Wohnen in Berlin - II.

Diskutiere Wohnen in Berlin - II. im Reise Forum im Bereich Bildbesprechungen; Das als Voyeurismus zu bezeichnen finde ich hart...:confused: Die beiden Personen sind nicht zu erkennen, werden also auch nicht bloßgestellt. Ich...
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #21
Wer schreckt schon gerne sein Motiv auf.

@ Waldschrat
Ich empfinde die Bilder als puren Voyeurismus.
Hast du den Leuten wenigstens einen Zwanziger für das Bild da gelassen?

Das als Voyeurismus zu bezeichnen finde ich hart...:confused: Die beiden Personen sind nicht zu erkennen, werden also auch nicht bloßgestellt.
Ich finde es toll, dass Waldschrat sich traut einem Problem der Gesellschaft ein Gesicht bzw. eine Foto zu geben. Gerade weil es einem viel zu leicht gemacht wird weg zu schauen und die "Verlierer der Gesellschaft" in seinem normalen Alltag zu ignorieren.
Meiner Meinung nach müssten solche Bilder viel öfters in den Medien gezeigt werden, damit man das "Problem" eben nicht mehr ignorieren kann, sondern sich damit auseinander setzen muss. Natürlich ist es in einigen Fällen ein individuelles Problem. Aber oftmals ist es ein gesellschaftlich-strukturelles Problem. Was sich sicher nicht ändert, wenn man die "Verlierer der Gesellschaft" einfach weiterhin ausblenden kann.
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #22
Das als Voyeurismus zu bezeichnen finde ich hart...:confused: Die beiden Personen sind nicht zu erkennen, werden also auch nicht bloßgestellt.

Leider bleibe ich bei meiner Meinung.
Es gibt zuviel Betroffenheitsgequatsche und zu wenig Taten.
Ich tu was, du auch?
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #23
Leider bleibe ich bei meiner Meinung.
Es gibt zuviel Betroffenheitsgequatsche und zu wenig Taten.
Ich tu was, du auch?

Das kann ich mit einem klaren "Ja" beantworten! ;) Ich engagiere mich ehrenamtlich in diesem Bereich und forsche beruflich u.a. über "gesellschaftliche Randgruppen" (wie es so schön heißt) und habe dafür einen langen Zeitraum auf der Straße bei Obdachlosen verbracht. Ich weiß von was ich rede und mir persönlich ist es ein Anliegen, dass diese Menschen eine Plattform bekommen um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. :)
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #24
Meine Hochachtung!
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #25
Meine Hochachtung!
Danke für die Blumen, aber die möchte ich dafür gar nicht. ;) Ich weiß das ich mich mit meinem Leben in einer sehr priveligierten Position befinde und sehe es ein bisschen als meine Aufgabe an Leute zu unterstützen, die keine Plattform haben und nicht gehört werden. Obdachlose sind zum großen Teil sehr nette Menschen, die oftmals einfach wahnsinnig viel Pech im Leben gehabt haben. Da ist vom ehem. erfolgreichen Akademiker mit Burn-Out bis zum Drogenabhängigen alles dabei. Wenn man dort eine bisschen Zeit verbringt lernt man Demut vor, und Wertschätzung von dem was man davor als normal und selbstverständlich erachtet hat.
Die Hochachtung muss eigentlich den Obdachlosen gelten, die es schaffen ihren Alltag auf der Straße zu meistern. ICH würde daran nämlich täglich gnadenlos scheitern...
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #26
Ich ziehe vor jeden den Hut der sich bei dem Thema engagiert, hilft und versucht dieses Gesellschaftsproblem auf den "Tisch" zu bringen.:daumen:
Wer an der Basis ist hat da sicher tieferen und besseren Einblick um beurteilen zu können wer/wie es zu der Notsituation der Personen gekommen ist.
Das Thema fotografisch Aufzuarbeiten ist eine große Herausforderung und Bedarf solch engagierten Einsatz wie Du Springfloh.
Jedoch bleibe ich dabei das diese zwei "Obdachlose" Aufnahmen nicht glaubwürdig sind.
Keiner hat sich um diese beiden Menschen gekümmert, man sieht in der Aufnahme vorbei hastende Menschen.
Auch der Fotograf hat hierzu nichts berichtet.
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #27
Lieber six.tl,
Deinem Kommentar kann ich bei bestem Willen nicht komplett folgen. :confused:
Wer soll sich denn um diese Leute Deine Meinung nach kümmern?
Wie hättest *Du* Dich in dieser Situation verhalten?
Auf diese Antwort bin ich neugierig!


