(Tiere) Portrait einer Tüpfelhyäne

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crazy

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Hallo zusammen,

wollte mal ein Portrait eines zu Unrecht als dumm, böse, brutal und hinterhältig verschrien Tieres zeigen - nämlich einer Tüpfelhyäne. Sie sind die größten aller Hyänen und können Dank ihrer aussergewöhnlichen Kieferstruktur problemlos Beißkräfte von über 9000(!) Newton entwickeln - das reicht ganz locker, um mehrere Zentimeter dicke Knochen mit einem Biss zu zermalmen.

Diese Tiere leben in hochkomplex organisierten Rudeln bzw. Clans von bis zu 80 Tieren, ziehen ihren Nachwuchs in Arbeitsteilung auf und sind überhaupt sehr sozial und liebevoll untereinander. Übrigens sind Tüpfelhyänen nicht die ausgemachten Aasfresser, als die sie immer hingestellt werden. Über 80 % ihrer Beute wird von ihnen selber gejagt und erlegt. Sie finden sie in der Regel mit Hilfe ihres Geruchssinnes.

Ihre Augen und Ohren sind ihrer Nacht- bzw. Dämmerungsaktivität angepaßt. Im Gegensatz zu allen anderen Hyänen verfügen Tüpfelhyänen auch über ein reichhaltiges Spektrum der Kommunikation über Laute. Der charakteristischte Laut ist eine Art von "WHOOO", der entfernt an ein Nebelhorn erinnert und kilometerweit zu hören ist.

Portrait einer verkannten Schönheit:

DSC_2248_rt_gp.jpg


Tierpark Berlin, D3, Sigma 100-300/4 bei f=5,6 und 300mm, 1/250sek., ISO2500, entwickelt in RawTherapee

Gruß, Karsten
 
26.01.2011
#1

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netzuser

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Hallo Karsten,
ein interessanter Bericht mit vielen Einzelheiten,die ich so noch nicht kannte.
Dazu ein schönes Portait.
Gruß
Uwe
 
wpau

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Die Hand sollte man ihnen dann wohl nicht zur Begrüßung reichen.:D
Schöne Aufnahme, aber zum Glück Geruchs Neutral.;)
 
crazy

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Hallo Werner,

Die Hand sollte man ihnen dann wohl nicht zur Begrüßung reichen.
Nicht unbedingt: Hyänen greifen Menschen normalerweise nicht an. Es gibt in Afrika sogar Menschen, die Tüpfelhyänen halten und am Halsband durch die Gegend führen. Ich mag mir garnicht vorstellen, wie unvorstellbar grausam das für diese hochsozialen Tiere sein muss....vermutlich stirbt ihre gequälte Seele dabei weit vor ihrem Körper....

Schöne Aufnahme, aber zum Glück Geruchs Neutral.
Noch so ein Irrtum: diese Tiere stinken nicht - ihren dezenten Eigengeruch haben wir zwar wahrgenommen, aber er war erstens nicht aufdringlich und zweitens auch überhaupt nicht unangenehm...

Leider sieht man bei dem nachfolgenden Foto so deutlich, dass es in einem Tierpark aufgenommen wurde. Eine wenige Monate alte Junghyäne - klatschnass im strömenden Regen und sehr interessiert an unseren Hunden (die gleichfalls sehr interessiert waren).

DSC_2252_rt_gp.jpg

Aufnahmedaten ähnlich wie beim ersten Foto. Am Rande bemerkt: die Kombi aus D3 und 100-300 hat es bei dieser Exkursion über drei Stunden ununterbrochen geduscht - hat zeitweise schon an "Gartenschlauch" erinnert, das Wasser ist in Strömen an der Technik heruntergelaufen und ich hab' immer nur mit dem Finger das Display soweit freigeflitscht, dass ich wenigstens bei der Bildkontrolle noch was sehen konnte. Sowohl Kamera als auch Objektiv haben das klaglos weggesteckt...

Gruß, Karsten
 
wpau

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Bei diesem Bild muss ich an die Begegnungen mit meinem Briard und den Wölfen im Oberhausener Kaisergarten denken, den wir oft Sonntags mit den Kindern aufsuchten.

Mein Hund wusste schon 30m vor dem Gehege, wer ihn dort erwartet. Alle anderen Tieren brachten ihn nicht aus der Ruhe. Er ging dann schnellen Schrittes mit mir dorthin. War immer froh, heil angekommen zu sein:D
 
Jacobi

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Hübsche Aufnahme, trotz einer vielleicht etwas hoher Kameraposition und auch wenn sie aus dem Zoo stammt. Ich frage mich eh immer was an "echten" Wildlifefotos gegenüber Wildpark/Zooaufnahmen besser sein soll. Ich hab da keinerlei Berührungsängste und wenn man sich bewußt macht wie da gefakt wird, welchen Aufwand man dort treiben muß ......
Wäre doch mal eine interassente Diskussion - Wildlife contra Zoo-/Wildpark?

Übrigens, kaum ein Wildtier greift einen Menschen ohne weiteres an - sofern der Mensch sich vernünftig verhält und stinken tun auch die wenigsten. Selbst ein Stinktier "duftet" nur wenn es bedroht wird.
Ganz offensichtlich sind Tiere die besseren Menschen.
 
