Praktica FX2 .... Kameraportrait

Klaus-R

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Hallo zusammen,

die Wahrscheinlichkeit, dass man sich IRGENDEINE uralte Kamera aus Dresdener Produktion mit dem Label PRAKTICA kauft, einfach einen Film damit belichtet und dass sie dann tadellos funktioniert liegt sehr sehr hoch!
Wenn sie äußerlich gepflegt aussieht, dann liegt diese Wahrscheinlichkeit bei fast 100% ... SOO gut sind die Sachen wirklich und ehrlich ..damals, wie heute immer noch.😊👍

Auch dieses Mal geht es nicht ohne etwas Kamerageschichte, ohne die das alte Stück nicht wirklich Gestalt annehmen würde.

PRAKTICA FX2 (1956/57)

Bild - 1.jpg

Zunächst einmal muss man genau lesen!

Warum weiß keiner so recht, aber es wurden Mitte der 1950er Jahre zwei ganz verschiedene Kamerasysteme unter der Verantwortung von Chefkonstrukteur Sigfried Böhm bei den Dresdener "Kamerawerken" gebaut. Die "Praktica" und die "Praktina", die man dringend auseinanderhalten MUSS.
Es gibt nämlich auch eine Praktina FX ... ebenfalls eine einäugige Spiegelreflexkamera, ABER das ist ein ganz anderes Kamerasystem mit einem eigenen Bajonett-System, dem sog. Praktina-Bajonett. Die heute sehr seltenen Praktina Objektive passen also NICHT an eine Praktica, denn die hat den weltbekannten M42-Objektivanschluss, das wohl erfolgreichste Kamerasystem aller Zeiten, das sich über 40 Jahre lang etablieren und halten konnte, woran hauptsächlich der VEB-Pentacon seine Verdienste hatte.
Gerade die Praktina ist eine hochinteressante Komponentenkamera, die ihrer Zeit weit voraus war ... (kann ich hier nur anreißen) ... weit erfolgreicher war bekanntlich aber die Praktica in sämtlichen Modellvarianten und über Jahrzehnte.

Zur Praktica FX2:

Warum heißt sie so? Ganz einfach. Die FX2 ist in der Lage, Blitzgeräte mit Blitzbirnen (heute uninteressant aber "F" Kontakt) und Elektronenblitzgeräte ("X" Kontakt) auszulösen. Neu waren damals die (bis heute gebräuchlichen) 2-Pol-KOAX Buchsen am Kameragehäuse:
Bild - 6.jpg

Die obere ist der "X" Kontakt, die untere ist der "F" Kontakt. Bei diesem Exemplar (1A-Zustand) sind die Bezeichnungen noch auf der gut erhaltenen Belederung lesbar, bei den meisten anderen FXen muss man das dann einfach wissen.😊

Ältere Modelle haben drei einpolige Blitzbuchsen, erfordern also zwei Ansteckkabel. Die unterste ist der Massekontakt, die mittlere synchronisiert F und die obere synchronisiert X. Ob es dafür noch Adapterkabel (also auf KOAX-Buchse) gibt, weiß ich nicht ... hier ja nicht nötig.😊 Die alte FX2 kann also ohne Anschlussprobleme jede moderne Studioblitzanlage steuern.

Achja .... warum FX2 ....? Die Zwei steht ganz einfach für Modell 2, denn davor gab es eine Praktica FX ohne die "2".

Was war nun neu, bei dieser Version 2: -Verbesserter Schachtsucher (Prismensucher optional)-

Die FX(2) ist eine sog. Schachtsucherkamera, eine Bauweise, die schon Anfang der 1960er Jahre (leider!) bei Kleinbild SLRs aus der Mode kam.
Bei Schachtsucherkameras schaut man von oben direkt auf die Mattscheibe einer einäugigen oder zweiäugigen SLR/TLR Kamera.
Man sieht ein seitenverkehrtes, sehr dreidimensional wirkendes Sucherbild, das in Abhängigkeit von der Offenblende des Objektives mehr oder weniger hell ist.

