Tomioka Cosinon an SD9/SD14?

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Hallo zusammen,

ich habe unverhofft ein Tomioka Cosinon F=1.2 f=55 Objektiv bekommen und dazu ein paar Fragen:

- Lässt sich das an die Sigma SD überhaupt montieren?
- Wenn ja, was für einen Adapter benötige ich?
- Wie wird die Blende überhaupt betätigt?

Anbei die Bilder von dem Objektiv.
 

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29.05.2019
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Robert

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Ja, das lässt sich adaptieren, bitte nur darauf achten, dass die Hinterlinse je nach Einstellung nicht u.U. an den Spiegel der Sigma stößt!

Du benötigst dafür einen Adapter M42 an Sigma-SA.
Die Blende, mit der das Foto entstehen soll, wählst Du am Objektivring, als Bezugsblende für SD9 stellst Du Blende 1.0 ein, für die SD14 Blende 5.6 und nutzt die jeweilige Kamera im A-Modus. Das funktioniert dann ganz gut.

Zum Einlesen bieten sich noch dieser Thread -> Link und der M42-Thread an: -> Link
 
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Robert_R

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Hallo Namensvetter,
Zu beachten ist auch,dass der Adapter den Kragen zum Eindrücken des Blendenstifts aufweist. (Es gibt mittlerweile auch M42-Adapter ohne diesen Kragen). Korrektur zur Bezugsblende : Für SD9 gilt Einstellwert 5,6 und für SD14 gilt Einstellwert 1,0
 
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Ups, da habe ich wohl was verwechselt 😇
Besten Dank für Deine Ergänzungen
 
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@Robert Du meintest bestimmt:
...an das Schutzglas der Sigma stößt.
;-)
 
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Hallo Robert!

Selbstverständlich ist das Objektiv an der SD9 grundsätzlich nutzbar! 🙂

Aber: Erkennbar an der sehr großen Hinterlinse, verlässt diese Optik ein sehr breites Strahlenbündel. Dieser Strahlengang passt leider nicht durch das Staubschutzfenster der SD9 (und anderer Sigmas), wird also schon an diesem Fenster unmittelbar hinter dem Bajonett obstruiert. Vergleiche die Dimensionen der Hinterlinse mit der freien Öffnung des Staubschutzfensters. Ferner wird der "dicke" Strahlengang auf seinem Weg zum Sensor sehr wahrscheinlich auch oben vom hochgeklappten Spiegel im Spiegelkasten angeschnitten, und auf diese Art weiterer Randstrahlen beraubt. Die Randstrahlen sind aber das, was eine hochöffnende Optik ausmacht. In den Randstrahlen steckt der Charakter und das zusätzliche Licht der großen Öffnung drin. Blende 1,2 wird also nicht wirklich am SD9-Sensor bildwirksam, weil dem Strahlengang die Randstahlen beschnitten werden. Schon bei diversen Blende-1,4 -Optiken ist das an den Sigmas so eine Sache und fragwürdig, ob die volle Öffnung am Sensor bildwirksam wird. Je nach individuellem Strahlengang der Optik.

Und ein komplett anderer Aspekt beim Schauen durch den (D-)SLR-Sucher: Der recht schmale SLR-Spiegel fischt, wenn heruntergeklappt, nur den zentralen Teil des breiten Strahlenganges heraus, wirft also nur diesen zentralen Teil auf die Mattscheibe. Zumindest auf der (Kamera in Normallage) unteren Seite des Strahlenganges fehlen die Randstrahlen in der Reflexion des Spiegels. Ferner "sehen" die meisten (D)SLR-Mattscheiben je nach eingearbeiteten Mikrolinsen/Mikroprismen (das Phänomen ist keineswegs SD9- oder Sigma-spezifisch!) nur halbwegs senkrecht auf die Mattscheibe auftreffendes Licht. Sie sind für schräger einfallende Lichtstrahlen "blind", weil die Mikroprismen oder -Linsen dieses Licht nicht Richtung Auge weiterreichen. Das heißt, auch das Suchersystem der (D)SLR selbst "sieht" systembedingt die hohe Öffnung leider nicht. Die Lösung für dieses Problem wäre eine rein diffus mattierte Mattscheibe statt der üblichen Mikroprismen/Mikrolinsen. Die Mattscheibe der SD9 ist aber leider nicht wechelbar. Der Effekt der "Blindheit" von (D-)SLR-Suchern gegenüber den Randstrahlen hochöffnender Optiken heißt übrigens "Sucherapertur". Du kannst überraschend einfach selbst ein Gefühl für diese Sucherapertur bekommen: Nimm die Kamera in die Hand. Hochöffnende Optik montiert. Schau durch den Sucher auf ein halbwegs helles Motiv. Öffne und schließe die Blende und nimm wahr, dass irgendwo im Bereich um Blende 4 zu größeren Öffnungen hin der Sucher dann *nicht* mehr wirklich heller wird. Darum siehst Du auch ungefähr die Schärfentiefe einer Blende 4 im Sucher, auch wenn am Objektiv 1,4 eingestellt ist. Bei Altgläsern wandert wegen der sphärischen Abberation oft der präzise Fokus etwas in Abhängigkeit von der eingestellten Blende, wenn sehr große Öffnungen eingestellt werden. Das ist die sogenannte "Fokusshift." Hochpräzises Scharfstellen ist darum schwierig, und funktioniert nach meinen Erfahrungen schon bei f/1,4 und f/1,8 eher über die Arbeitsweise: Kamera stabil auf dem Stativ, Fokus-Versuchsreihen, Versuch und Irrtum, Kontrolle der Aufnahme auf dem Display, und iterativ wieder von vorn, bis es stimmt.

