Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait ....

Klaus-R

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Hallo zusammen,

Ergänzungen:

Für die Voigtländer Bessamatic (später auch für die systemgleiche Ultramatic) gab es ab 1959 (zweites Produktionsjahr) das damals hochlichtstarke und hochkorrigierte SEPTON 50mm/f:2,0.

Wie der Name schon suggeriert handelt es sich um einen 7-Linser, der den damals wohl maximalen Entwicklungsstand für ein 50er Kleinbild-Normalobjektiv bedeutete.

Etwa jede sechste Kamera wurde infolge mit diesem damals sehr teuren Prestige-Objektiv verkauft.
Schärfer als das Color-Lanthar kann es kaum sein, aber es bietet natürlich eine volle Blendenstufe mehr Öffnung.

Bild - 54.jpg

Hier ein sehr gut erhaltenes Septon an der Kamera. 😊

Das Septon ist heute noch zu bekommen, oft werden aber absurd hohe Preise dafür aufgerufen. Ich habe da etwas "feilschen" müssen, mich dann aber mit dem Anbieter "vernünftig" einigen können.
Das Septon kann Probleme mit Linsenkitt-Separationen machen (dann, wenn sich eine Verkittung zweier verklebter Linsen auflöst und die Optik hat zwei verkittete Gruppen).
Wenn es bis heute glasklar ist, dann wird das mit großer Sicherheit aber auch so bleiben .... der mangelhafte Kitt machte wohl schon "damals" Ärger, wenn verbaut.

Nachteile seien auch erwähnt:

1) Auch das SEPTON 50mm ist (wie die anderen Voigtländer Objektive) ein Winzling, dann aber doch baulänger als das SKOPAR oder LANTHAR 50mm.
Leider passt die Kamera mit angesetztem SEPTON nicht mehr in die geschlossene Bereitschaftstasche.
Dieser Umstand schränkt damit die Verwendung des SEPTONs als "Immerdrauf-Optik" ein. Ob es eine dafür geänderte Original-Bereitschaftstasche gab, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Die Verwendung einer Fremd-Bereitschaftstasche könnte möglich sein ... ich muss mal gucken, was ich da so habe.....

2) Das Septon hat ein größeres Filtergewinde (52mm statt 40,5mm, wie die beiden alternativen 50er)
Aus diesem Grunde passen die 4 Focare (oben gezeigte Nahbereichs-Vorsätze) nicht an das Septon, das eine Naheinstellgrenze von 90cm hat.

Es gibt auch eine FOCAR-Serie für das SEPTON, die auch heute noch zu bekommen ist .... allerdings zu absurd hohen Preisen, die ich für mich mal ausschließe.

Da Blende 2,0 für Nahaufnahmen sowieso nicht sinnvoll ist, macht es mehr Sinn, ggfls. ein SKOPAR oder LANTHAR dafür mit den normalen Focaren einzusetzen.

Auf erste Aufnahmen mit der Optik freue ich mich sehr.😊

TELEKONVERTER:

Voigtländer selber hat nie einen solchen angeboten (ebensowenig, wie ja ein Balgengerät ORIGINAL verfügbar war) aber es gibt einen solchen offensichtlich von WEP.
Der 2X Telekonverter überträgt beides (Springblende und Blendeneinstellfunktion) von der Kamera auf das brennweitenverlängerte Objektiv.

Toll gemacht ..... der TK korrigiert den Lichtwertverlust (2 Blendenstufen) automatisch, so dass die Kamera dann gleich "bescheidweiß" und im Sucher und auf der Skale gleich die Effektivblenden dann auch angezeigt werden.
Schön gemacht!

Bild - 55.jpg

Auch in Sachen 2X TK freue ich mich auf erste Bilderfahrungen .... ich werde ggfls. dann berichten.

Grüße und rettet Film .....😊

Klaus
 
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Klaus-R

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Hallo zusammen,

EINGEBAUTE SELEN BELICHTUNGSMESSER

In dieser wichtigen Sache noch einmal inzwischen gesicherte Fakten...... 😊

Im Grunde sind die alten SELEN-Lichtmesser einfach nur genial, weil sie (egal ob als Handbelichtungsmesser oder in die Kamera eingebaut) eben batterieunabhängige Lichtmessung ermöglichen und erstaunlich lichtempfindlich sind (durchaus also schwachlichttauglich) sind.

Inzwischen weiß man, dass typische Selenzellen etwa 8.000 Betriebsstunden durchhalten, bis allererste Ermüdungserscheinungen auftreten.
8.000 Betriebsstunden, das entspricht etwa 2 Jahren Dauerbelichtung, wenn man die Nachtzeiten mitrechnet oder einem Jahr Dauernutzung bei durchschnittlichem Tageslicht.

