende (oder schlecht laufende) Compur-Verschlüsse instandgesetzt. Solltest Du beim Reparaturbetrieb nicht weiterkommen, kann Dir hier im Forum geholfen werden. :)
 
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Hallo,

Nach langer Zeit (viel anderes zum tun und eine laaaange Reparaturdauer des Fachbetriebs) habe ich die Kamera zurück und konnte einen Film belichten.
Die Haptik der Kamera ist einfach wieder klasse in den Händen!
Auch das Prozedere, dass sich so grundlegend vom automatischen Schnell- Fotografieren unterscheidet ist wieder sehr reizvoll.
Ich habe für den ersten Film nur ein paar Testmotive abgelichtet, um die technische Funktion beurteilen zu können.
Das war leider etwas ernüchternd.
Sowohl in unendlich wie auch per Entfernungsmesser auf kurze Distanz ist die Schärfe nicht optimal.
Auf kurze Distanzen liegt die optimale Schärfe stets etwas hinter dem Objekt, in unendlich ist keine optimale Schärfe zu sehen ( vermutlich hinter der Einstellung).

Kennt noch jemand solche Effekte und ist so etwas justierbar ?

Viele Grüße

Matt
 
Klaus-R

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Hallo Matt,

ich antworte mal "stellvetretend" für den TO, der gerade schlecht erreichbar ist.

Oz75 hat ja seine eigene Ikonta 532/16 selber fokuskalibriert .... natürlich ist das also
möglich.

Hier zeige ich das mal an einer AGFA-RECORD 6x9, wie ich mit einer "Hilfsmattscheibe und einer Briefmarkenlupe" den Unendlichfokus kalibriere (auf Anschlag einstelle) und dann die Entfernungsskale ebenfalls auf Unendlich abgleiche.

AGFA RECORD 1952 - 6x9 Kameraportrait

Bei der Ikonta ist das leider noch mehr "Fummel", weil zusätzlich der integrierte
Entfernungsmesser ganz genau abgeglichen werden muss.

Ich werde OZ75 mal "anpiepsen" ..... nur er weiß genau, wie das bei diesem Modell zu
machen ist.

Grüße und rettet Film

Klaus
 
matt314

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Hallo Klaus,

Danke für deine tolle Reportage über die AGFA- sehr interessant und gut beschrieben.

Zur Zeiss- Ikon:
Das Prinzip (erst unendlich Kalibrieren, dann den Entfernungsmesser prüfen/einstellen) war mir schon ungefähr klar- bloß fehlt es mir hier definitiv an know-how was genau wo zu tun ist.
Diese Kameras wachsen ja nicht mehr nach, und ich würde ungern etwas kaputt machen.

Wirklich toll ist in deinem Bericht, welche Abbildungsleistung erreicht werden kann. Genau so sollte es die ZI eigentlich auch schaffen.
Für mich völlig unverständlich ist, dass der(professionelle) Reparateur meiner ZI diese Justagen nach dem Zerlegen und reparieren der Mechanik nicht gemacht hat, offensichtlich.
Vergessen oder nicht gewollt, werd’s vermutlich nicht herausfinden, nochmals 6 Monate auf die Kamera warten, eher nicht.

viele Grüße

Matt
 
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Hallo Matt,

Natürlich ist das PFUSCH! Sobald die Optik für Instandsetzungsmaßnahmen ausgebaut oder teilzerlegt
wird, muss anschließend die Kamera neu eingestellt werden.
In meinem Fall war der Fokusgang (wie gezeigt) festgegangen.
Das ist leider ein Agfa-RECORD Problem. Nachdem die Teile wieder gangbar gemacht wurden, müssen
der Unendlichfokus-Anschlag und die Enstellskale 100%ig genau justiert werden ..... ansonsten ist die
Kamera nicht zu gebrauchen.

Oz75 wird sich in Kürze hier melden ..... kann ein paar Tage dauern, weil er momentan aus beruflichen Gründen keine Chance hat, hier "spontan" zu antworten.😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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