Spiegeltele an der SD - wie sind Eure Erfahrungen?

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Robert

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Hallo zusammen,

mich interessiert, ob schon mal jemand Erfahrungen mit einem Spiegeltele an der SD sammeln konnte.

Interessiert bin ich schon an einer so - vergleichbar - kleinen und leichten Linse, auch wenn die eine oder andere Beschränkung in Kauf genommen werden muss!

Bekannt ist mir, dass die spezielle Unschärfe-Abbildung mit Kringeln bei hellen Stellen nicht jedermanns Sache ist.
Nach dem was ich bisher im Web lesen konnte, scheinen die Transmissionswerte auch ziemlich schlecht zu sein, so dass z.B. ein 500/8 eher ein 500/11 ist, jedenfalls ist es mit dem dunklen Sucherbild sehr schwierig, mit einem Spiegeltele zu fokussieren, ganz zu schweigen vom Luftflimmern, dass viele Motive häufig im wahrsten Sinne des Wortes verschwimmen lässt - das kenne ich alles noch aus meiner Analog-Zeit!

Andererseits ist es schlichtweg klein und leicht und bietet somit einen hohen "immer-dabei-Faktor"; bei guten Lichtverhältnissen und angepassten ISO-Einstellungen sollte es also doch eigentlich auch ohne Stativ möglich sein, ordentliche Aufnahmen zu machen.

Bin gespannt auf eure Meinungen ...
 
10.10.2009
#1

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Hallo Robert,
also ich weiß nicht,als "Immer dabei" ?
Bei der "Lichtstärke" kommt doch freihand nichts brauchbares zustande.
Also muß ein Stativ dazu,und dann ist aus mit immer dabei.
Wie sind die Nahgrenzen dieser Trümmer? Doch sicher erst ab einigen Metern.
Aber sonst so mal zum spielen sicher interessant.
Gruß
Uwe
 

Karrollus

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Hallo Robert,

ich habe seit ca. 1/2 Jahr ein Telyt 8/500 mittels Leitax-Adapter an der SD14. Es ist ein kleines, sehr feines Teleobjektiv, das auch eine sehr gute Abbildungsleistung hat.
Eigentlich habe ich geglaubt, ich könnte auch aus der Hand fotografieren - kann man vergessen :confused:. Durch den Cropfaktor kommt man auf einen Bildausschnitt der einer Brennweite von 850mm entspricht, d.h. man braucht aus der Hand fotografiert mind. 1/1000 - als Untergrenze! Selbst vom (stabilen) Stativ waren die Aufnahmen großteils leicht unscharf :confused:. Ich habe mir dann in meiner "Verzweiflung" einen Eigenbau-Stativhalter für dieses Objektiv gebastelt (um Kamera/Objektiv auszubalancieren) und siehe da, die Ergebnisse wurden signifikant besser. Offensichtlich reagieren Spiegelteles auf Erschütterungen bzw. Wind noch wesentlich empfindlicher als konventionelle Objektive.
Schnelles Fotografieren ist auf Grund des doch sehr dunklen Sucherbildes und des damit mühsameren Fokussierens kaum denkbar.
Wie Du ja bereits angeführt hast, hat so ein Spiegelobjektiv seine Eigenheiten - ich würde es als ein Spezialobjektiv ansehen, das zu Spitzenergebnissen "je nach Geschmack" fähig ist.
Das geringe Gewicht und die kleinen äusseren Abmessungen relativieren sich aber, wenn gute Ergebnisse dann doch ein Stativ oder eine andere stabile Unterlage voraussetzen.
Obwohl ich das Objektiv nicht hergeben würde ;) ist doch generell überlegenswert, ob z.B. das 150-500er nicht doch die bessere Alternative wäre. Oder zusätzlich :D.

Schöne Grüsse
Karl
 
Robert

Robert

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... Bei der "Lichtstärke" kommt doch freihand nichts brauchbares zustande... Wie sind die Nahgrenzen dieser Trümmer? ...
Nun ja "immer dabei" ist vielleicht etwas übertrieben, es ginge ohne Stativ wenn überhaupt wohl wirklich nur bei bestem Sonnenlicht :eek: abgesehen davon gibt es für meinen Geschmack nur wenige Motive, die man mit quasi 850er Brennweite anvisiert ... aber zu wissen, man könnte, ohne immer ein schweres 150-500 mitzuschleppen: das wäre ja doch eine ganz schöne Kanone!

Die Nahgrenzen liegen je nach Ausführung bei 2,2 bis 4,4 Meter; die ganz preiswerten würde ich jetzt mal ausklammern: da sind das wohl noch zwei, drei Meter mehr!

