Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel)

Diskutiere Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) im Astro Forum im Bereich Bildbesprechungen; Hallo miteinander, zurück aus La Palma möchte ich euch eine Nachtaufnahme zeigen, die ich auf einem Dach in El Paso aufgenommen habe. Sie leidet...
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #1
oz75
oz75
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Hallo miteinander,

zurück aus La Palma möchte ich euch eine Nachtaufnahme zeigen, die ich auf einem Dach in El Paso aufgenommen habe. Sie leidet leider an der Lichtverschmutzung von Los Llannos - aber dennoch...:)

31 x 1 Minute @ ISO 800 mit der EOS 1000D (Baader BCF-Modifikation)

Also Objektiv kam das 50er Pancolar @ f/4 und als Montierung eine EQ1 mit simpler Stundenachsennachführung zum Einsatz.

500k_ORION_PFERDEKOPFNEBEL.jpg

Grüße ins Forum,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #2
Respekt... Wahnsinns Foto und technisch, wenn ich das so lese, nicht leicht umzusetzen.
Großartig. Habe ich so noch nicht gesehen.

Gruß

Christian
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #3
WOW!
Super beeindruckend!
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #4
Klasse, sieht gelungen aus :daumen:
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #5
Dankeschön! :)

Abschließend noch der Orionnebel mit einem 80/400mm (f/5) Fraunhofer Refraktor.

52 x 7s...

500k_bildm42_filtered.jpg

Grüße,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #6
Hier noch das Ausgangsbild nach Anwendung eines künstliches Flatframe. Ich denke es ist jetzt etwas besser...

500k_ORION_PFERDEKOPFNEBEL2.jpg

Als Orientierungshilfe für Interessierte (Screenshot aus Stellarium):
2013-04-13_121515.jpg

Gruß,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #7
Sieht gut aus. Wie lange braucht man dann noch am PC, bis die vielen Bilder zusammengerechnet wurden? Die Lichtverschmutzung kommt von unten, oder? Der untere Bereich des Fotos sieht heller aus.
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #8
Danke.
Am Rechner ist das Stacken innerhalb weniger Minuten erledigt. Kompliziert wird es, wenn die Rohbasis nicht optimal ist - so habe ich es zum Beispiel verpennt, eine Flatframe-Serie aufzunehmen, mit der ich Vignettierungen und sonstige Helligkeitsunterschiede bequem hätte herausrechnen können.

Nach den Vorarbeiten sieht das Bild noch überaus schlicht aus, besitzt aber im Vergleich zur Einzelaufnahme ein deutlich verbessertes Signal-Rausch-Verhältnis.

Weitere Nacharbeiten erfolgen im Anschluß unter den üblichen Fotoprogrammen (in meinem Falle gimp), was natürlich noch beliebig viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Gruß,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #9
Was ist eine Flatframe-Serie?
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #10
Was ist eine Flatframe-Serie?

Lightframes sind die Aufnahmen, welche die eigentlichen Bildinformationen enthalten.

Darkframes sind Dunkelbildaufnahmen bei gleichen ISO-Werten, Bleichtungszeiten und Umgebungstemperaturen. Man nutzt sie beim Stacken, um Hotpixel und Dunkelbildrauschen herauszurechnen.

Flatframes sind Aufnahmen, die man bei gleicher Fokuslage gegen einen hellen Hintergrund aufnehmen sollte. Diese Aufnahmen beinhalten Informationen über die Vignettierung der Optik - und inherent auch Sensorschmutz und andere Störfaktoren, wie zum Beispiel Lichtverschmutzung. Verwendet man keine Flatframes beim Stacking-Vorgang, sehen Bilder häufig so aus, wie das Eingangsbild.

500k_ORION_PFERDEKOPFNEBEL.jpg

Ich habe es vor Ort versäumt, eine solche Serie aufzunehmen. Daher habe ich mir behelfweise ein "künstliches Flatframe" gebastelt

500k_ORION_PFERDEKOPFNEBEL2-Künstl-Flat.jpg

und von der Ursprungsaufnahme abgezogen, so dass nach einiger weiterer Fummelei das hier

500k_ORION_PFERDEKOPFNEBEL2.jpg

herausgekommen ist.

Schlußendlich gibt es noch Biasframes, mit denen man beim Stacking das Ausleserauschen des Sensors herausrechnen kann.

Ich bin in dem Astrofoto-Metier noch ein absoluter Rookie. Das Thema ist eine Wissenschaft für sich, macht aber viel Spaß. :)

Grüße,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #11
:klatschen::klatschen:
Danke für diesen Spaziergang ins All, an sowas kann man sich einfach nie satt sehen finde ich!
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #12
Wow :) Super Fotos und tausend Dank für die Erklärungen. Echt beeindruckend, was da über uns am funkeln ist.

LG-Yannis
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #13
Danke euch beiden. :)

Auf La Palma musste ich einfach ein wenig herumspielen.
Ok, es hatte zur Folge, dass mein Koffer hauptsächlich mit Stativ, Montierung Teleskop und Co. gefüllt war. :eek:

Es ist halt die "Astro-Insel" in Europa mit einem phantastischen Nachthimmel - gerade oben auf dem , wo die Observatorien der europäischen Nordsternwarte stehen.