Lagert man die Kamera (oder den Handbelichtungsmesser) bei Nichtnutzung also dunkel, dann reicht das für eine Ewigkeit, lässt man sie aber ungenutzt bei Tageslicht offen liegen oder stellt sie in einer Vitrine aus, dann hat der Lichtmesser leider keine Chance!

Also .... wer das Glück hat, einen der vielen gut erhaltenen SELEN-Messer sein Eigen zu nennen, MUSS bitte unbedingt darauf achten, die Zelle nur bei Gebrauch (das ist unschädlich) dem Licht auszusetzen und ansonsten dunkel zu halten. 😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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Hans-PeterBe

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Ein ganz großes Dankeschön für diesen schönen Bericht!
Ich habe 3 Bessamatic, davon 1 Deluxe.
1 Bessamatic ist schon generalüberholt, mit neuem(!) Selen-Belichtungsmesser, lag beim Reparateur im Dunkeln in der Schublade und ist noch funktionsfähig.
Der Belichtungsmesser derDeluxe misst auch noch, der von der anderen Bessamatic nicht mehr, diese Beiden sind noch beim Kamera-Spezialisten zur Reparatur und ich warte, ungeduldig ;-)
Ich mag die Bessamatic sehr, diese beeindruckende Schärfe, Raum- und (Schärfen)Tiefenabbildung.
Von der Bedienung her ist sie, für mich, sehr intuitiv.
Zu meiner ersten Bessamatic gab es die Bedienungsanleitung, ein Buch über „Fotografieren mit der Bessamatic“ und verschiedene Heftchen dazu. Bei der 2. Bessamatic noch alle Focar- und eine Porträtlinse.
 
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Hans-PeterBe

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Hallo zusammen,

Ergänzungen:

Für die Voigtländer Bessamatic (später auch für die systemgleiche Ultramatic) gab es ab 1959 (zweites Produktionsjahr) das damals hochlichtstarke und hochkorrigierte SEPTON 50mm/f:2,0.

Wie der Name schon suggeriert handelt es sich um einen 7-Linser, der den damals wohl maximalen Entwicklungsstand für ein 50er Kleinbild-Normalobjektiv bedeutete.

Etwa jede sechste Kamera wurde infolge mit diesem damals sehr teuren Prestige-Objektiv verkauft.
Schärfer als das Color-Lanthar kann es kaum sein, aber es bietet natürlich eine volle Blendenstufe mehr Öffnung.

Anhang 174970 betrachten

Hier ein sehr gut erhaltenes Septon an der Kamera. 😊

Das Septon ist heute noch zu bekommen, oft werden aber absurd hohe Preise dafür aufgerufen. Ich habe da etwas "feilschen" müssen, mich dann aber mit dem Anbieter "vernünftig" einigen können.
Das Septon kann Probleme mit Linsenkitt-Separationen machen (dann, wenn sich eine Verkittung zweier verklebter Linsen auflöst und die Optik hat zwei verkittete Gruppen).
Wenn es bis heute glasklar ist, dann wird das mit großer Sicherheit aber auch so bleiben .... der mangelhafte Kitt machte wohl schon "damals" Ärger, wenn verbaut.

Nachteile seien auch erwähnt:

1) Auch das SEPTON 50mm ist (wie die anderen Voigtländer Objektive) ein Winzling, dann aber doch baulänger als das SKOPAR oder LANTHAR 50mm.
Leider passt die Kamera mit angesetztem SEPTON nicht mehr in die geschlossene Bereitschaftstasche.
Dieser Umstand schränkt damit die Verwendung des SEPTONs als "Immerdrauf-Optik" ein. Ob es eine dafür geänderte Original-Bereitschaftstasche gab, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Die Verwendung einer Fremd-Bereitschaftstasche könnte möglich sein ... ich muss mal gucken, was ich da so habe.....

2) Das Septon hat ein größeres Filtergewinde (52mm statt 40,5mm, wie die beiden alternativen 50er)
Aus diesem Grunde passen die 4 Focare (oben gezeigte Nahbereichs-Vorsätze) nicht an das Septon, das eine Naheinstellgrenze von 90cm hat.

Es gibt auch eine FOCAR-Serie für das SEPTON, die auch heute noch zu bekommen ist .... allerdings zu absurd hohen Preisen, die ich für mich mal ausschließe.

Da Blende 2,0 für Nahaufnahmen sowieso nicht sinnvoll ist, macht es mehr Sinn, ggfls. ein SKOPAR oder LANTHAR dafür mit den normalen Focaren einzusetzen.

Auf erste Aufnahmen mit der Optik freue ich mich sehr.😊

TELEKONVERTER:

Voigtländer selber hat nie einen solchen angeboten (ebensowenig, wie ja ein Balgengerät ORIGINAL verfügbar war) aber es gibt einen solchen offensichtlich von WEP.
Der 2X Telekonverter überträgt beides (Springblende und Blendeneinstellfunktion) von der Kamera auf das brennweitenverlängerte Objektiv.