Bild - 15.jpg

Bild - 14.jpg

Zur exakten Scharfstellung kann eine Sucherlupe heruntergeklappt werden:

Bild - 4.jpg

Der "neue" Schachtsucher der FX2 kann im Vergleich zur Vorgängerin noch viel mehr ... man kann ihn mit Leichtigkeit zu einem "Sportsucher" (Rahmensucher) umklappen:
Solche "Zielsucher" waren vor dem Krieg weit verbreitet ... nunja .... Sigfried Böhm hatte da auch noch eine viel galantere Alternative ... als Zubehör ... kommt noch weiter unten:

Bild - 5.jpg

Bild - 6.jpg

So toll, wie ein Schachtsucher nun aber bei einer 6X6 (also bei quadratischen Bildaufzeichnungen) ist, so nett ist er bei Rechtecken NUR beim Querformat.🧐
Möchte man Hochformat Aufnahmen machen, erweist sich der Schachtsucher als eher mal stark nachteilig, weil man dabei die Kamera auf Augenhöhe drehen muss und seitlich zum Motiv den Bildausschnitt und den Fokus festlegen muss.

Das eigentlich Geniale ist deshalb der als Zubehör erhältliche Penta-Prisma-Aufsatz. Wirklich gut an dieser "Böhm" Praktica ist, dass nicht der komplette Sucher auszutauschen ist (wie bei der Praktina), sondern das Penta-Prisma als Suchereinsatz in den Lichtschacht eingesetzt wird. Das Pentaprisma wird in einer hübschen kleinen Ledertasche mitgeführt:

Bild - 9.jpg

Bild - 10.jpg

Bild - 11.jpg

Bild - 12.jpg

Mit eingesetztem und arretiertem Prisma ergibt sich quasi eine "moderne" SLR-Kamera bzw. die heute SLR-typische Kameraführung.
Das Sucherbild ist jetzt hell, klar und seitenrichtig, wie man das von einer modernen (D)SLR heute kennt. Qualitativ ist der Sucher der Praktica FX2 auf modernem Standard, wie man das heute noch an einer KB- SLR-Kamera gewohnt ist.

WELTNEU an der FX2 war die von Böhm damals neu patentierte "Innenblendensteuerung" der FX2. Später nannte man das "Springblendensteuerung".
Die Springblende sorgt dafür, dass die Kamera das angesetzte Springblendenobjektiv automatisch erst im Moment der Auslösung feinmechanisch abblendet.
Man wählt also die Arbeitsblende nur am Stellring der Optik vor, hat aber bis unmittelbar vor dem Auslösen der Kamera das helle Offenblend-Sucherbild, kann also bis zum allerletzten Moment vor der Auslösung noch offenblend-fokussieren.

Die allerersten FX2 haben übrigens noch keine Innenblendensteuerung (1956 bis Herbst 1956). Das betrifft aber nur einige wenige FX2! Ende 1956 und definitiv ab Baujahr 1957 haben sie alle Springblendensteuerung.

Wer also eine der wenigen ganz frühen FX2 hat, muss darauf achten, entweder Objektive OHNE Springblenden-Mechanik zu verwenden, ODER Springblenden-M42er, die einen A-M Umschalter haben (Automatik/Manuell), der die Springblendenfunktion deaktiviert. Hat ein Springblenden-M42 Objektiv diesen Umschalter nicht, kann es an frühen 1956er FX2 oder der Vorgängerin FX leider nicht verwendet werden.

Meine FX2 ist eine frühe Variante aber schon mit Innenblendensteuerung.

Ausstattunng:

Die FX2 kann sehr viel!

Die FX2 ist im Gegensatz zu der nachfolgenden "L" Genartion von Prakticas ("L" für Lamellen-Versachluss) noch mit einem horizontal ablaufenden Tuch-Schlitzverschluss ausgestattet.

Ich habe hier mal den Verschluss halb-aufgezogen aufgenommen ... so sieht man beide Tuchvorhänge mal gleichzeitig:

Bild - 13.jpg

Heute laufen wirklich alle Schlitzverschlüsse vertikal ab, weil das mehr Vor- als Nachteile hat. Die kürzere Kante ermöglicht beim Kleinbild kleinere Ablaufgeschwindigkeiten bei gleich kurzen Verschlusszeiten bzw. ermöglicht so kürzere Verschlusszeiten, als bei horizontalem Ablauf möglich! Ferner sollte der Verschluss möglichst gegen die Bewegungsrichtung des Motives ablaufen ... und die ist zumeist horizontal. All das ist sehr interessant ... bei Interesse einfach mal googeln!
Die FX2 ermöglicht trotzdem Verschlusszeiten zwischen 1/2s bis zu 1/500s .... damals eine Spitzenleistung!
Die späteren L-Praktikanten hatten dieser Erkenntnis zur Folge dann auch vertikal ableufende Stahllamellenverschlüsse, die dann auch die 1/1000s ermöglichten. 👍

