(Architektur) St.Georg Oberzell

Diskutiere St.Georg Oberzell im Sigma Bilder besprechen Forum im Bereich Sigma Forum; Architektur, insbesondere Innenarchitektur - mit "normalen" Digitalkameras darzustellen ist nicht ganz einfach. Insbesondere dann, wenn - wie bei...
  • St.Georg Oberzell Beitrag #1
AB-AndreasBeck
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Architektur, insbesondere Innenarchitektur - mit "normalen" Digitalkameras darzustellen ist nicht ganz einfach. Insbesondere dann, wenn - wie bei Sigma - kein Shiftobjektiv verfügbar ist.

Hier ein Lösungsversuch (SD1, die weiteren technischen Details möchte ich noch zurückhalten, damit zuerst einmal nur das Bild wirkt):

_1-4280_BF.jpg

Volle Auflösung:

Zum Motiv: Die vorromanische Basilika St.Georg auf der Insel Reichenau im Bodensee ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands außerhalb der mittelalterlichen Metropolen.

Ich bin gespannt auf Eure kritischen Kommentare.

Andreas
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #2
Architektur, insbesondere Innenarchitektur - mit "normalen" Digitalkameras darzustellen ist nicht ganz einfach. Insbesondere dann, wenn - wie bei Sigma - kein Shiftobjektiv verfügbar ist.

Diesen Satz kenne ich nur zu gut; Da ich solche Photos immer wieder probiere, mit wechselndem Erfolg.
Mal reicht der Weitwinkel nicht, dann ist der Kontrastumfang zu hoch, der Blitz zu kurz, überhaupt kein Licht um Scharfzustellen. usw, usw. Hier gilt einiges besonders für die Sigma. Insakralen Räumen mit Stativen herumzuklappern verbietet sich, nach meiner Auffassung, von selbst. Da muss hinterher die EBV herhalten, so gut es geht.

Habe mir ihr Bild genau angesehen, und halte es für sehr gelungen. Die diagonale Perspektive gefällt, bringt etwas mehr vom Eindruck des Raumes. Obwohl absolut symetrische Aufnahmen auch ihren Reiz haben, jenachdem was man betonen möchte. Leider funktioniert der Link zur vollen Auflösung nicht, bekomme da immer eine Fehlermeldung. Hätte mir gerne ein paar Details genauer angeschaut.

M.f.G. Photon
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #3
Bei mir funktioniert der Link problemlos.

Möglicherweise hast Du aktive Inhalte gesperrt (->Zoomify) und Du musst Deine Sicherheitseinstellungen ändern (wenigstens vorübergehend) oder hast die Abfrage übersehen, ob Du die Ausführung zulassen möchtest.

Bitte sei so gut und versuch's noch mal. Ich bin gespannt...


Andreas
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #4
Bei mir funktioniert der Link ebenfalls. Ein klasse Foto. Ich bin auf die Auflösung gespannt.
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #5
Ich bekam überwiegend ein "Forbidden", einen "External Server Error",
oder ein doppeltes Logo vom Seitenanbieter.

Der Fehler lag vermutlich am letzten Feuerfuchs-Update.
Das hat im letzten halben Jahr mehrere skurile Fehler ausgelöst.
Die Programmierer glauben halt auch sie müssten Klasse durch
Masse ersetzen.

Kurz: Alten Firefox aus Backup zurückgebügelt.
Neues Update machen lassen.
Sofort kam Flash-Update; -- Machen lassen.
"Nun geht es!"

Habe mir dein Bild dann angesehen.
Stelle fest, die SD1 ist gegenüber der SD15, was die Durchzeichnung
der Schatten angeht, eindeutig im Vorteil. Über Schärfe braucht man
nicht reden. Bin sehr gespannt, wie Du die Aufnahme gemacht hast.
Evtl. werden dann meine vergeblichen Versuche etwas weniger.
Obwohl, einige waren m.M. nach gut. Man lernt ja, auch in meinem
Alter immer noch gern. ;)

freundlicher Gruß
Photon
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #6
Ich finde das Bild sehr ansprechend. Klasse.
VG Frank
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #7
Vielen Dank an Euch. Es motiviert immer wieder, wenn man bestätigt bekommt, dass man ein schönes Motiv auch ansprechend getroffen hat.

Aber eigentlich ist es mir in erster Linie um die technische Qualität gegangen. Vielleicht sollte ich, bevor ich das Rätsel auflöse, noch ein Vergleichsbild zeigen, das so entstanden ist, wie man üblicherweise fotografiert:

_1-4274_BF.jpg

So sieht es (von den stürzenden Linien abgesehen, die sind Geschmackssache) noch ganz ansprechend aus.