Klaus-R

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Hallo Carsten,

Deine Aufnahme gefällt!:klatschen::klatschen:

Ich habe hier auch eine solche Portraitaufnahme.

SIGMA SD10 + Vivitar 400mm/5,6

-Hyäne-.jpg

Die können richtig "nett" gucken. Eine Hyäne 'isses definitiv. Könnte das auch eine Tüpfelhyäne sein? Sieht für mich eigentlich so aus ... zumindest ist ihr Fell auch getüpfelt, der Gesichtsausdruck sehr ähnlich.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
crazy

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Hallo zusammen,

erstmal antworten....

Bei diesem Bild muss ich an die Begegnungen mit meinem Briard und den Wölfen im Oberhausener Kaisergarten denken, den wir oft Sonntags mit den Kindern aufsuchten.

Mein Hund wusste schon 30m vor dem Gehege, wer ihn dort erwartet. Alle anderen Tieren brachten ihn nicht aus der Ruhe. Er ging dann schnellen Schrittes mit mir dorthin. War immer froh, heil angekommen zu sein:D
DAS kommt mir bzw. uns sehr bekannt vor. Den Hit haben sich unsere Vierpfoter allerdings in Merzig (Wolfspark Werner Freund) gerissen: vier Arktiswölfe und unsere Sofawölfe liegen direkt dicht an dicht mit Kontakt (nur durch den Maschendrahtzaun getrennt) und pennen, während die Zweibeiner nach Fotomotiven Ausschau halten.

Seitdem weiß ich, dass alle Hunde wolfsähnliches Verhalten zeigen - Nordische allerdings vielfach wolfsgleiches - die haben sich sofort als ihresgleichen erkannt. Sowas ist unendlich faszinierend...



Hallo Carsten,

Deine Aufnahme gefällt!:klatschen::klatschen:
Deine aber auch!!

Die können richtig "nett" gucken. Eine Hyäne 'isses definitiv. Könnte das auch eine Tüpfelhyäne sein? Sieht für mich eigentlich so aus ... zumindest ist ihr Fell auch getüpfelt, der Gesichtsausdruck sehr ähnlich.
Ich sag' jetzt mal: das ist eine Tüpfelhyäne - alles andere würde mich doch sehr erstaunen.

Nur zum Vergleich: so ähnlich sehen alle Nicht-Tüpfelhyänen aus (nicht hauen, mir ist entfallen, um welche Art es sich bei der auf dem Foto abgebildeten Hyäne genau handelt). Eigentlich fast ein Wunder, dass unter diesen Bedingungen (1 Grad, Dauerregen, leichter Nebel, grausame Lichtverhältnisse) überhaupt verwendbare Fotos entstanden sind.

DSC_2242_rt_gp.jpg

Mit dem "nett" gucken scheint mir das so eine Sache zu sein: Die Mimik einer Hyäne ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie z.B. bei Hunden - weswegen ich auch überrascht war, als zwei adulte Tiere in der oben gezeigten Situation einen Drohangriff gestartet haben. Offensichtlich empfanden sie ihren Nachwuchs in unmittelbarer Nähe unserer Hunde als nicht wirklich sicher. Da kann einem dann schon mulmig werden, wenn man mit 300mm ein Portrait aufzunehmen gedenkt und plötzlich stürmt das Objekt der fotografischen Begierde plötzlich "formatfüllend" heftig nach vorne...

Nur so am Rande: Ich bin ja etwas neidisch auf den Zahnschmelz dieser Tiere. Die Zahnsubstanz selber ist bei ihnen auch nicht widerstandsfähiger als bei uns, aber der Zahnschmelz hat es in sich - erstens ist er viel dicker und zweitens kann ich mich grob an die Erklärung erinnern, dass der Festigkeitswert des Zahnschmelzes dieser Tiere jedem hochfesten Stahl zur Ehre gereichen würde. Ansonsten würden ihre Zähne unter dem enormen Beißdruck nämlich einfach zerplatzen.

...Ich frage mich eh immer was an "echten" Wildlifefotos gegenüber Wildpark/Zooaufnahmen besser sein soll. Ich hab da keinerlei Berührungsängste und wenn man sich bewußt macht wie da gefakt wird, welchen Aufwand man dort treiben muß ......
Wäre doch mal eine interassente Diskussion - Wildlife contra Zoo-/Wildpark?
Die Diskussion würde mich brennend interessieren - wirklich! Da fallen mir Inhalte ein, die ich selbst mit 5 STunden Zeit noch lange nicht verschriftlicht hätte. Und wenn mir im Augenblich wirklich was fehlt, dann ist es frei verfügbare Zeit. Trotzdem: wer startet die Diskussion?? Ich würd's frühestens am WE schaffen...

...Ganz offensichtlich sind Tiere die besseren Menschen.
Damit sprichst Du mir direkt aus der Seele. Es gibt nur eine einzige Bestie auf diesem Planeten - und die führt den Namen "homo sapiens" - wir stellen es sprichwörtlich tagtäglich unter Beweis....


Gruß, Karsten