Sigma-Gegenlichtblenden

AB-AndreasBeck

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Eine Ersatzgegenlichtblende von Sigma kostet z.B. für das 2,8/17-50 mm Objektiv 61 Euro (59,-- + 2,-- NN-Gebühr).

Für das billige Plastikteil, das zudem schnell ausleiert und leicht bricht, ein unverschämter Preis (so sehr ich die Firma sonst liebe).

Meine Frage: Kennt jemand eine Alternativquelle? Passen vielleicht Blenden anderer Hersteller (sofern die überhaupt billiger sind)?

Andreas

P.S. Einen 3D-Drucker möchte ich mir deshalb noch nicht anschaffen...
Aber mit der Zeit könnte der sich lohnen :D
 
04.11.2015
#1

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oz75

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Ja, das ist ein bekanntes, unangenehmes Problem.

Nachbaublenden mit Filtergewinde haben das Problem, dass man sie nach Nutzung nicht um 180° gedreht am Objektiv befestigen und so als kompakte Einheit Objektiv+Blende verstauen kann.

Zudem sind die Abmaße der "Tulpe" bei solchen Nachbauteilen "universell". Will heißen: Eine 77mm-Tulpe ist eine 77mm-Tulpe. Die Original-Gegenlichtblenden sind in ihren Tulpen-Abmaßen besser an die jeweiligen Brennweiten angepasst - Stichwort Vignettierung.

In der Bucht gibt es zuzeit eine gebrauchte LH825-03 Originaltulpe aus den USA für 33,-€ (Versand+Tax inklusive).
Weiterhin hier gebraucht für 23,-€.

Was den 3D-Druck betrifft: Wäre kein Problem, da ich einen Drucker habe. Jedoch liegt mir kein CAD-Modell der LH825-03 vor. Ein Nachbau (ich habe eine LH825-03 für mein 28er 1,8) ist aber nicht mal eben gemacht, da das Tulpenbajonett doch recht komplex ausgeführt ist.

Gruß,
Oz
 
AB-AndreasBeck

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Es gibt immer die Möglichkeit, Universal-Gegenlihtblenden mit Befestigung am Filtergewinde zu nutzen
...
Hier mit wohl passender Tulpe für Deine Optik
Die Tulpe ist nicht das Hauptproblem. Diese Konstruktionen bestehen aus einem Filter-Zwischenring, das außen ein konterfähiges Bajonett für die Blende hat. Solange man kein Filter nutzt, funktioniert das auch. Mit Filter kommt die Vignettierung... Es ist wie zwei oder drei Filter übereinander.

Zum Testen habe ich mir die hier bestellt: http://www.ebay.de/itm/JJC-Gegenlichtblende-Streulichtblende-Sonnenblende-77mm-/190562156622?hash=item2c5e63c04e:g:Tc8AAOxyhlJRftcp
Selbst mit Nacharbeit und einem Slim-Polfilter hätte man keine Chance, die Vignettierung auszutricksen. Trotzdem kein Fehlkauf: Die Tulpe allein (ohne den Ring) passt fast perfekt auf das 3,5/10-20mm. Kommt in mein persönliches Ersatzteillager.

Fast bedeutet: Man sollte das Bajonett noch auffüttern (mit einem Klebestreifen), damit die Blende strammer sitzt und aus einem Streichholzstückchen einen passenden Endanschlag einkleben. Das Teil erscheint sogar stabiler als die original Sigma-Blende

Was den 3D-Druck betrifft: Wäre kein Problem, da ich einen Drucker habe. Jedoch liegt mir kein CAD-Modell der LH825-03 vor. Ein Nachbau (ich habe eine LH825-03 für mein 28er 1,8) ist aber nicht mal eben gemacht, da das Tulpenbajonett doch recht komplex ausgeführt ist.
Das würde sich sicher auch nur dann lohnen, wenn man daraus ein Geschäftsmodell machen wollte.

Bei CANON muss man die Blenden ja meistens separat kaufen. Das hat die Folge, dass man Fremdteile ab ca. 3 Euro kaufen kann. Über die Qualität kann ich keine Aussage treffen. Aber dies dürfte etwa der nach den Produktionskosten kalkulierte reale Endpreis für eine solche Blende sein.

Danke auch für die Links zu den beiden Gebrauchtteilen, eine der Blenden habe ich soeben gekauft.

Neulich war in der Bucht eine gebrauchte Blende für das 5,6/800 angeboten - für 582 Euro.

Andreas
 
oz75

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Das würde sich sicher auch nur dann lohnen, wenn man daraus ein Geschäftsmodell machen wollte.
Das ist einerseits richtig - aber andererseits sind wir hier in einem Forum voller (Foto-)Verrückter. :D Da zählt der Mammon nicht an erster Stelle.