Kann Dir ganz konkret sagen, warum ich in solchen Situationen
zunächst mal zurückhaltend bin:

- in 1 Meter Enfernung um den Pfeiler herum saßen die nächsten beiden
"weggebeamten" Menschen auf der Erde, die nichts mehr von ihrer
Umgebung mitbekamen. Eine Treppe tiefer eine Gruppe von 5 weiteren.
Es ist einfach ein Massenphänomen, was sicherlich dazu beiträgt, dass
man es meist nur noch ausblenden kann, z.B. zum Selbstschutz.


- Die Personen waren vermutlich alkoholisiert. Ich selbst bin mit
Alkoholikern und anderweitig Suchtkranken aufgewachsen, mit all
den Unwägbarkeiten, Übergriffen, Stimmungsschwankungen, usw. die
dazu gehören. Mal davon abgesehen, dass ich aus diesem Grund noch
niemals im Leben betrunken oder von irgendwelchen Drogen "komplett
neben der Spur" war, macht mir die Begegnung mit alkoholisierten
Menschen einfach aufgrund der Kindheitserfahrungen Angst und führt zu
einer gewissen Reserviertheit und Sicherheitsabstand.




Vielleicht erstmal bis hierhin.


Grüße in die Runde vom Waldschrat!




_
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #28
Man sollte solche Plaetze mal den verantwortlichen Politikern live vor Augen fuehren, und zwar direkt bevor sie wieder mal nach USA zu ihren geheimen Verhandlungen ueber TTIP und CETA abreisen, weil das noch viel mehr sozialgesellschaftliche Folgen dieser Art, mit sich bringen wird.
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #29
Versuchen die Personen anzusprechen.
Wenn Sie nicht reagieren nächste Notrufsäule benutzen.
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #30
Personen die am Boden sitzend oder liegend, ihre Umwelt nicht mehr wahrnehmen habe ich schon vor 10 Jahren beinahe taeglich im Bereich des Stuttgarter Bahnhofes gesehen.
Das ist inzwischen sicherlich nicht besser geworden, im Gegenteil.
Quasi in der "reichsten" Ecke Deutschlands, wo Mercedes und Porsche zuhause sind.
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #31
Versuchen die Personen anzusprechen.
Wenn Sie nicht reagieren nächste Notrufsäule benutzen.

Mein Lieber, ich nehme Dich ja fast immer ernst, und
werde das auch wieder tun. Hier denke ich gerade,
Dein Vorschlag ist vielleicht ein bisschen wie vom
andern Stern. Nix für ungut.

Frohe Ostern!



_
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #32
Wenn Sie es anders handhaben machen Sie sich strafbar.
Wenn Sie es anders handhaben nehme ich rigorosen Abstand von Ihnen.


P.S. Es geht um Menschen, Danke!
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #33
Es ist verlockend einfach, im Nachgang über Handlungsoptionen in irgendelchen Lebenssituationen zu philosophieren.

Erhobene Zeigefinger welcher Art auch immer bringen uns hier aber nicht weiter!

Bitte konzentriert euch bestmöglich auf die Bildbesprechung, damit die Gemüter sich beruhigen und dieser Thread nicht aus dem Ruder läuft.

