Wie geht das besser...?

HellWeichei

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Weil´s gerade so schön klar war wollte ich mit meiner "Billigröhre" auch mal einen Himmelskörper ablichten. Auch wenn´s nicht das erste Foto von dem Mond ist...für mich schon. Im Display mit Liveview sehe ich eigentlich nicht so richtig, ob ich das Ding richtig fokussiert habe. Was könnt ihr mir denn für Tipps geben?

Pentax K-1 II, Walimex 500mm f/8.0 bei f/22, 1/20sec, ISO 100, DNG entwickelt mit Affinity Photo
 

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14.05.2019
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ekin06

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Blende auf f8, wenn überhaupt nur minimal abblenden. ISO kannste du theoretisch locker bis 400 gehen. Den Rest in niedrigere Verschlusszeit investieren. :)

Ansonsten befürchte ich das du mit dem Walimex nicht mehr viel rausholen können wirst. Dann eher ne Russentonne besorgen, Maksutov. Entweder das 500er oder das 1000er.

Finde jetzt das Bild aber gar nicht sooo schlecht. Wenn du im Display den Fokus nicht erkennst, könnte evtl. ein externes Display helfen oder so ein Lupensucher den du auf's Display bzw. den Sucher drauf tuen kannst. Weiß nicht obs das für die Pentax gibt.
 
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Waldschrat

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Schließe mich Johannes an. Blende eher auf und kurze Verschlusszeit.

Ansonsten könntest Du ersteinmal so gut es geht sicher stellen, dass der Fokus exakt stimmt. Lässt sich an der K1II der Liveview nicht vergrößert darstellen?

Weiterhin wäre essenziell, dass das Objektiv im Moment des Auslösens nicht schwingt. 500mm Wundertüte am Stativgewinde mittig auf das Stativ geschraubt, ohne zweiten Einspannpunkt, ist wahrscheinlich auch bei einem sehr guten Stativ noch zu wacklig. Jedenfalls habe ich solche Montagen noch nie in den Griff bekommen im Sinne von schwingungsfrei. Nichtmal auf dem Berlebach Holzstativ. Evtl. könntest Du den Kugelkopf abschrauben, das Objektiv direkt auf das Stativ setzen, und versuchen, durch Variation der Stativbeine auf den Mond zu zielen. Ohne Kugelkopf sitzt die Optik viel dichter am Ansatzpunkt der drei Stativbeine. Das ist aber wohl eher eine Strategie für Landschaftsaufnahmen, und wird bei hoch stehendem Mond eher nicht funktionieren. 😉 Noch besser ist es, wenn Du die Optik irgendwie an zwei Punkten ganz vorne und ganz hinten "einspannst." Also z.B. freihändig hinten an der Kamera gehalten, und die Vorderseite des Objektives auf einem Ast, Geländer, Bohnenbeutel, Isomatte, usw. abstützt. Durch diese Zweipunktlagerung liegt ein Tele viel stabiler. Gerade die Wundertüte, weil sie mechanisch so schön lang ist. Nutzung der Spiegel-Vorauslösung setze ich als selbstverständlich voraus.

Last but not least kommst Du bei solchen Aufnahmen schon in den Bereich, wo nicht mehr Deine Technik, sondern die Atmosphäre, die Luftunruhe, das sogenannte Seeing die entscheidende Rolle spielt. Dieser Faktor scheint oft übersehen zu werden, und die Leute glauben, mehr Technik hilft mehr. Eine Strategie für den Anfang kann sein, die Belichtungszeit kurz zu halten (wie schon geschrieben) und zufällig einen guten Moment des Seeings zu erwischen. Das geht, indem Du einfach 50 oder 100 Aufnahmen fertigst, und hinterher die schärfste davon aussuchst. Ich denke, ab Mond formatfüllend ist die momentane Durchsicht und Verzerrung der Erdatmosphäre der entscheidende Faktor, und bevor man größere Technik und teurere Teleskope auffährt, liegt hier der Hund begraben. Bei großen Fernrohren und Teleoptiken verschlechtert sich sogar die Schärfe wegen der Luftunruhe mit zunehmender Größe wieder, weil vereinfacht gesagt der linke Rand der großen Optik schon durch andere Atmosphärenbereiche mit momentan anderem Brechungsindex schaut, als der rechte Rand der Optik, und in der Summe gibt das im Fokuspunkt dann mehr Unschärfe. Ich hatte irgendwo vor Jahren mal gelesen, dass dieser Übergang ab ca. 20cm Teleskopöffnung erfolgt. Wikipedia schreibt im Seeing-Artikel sogar ab 10cm Teleskopöffnung. Deine/unsere geliebte 8/500mm Wundertüte mit ihren rechnerisch 6,25cm Apertur ist in diesem Punkt der Bewältigung des Seeings an Tagen mit schlechtem Seeing also sogar wegen ihrer kleinen Öffnung einem großen Fernrohr inhärent überlegen.