Versucht man dann aber, die Perspektive zu korrigieren, dann knickt die Bildqualität zusammen:

_1-4274-PK_BF.jpg

- vor allem am oberen Bildrand und da in der oberen rechten Ecke. Ich glaube, das sieht man selbst in der kleinen Auflösung. Und obwohl ich nicht 100%ig korrigiert habe, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Dies und einige kleine Unschönheiten im Bild haben mich dann veranlasst, nochmal hinzufahren - und dabei ist dann die Aufnahme aus dem Eröffnungsbeitrag entstanden.

Ich lasse also die Frage noch mal stehen: Was habe ich dort anders gemacht? Ich bin doch bestimmt nicht der einzige, der die Idee hat(te)

;););)

Es ist übrigens überhaupt nicht schwierig - in anderem Zusammenhang eine gängige fotografische Technik. Fast jeder hat as schon mal ausprobiert....

Jetzt reicht's aber mit der Hilfe.

Andreas
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #8
Keiner eine Idee?. Dann also hier die Auflösung.
Das Prinzip ist wirklich ganz einfach.

Wenn man das "normale" Bild anschaut, sind es die Bildfehler, die das Bild unschön machen - in den Ecken oben rechts und links vor allem. Durch die perspektivische Entzerrung werden die Bildfehler noch dramatisch gesteigert, einmal, weil sie natürlich vergrößert werden und zweitens, weil die Software die Aberrationen für Strukturen hält, die es herauszuarbeiten gilt.

Eine Verbesserung kann also nur daraus geschehen, dass man

1. Bildfehler vermeidet
2. Den Grad der notwendigen Entzerrung so weit wie möglich reduziert.

Also: Ich habe die Kamera Hochformat genommen (dadurch musste ich nicht ankippen - die unteren Bildbereiche schneidet man dann halt einfach ab) und ein Panorama gemacht - mit ganz kleinen Schwenkwinkeln. Dadurch kann sich die Panorama-Software die scharfen Mitten der Einzelbilder für das Ausgabebild aussuchen.

Das war's im Prinzip schon. Wichtig noch: Man muss das Panorama etwas weiter ziehen und für das endgültige Bild auch rechts und linke etwas abschneiden. Und: Man muss ein "perspektivisches Panorama" erzeugen, kein zylindrisches.

Weil ich gleichzeitig noch ein HDR gemacht habe (5 Bilder pro Einstellung - die Autobracketing-Funktion ausgenutzt), ist das fertige Bild letztendlich aus 135 Einzelbelichtungen zusammengesetzt. So viele sind bestimmt nicht nötig - ich wollte aber sichergehen, nicht nochmal 150 km für einen dritten Versuch fahren zu müssen.


Stelle fest, die SD1 ist gegenüber der SD15, was die Durchzeichnung
der Schatten angeht, eindeutig im Vorteil.

Der Unterschied ist ein Quantensprung! Klar, die Auflösung ist auch viel besser, aber was man an Kontrast herausholen kann, ist unglaublich.

Ich habe anfangs ständig (aus Gewohnheit) HDRs gemacht, bis ich draufgekommen bin, dass man aus einer Einzelaufnahme fast immer ein besseres Bild herausarbeiten kann. Man macht am besten eine Auto-Bracketing-Serie in Richtung Unterbelichtung und sucht sich dann das geeignete Bild aus. Wenn nötig (sehr selten, wie hier: Der Kontrast im dunklen Kirchenraum war viel höher, als es die Aufnahme erahnen lässt), kann man daraus dann immer noch ein HDR zusammensetzen.

Überhaupt: Ich habe den Belichtungsmesser der SD1 ständig auf -1,0 stehen und erhalte trotzdem oft noch eher überbelichtete Fotos. Am Anfang dachte ich, eine Fehljustierung sei der Grund, aber jetzt habe ich das zweite Gehäuse - das verhält sich genauso. Diese Eigenheit muss man berücksichtigen, wenn man mit anderen Kameras vergleicht.

Andreas


P.S.: Welches Stativ klappert denn so, dass man in Kirchen nicht fotografieren kann?
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #9
Sehr interessant! Vielen Dank für dieses "Making of". Eine Frage hätte ich noch. Du hast HDR und Panorama nit zusammen 135 Einzelbildern. Hast Du ja Belichtungsstufe ein Pano berechnen lassen und diese dann zu einem HDR zusammengefasst - oder wie bist Du dabei vorgegangen. Kannst Du dem Programm alle 135 Fotos auf einen Rutsch zur Verarbeitung geben?
LG Jens
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #10
Hallo Jens,

die erste Frage kann ich Dir gar nicht mit Sicherheit beantworten. Auf jeden Fall erfolgte die Verarbeitung getrennt in Nik HDR efex (HDR) und Photoshop CS6 (Panorama). Wahrscheinlich erst die HDRs und daraus das Panorama. Umgekehrt wär's einfacher, aber es gibt da die Gefahr, dass die Panoramen unterschiedlich skaliert werden und dann passt's für das HDR nicht.