Den Zeitensteller der FX2 muss man kennen ... den kann man kaum intuitiv verstehen! Das obere Rädchen kennt zwei Positionen. Stellt man den kleinen Roten Pfeil auf den schwarzen Pfeil am Kameragehäuse, dann ist der Verschluss auf die schwarzen (kurzen) Verschlusszeiten voreingestellt (1/25s-1/500s)
Umstellen des oberen Rädchens auf ROT aktiviert dann die ROTEN (langen) Verschlusszeiten. 1/10s bis 1/2s.
Das untere Rädchen dient dann der Auswahl einer konkreten (Roten oder Schwarzen) Verschlusszeit, indem man den Außenring hochzieht und verdreht (kleiner roter Punkt!). Bei der gewünschten Verschlusszeit rastet er dann ein. Kein Problem, wenn mann's weiß. Kombiniert man eine Rote Verschlusszeit mit einer "Vorwahl SCWARZ" (oberes Rädchen) -ODER UMGEKEHRT- geht nix kaputt, es resultiert dann aber eine Fehlbelichtung (irgendwelcher Art) Gut auch, dass man (laut Anleitung) die Verschlusszeit VOR oder NACH Aufziehen des Verschlusses (kombiniert mit dem Filmtransport) einstellen darf, ohne das etwas kaputt gehen kann. 😊

Warum hier (1956) ein Kuddelmuddelmix aus VOR-und Nachkriegsverschlusszeiten Verwendung findet, erschließt sich niemandem mehr ... Sigfried Böhm (2017 im Alter von 95 Jahren verstorben) hatte selber keine Erklärung dafür. Auch das ist nicht wirklich schlimm .... mein Belichtungsmesser hat beide Zeitenreihen.

Bild - 8.jpg

KEIN RÜCKSCHWINGSPIEGEL!!!
Die Praktica FX2 hat noch keinen Rückschwingspiegel, wie heute selbstverständlich und schon bei den "L" Praktikanten realisiert.
Will sagen: Du löst die Aufnahme aus und der Sucher bleibt dunkel! Der Spiegel bleibt also weggeklappt (also oben) und kehrt erst wieder in die Sucherpoisition zurück, wenn der Verschluss neu aufgezogen wird.
Anders ausgedrückt ... Du musst erst den Film neu transportieren, bis Du wieder was sehen kannst.
Schlimm?? Eigentlich nicht! Das Bild ist sowieso im Kasten, wenn ausgelöst wurde.
Hasselblad Fans wissen, dass auch noch die allerletzte FILM-Hassi (V-System) auf sowas wie einen Rückschwingspiegel verzichten musste. "Erst kurbeln, dann gucken" so war das bei Hasselblad bis zum letzten Rollfilm noch!😊

Die Technik war da! Böhm hatte schon 1937 eine SLR mit Rückschwingspiegelmechanik patentiert. Man entschloss sich bewusst für die einfachere Technik. Die Prakticas mussten "Apfelsinengeld" verdienen!!! Alle Photoerzeugnisse der DDR waren fast ausschließlich für den Export gemacht, um also Devisen vom Klassenfeind zu bekommen.
Nur etwa 15% der Kameras und Objektive blieben in der DDR ... für Unsummen! Ein DDR Bürger konnte von der Praktica eigentlich nur träumen, die kapitalistische Welt bekam sie zum Dumpingpreis.
Die Kameras mussten aus einem ganz einfachen Grund so gut, hochwertig und zuverlässig sein .... Man wollte KEINE Ausfälle bei Export-Kameras, um sich den kompletten Kundendienst im Ausland ersparen zu können. Die minimale Rücklaufquote dresdener Kameras konnte man so ganz einfach austauschen ... reparieren wollte man sie nicht.
Die Rückschwingspiegel-Feinmechanik erschien damals als noch nicht zuverlässig genug, als dass man sich getraut hätte, sie weltweit auszuliefern. Eine Praktica ging damals einfach nicht kaputt ... damals, wie heute nicht.

