Schöne Motive hast du da im schönen Leipzig gefunden. Die grundsätzliche Idee, die Figuren herauszulösen, gefällt mir auch sehr gut. Die Freistellung ist bei Bild 1 und 3 ja auch deutlich sichtbar und als solche gelungen.
Schwierig finde ich die Wahl der idealen Ausschnitte. Beim Bild 1 finde ich den Bildaufbau gut, aber die Lampe im Hintergrund und das schwarze Loch des Torbogens ziehen Aufmerksamkeit ab. Kaum lösbar denke ich, aber eben auffällig.
Bild 2 funktioniert in meinen Augen nicht. Es gibt 3 Hauptelemente, aber Löwe und Lampe sind so dicht beieinander, dass zwischen ihnen für mich keine Spannung mehr aufkommt. Und auch die - bereits in Unschärfe gerückte - Maximilianfigur nimmt für meinen Geschmack keine spannende Beziehung zu den anderen beiden Figuren/Elementen auf, weil sie fast in einer Linie mit der Lampe steht. Eine eher dreieckige Anordnung wäre da m.E. günstiger. Das Problem der Linie, die das Bild zu spalten scheint, wiederholt sich bei Bild 4. Irritierend ist dort auch, das Maximilian eher links der Linie nach links aus dem Bild schaut, sich das Bild aber nach dorthin nicht öffnet. Ich glaube, mir gefiele hier eine Anordnung, bei der die Lampe weiter nach rechts rückt, Maximilian deutlicher links steht und dann ein bisschen mehr Blick im linken Bildbereich offen bliebe, besser. Aber dann sieht man wohl mehr vom Umfeld, als du sichtbar werden lassen wolltest. Die Diagonalenbildung im Bild 4 finde ich aber schon überzeugend, wenngleich dadurch die Lampe ziemlich dicht an den Bildunterrand gerät.
Bei Bild 3 ist die Freistellung des Löwen schön geworden, aber trotzdem wird das Bild vom Hintergrund dominiert, finide ich. Die extrem starken, zum Teil sogar durch Farben betonten Linien drängen sich förmlich an der Figur vorbei. Wenn es denn nicht eine phantasielose Einheitsfassade aus den 90ern wäre, sondern eine thematisch zum Löwen passende, wäre das wohl kein Problem, allenfalls dann noch die abfallenden Linien. Interessant fände ich eine Perspektive, bei der genau dieser Widerspruch zwischen Löwen und Fassade im Hintergrund aufgegriffen wird, was hier wohl nur in der Variante ginge, dass der Löwe der Fassade den Rücken zuwendet (also sich von dem Fremdkörper abwendet).
Interessante Serie.
LG Albrecht