Ich habe ja auch schon einiges an CAD und 3D-Druck für die Samsung-Ecke gemacht.
Motivation: Vor allem Spaß an der Sache und eine gehörige Portion Anarchie (der NX-Mini-Adapter kostet 150€ - das gehört boykottiert). ;)

Gruß,
Oz
 
AB-AndreasBeck

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Nur mit

(in dieser Definition) kann man sich gegen die Unsitte wehren, dass Hersteller sich mit extrem günstig kalkulierten Produkten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, um dann bei den Ersatzteilpreisen zuzuschlagen. Ich kenne das als (ehemaliger) Insider.

Leider sind Koordinatenmessgeräte, die Formen abtasten und direkt ins CAD-Programm einlesen, nicht in den Consumerbereich abgesackt wie die der 3D-Drucker.

Andreas
 
oz75

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Nur mit

(in dieser Definition) kann man sich gegen die Unsitte wehren, dass Hersteller sich mit extrem günstig kalkulierten Produkten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, um dann bei den Ersatzteilpreisen zuzuschlagen. Ich kenne das als (ehemaliger) Insider.

Leider sind Koordinatenmessgeräte, die Formen abtasten und direkt ins CAD-Programm einlesen, nicht in den Consumerbereich abgesackt wie die der 3D-Drucker.

Andreas
Es ist halt gängige Praxis. :eek:

Bei Sigma kommt hinzu, dass die ihr Tulpenbajonett wie ein Schlüsselbart ausgeführt haben, damit das Nachbauen auch wirklich aufwendig wird. Da sind über die Bajonetthöhe 4 (in Worten: VIER!) höhenversetzte Reihen von Haltenasen und Stoppern ausgeführt. Sieht auf den ersten Blick aus wie lediglich zwei Reihen. Aber der genaue Blick offenbart es.

Was die Digitalisierung betrifft: Es gibt mittlerweile Selbstbau-Projekte, welche die Kosten erträglich machen könnten.
Nur: Das Ergebnis ist eine mehr oder weniger genaue Triangulation und kein 3D CAD-File, was eine gute Feinjustage praktisch nicht möglich macht. Unschön und keine Option für solche "Präzisionsbauteile".

Daher bevorzuge ich es immer noch, den guten Meßschieber zu bemühen. Nur mit dem Winkelmessen ist es manchmal halt mühsam.

Kurz: Ich würde die Tulpe definitiv hinbekommen (und hab' sogar aus Neugier kurz angefangen :D).
Üblicherweise braucht es dann bei der Durchführung aber immer noch 3-4 Fein-Iterationsschleifen (Testausdrucke + Modellanpassungen), bis das Ergebnis qualitativ stimmt.

Gruß,
Oz
 
AB-AndreasBeck

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Eüber die Bajonetthöhe 4 (in Worten: VIER!) höhenversetzte Reihen von Haltenasen und Stoppern ausgeführt.
Vielleicht um ein Patent zu erzielen, das man verletzt, wenn man die Dinger kommerziell nachbaut?

Um so erstaunlicher, dass die oben beschriebene Fremdblende zumindest beim ersten Test ganz ordentlich auf dem 3,5/10-20mm sitzt. Selbst die Tulpenform stimmt (etwas ausladender - eigentlich also besser, trotzdem keine Vignettierung)

Andreas

P.S.: Von den 4 Haltenasen stützen 2 die Blende am Objektiv ab, die anderen 2 (mit der Stoppernut) übernehmen die Verriegelung. Eigentlich eine sehr durchdachte Konstruktion - trotzdem sitzen die Blenden nach 1 Jahr Dauergebrauch nicht mehr richtig fest. Verschleiß? Vielleicht sollte man das Blendenbajonett von Anfang an ganz leicht einfetten?
 
oz75

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Genau. Patentanspruch, Patentumgehung, o.ä...

Fakt ist aber, dass es andere mit erheblich simpleren Lösungen auch bewerkstelligen.

P.S.: Von den 4 Haltenasen stützen 2 die Blende am Objektiv ab, die anderen 2 (mit der Stoppernut) übernehmen die Verriegelung. Eigentlich eine sehr durchdachte Konstruktion - trotzdem sitzen die Blenden nach 1 Jahr Dauergebrauch nicht mehr richtig fest. Verschleiß? Vielleicht sollte man das Blendenbajonett von Anfang an ganz leicht einfetten?
Mit Fett würde ich persönlich nicht an die Gegenlichblende gehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das eine gezielte, behutsame Quetschen der Klemmungen (gegenlichtblendenseitig) zu einer Verbesserung der Rastung führen kann. Zumindest zeitweilig.