Rändelrad:

Die Praktica hat noch keinen Schnellspannhebel, der damals doch schon bei vielen anderen Kameras Einzug gehalten hatte. Für die zeitgleiche AGFA Isolette z.B. (keine SLR allerdings!) war das gar kein Thema.

Die FX2 hat ein einfaches Rändelrad, das leicatypisch IM UHRZEIGERSINN gedreht werden muss. Das ist zwarf nicht praktisch, ist aber einfach "schön" und eben Feature einer uralten Kamera.

Auslöser vorne am Kameragehäuse:

Tja ... erst dachte ich ja ... was ist das denn für ein Mist?? Man kennt es aus der Zeit ja meist so, dass der Auslöseknoppes am Kameradeckel angebracht ist und senkrecht nach unten zu drücken ist. Mal ausprobiert und festgestellt: Eigentlich gut! Ergonomisch ist das fast noch besser! Lässt sich gut fassen so und man verdreht die Kamera beim Auslösen nicht versehentlich.

Gibt es was an der Praktica FX zu meckern??

Für mich nicht wirklich VIEL ... aber doch was: Die eingravierten "Zählchen" am Zeitensteller sind IMHO unzumutbar winzig und wirklich schlecht abzulesen (sogar bei meiner wirklich erstklassig erhaltenen FX2).

Mit meiner Altersweitsichtigkeit habe ich da gar keine Chance mehr, ohne Lesebrille irgendwas eingestellt zu bekommen (nicht zuletzt auch wegen der komplizierten oben beschriebenen Einstellerei).

Kann man die Praktica FX2 heute noch zum Photographieren verwenden?

Auf jeden Fall! Ich hab' sie mir gekauft, weil ich noch keine Schachtsucher Kleinbild-Kamera hatte! Das seitenverkehrte Sucherbild macht irgendwie Lönne ... man gewöhnt sich an diese Art der Kameraführung recht schnell .... kenne das ja schon von meiner 6X6 TLR.

Teuer??

NEIN! Es gibt NULL Wertschätzung für alles, was Praktica gelabelt ist. Die Sachen sind mindestens so GENIAL und hochwertig, wie 'ne Leica aber nur die Leica ist "toll", die Spitzenprodukte des VEB-Pentacon sind preislich am untersten Ende der Skale geblieben.

Die frühen Praktikanten sind übrigens nicht ganz so häufig im Handel, wie die spätere L-Serie.... teurer sind sie deswegen aber nicht.

Aufnahmen damit?

Wird es geben, sobald ich es schaffe! Die FX2 ist in Ordnung .... das kann man auch ohne Film prüfen (klar kann der Filmtransport defekt sein .... aber bei 'ner Praktica in diesem Zustand vom Händler als geprüft verkauft) schließe ich das einfach mal aus.

Stilecht??

Bild - 2.jpg

Nein! Ein Kenner merkt sofort, dass Kamera und Optik irgendwie nicht passen.😊

1956 wurde die FX2 entweder mit einem Zeiss Tessar 50mm/2,8 ausgeliefert (evtl. schon mit Springblende???) oder mit einem Biotar 58mm/2,0.
Das hier montierte Carl Zeiss Pancolar 50mm/1,8 kam erst 1963 .... hier ein 1967er Modell.
Trotzdem passt das Pancolar (damaliges Spitzen-50er) vom Design her klasse zur Praktica FX2 ... eine "schöne" Kombination.

Ich weiß, dass das mal wieder die wenigsten von Euch interessiert .... aber das Forum ist ja offen. Wir haben die Rubrik "Analog-Photographie" ja eben auch noch und irgendwann wird das ein Enthusiast hier mal googeln und dann "spinnt" hier schon mal wieder einer mehr.👍😊

Alte Kameras sind einfach ungeheuer interessantes Spielzeug für große Jungs ... wenn man die Antenne dafür hat .... kann, muss ja aber nicht!