Wahrscheinlich gäbe es noch sehr viel zu dem Thema zu schreiben. Ich brech mal an dieser Stelle ab.

Viel Spaß bei Deinen Mondfotos!
Herzlicher Gruß!
 
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oz75

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Hallo Helmut,

also vorab: Das ist schon sehr gut, was Du da mit den Aufnahmeparametern hinbekommen hast. Das Walimex ist ein Beroflex-Nachbau? Dann hast Du bereits eine gute Linse. Russentonnen (ich habe einige) bringen (zumindest) nicht zwingend bessere Ergebnisse, setzen aber bei dem 1000ern auf jeden Fall mehr Technik und Überlegung bei der Umsetzung guter Aufnahmen voraus.

Der guten Ordnung halber solltest Du Deine Aufnahmekombi vor den Aufnahmen eine gute halbe Stunde an die Umgebungstemperaturen gewöhnen (akklimatisieren), um Tubusseeing zu vermeiden, d.h. Verwirblungen von Luft unterschiedlicher Temperatur (und Dichte) in der Optik.

Vieles wurde bereits gesagt. Stabiles Stativ, Fernauslöser, Spiegelvorauslösung, kürzere Belichtungszeiten (ISO-Werte rauf) sind die wichtigsten Punkte. Wie der Schrat schon schrieb, macht sorgt die Kamera am Ende der langen Walimex-Röhre für eine ungünstige Gewichtsverteilung und entsprechende Momente - zumindest, wenn Wind geht.

Gegen das atmospärische Seeing hilft nur, viele Aufnahmen zu machen und jene Aufnahme, bei der sich das atomosphärische Flimmern am wenigsten ausgewirkt hat, auszuwählen.

Alternativ kannst Du stacken (viele Aufnahmen per Software zusammenrechnen lassen). Dies funktioniert aber eigentlich nur dann gut, wenn Du eine astronomische Nachführung hast - denn der Pfannkuchen am Himmel läuft ansonsten gerne flott aus dem Aufnahmereich heraus.
 
HellWeichei

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Danke für die Tipps.

Also erste Maßnahmen: Blende auf, kürzere Verschlusszeit, ISO etwas höher, Stativ verbessern, mehrere Aufnahmen, Astro Tracer einschalten...ist doch ganz einfach...😀

@ekin06 : Lupensucher hab ich noch von der K-50. Muss ich mal probieren. Externes Display hatte ich versucht. Steuerung und Display geht bei der K-1 per WLAN auf dem iPad. Blöderweise hatte das keinen besseren Effekt. Liegt aber wahrscheinlich an meiner Bedienung. Muss noch mal das Handbuch zu Rate ziehen. Wenn du mit "Russentonne" ein Spiegeltele meinst dann hatte ich das vor kurzem. Ein Walimex 500mm Spiegel. Das hab ich wieder zurück geschickt. Der Fokussierweg war mir zu eng, für den Alltag fand ich das nicht praktikabel. Da komme ich mit der Wuntertüte besser klar.

@Waldschrat : Den Liveview kann ich bis zu 16x vergrößern. Bei den Aufnahmen gestern hatte ich meist mit 4x probiert. Näher ran hält der Mond nicht mehr still 😉. Allerdings wird mir der Mond im LV sehr hell angezeigt und die Schärfe kann ich nur an den Rändern erkennen. Das mit dem Stativ ist so eine Sache. Gestern hatte ich das Geraffel auf meinem Rollei mit Kugelkopf montiert. Die Stativschelle an dem Walimex ist allerdings popelig weil Kunststoff und weich. Aber ich habe gestern per Zeitauslösung versucht die Schwingungen im Griff zu halten. Tja, und das mit dem Seeing...ich hatte ja keine Ahnung....🙄😄 Also wieder was zu Lesen.

@oz75 : Die K-1 hat eine eingebaute Astro Tracer Funktion. GPS Modul zur Ortsbestimmung ist drin und die Nachführung wird über den beweglich gelagerten Sensor dann ereldigt. Hab ich allerdings noch nicht benutzt. Wieder was für kalte Nächte...aber ich soll ja das Geraffel sowieso erst mal auf Betriebstemperatur abkühlen lassen.
 
Janni

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Sieht doch eigentlich ganz gut aus für so ein lichtschwaches dünnes Tele 😉 👍
Die ganzen Verbesserungsvorschläge wurden ja schon beschrieben, aber Blende 22 versteh ich auch nicht wirklich was dich da geritten hat 😱
Im LiveView bei vergrösserter Ansicht scharfstellen sollte doch kein Problem sein, die Kamera sollte doch im LiveView auch die aktuelle Belichtung darstellen (Belichtungssimulation), dann kann man doch sehr gut die Feineinstellung am Fokusring durchführen 😉
 
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ThomasRS

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Ich machs jetzt mal ganz kurz.
Für das, womit das Bild gemacht ist, ist es mehr als gut.
Allein betrachtet, also ohne die Technik zu berücksichtigen, gefällt's mir immer noch.
So what?