Gruß,
Oz
 
AB-AndreasBeck

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Mit Fett würde ich persönlich nicht an die Gegenlichblende gehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das eine gezielte, behutsame Quetschen der Klemmungen (gegenlichtblendenseitig) zu einer Verbesserung der Rastung führen kann. Zumindest zeitweilig.
Das Quetschen hilft nicht lange (keine Woche). Ich dachte auch nicht an richtig einfetten, sondern an eine Nadelspitze Gleitmittel. Ich will ja nicht die Haftung verringern, sondern den Materialabtrag minimieren. Vielleicht hilft auch das Abstreichen der Haltenasen mit einem weichen Bleistift. Habe das alles nicht nicht versucht, ich denke im Moment nur öffentlich.

Wenn mal ausgeleiert, dann hilft nur ein zäher, dünner Klebefilm (Tesa kristallklar), der lose angeheftet und dann durch vorsichtiges Aufsetzen der Blende festgedrückt wird. Und zwar besser objektivseitig (obwohl das nicht gut aussieht), da der Film dann ja das wertvollere Objektivbajonett vor weiterem Verschleiß schützt. Das hat bei mir ein halbes Jahr gehalten, dann ist mir die Blende (frühmorgens mit klammen Fingern) von einer Brücke in einen Stausee gefallen...:D

Oder fließt der Kunststoff unter dem Haltedruck langsam weg? Das wäre dann aber eine absichtliche Schwachstelle, das muss nicht sein.

Andreas
 
oz75

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Die Idee mit der Graphitschmierung über einen weichen Bleistift hört sich m.E. vernünftig an, zumal sehr unauffällig.

Interessant ist, dass andere Sigma-Gegenlichtblenden halterungstechnisch anders ausgeführt sind. Die scheinen ja diesbezüglich richtig kreativ zu sein. :D

Gruß,
Oz
 

Photon

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Ich verwende in letzter Zeit für viele Sachen, auch für die Kamerapflege Ballistol.
Das hat nicht nur gute Gleiteigenschaften sondern auch seht gute
Reinigungs-, und Pflegewirkung. Meine Sigma sieht wieder aus wie neu.
Habe natürlich auch SB, und Objektivdeckel damit behandelt flutscht fast
wieder wie am ersten Tag.

Aber bitte nur einen Hauch davon verwenden, weniger ist hier mehr,
und gut nachwischen.
Das Ding ist ein reines Naturprodukt, und sogar in der Lebensmittel-
industrie zugelassen. Kann auch medizinisch eingesetzt werden.

oz75 sollte es eigentlich kennen, bei den vielen Sachen die er so macht.:)

Gruß
Photon
 
oz75

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Ballistol? Kenne ich und habe ich natürlich. :)

Und irgendwie muss ich bei Ballistol irgendwie an Rüdiger Nehberg denken, der es für so ziemlich alles -Insektenstiche und Hautpflege inklusive- einsetzt. :D:D

Manche sprühen sogar ihre Hunde damit ein. :eek:

Spaß beiseite: Ein hervorragendes Öl.

Ich allerdings kriege Atemprobleme, wenn ich es bei der Verwedung versehentlich einatme.

Ich bin mir nicht sicher, ob es jetzt bei der LH825-03 -im Sinne der Substanzerhaltung- das erste Mittel der Wahl ist. Sicherlich reduziert es die Reibung und damit auch ein Stück weit den Verschleiß.

Aber letzten Endes dürfte das Ausleiern der Tulpenblende, so wie von Andreas beschrieben, durch die Sigma "EX-Beschichtung" hervorgerufen werden. Diese rauhe und recht dicke Beschichtung, objektiv- und gegenlichtblendenseitig, ist aufgespritzt.

Bei Verwendung reiben diese Flächen dann wie Sandpapier aneinander
--> Schichtdickenabnahme
--> Toleranzzunahme
--> Andreas verabschiedet seine Blende im Stausee...

Anders als bei Ölen, würde die Verwendung von Graphit (aufgetragen über einen sehr weichen Bleistift, z.B. 3B), diese Poren der EX-Beschichtung dauerhaft verschließen/verfüllen.

Ich könnte mir vorstellen, dass dies etwas länger Ruhe verschafft.

Gruß,
Oz
 
AB-AndreasBeck

AB-AndreasBeck

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Heute ist die Ersatzblende angekommen - Jetzt geht's dem Streulicht wieder an den Kragen. Vielleicht aber doch nicht so wirklich..

mit wohl passender Tulpe für Deine Optik
Wenn man genau hinschaut, sieht man leider, dass selbst die Original-Tulpe überhaupt nicht exakt passt und viel zu viel Licht ins Objektiv lässt.

Warum? Wohl weil das Ding für mehrere, vielleicht sogar zukünftige Objektive passen muss und vielleicht sogar ein Zukaufteil ist, das gar nicht speziell für den Zweck konstruiert ist.

Wie wichtig eine genau passende Blende ist, habe ich angelegentlich hier demonstriert.

Andreas
 

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