Gerade die Vorgehensweise war (ist) einer der Punkte, von denen ich hoff(t)e, dass sich eine Diskussion daraus entwickelt.

Das Ganze war eigentlich von mir nur ein Versuch, den ich mit dem Tag "vorläufig - mal sehen, was rauskommt" im Kopf gemacht habe ohne viel Gedanken zu verschwenden. Das dabei das Ergebnis gleich passte, ist natürlich nicht normal :rolleyes:.

Frage an alle: Gibt es denn eine Software, die HDR und Panorama-Stitching vereint? Es liegt ja eigentlich nahe. HDR-Panoramen sind ja nichts ungewöhnliches - in den einschlägigen Wettbewerben gibt es ja eigene Sparten dafür.

Andreas
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #11
Frage an alle: Gibt es denn eine Software, die HDR und Panorama-Stitching vereint?
Ja, gibt es....z.B. "Kolor - Autopano Giga" ;)
Damit sind aber die Einstellmöglichkeiten relativ begrenzt sodass man kaum in das Tonemapping eingreifen kann, ist mehr eine
einfache (aber meist wirksame) Belichtungsfusion.
Diese Software ist aber relativ langsam in der Berechnungszeit. Wenns unbedingt ein HDR-Pano sein muss dann verwurste ich
zuerst die Belichtungsreihen in der HDR-Software und anschliessend lasse ich sie durch eine Pano-Software laufen (entweder
"ICE" oder "PanoramaStudio 2 Pro")
!

Photomatix spuckt zumindest die fertigen HDR´s in gleicher Grösse aus und es gibt keine Probleme mit der Panosoftware,
wichtig ist hierbei nur das jede einzelne Belichtungsreihe auch exakt mit den gleichen Einstellungen beim Tonemapping ver-
wurstet werden, sonst gibt es leichte Unterschiede beim Tonemapping und das sieht man im fertigen Pano :eek:
Davon abgesehen benötigt man i.d.R. eher sehr selten eine Belichtungsreihe bei Panos, mit dem RAW-Konverter lässt sich
bei entsprecheder Belichtung recht viel herausholen :p

Deine oben beschrieben "Anwendungstechnik" bei starker Krümmung und Verzerrung ist mir zumindest nicht neu und wende
ich schon lange an. Zum Teil habe ich es auch hier im Forum bei "schwierigen Motiven" schon des öfteren vorgeschlagen z.B.
ein Teilpanorama mit 2 oder 3 Bildern zu erstellen damit man später am Rechner das Motiv perspektivisch korrekt geraderücken
kann ;)
Du hast hier vermutlich diesen Innenraum in 27 Einzelbildern zerlegt (vielleicht 9 Hochkantbilder a´ 3 Reihen) was schon ein
kleines Gigapixelbild ergibt. Bei diesen enormen Pixelmengen hat man natürlich jede Menge Reserven beim korrekten "Zurecht-
biegen" was aber auch recht viel Rechenzeit benötigt :p
Selber verwende ich bei solchen Perspektiven mittlerweile ein Tilt & Shift Objektiv was da sehr gute Dienste leistet ohne das
ich später noch korrigieren muss :daumen:












Gruss
JAN
 
  • St.Georg Oberzell Beitrag #12
...es war 1 Reihe mit 27 Einzelbildern. Die Vielzahl an Einzelbildern beruht auf der Überlegung, dass dann das Panoramabild gleichmäßiger wird (einen geraderen Rand bekommt). Das bedeutet, dass ich vom Rohpanorama weniger wegschneiden muss und damit das fertige Panorama einen größeren Bildwinkel erfasst.

Ein Shiftobjektiv geht beim FOVEON-Sensor aus Prinzip nicht (es sei denn, Sigma könnte sich endlich entschließen, in den Raw-Konverter eine Lens-Casting-Korrektur zu integrieren).

Auch andere Kamera- bzw. Sensortypen werden mit zunehmender Pixeldichte Probleme bekommen.

Als RAW-Konverter mit quasi eingebauter Lenscast-Korrektur kenne ich nur Capture One. Wohl dem, dessen RAW-Format von diesem Programm gelesen werden kann. Allerdings weiß ich nicht, wie gut die Qualität beim Umsetzen von Nicht-Phase-One-Formaten ist.

Hätte ich ein TS-Objektiv verwendet, hätte es mindestens ein 17mm (bez. auf KB-VF) sein müssen. Ein heftiger Brocken sowohl volumen-, gewicht- und preislich. Wenn man solche Bilder nicht ständig fotografiert, ist die Panorama-Methode vielleicht doch einfacher.

Andreas
 
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