..., d.h. man braucht aus der Hand fotografiert mind. 1/1000 - als Untergrenze! ... Offensichtlich reagieren Spiegelteles auf Erschütterungen bzw. Wind noch wesentlich empfindlicher als konventionelle Objektive.
Schnelles Fotografieren ist auf Grund des doch sehr dunklen Sucherbildes und des damit mühsameren Fokussierens kaum denkbar... Obwohl ich das Objektiv nicht hergeben würde ;) ...
Nun ja, mit 800 ISO und hellem Licht - müsste doch möglich sein, dann "aus der Hüfte" zu schießen - oder bin ich da zu optimistisch?

Dass die Spiegeltele so empfindlich auf Wind reagieren, hätte ich nun nicht gedacht - ich war eher davon ausgegangen, dass die im Vergleich deutlich längeren Linsenobjektive wegen der größeren Angriffsfläche windempfindlicher seien.

Über schnelles Fokussieren mache ich mir keine Illusionen, immerhin muss es aber doch einen Grund dafür geben, dass Du Deines nicht wieder hergeben möchtest ;)
 
Robert

Robert

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@ Karl: welche Nahgrenze hat Dein Leica eigentlich?
 

Karrollus

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Hallo Robert,

das Telyt 8/500 hat eine Naheinstellgrenze von genau 4m. Zuerst war ich frustriert ob der langen "Nah"-einstellgrenze, das Nikon stellt bis 1,7m scharf :confused:, aber wenn man die geringe Tiefenschärfe und die fehlende Abblendungsmöglichkeit bedenkt, kann ich damit leben. Das nachfolgende Libellenbild entstand bei 4m Distanz (viel Wind, zwar vom Stativ aber ohne extra Stativhalterung); trotz 1/400 und ISO 100 war ich mit der Schärfe noch nicht zufrieden.
Testaufnahme mit Trockenblättern (wer kennt diese Pflanzen ?) auch bei 4m Entfernung vom Stativ.
Kirchturm in ca. 1km Entfernung bei starkem Wind aufgenommen. Gerade bei weiteren Distanzen summieren sich wie man sieht die atmosphärischen Störungen.
Schöne Grüsse
Karl

SDIM8788.jpg

SDIM8655.jpg

SDIM4990.jpg
 
Robert

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Hallo Karl,

danke für die Beispiele - das sind bisher mit großem Abstand die kontrastreichsten Spiegeltele-Aufnahmne, die ich gesehen habe!
Hast Du nachbearbeitet?

Nur mal so gefragt: was bringt denn das Telyt 8/500 auf die Waage?
 

Karrollus

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Hallo Robert,

habe nur per SPP bearbeitet; habe auch z.B. beim Libellenfoto den von SPP vorgeschlagenen Kontrast von +0,7 auf +0,2 geändert - die meisten Regler sind bei den 3 Fotos eher Richtung Mitte angesiedelt; nur Belichtung und Spitzlichter ändere ich bei Bedarf an Hand des Histogramms.

Da ich das Objektiv zur Zeit an meiner 2. SD14 montiert habe (mit meinem Selbstbaustativhalter á la enjoyyourcamera.com) und es nicht auseinanderschrauben möchte: das Gesamtgewicht incl. angeschraubter Hexagonalplatte für Manfrottokopf beträgt 1850 g (SD14, Spiegeltele, Objektivschutzdeckel, Stativhalter, Kameragurt). Vllt. komme ich dazu und lichte die Eigenkreation mal ab.
Übrigens: bei Leitax.com ist das Spiegeltele an einer Sony 900 montiert abgebildet.
Den Tip für das Leica MR 500 "holte" ich mir von Luis Guevara von der Website sigmacumlaude.com unter den empfohlenen Leica R-Objektiven.

So, jetzt ist aber schon Sonntag - einen schönen Abend noch.

Karl
 
Robert

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Ich habe jetzt bei eBay für 46 Euro ein MC Rubinar 8/500 Makro mit M42-Anschluss (kein T2!) schnappen können: ich werds einfach mal testen und hier berichten ;)
 
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Robert

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Das Spiegeltele ist heute angekommen; ich hab es kurzerhand aufs Stativ gesetzt, hier meine ersten Ergebnisse - ohne Nachbaerabeitung ging es aber nicht :eek:

SDIM2020s.jpg

SDIM2034s.jpg

SDIM2035s.jpg

SDIM2025s.jpg

Versuchsweise dann auch mal eine Aufnahme mit dem Vivitar 2x Telekonverter (M42)

SDIM2024_2x_s.jpg
 
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Hallo robert,
ich fang mal hinten an,
mit dem Converter geht ganz schön Kontrast verloren.
Bei den anderen Bilder kann ich schlecht was sagen.
Welche Entfernungen sind im Spiel und wie heftig hast Du nacharbeiten müßen?
Gruß
Uwe
 
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Hier mal das erste Bild, nur durch SPP gelaufen, original, keine Schärfung:

SDIM2020orig_s.jpg

Zum Vergleich eine Übersichtsaufnahme bei 50mm:

SDIM2016s.jpg
 

Eule

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Spiegeltele machen schon Laune, wenn man sich erst einmal an die "Unzulänglichkeiten" gewöhnt hat.