Besten Dank,
Oz
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #34
Wenn neben Ihnen ein Mensch stirbt und Sie nicht in der Lage sind sofort Hilfe zu holen werden Sie anders darüber denken.

gez. six.tl
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #35
Wenn neben Ihnen ein Mensch stirbt und Sie nicht in der Lage sind sofort Hilfe zu holen werden Sie anders darüber denken.

gez. six.tl

Lieber Jens-Uwe,

es geht hier in einem Bildbesprechungsthread nicht in erster Linie um die Richtigkeit eines beherzten Handelns im Falle einer Notsituation, derer man Gewahr wird. Die von Dir hier vorgetragenen Maxime sind sicherlich vorbildlich und nachahmenswert und der Thread fordert zugegeben auch auf, die dargestellten Situationen kontrovers zu erörtern.

Dennoch bitte ich alle Beteiligten, d.h. auch Dich, sofern da weiterer Diskussionsbedarf besteht, dies im Offtopic weiterzuführen. Hierbei gilt jedoch für alle, wie immer bei uns im freundlichen Forum:
Kontrovers: Gerne. Die nicht zu überschreitende rote Linie bilden Angriffe auf der persönlichen Ebene.

Grüße,
Oz
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #36
.... auch wenn es hitzig wird, meine ich, wir sollten uns weiterhin ruhig duzen ...;)

Kompliment an den TO! Schrat, Du hast es geschafft, aufzuwühlen!

Meine Meinung bleibt!

-Diese DOKU Aufnahmen sind völlig o.k. ... aus den genannten Gründen!
Sie eben nicht zu zeigen bedeutet IMHO wegzugucken und nicht umgekehrt!

Wenn das nun "Voyeurismus" ist, dann weiß ich gar nichts mehr!

Leute, macht irgendwie so, dass wir diesen sehr interessanten Faden nicht noch schließen müssen, weil wir uns hier ohne wirklichen Grund noch an die Gurgel gehen!

Was hier gezeigt wird muss wirklich gezeigt werden dürfen, ohne dass sich der Photograph am Ende noch dafür sowas wie "schämen:fragezeichen:" muss. Da haben wier doch hier wohl (mit erheblicher Toleranz!) schon weit Fragwürdigeres ertragen, ohne hier das Fallbeil ausklinken zu müssen!

Das darf ich uns doch auch diesmal wieder zutrauen! BITTE!:ausrufezeichen:

Grüße und interessante Photos

Klaus
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #37
Hallo Jens-Uwe!

Bei mir ist angekommen, dass es Aspekte an dem Thema
gibt, die bei Dir eine ganz starke Resonanz auslösen.
Das ist in Ordnung, und wird mit Sicherheit
einen gewichtigen Grund haben!
Warum und weshalb, ist *hier* im Bilderforum
m.E. nicht der richtige Ort, da in die Tiefe zu gehen.
Gern persönlich.

Vielen Dank an Euch, Oguzhan und Klaus!


So, halb vier. Erstmal: Gute Nacht!




_
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #38
Hallo,
jeder hat das Recht zu fotografieren was immer er will, soweit die Rechte Anderer nicht verletzt werden. Bei den gezeigten Personen sind die Gesichter nicht zu erkennen. Die Menschen sind nicht identifizierbar. Juristisch ist dagegen nichts ein zuwenden.
Ob man solche Fotos mag, oder sonstige Einwände hat, egal es ist die Freiheit des Fotografen derartige Fotos zu machen zu präsentieren.

Komasaufen
Alkohol ist bei Jugendlichen nach wie vor ein Problem. Alle zehn Minuten kommt ein Jugendlicher zwischen 15 und 25 Jahren wegen übermäßigen Konsums in Hamburg ins Krankenhaus. Das Komasaufen ist längst zum gesellschaftlichen Problem geworden Es wird viel geredet, nichts getan. Der erste Schritt wäre M.E. wer sich auf diese Art einen Krankenhausaufenthalt verschafft muss dafür bezahlen.
 
  • Wohnen in Berlin - II. Beitrag #39
Danke für Deinen Beitrag.

Vielleicht ist es doch ein anderes gesellschaftliches Parkett, ob
vmtl. wohl behütete Jugendliche mit glänzenden Zukunftsaussichten
zum Austesten von Grenzen Koma-saufen, oder Menschen ohne
Perspektive und ohne Wurzeln auf der Straße leben?
 
Thema:

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