Was fotografiert ihr analog?

Harald

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Eine Frage an alle, die gelegentlich noch auf Film fotografieren, aber hauptsächlich digital:
Was fotografiert ihr und was macht ihr mit den Fotos?

Ich habe selbst etliche schöne analoge Kameras, hauptsächlich Minolta und Praktica.
Und nach jedem Bericht und Kameraportrait habe ich aufs neue Lust, wieder einen Film einzulegen und damit loszuziehen.

Aber was fotografieren?
Ich habe zwar Scantechnik der besseren Einsteigerklasse (denk ich mal) und fotografiere digital auch nicht immer mit neuster Technik, trotzdem kann mir ein gescantes Negativ nicht das nativ digitale Foto ersetzen. Dazwischen steht auch immer noch die Hürde des Digitalisierens, außerdem kriege ich meist die Farben nicht wirklich passend hin.
Außerdem bearbeite ich gern etwas stärker nach.

Somit bleibt analog fast nur rein dokumentarisches übrig, das ich als Abzug weiterverwende.
Ich habe schon mehrfach überlegt, mich von den meisten analogen Kameras zu trennen (habe allerdings keine wertvollen Stücke).


Ich bin an Input interessiert, würde Klaus gerne helfen, den Film zu retten. ;)
 
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Klaus-R

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Hallo Harald,

die digitale Bildbearbeitung, Bildoptimierung, Bildmanipulation (wie auch immer) ist das moderne "Ass im Ärmel" der Photographie und auch von meiner Seite her NICHT mehr wegzudenken!😊

Grundsätzlich stellen Fuji und Kodak ja auch noch RA4 Photopapier her. so dass es sogar möglich wäre, auch wieder traditionelle Ausbelichtungen aus Negativen herzustellen.

Genau das aber kann auch ich mir inzwischen nicht mehr vorstellen, weil die unendlichen Möglichkeiten der digitalen Bildoptimierungen für mich unverzichtbar geworden sind .... fast nichts davon geht am Vergrößerungsgerät noch auf analoge/traditionelle Weise ... ich weiß das nicht zuletzt deswegen, weil ich jahrelang eben auch "positiv" im Photolabor ausbelichtet habe.😊

Es bietet sich (zumindest für mich) also das Hybrid-Verfahren an .... will sagen .... Bis zum entwickelten Negativ konventionell arbeiten und dann eben digitalisieren .... wobei eben das Digitalisieren ein Thema ist, über das es ENDLOS viele Meinungen im Netz gibt .... viel Meinung und wenig bestaunbare Bildergebnisse ... wie ja so oft im Forengeschehen.
Ich habe da einen (meinen) Weg gefunden und ich weiß, dass zwei Kollegen hier im Forum mit fast gleicher Hardware an das Thema herangehen.

Will man den "Film Look" transportieren (und nein, der geht im Zuge der Digitalisierung ja eben nicht verloren, wenn man hochwertig digitalisiert) dann bekommt man Bildergebnisse, die denen von "damals" sehr nahe kommen.

Das große "WARUM ÜBERHAUPT WIEDER FILM??" Thema lässt sich Wochenlang überdenken oder man ist ganz schnell damit fertig, indem man sagt .... NEIN, das ist überholt und vorbei .... ich lege ja auch keine Schallplatte mehr auf .... PUNKT!😜😜😜

Wer aber schon überhaupt darüber nachdenkt, ob sie oder er nicht vielleicht DOCH MAL WIEDER .......,
der ist genau mein Kandidat ......