Ich hatte eine 1000mm Russentonne und mit der Aufnahmnen von Mond und Raumstation gemacht.
Anfangs standen mir die Haare zu Berge, ob der Ergebnisse.
Aber nachdem man mich darauf hingewiesen hat, daß wahrscheinlich das ganze Teil verspannt ist und ich das dann korrigieren konnte, warens recht brauchbare Aufnahmen.

Man hat mich damals auf die folgende Seite aufmehrsam gemacht, zum Thema Russentonne.
Ist zwar hauptsächlichst nur in Verbindung mit Astrofotografie, aber auch für Erdbeobachtung ist die IMHO brauchbar.

http://www.strickling.net/russentonne.htm

Eule
 
Robert

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Danke für Deinen Link; ist schon interessant, was man alles im Internet über die Spiegelobjektive, speziell die MTOs und Rubinars finden kann; letztlich sind sie sehr vielseitig.

Mal sehen, Astrofotografie ist auch ein spannender Gedanke :)
 
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Sigma 600mm F:8 Spiegel

Hier mal zwei Aufnahmen mit den Sigma 600mm f8.
Das Sigma hatte,wie ich es bekam ein Nikon Bajonett,also war Umbau angesagt.
Der Rückteil vom einem Sigma 28mm 2,8 M42 passte vom Auflagenmaß und
vom Lochabstand her.
So hat das 600er jetzt einen M42 Anschluß,der Rest geht mit M42 Adapter.
Leider spielt das Wetter nicht so mit,aber für einen ersten Eindruck soll es reichen.
Beide Aufnahmen mit ISO400 und in SPP geschärft.
Die Entfernung ist 15-17m
Dach 600_02.jpg

Zaun 600_02.jpg

Gruß
Uwe
 

Peter

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Hallo Robert,

die besten Spiegelteleobjektive mit sehr guten optischen Eigenschaften sind russische Rubinar 300/5,6 und 500/5,6. Rubinar 500/8 ist auch sehr gut, aber eben schon F8, aber 300/5,6 und 500/5,6 sind SUPER GUT. Das Andere, egal was für Marke, ist nichts Besonderes mit sehr sehr durchschnittlicher optischen Qualität. Mit anderen Worten - lohnt sich nicht :)

LG
Peter
 
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Hallo Peter,
hast Du Aufnahmen oder direkte Vergleiche?
Links?
So ist Dein Statement recht gewagt.:)
Gruß
Uwe
 

Peter

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Hallo Uwe,

nein, leider habe keine Fotos mehr oder direkte Vergleiche. Ich habe aber mit diesen Objektiven sehr viel Erfahrungen schon seit ich das erste Spiegelobjektiv Sigma 600/8 neu im 1996(?) gekauft habe für meine damals Minolta 9. Das Objektiv war optisch im Vergleich mit normalen Linsen um die 500-600 mmm ein bisschen schlechter, so um die Stufe Gut; aber nicht mehr.
Dann, wenn ich schon vor Jahren mit Digital angefangen habe und schon mehrere M42 Objektive in der Schublade von Früher hatte, habe ich freilich mit den Objektiven experimentiert und freilich auch weitere Gläser zugekauft und getestet. Genauso war das damals auch mit den Spiegelobjektiven. Ich hatte immer mehrere gekauft und nur die Besten behalten. Die besten waren nur die Rubinar 4,5/300 und 5,6/500. Später habe ich sie wieder verkauft, weil ich sie sehr sehr selten bräuchte. Die brauchen spezielles Fotografieren, am Besten waren bei Nachtfotos, in der Stadt, die belichtete Straßen und die Reihe Autos mit seinen Lichtern; die Spiegelobjektive haben nur hier, bei diese Nacht-Straßenfotografie das spezielle Bokeh super gestalterisch gezeigt.
Aber, leider, ich habe jetzt keine feste Beweise nicht mehr... man kann glauben oder selber ausprobieren... ich schreibe hier nur was ich bienen der Zeit auf eigene Haut ( und eigene Tasche) getestet habe....
Es ist genauso wie eine Einleitung das Sensor ohne Gefahr sauber machen... :)

LG
Peter
 
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Robert

Robert

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Ich warte jetzt auf meine Pentax Sucherlupe und werde dann nochmal das Rubinar ansetzen; Uwes Aufnahmen wirken schon ziemlich überzeugend ;)

Ich liebäugel gerade mit einem weiteren Rubinar, dem 500/5.6, danke für den Tipp, Peter :)
 
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