Viel hilft viel: Kamera mit 16 Linsen...

  • Autor des Themas oz75
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oz75

oz75

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...scheint sich offenbar wie geschnitten Brot zu verkaufen und soll lt. Hersteller die DSLR ersetzen.

https://light.co/

Zitat: "Why I'm really excited about this camera is, that it puts the focus back on great photography, not just great technology."

Aha. Egal...

...ganz hip - und kostet nur 1700$ + Tax.


Gruß,
Oz
 
09.02.2016
#1

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Guest

Schau mal hier: Viel hilft viel: Kamera mit 16 Linsen... . Dort wird jeder fündig!
Steffen1207

Steffen1207

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Hmm, sieht auf den ersten Blick aus, wie ne Mischung aus Kofferradio und Trockenrasierapparat...:psst:;)
 
muezin

muezin

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Und alle Objektive sind natürlich im No-Parallax-Point, oder wie :fragezeichen::fragezeichen::fragezeichen:
 
Klaus-R

Klaus-R

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Hmmm,

schmeißen wir jetzt alle unseren D-SLR Kram weg, weil der smarte Onkel das gesagt hat oder denken wir da nochmal in Ruhe 'drüber nach?:eek:;)
... so ein- zweimal überschlafen vielleicht ... bis dann ist die Vielhilftviel Smartcam ja vielleicht noch nicht sofort ausverkauft??

Grüße

Klaus
 

rod

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Ich bin zufälligerweise über den Thread gestolpert.

Die Light L16 mag zwar seltsam aussehen und etwas für die berühmten "early adopters" neuester Technologie sein. Aber, man darf den Kern der Technologie, der dahinter steht, nicht übersehen. Die wird den klassischen DSLRs und auch Spiegellosen in mittlerer Zukunft reichlich Konkurrenz machen.

Mit diesem Kameraprinzip kann man nach der Aufnahme den Fokus (hier geplant 35-150mm, 35mm Äquivalent), wie die Schärfentiefe innerhalb Grenzen ohne Verluste ändern. Das gibt ganz neue kreative Möglichkeiten.

Der Trick ist die Kombination von relativ preiswerten Komponenten mit einer recht komplexen Software. Und dieser Modell-Typ hat einen großen Vorteil, man kann ihn problemlos mitnehmen, wie ein Handy.

Schaut bitte hier:

"Light L16: Kamera-Startup präsentiert Multi-Aperture Computtational Camera mit 16 Kameramodulen".

"The Light L16 Camera and Computational Photography" von Stu Maschwitz.

Beste Grüße, Uli
 
Steffen1207

Steffen1207

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Mit diesem Kameraprinzip kann man nach der Aufnahme den Fokus ... wie die Schärfentiefe innerhalb Grenzen ohne Verluste ändern...
Moin Uli,

ich wage es mal, das nicht zu glauben. Es ist ja auch nicht zu glauben. Wie soll es gehen, den beim Auslösen fokussierten Punkt in einer fertigen Aufnahme nachträglich zu verschieben? Schärfentiefe ändern? Erkläre mir jemand, wie das gehen soll. Außerhalb der Werbung? ;)
 

rod

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Hallo Steffen,

ja, klingt seltsam. Lies bitte in dem ersten Link unterhalb des 1. Fotos. Dort wird grob die Technik erklärt.

Ganz allgemein basiert sie darauf, dass gleichzeitig mehrere Bilder mit verschiedenen Brennweiten und Blenden aufgenommen werden. Diese Bilder werden auch aus minimal unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen, daher die seltsame Anordnung der Objektive.

Aus den Differenzen der eintreffenden Lichtstrahlen der einzelnen Bilder wird ein Gesamtbild erreichnet und durch die differierenden Perspektiven lassen sich unteschiedlich Schärfepunkte errechnen.