Beim Nachdenken darüber kann ja nicht nur ich "helfen😊", sondern da gibt es ja auch noch den FILM-Guru STEFFEN SCHÜNGEL, der zu diesem Thema einen wie ich finde ganz hervorragenden Youtube-Kanal fährt und in Sachen FILM einen ganz tollen Job macht:


Kurz ....ich kann die Frage nicht wirklich pragmatisch beantworten und deswegen verliere ich da auch jede sachliche Debatte .......
Schüngel geht übrigens inzwischen sogar weiter als ich .... der vergrößert sogar wieder im eigenen Photolabor ... ein Weg, auf dem ich ihm aber (wie oben zerlegt) nicht folgen werde.😊

Ein vielleicht stichhaltiges Argument aber dann doch noch ...... Du photographierst mit Film ganz einfach anders, viel sorgfältiger und bewusster als digital.
Das ist nicht zuletzt so, weil Du ja auch weißt, dass Du für jede Aufnahme erheblich mehr Aufwand betreiben musst, bis die dann mal auf dem Bildschirm landet.😊
Du musst zwangsläufig in jede Aufnahme erheblich mehr Zeit investieren ... dementsprechend "bedacht" wirst Du auch vorgehen.
Zumindest kommen dabei (nach meiner Erfahrung) auch andere Bildergebnisse heraus.

Ich habe ja gerade mit meiner Voigtländer 38 Farbphotos geschossen (kann man bei Selbstentwicklung aus einem 36er Film herausholen) und wirklich gar keinen Ausschuss dabei. Das liegt zum einen natürlich an der guten Kamera, zum anderen aber auch daran, dass man mit Film nicht einfach so "draufdrückt".

Wie ich schon mehrfach schrieb .... wenn Film, dann NUR Film! Ich nehme dann nicht gleichzeitig auch noch eine Digitalkamera mit. Film erfordert mehr Konzentration ... gerade, wenn man mit alten und sehr schwierig zu bedienenden Knipskisten ausrückt .... wobei es natürlich auch sehr einfach zu handhabende
Film-kameras gibt.

Kurz .... es muss Spaß machen, auf die alte Tour zu gehen, sonst bringt das nix.
Auffällig aber ist, dass nicht nur alte Kerle, wie ich, die Film-Photographie wieder aufnehmen, sondern sich erfreulicherweise auch so junge Leute dafür interessieren, die die alten Zeiten nicht mehr aktiv kennen.

Dann gibt es ja auch noch die LOMO-Szene, die ich gar nicht nachfühlen kann .... aber ich find's gut, weil dafür auch Filme gekauft werden .... auch diese Kandidaten retten also Film!🤣

Wer vom Dienstleister unabhängig arbeitet (also selber entwickelt) hat nicht nur bessere Ergebnisse, sondern hat auch die olle Rennerei nicht und das inzwischen wochenlange warten.

Ich komme mit Film nach Hause und drei Stunden später kann ich die Aufnahmen schon auf dem Schirm haben, wenn ich es ganz eilig habe .... SW geht noch schneller!

Ach ja ..... OK. Filme waren immer schon teuer und sind teuer geblieben ..... seid alle sicher, die Filme kosten sehr wenig, wenn man die Zeit, die man mit ihnen verbringt mal in Relation zu den Kosten sieht.
Cigaretten sind viel teurer .... Schuhe zum Spaß auch usw.....😜😊😜

Motive:

Im Grunde kann man -meine ich- mit Film praktisch jedes Motiv umsetzen .... ganz sicher aber doch alles, was irgendwie "alt" ist oder den typischen VINTAGE-Film-Look gut vertragen kann.

DU HAST DARÜBER NACHGEDACHT ..... Du bist potentiell gefährdet .... zumal dann, wenn Du die Sachen ja sowieso schon hast!😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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Der Bü...

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Hej...

bei mir auf der to-do Liste steht auch noch die Portrait-Fotografie mit Film...

Versuch das mal... Ansonsten eine S/W-Film rein, ab in die nächste U-Bahn und Street-Photography von Menschen im Alltag. Steht auch auf meiner to-do...

Gruß, der Bü...
 
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Harald

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Sorry für die lange Wartezeit auf Antwort, ich hatte in letzter Zeit nicht die Muße für das Thema.