Grüße und schöne Photos

Klaus🧐
 
Zuletzt bearbeitet:
19.12.2019
#1

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Schau mal hier: Praktica FX2 .... Kameraportrait . Dort wird jeder fündig!
Klaus-R

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Nachtrag zur Nomenklatur:

Die Praktica FX2 kann auch F.X2 gelabelt sein! Der Punkt weist auf eine "veränderte" Blitzsynchronisation der F-Buchse (heute uninteressant) hin. Ganz sicher ist das aber auch nicht

Es gibt Export-Modelle, die FX3 gelabelt sind (oder F.X3)! Es gib KEINE Unterschide zur FX2.
Gründe dafür sind bis heute unbekannt.

Ferner gibt es Export Varianten die für die damalige BRD respektive für Photo Porst "Porst Reflex FX2" galabelt wurden.

Technische Unterschiede gibt es auch bei diesen nicht.
Die Gesamtproduktionszahl der Praktica FX2 (also aller Varianten!) liegt bei ca. 150.000 Kameras.

Bis zum endgültigen AUS für den VEB Pentacon in 1990 wurden mehr als 10.000.000 Praktica Kameras gebaut.

Qualitätsprobleme gab es erst ab Mitte der 1980er Jahre, als man einfach kein hochwertiges Material mehr bekommen konnte.

Ich selber habe "damals" also in den 1970ern und frühen 1980ern viele Jahre lang mit einer L2 photographiert. Kaputt ging sie nicht von selber, sondern durch eigenes Verschulden ... ich blieb am Kameragurt hängen und habe sie vom Tisch gerissen ....😭😭😭 Drei Pentacon Objektive gleich mit der Kamera mit ..... Totalschaden natürlich! .... Black - Shitday ... für mich damals ... ich war 17.

Klar, dass ich heute eine ERSATZ Praktica "L" in Ehren halte ... und nicht nur dieses Modell .....

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Der Bü...

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Hej...

bin immer wieder begeistert, wie viel du über diese alten Schmuckstücke in Erfahrung bringst und wie ausführlich du auf die technischen Details eingehst.

Das Pancolar steht der FX2 außerordentlich gut... 👍🏻👍🏻👍🏻

Vielen Dank für den tollen Beitrag.

Gruß, der Bü...
 
gewa13

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Moin Klaus,

herzlichen Dank ... wieder einmal total interessant und äußerst kenntnisreich und detailliert !!!
... aber dass Du meinst es interessiert nur die wenigsten ... das ist noch nicht ausgemacht ...
 
d´Rüdi

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eben, wer weiß wo wir eines Tages wieder landen. Meine UR-OM 2 liegt wohl behütet in der Vitrine und ein paar Filme warten im "Permafrost" meiner Tiefkühle auf die Wieder Erweckung.
Toller Beitrag
 
Klaus-R

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Hallo zusammen,

bin tastsächlich erstaunt, dass Ihr da Interessse habt. 😊 👍👍
Danke für die Kommentare.

Leute gebt Euch mal den Ruck (zumal, wenn noch Kamera und sogar Filme zur Hand sind) und zieht mal einen Streifen durch die Kamera. Die alten Zeiten mal neu zu erleben, mal ganz anders zu photographieren, das hat schon wirklich was ... die Aufnahmen haben ihren ganz eigenen Look.

Ganz besonderen Spaß macht es ja, wenn man auch das Postprocessing der Filme selber angeht .... wir haben alle Kenne darüber hier im Forum ...😊

Grüße und schöne Film-Photos

Klaus
 
Klaus-R

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Voila!

Die Aufnahmen. 😊

Ich habe mal wieder den preisgünstigen KODAK GOLD 200 aus dem Drogeriemarkt eingelegt.
Vier Objektive kamen an die alte FX2:

Carl Zeiss Pancolar 50mm/1,8
Carl Zeiss Sonnar 135mm/3,5
Meyer Görlitz 200mm/4
Vivitar T4 21mm/3,8

#1

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#2

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#3

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#4

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#5

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#6

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#8

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#9

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#10

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#11

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#12

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Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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Moin Klaus,

aus einem Oldtimer solche Bilder haraus zu kitzeln ... das ist wirkliches Können !
 
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Vielen Dank für den netten Kommentar!

Leider hat der Oldtimer technische Probleme bereitet. Mehrere Aufnahmen hatten Lichtflecken, weil das uralte (eigentlich sehr gut erhaltene) Verschlusstuch des Tuchverschlusses doch nicht mehr 100%ig Lichtdicht war.
Ich hatte beide Vorhänge natürlich gegen meine Schreibtischlampe geprüft und absolut keine Lichtundichtigkeiten feststellen können.