Wie genau das mit der sogenannten Lichtfeld-Technik zusammenhängt, versuche ich auch gerade zu begreifen. Lichtfeld

Diese Webseite gibt einen guten Überblick über die Technik. Die Fraunhofer Wissenschaftler entwickeln ebenfalls.

Beste Grüße, Uli
 
oz75

oz75

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Wie genau das mit der sogenannten Lichtfeld-Technik zusammenhängt, versuche ich auch gerade zu begreifen. Lichtfeld
Der Link führt zum Bilderforum. Sehr ehrbar, wo wir diese technische Novität doch so wertschätzen und uns vor Freude ins Höschen machen. :D;)

https://de.wikipedia.org/wiki/Plenoptische_Kamera (nur zur Grundidee - die L16 funktioniert etwas anders)

@Steffen: Fotografieren mit eingebautem Fokus-Stacking. Viel hilft halt viel.

Man nehme

  1. ein Rudel drittklassiger Sensoren,
  2. verbinde sie mit drittklassigen optischen Konstruktionen zur Realisierung unterschiedlicher Brennweiten und
  3. packe sie platzsparend in ein Kofferradio, fast so klein wie ein Smartphone.
Nun Onkels machen gaanz große Hype, groooße Zauber ankündigen. Mit gaanz vieel tolle Videos mitte coole Leute und fancy Sprüche und viele Fanboys. Fanboys - isse wichtig.

Und schon kann man Glasperlen zu Diamantpreisen verkaufen.
Und, was soll man sagen: Offenbar funktioniert es in unseren oberflächlichen Zeiten.

Kein Problem, wenn das Ganze nicht mit Werbepreisungen versehen wäre, die man einfach nur als Lügen bezeichnen muss.

Eine Bildqualität von Großsensoren (bis zu 52MPix)?
Auf jeden Fall, wie man in diesem Bild so richtig sehen kann:
https://light.co/content/3-gallery/1-gallery-images/holiday-gallery-2.jpg

Ein Sensorrauschen auf dem Niveau von DSLR-Kameras?
Genau, sie o.g. Bild. Praktisch rauschfrei.

Das, was diese Kamera -zu diesem Preis- bietet, ist lächerlich.

Das Konzept, unterschiedliche Brennweiten in einem Gehäuse unterzubringen, ist, zugegeben, ein netter Gimmick.

Aber auch da gilt: Man kann physikalische Grenzen nicht überlisten, egal wie viel man daran herumrechnet und wieviel Marketingnebelkerzen man wirft.

Und das sieht man auch - eindrucksvoll.

Gruß,
Oz
 

rod

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oz75: "Und schon kann man Glasperlen zu Diamantpreisen verkaufen.
Und, was soll man sagen: Offenbar funktioniert es in unseren oberflächlichen Zeiten
."

Na, vielleicht konviniert dir das mehr:

"Fraunhofer Bewegtbildtechnologien" und die folgenden Seiten über Lichtfeldtechnik.

Da geht es, wie ich oben geschrieben habe, um die Tehnologie. Ob sich das mit der Light L16 schon realisieren lässt und ob sie Zukunft hat, kann ich nicht sagen. Aber mittelfristig wird diese Art von Technik die Foto- und Filmbranche deutlich verändern.

NACHTRAG: Im Videobreich arbeitet Fraunhofer auch an der Lichtfeld Technik. Hier zwei Links zu Videos von ihnen. Im Making of (Breakdown) könnt Ihr sehen, wie die Tiefeninformation genutzt wird, um räumliche Ebenen des Bildes gezielt zu verändern. Wäre bisher nur ganz grob mit Greensreen-Verfahren möglich. Im Ansatz kann man auch sehen, wie sich in begrenztem Rahmen eine dreidimensionale Darstellung erzeugen lässt.

"Coming Home - First Live-Action Light-Field Movie from Fraunhofer"

"Breakdown ..."

Darüber könnte man schon ernsthaft reden, oder?