Ich wollte Dir damit keineswegs das Objektiv schlecht reden. Lediglich ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein paar der Grenzen aufzeigen, die ebenso für Versuche mit x-beliebigen anderen hochöffnenden Optiken an den Siechmas (und anderen (D-)SLRs zum Tragen kommen. Lösung aller skizzierten Probleme sind spiegellose Kameras mit ausreichend großem Bajonett, innen ausreichend Platz für den kompletten Strahlengang der Optik, und Liveview.

Darum würde ich an Deiner Stelle diese schöne Optik auf jeden Fall festhalten, denn es gibt ja Kameras, vielleicht sogar bald von Sigma, 😂 wo man sie voll einsetzen kann!

Herzlicher Gruß und viel Spaß beim Fotografieren!
 
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Hallo Waldschrat,

das ist eine super Erklärung. Danke!!

Jetzt weiß ich endlich worauf es ankommt, wenn man ein altes lichtstarkes Objektiv auf unseren alten Sigmas betreiben will. 🙂

Habe ja eher zufällig das Objektiv in die Hände bekommen, von daher ist es nicht schlimm, wenn es auf der Sigma nicht zu 100% funktioniert.

Dann warte ich damit liebend gerne auf den großen Foveon Sensor. 😉

VG
Roland
 
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Solche alte klassische Objektive wie z.B. M42 Objektive, werden auf dem VF 1:1:1 Sensor mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nicht möglich zu benutzen, als auf der Merrill es nicht möglich ist. 😉😇☹

Weiteres Problem mit diesem Objektiv ist der Blendestift und seine Halterung, die teilweise schon die hintere Linse am Rand schattet. Weil dieser Teil für SD Sigma nicht wichtig ist und nicht funktionsfähig, möglich auch für den UV Filter vorne gefährlich, habe es weg gemacht. :)

Bei F1,2 bis ca. F4 bildet das Objektiv nicht besonders, die Scene ist leider immer sehr überstrahlt und damit die Schärfe sehr leidet; trotzt dem, das das Objektiv vergütet ist. Aber holt die Vergütung damals war noch nicht so perfekt wie heute für die Digi gemacht und entwickelt, sondern nur für Film wo ausreichend war, der selber spezielle Schutzschichten auf dem Träger hat, wie ganz oben und auch auf der hintersten Seite.

Ich habe diese Linse schon vor Jahren verkauft..... bis die höchste Preise nicht in Keller wieder kommen.....👍😇😜


Grüße,
Peter
 
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Danke Peter, das ist auch eine wichtige Info!! 👍🙂

Dann macht es wirklich kaum Sinn, es an der SD9/14 zu testen.
Zudem habe ich festgestellt, dass die Blende manchmal hängt.

Bin feinmotorisch nicht ungeschickt und werde es öffnen und versuchen die Blende wieder leichtgängig machen. Wahrscheinlich eine ausgeleierte Feder?

Wenn jemand einen Tipp hat, auf was man bei einer Reparatur einer klemmenden Blende achten muss, bin ich dankbar.

Habe eben festgestellt, dass man für dieses Objektiv sogar noch gutes Geld bekommen kann, wenn es denn funktioniert. Damit habe ich nicht gerechnet.
Da lohnt es sich ja vielleicht sogar es zur Reparatur zu geben, was meint ihr? Aber wahrscheinlich wird es dann Null auf Null heraus kommen.
 

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