Ein Blick auf den Wohnkomplex, die Heliports und die beiden .
500k_SDIM3904.jpg

Ein 360°-Pano vom Heliport aus. Die Kuppel ganz rechts beinhaltet das GTC
500k_SDIM3661_stitch.jpg

Das GTC (Gran Telescopio Canarias), welches das zurzeit größte Spiegeltelekop der Welt ist, konnten wir dank Anmeldung (einige Wochen vor Anreise) besuchen.

Der 10.4m Spiegel setzt sich aus 36 secheckigen, aluminierten -Spiegeln zusammen. Das Innere des Domes wird kontinuierlich auf die erwartete Nachtaußentemperatur gekühlt, um optische Turbulenzen innerhalb der Kuppel zu vermeiden.
500k_SDIM3717.jpg

Die 36 Spiegel sind auf der Rückseite mit Aktuatoren versehen, mit denen die optischen Turbulenzen der Atmosphäre (Seeing) kompensiert werden.

500k_SDIM3741.jpg

Unter optimalen Bedingungen erreicht das GTC so die Auflösung des Hubble-Teleskops.

Gruß,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #14
:klatschen::klatschen:
Danke für diesen Spaziergang ins All, an sowas kann man sich einfach nie satt sehen finde ich!

Geht mir ganz genauso :)

Danke auch für die Erläuterungen :daumen:

Ich spiele schon geraume Zeit mit dem Gedanken, mich mit Astrofotografie auseinanderzusetzen. Der sinnvollerweise notwendige Aufwand scheint aber doch ziemlich gewaltig zu sein, oder?
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #15
Ich spiele schon geraume Zeit mit dem Gedanken, mich mit Astrofotografie auseinanderzusetzen. Der sinnvollerweise notwendige Aufwand scheint aber doch ziemlich gewaltig zu sein, oder?

Es gibt Enthusiasten, die dieses sprichwörtlich horizonterweiternde Hobby sehr weit vorantreiben. Dann sind die Investitionen beträchtlich - die Ergebnisse bei ausreichender Erfahrung des Nutzers phantastisch.

So ein Equipment besitze ich nicht.

Für La Palma hatte ich mir eine EQ1-Montierung auf Alustativ und einen Skywatcher 80/400mm f/5 Fraunhofer-Refraktor (lichtstark, aber nicht geeignet für Mond/Planeten, da nicht a(po)chromatisch korrigiert) angeschafft. Flugreisetauglich!!


  • Kostenpunkt: ca. 150€ für Montierung, Teleskop und Okulare im Set. Die Montierung alleine kostet nur 39€ (inklusive Stativ!).


  • Simple Nachführung um die Stundenachse (damit die Sterne nicht aus dem Bild herauslaufen): 30€


  • Fotoadapter für EQ-1 Montierung (ein Adapter mit dem man den Fotoapparat oder auch Objetive mit Stativschelle anschrauben kann): ca. 25€

Mit so einem System habe ich ohne große Mühe Belichtungszeiten von 1 Minute mit dem Pancolar und ca. 20 Sekunden bei 400mm Brennweite hinbekommen.

Es geht sicher noch besser, wenn man nach der Scheinermethode die Montierung einnordet. Das ist allerdings ein Feld, das ich bisher noch nicht betreten habe. Ein Polsucher fehlt bei dieser Montierung, so dass das Einnorden Gefühlssache ist.

Was mit der EQ1+Simpelnachführung geht - übrigens viel mehr als das, was ich hier zeige (meine Frau wollte mich nicht nächtens die 50km Serpentinen hoch zum Roque de los Muchachos fahren lassen :D)-, siehst Du .:cool:

Also sind in erfahrenen Händen 180s möglich, wenn man sich auf Brennweiten unter 100mm beschränkt.

Das in etwas ist der billigste Einstieg in die (Großfeld-)Astrofotografie - keine 100€, wenn man sich das Teleskop spart. Und was soll ich sagen: Auch dieser Einstieg macht bereits viel Spaß und ist noch nicht so sorgenvoll hochtechnisiert, wie ich es mit meiner NEQ3 Skyscan erfahre. :D

Grüße,
Oz
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #16
...

Was mit der EQ1+Simpelnachführung geht - übrigens viel mehr als das, was ich hier zeige (meine Frau wollte mich nicht nächtens die 50km Serpentinen hoch zum Roque de los Muchachos fahren lassen :D)-, siehst Du .:cool:

...

Das wäre ja durchaus überschaubar :daumen:

Die verlinkten Bilder sehen auch sehr beeindruckend aus!
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #17
Ich finde den ganzen Thread interessant ind sehr spannend ! Danke !!!
 
  • Schwert des Orion: M42 (Orionnebel) + B33 (Pferdekopfnebel) Beitrag #18
Oz, auch ich danke Dir für die kosmischen Ausflüge und Erklärungen! :daumen:
 
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