Beste Grüße, Uli
 
Waldschrat

Waldschrat

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Moin Uli,

ich wage es mal, das nicht zu glauben. Es ist ja auch nicht zu glauben. Wie soll es gehen, den beim Auslösen fokussierten Punkt in einer fertigen Aufnahme nachträglich zu verschieben? Schärfentiefe ändern? Erkläre mir jemand, wie das gehen soll. Außerhalb der Werbung? ;)

Hi Steffen!

Sowas ist tatsächlich wirklich in der Mache! :daumen:
Die nachträgliche Wahl der Fokusebene ist wegen der noch
kleinen Sensoren und kleinen Optik-Aperturen wegen der
dadurch bedingten immensen Schärfentiefe bisher noch
nicht so der Knaller.
Durchsuche für Weiterbildung das Netz nach den Begriffen
"Lichtfeldkamera", "plenoptische Kamera", oder "light-field camera".


Herzlicher Gruß vom Waldschrat :)
 

rod

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Mir ist oben bei Lichtfeld die falsche URL reingerutscht. Diese sollte es sei: Lichtfeld

Beste Grüße, Uli
 
Janni

Janni

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Bin da ganz bei Oz :D

Auf dem verlinkten Beispielbild vom hochgehobenen Kind erkennt man die typische "Handybild-Schwäche", nämlich leicht matschige Pixel-
strukturen weil die interne Software das Rauschen rausbügeln muss, und das geschiet auf Kosten der feinen Details :eek:
Denke mal man muss sich auch vor der Aufnahme entscheiden ob man ein zusammengerechnetes 52 MPixel-Bild oder ein 13 MPixel-Bild mit
unterschiedlichem Schärfeverlauf, bzw. unterschiedlichen Fokuspunkten machen möchte, denn beides wird sicherlich nicht funktionieren :D

Bei dem Beispielbild hier --> klick mich <-- liegt der Fokus anscheinend auf dem Kind vorn rechts, was ja auch gestalterisch Sinn macht.
Komischerweise ist aber auch noch die Teppichkante unten links relativ scharf erkennbar, aber die grüne Deko-Girlande am Treppenaufgang
schon verdammt unscharf obwohl sie auf gleicher Schärfeebene liegt wie die Teppichkante.....sehr merkwürdig das Ganze :cool:
Glaube nie einem Werbebild was Du nicht selbst manipuliert hast :D

Wie dem auch sei, kann mir nicht vorstellen das die Bildqualität überzeugen wird, denn solche kleinen Optiken samt Minibildsensoren werden
sicherlich nicht einem grossen Bildsensor samt offenblendiger Portraitlinse einer DSLR überlegen sein :p
Da mache ich lieber weiter 50 MPixelbilder mit nur einem Bildsensor, und den Fokuspunkt leg ich auch schon bewusst vor dem Auslösen des
Bildes, da brauche ich nicht erst hinterher überlegen wo ich denn den Fokuspunkt nach einem gemachten Bild hinsetze









Gruss
JAN
 

rod

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Wir reden aneinander vorbei.

Ich war oben eingestiegen, weil bei der Belustigung über die Kamera aus meiner Sicht nicht gesehen wurde, dass da versucht wird, interessante neue Techniken anzuwenden.

Deshalb schrieb ich auch: "Aber, man darf den Kern der Technologie, der dahinter steht, nicht übersehen." Die entsprechenden Nachfragen zeigten auch, dass dies teilweise so war.

Ob sich der grundlegende Ansatz, Bilder mit der Lichtfeld-Technik und Co. zu machen mit Verweis auf die aktuellen Bilder aushebeln lässt, wage ich zu bezweifeln. Es ist das zu sehen, was aktuell auf Konsumerebene machbar ist, eine Momentaufnahme.

Es ging mir nicht darum zu debattieren, wohin jeder seinen speziellen Fokuspunkt legt.

Beste Grüße, Uli