Toll gemacht ..... der TK korrigiert den Lichtwertverlust (2 Blendenstufen) automatisch, so dass die Kamera dann gleich "bescheidweiß" und im Sucher und auf der Skale gleich die Effektivblenden dann auch angezeigt werden.
Schön gemacht!

Anhang 174971 betrachten

Auch in Sachen 2X TK freue ich mich auf erste Bilderfahrungen .... ich werde ggfls. dann berichten.

Grüße und rettet Film .....😊

Klaus
Die Voigtländer, die mit Septon ausgeliefert wurden haben auch ein „Bereitschafts-Etui“ wo sie hereinpassen. Bei meiner hat sogar das einfache Etui-Modell die Aussparung für den Deluxe-Höcker.Die Focar-Linsen waren, für das Septon passend, auch dabei.
 
Klaus-R

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Hallo Vogtländerer......,😊😊

wenn man sich viel Zeit nimmt und über absolute Randgebiete der heutigen Photographie textet,
riskiert man natürlich, dass es wenig bis gar kein Feedback geben wird und das ist mit bei mehrern meiner
Kameraportraits (zumindest bis jetzt) ja auch so gegeangen.😊

Schlimm 'isses nicht, weil IGENDWANN freut sich mal eine interessierte Kollegin oder ein interessierter Kollege über meinen Eifer und schon habe ich wider jemanden, der mal einen Film kauft und einfach mal anfängt, auch mal (wie damals) zu photographieren.

Dieser Faden ist jetzt schon ein für mich großer Erfolg, denn er macht inzwischen nicht mehr nur mir Spaß, sondern auch anderen!

Vielen Dank für die AD-ON Beiträge, die Zusatzinfos und weiterhin viel Spaß mit der Bessamatic und FILM.

Grüße und rettet Film😊

Klaus
 
Klaus-R

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(....)
Die Focar-Linsen waren, für das Septon passend, auch dabei. (...)
Ich habe mir jetzt mal "moderne" aber passende Nahlinsen für mein Septon gekauft (eigentlich nicht notwendig, weil das (wie gesagt) für den Nahbereich Offenblende 2,0 gar keinen Sinn macht) und wer eines der beiden 2,8er 50mm hat und die 40,5er Focare perfekt damit ausgestattet ist.

Mit anderen Worten .... wer ein Lanthar oder Skopar 50er hat, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit mit diesen und den kleineren Focaren die besseren Aufnahmen haben, weil durchmessergroße Nahlinsen bekanntermaßen schlechter abliefern, als die kleineren Vertreter.

Aber .... Sammeln macht Spaß .... und zumindest habe ich jetzt auch Nahlinsen für mein Septon.😊

Wenn mir jemand mal einiegermaßen bezahlbare originale SEPTON Focare vermitteln würde, wäre ich sehr dankbar dafür.

Was ich im Moment kaufen könnte, wäre teurer, als das wundervolle Objektiv selber .... und das sehe ich nicht wirklich ein.😊

Grüße und viel Spaß mit Film

Klaus
 
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Ich habe mir jetzt mal "moderne" aber passende Nahlinsen für mein Septon gekauft (eigentlich nicht notwendig, weil das (wie gesagt) für den Nahbereich Offenblende 2,0 gar keinen Sinn macht) und wer eines der beiden 2,8er 50mm hat und die 40,5er Focare perfekt damit ausgestattet ist.

Mit anderen Worten .... wer ein Lanthar oder Skopar 50er hat, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit mit diesen und den kleineren Focaren die besseren Aufnahmen haben, weil durchmessergroße Nahlinsen bekanntermaßen schlechter abliefern, als die kleineren Vertreter.

Aber .... Sammeln macht Spaß .... und zumindest habe ich jetzt auch Nahlinsen für mein Septon.😊

Wenn mir jemand mal einiegermaßen bezahlbare originale SEPTON Focare vermitteln würde, wäre ich sehr dankbar dafür.

Was ich im Moment kaufen könnte, wäre teurer, als das wundervolle Objektiv selber .... und das sehe ich nicht wirklich ein.😊

Grüße und viel Spaß mit Film

Klaus
Ich hatte die Kamera eigentlich wegen des Septon Objektives gekauft, dann waren noch die Focare, das 35mm Weitwinkel und das 135 Tele, eine Tasche und eine Porträtlinse und alle Gegenlichtblenden dabei :)
Weil ich die Focare so gerne haben wollte habe ich mich natürlcih unglaublich gefreut, über die anderen Sachen natürlich auch sehr.
 
Klaus-R

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Viel Spaß mit den Sachen .... wie oben gezeigt .... die Schärfe der Objektive ist schon wirklich sehr beeindruckend.😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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