Ich hab' dann gestern (nachdem ich die Filmscans gesehen hatte) mal eine starke LED-Taschenlampe "dagegengehalten" und einige WINZIGE Lichtdurchlässe finden müssen (beide Vorhänge).
Die Tücher sind im Grunde unbeschädigt, nur der Farbstoff hat über die Jahre da wohl irgendwie verabschiedet.
Ich hab' das Problemchen gelöst. Mit einem feinen Pinsel habe ich schwarze Acrylfarbe eingepinselt.
Jetzt ist der Verschluss wieder lichtdicht. Die in das Verschlusstuch eingetrocknete Acrylfarbe sieht man gar nicht mehr.😊

Ansonsten macht uralte Kamera enormen Spaß. Das Auslösegeräusch ist SATT! Klingt genau so wie eine Pentacon SIX, die ebenfalls einen horizontal ablaufenden Tuchverschluss hat.

Es lohnt sich auch, die Mattscheiben solcher Schachtsucherkameras mal mit einem Sensorswab und Isopropanol zu reinigen.... man kommt ja beidseitig prima 'dran.

Isopropanol übrigens NICHT bei Kunststoff-Einstellscheiben ... bei den alten Glasscheiben aber gut geeignet.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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Hej...

da hast du heute Nacht (Ja, schaut mal auf die Uhrzeit) ein paar tolle Bilder entwickelt. Muss ehrlich sagen, dass du dieser Kamera wirklich sehr sehr gute Qualität entlockt hast.

Meine laufen gerade noch durch den Scanner.

Gruß, der Bü...
 
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HellWeichei

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Klasse Vorstellung von dem alten Teil und sehr schöne Bilder. Das hat mich doch dazu gebracht gestern Abend mal eine Zeiss Ikon Nettar 518/16 mit dem Anastigmat f1:4,5 75mm aus der Vitrine zu kramen. Die hatte sich mein Schwiegervater in den 50ern geleistet und meine Frau berichtet von ihren "Fotoarbeiten" in Kindertagen. Kann also gut möglich sein, dass ich nun infiziert wurde und auch mal einen Streifen einlege. Mal sehen...
 
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Hej...

da hast du heute Nacht (Ja, schaut mal auf die Uhrzeit) ein paar tolle Bilder entwickelt. Muss ehrlich sagen, dass du dieser Kamera wirklich sehr sehr gute Qualität entlockt hast.

Meine laufen gerade noch durch den Scanner.

Gruß, der Bü...
Ja und nein ... waren nicht nur die Bilder! Mir ist die alte Kiste so ans Herz gewachsen, dass ich zwischendurch erst noch den Tuchverschluss "geheilt habe" ....... 😊

Grüße

Klaus
 
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Klasse Vorstellung von dem alten Teil und sehr schöne Bilder. Das hat mich doch dazu gebracht gestern Abend mal eine Zeiss Ikon Nettar 518/16 mit dem Anastigmat f1:4,5 75mm aus der Vitrine zu kramen. Die hatte sich mein Schwiegervater in den 50ern geleistet und meine Frau berichtet von ihren "Fotoarbeiten" in Kindertagen. Kann also gut möglich sein, dass ich nun infiziert wurde und auch mal einen Streifen einlege. Mal sehen...
Wunderschöne Kamera! Macht sicher viel Spaß, der mal einen Film zu gönnen!😊

Grüße

Klaus
 
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HellWeichei

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Wie geht ihr bei der Entwicklung vor? Habe jetzt nicht geplant mir ein Labor aufzubauen. Film in der Drogerie oder beim örtlichen Photo-Porst-Koch-Erhardt-Kodak-sonstwas-Händler. Dort dann wohl auch entwickeln lassen. Wie macht ihr die Digitalisierung?

Nachtrag: Ignoriert diese Frage. Habe in euren anderen Beiträgen (Klaus und Bülent) meine Antworten gefunden. Alles gut und klar...
 