Tja, infiziert wäre ich schon. Ich höre auch Schallplatten. Kaufe mir sogar neue.
Schwarzweiß Entwickeln habe ich auch versucht, das ist mir aber doch zu aufwändig muss ich sagen.
Zumal ich ständig neuen Entwickler kaufen bzw. ansetzen müsste, weil einfach zu selten Anlass und Zeit da sind.

Das mit der Sorgfalt kann ich bestätigen. Auch wenn die Bilder hinterher nochmal gescannt werden und Ausschnitt und Winkel noch nachbearbeitet werden können, hat man schon den Anspruch, möglichst fertige Fotos zu erzeugen.

Der Tipp "alt mit alt" zu fotografieren, ist gut. Werde mal schauen, welche Projekte ich zu dem Thema finde.


Danke auch Bülent für deinen Tipp. Portrait mache ich allerdings fast gar nicht - und um eine U-Bahn zu erreichen müsste ich schon Urlaub machen. :D
Aber vielleicht kann ich mich dem Thema "Street" auf andere Weise nähern...
 
Klaus-R

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(....)
Zumal ich ständig neuen Entwickler kaufen bzw. ansetzen müsste, weil einfach zu selten Anlass und Zeit da sind.
(....)

Nein! 😊

Das war allenfalls "Damals" und gilt heute nicht mehr!

SW-Photochemie ist als Konzentrat (ich liebe mein RODINAL) kellerkalt und mit Schutzgas konserviert jahrelang haltbar und kostet wirklich sehr sehr wenig Geld.

C-41-Farbchemie ist als Konzentrat schutzbegast und kellerkalt ca. 5 Jahre lang haltbar und angefangene Gebrauchslösung mindestens 12 Monate (Kühlschrank und schutzbegast!)

Damals musste ich für den teuren C41-Prozess immer 6 Filme sammeln und dann in einem Rutsch verarbeiten, um die Photochenie optimal zu nutzen! Genau dieses Problem ist inzwischen gelöst .... Du kannst wirklich sporadisch auch mal nur einen einzigen Film (Farb)-Film entwickeln, ohne anschließend die
Photochemie entsorgen zu müssen!😊

Wenn mehr Leute wüssten, wie viel Spaß es macht, mit den modernen haltbaren Chemikalien zu arbeiten, dann würde auch mal wieder mehr mit Film gemacht!

Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels!! Das absolute Film-Tief ist lange durchschritten! Wir erleben einen "moderaten" Film Boom!😊

Etwa um 2014 war die Filmproduktion um traurige 97% des ehemaligen TOP-Volumens eingebrochen.
Nur noch wenige Produktionsanlagen hatten überlebt und konnten noch betrieben werden.

Alle Film Hersteller freuen sich derzeit wegen der deutlich steigenden Nachfrage nach Film, haben aber
kein Geld, um die Produktion zu steigern und Personal zu bezahlen bzw. auszubiden.

Alle (wenigen) verblieben Produktionsanlagen laufen zur Zeit mit voller Auslastung .... viele Filme sind zur Zeit ausverkauft und gar nicht mehr zu bekommen.

Kodak hat die Preise erhöht, versichert aber, dass das Geld in neue Produktionsanlagen fließen soll und dass man damit neues Fachpersonal ausbilden will.

KODAK und FUJIFILM ist es zu verdanken, dass es überhaupt noch Farbfilm in allen gängigen Konfektionierungen gibt .... die haben auch dann noch durchgehalten, als wirklich gar kein Geld mehr zu machen war.

Ich bin froh, dass die klassische Film-Photographie vielleicht doch knapp überleben wird, dass es noch genügend viele "analoge" Kameras gibt und dass (gerüchteweise) zwei Hersteller sondieren, ob man nicht mal in den alten Schubladen gucken kann, um wieder Film-Kameras zu machen.

RETRO ist eine Bewegung, die immer mehr Freunde gewinnt ..... man muss nur mal gucken, wieviele RETRO Motorräder es wieder gibt .... und auch junge Leute steigen da gerne auf .... weil Blech was anderes ist, als Plastik!

Grüße und rettet Film!😊

Klaus
 
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