Blende 22, okay, ich versteh' den Ansatz. ☺
Und hey, ein dicker Kabelbinder um den Fokusring hilft beim Verstellen, damit es nicht
immer so extrem wackelt in der Vergrösserung.
 
HellWeichei

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@Janni : Die Kamera scheint einen Unterschied zwischen den manuellen und den AF-Linsen mit Kontakten zu machen. Bei dem manuellen Wallimex wird im LV nicht die korrekte Belichtung gezeigt sondern die Anzeige regelt aus irgendeinem Grund von allein nach. D.h., wenn ich z.B. einen hellen Bereich anpeile wird das Histogramm mittig angezeigt. Schließe ich die Blende bleibt das Histogramm mittig obwohl bei unveränderter Einstellung die Aufnahme dann dunkler wird (logisch). Bei einem Objektiv mit Kontakten verhält sich die Anzeige und das Histogramm erwartungsgemäß. Schließe ich die Blende, dann wird LV dunkler und das Histogramm wandert nach links. Das muss ich noch mal weiter untersuchen. K.A., warum das so ist.

@ThomasRS : Kabelbinder. Wieder was gelernt. Danke.
 
Stone

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Moin, probier mal Blende 11... dann 50 Aufnahmen machen.... besser 100. Iso muss ich passen, so das nix überstrahlt wird, nicht zu lange belichten. 1/20 ist schon viel.
Natürlich mit dem Stativ nachgehen. Dann stacken mit Avi Stack oder autostakkert stacken. Die suchen sich das beste raus.
Bei einer Farbkamera kann man die Farben auch noch hochdrehen. Dann sieht man die unerschiedlichen Gesteine ;)
 
Waldschrat

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Nee, das eher nicht. Soweit ich diese Sensornachführung verstehe (war natürlich neugierig und mich da eingelesen), ist das eher sinnvoll, wenn Du Sternenhimmel mit kürzeren Brennweiten ablichten willst. Vielleicht noch kurze Teleobjektive. Der Verschiebeweg des Sensors ist bei der langen Brennweite einfach zu klein, um das "Weglaufen" des Mondes aufgrund der Erddrehung länger als ein paar Sekunden zu kompensieren. Oz meinte sicherlich eine "richtige" Nachführung, auf der Deine ganze Montage (Kamera plus Optik) steht, und welche die Erddrehung kompensiert.

Grüße und viel Freude!
 
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Waldschrat

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Nochmal zur Scharfstellung:
Gibt es eventuell ein nicht weglaufendes Ersatzobjekt in Sichtweite? Also einen paar Kilometer entfernten Bergrücken, Turm, Mast, Hochhaus, Schornstein, Baum, o.ä.? Dann könntest Du daran in Ruhe mit 16x Liveview scharfstellen, und dann ganz vorsichtig die Montage auf Luna umschwenken. Achtung: Aber nicht auf eventuelle rote Befeuerung / rote Sicherungslichter an Schornsteinen, Windgeneratoren usw. scharf stellen, weil das einfarbig rote Licht eine etwas andere Fokusebene als weißes Licht hat.
 
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HellWeichei

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@Stone : Danke für den Tipp. Werd ich auch mal ausprobieren.

@Waldschrat : Ja, klar. Kein Astro Tracer. Nein. Ist falsch. Ohne vorher drüber nachgedacht zu haben und jetzt deine Bemerkung dazu...ist klar. Leuchtet ein. Mond ist zu schnell für so was.

Ein Objekt weit weg? Hm, muss ich erst mal suchen. Nicht dass hier nichts weit weg wäre. Mal sehen, ... auch ausprobieren. ...aber heute nicht mehr. Bin gerade erst nach Hause und keinen Bock auf nix mehr.
 
Klaus-R

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Hallo Helmut,

wie oben schon erwähnt ... die Beroflexe sind alle offenscharf. Die Schärfe lässt sih durch Abblenden nicht mehr verbessern ... Blende 8 macht also den ganz großen Sinn.

Übrigens .... das Beroflex 500 ist ja nicht wirklich besonders lichtschwach. 😊 Die üblichen AF Telezooms
sind um die 500mm mit F6,3 ja auch nicht wirklich viel lichtstärker.
Ich mag an der "Wundertüte" besonders das extrem geringe (650g) Gewicht.

Grüße

Klaus
 
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HellWeichei

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@Waldschrat und @Klaus-R : Danke euch. Auf jeden Fall habe ich an den Antworten gelernt. Das war ja irgendwie auch die Absicht. Also...großes Knierutsch...😁

Ich werde bei nächsten klaren Nächten mal versuchen eure Tipps umzusetzen. Mal sehen, ob ich noch lernfähig bin...🤣