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Wie geht ihr bei der Entwicklung vor? Habe jetzt nicht geplant mir ein Labor aufzubauen. Film in der Drogerie oder beim örtlichen Photo-Porst-Koch-Erhardt-Kodak-sonstwas-Händler. Dort dann wohl auch entwickeln lassen. Wie macht ihr die Digitalisierung?

Nachtrag: Ignoriert diese Frage. Habe in euren anderen Beiträgen (Klaus und Bülent) meine Antworten gefunden. Alles gut und klar...
Trotzdem ganz kurz dazu .....

Ein Photolabor hatte ich mal und ich kriege keines mehr! Für die Hybridbearbeitung, die Bülent und ich hier abziehen, braucht man ja nur noch die Filmentwicklung ... und die ist komplett bei Tageslicht und eben mal fix im Badezimmer zu machen.
Dann geht es zum Scannen ... (hast Du ja alles gefunden und auch unsere sehr bezahlbaren Hardwareempfehlungen), denn ein besseres Photolabor als den Computer und einen guten Monitor gibt es ja nicht.
In der Drogerie entwickeln lassen ist natürlich auch gut möglich .... macht aber weniger Spaß und dauert mir zu lange .... ich finde diese SOFORT-Bildergebnisse beim Selbermachen eben halt so cool ... und inzwischen ja sogar in Farbe. 😊

Ist wirklich 'ne Überlegung wert und kein Hexenwerk mehr.

Grüße

Klaus
 
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@Der Bü... : na, ich weiss ja nicht, ob das nicht ne Beschwerde gibt wenn ich den Neger tief in den Scanner stecke 🤡. Und Döner mit Gemüsebratling ist nicht so dolle. Bin doch seit meiner Teilnahme am Bergwaldprojekt geläutert. 😜.
 
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Hallo Klaus, danke für dieses tolle Kameraportrait und die wirklich großartige und ausführliche Erklärung dazu :)
Ich finde die gute alte analoge Technik ebenfalls sehr interessant und werde meine im Verhältnis doch sehr kleine Sammlung auf keinen Fall auflösen :)
Allerdings würde ich mich im Moment noch nicht ans selbst Entwickeln herantrauen, auch wenn es wohl doch recht einfach geworden ist, so fehlt mit im Moment einfach der Platz :)
 

Gast10893

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Hallo Klaus,

super Bericht!!! 👍 Ich habe auch eine da. Aber mit Film bin nicht mehr in der Lage was machen. 😉😊

Grüße,
Peter
 
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Hallo Peter,

wenn ich meinen eigenen Faden hier sehe, wird mir klar, wie wertvoll ETWAS MEHR ZEIT für mich wäre .... 😢

Leider hat die Baby-Boom Generation da leider ziemlich ins Klo gegriffen .... ich stecke leider mal wieder total im Job .... habe noch Photo-Chemikalien und Filme im Eisfach und im kühlen Keller .... würde ach so gerne mit der alten FX2 mal wieder losziehen .... ich ersticke leider gerade in beruflicher Arbeit und privatem Gewurschtel .... viele von uns kennen das ja leider.

Wie man mit Film (wieder) loslegen kann, habe ich ja über die letzten Jahre hier ausführlich geschrieben und gezeigt (insbesondere möchte ich da auch die vielen schönen Beiträge von Bülent hier erwähnen ..... toller FILM Kollege!!!🙂👍👍)

Kamera kaufen, passenden Film kaufen, am besten selber entwickeln, denn das ist ein Erlebnis! Guten Scanner kaufen und Film digitalisieren, dann digital weiterarbeiten!

Was ich wirklich Interessierten Nostalgikern empfehle ist wirklich eine HYBRID-Vorgehensweise!

Film bis zum entwickelten Negativ oder DIA und dann DIGIAL weiter!

Film hat einfach ein ganz besonderes Flair ... so wie digitales Mittelformat auch was eigenes hat. Es muss nicht, aber es darf, wenn man da Interesse mitbringt.

Übrigens .... noch nie war das Entwickeln von Farb-Negativ-Filmen sooo einfach wie jetzt ..... ich habe wirklich alles darüber geschrieben .... so genial einfach zu handhabende Photochemie wie jetzt, hätte ich damals gerne gehabt!
Einen C41 Farbfilm entwickelst Du heute so einfach, wie damals Schwarz-Weiß!!!😊

Grüße und schöne Film-Photos

Klaus
 
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