Erledigt Polarlicht-Jagd mit Sigma-Kameras - 17.März 2015

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Waldschrat

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Hallihallo!

Jetzt fragt sich vielleicht der Eine oder die Andere: Was macht der Schrat da
schonwieder? :confused: Nachtfotos mit Sigmas. Als wenn es nix Besseres gäbe.
Nun, ich habe es leider bisher schlicht versäumt, mir mal eine ISO-fähige
Kamera an Land zu ziehen. :rolleyes: Die Polarlicht-Nacht war ein guter Moment,
mich dafür mal selbst in den Po zu beißen! :eek: :eek: :eek:


Nachdem unsere Margit
http://www.bilderforum.de/t23094-mein-erstes-polarlicht.html
vorgewarnt hatte, und die Daten im Polarlichtforum
http://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=1&t=55407&sid=aa4a52804f8b710cd83046b1cfca4687
auch sehr vielversprechend aussahen, habe ich einfach den Tagesplan
umgeschmissen und bin an den Liepnitzsee ca. 20km nördlich Berlins
gefahren. :)
 
19.03.2015
#1

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Guest

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Waldschrat

Waldschrat

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Hier zunächst ein paar notdürftig hingequälte Bilder aus der Sigma DP1x.
Eindeutig jenseits der Grenze des mit diesem Werkzeug technisch noch
sinnvollen, klaro! Trotzdem mag ich sie Euch einfach mal zeigen. ;)

folgende 5 Bilder DP1x, ISO800, 15sec, Offenblende 4, JPG aus SPP_4.2.2



17.3.2015 - 20:59Uhr MEZ
SDIM0039.jpg



17.3.2015 - 21:01Uhr MEZ
SDIM0040.jpg



17.3.2015 - 21:02Uhr MEZ
SDIM0041.jpg



17.3.2015 - 21:09Uhr MEZ
SDIM0043.jpg



17.3.2015 - 21:15Uhr MEZ
SDIM0046.jpg






Wird fortgesetzt. Eines sei vorab schon verraten:
Die SD15 hat sich wesentlich besser geschlagen! ;)




Nachteulen-Grüße vom Waldschrat! :)




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Waldschrat

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Über Stunden, vom Dämmerungsende bis gegen 22:30Uhr
(Beobachtungsende) war der nördliche Himmel von diffusem
Polarlicht-Leuchten erfüllt. Rot, Grün, wohl als Mischfarbe Gelb,
teilweise intensiv violett. Die Farbsehschwelle meiner Augen
wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt überschritten.

Es ist doch toll, wie eine Kamera die menschlichen Sinne erweitern kann! :daumen:


Beispielbild 20:34Uhr
2015_03_17_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0035_VarA_DT01_1350x900pix.jpg
SD15, ISO800, 32sec, M42 Pancolar 1,8/50mm @1,8


Der dunkel gegen das Polarlicht kontrastierende Kondensstreifen des hochfliegenden
Flugzeuges rechts im Bild beweist, dass das Leuchten aus sehr großer
Höhe kommt, und kein Streulicht irgendeines Ortes eine Rolle spielte.
Man weiss ja nie so genau... ;)


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Frau Holle

Frau Holle

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Schöne Fotos von einem aussergewöhnlichen Erlebnis!
Alle fragen nach dem
Farben sehen. Woran liegt es, das man / ich nur grün gesehen habe , mein Rechner aber auch violett etc sah?
Lag es an der Bewölkung?
 
Waldschrat

Waldschrat

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Hallo Margit!

Zum Thema menschliches Sehen ließe sich sicherlich sehr viel schreiben. ;)

Augen können Lichteindrücke in einem enorm großen Helligkeitsbereich
verarbeiten.
Die Natur hat sich da ein paar interessante Tricks ausgedacht, damit das überhaupt funktioniert.
Ein Trick ist die Pupille, die wie eine Blende im Fotoobjektiv bei hellem Licht
weit zumacht und bei Schummerlicht bis auf 6..7..8mm öffnet.
Diese Lichtregelung über Iris-Blende reicht aber bei weitem nicht aus, um den
extremst großen Unterschied von sternenbeschienener Landschaft,
Vollmondnächten, Dämmerung, bis hin zu Vollsonne am Mittag zu
überbrücken bzw. auszuregeln.



Die Natur hat den Menschen hier ein faszinierendes doppeltes
Wahrnehmungssystem
in die Augen eingebaut.
Im hinteren Bereich des Auges gibt es Lichtsensoren für helleres Licht,
die sogenannten Zapfen, und Lichtsensoren für Schwachlicht, die sogenannten
Stäbchen.


Die Zapfen sind in einer Rot-, Grün-, und Blau-empfindlichen
Ausführung vertreten und treten bei guten Lichtverhältnissen in Aktion.
Wegen der nach Rot-Grün-Blau ausdifferenzierten Meldung an das Gehirn
kann dann ein Farbbild vom Gehirn "errechnet" werden. Das ist das System,
welches uns Menschen als stark visuelle Wesen durch den Tag führt.

Dann gibt es das zweite System, die Stäbchen. Jene sind sehr vieeeeel
lichtempfindlicher als die Zapfen. Es gibt sie aber nur in einer einzigen
Variante, mit Empfindlichkeitsmaximum im Blaugrünen. Die Stäbchen
können Farben nicht ausdifferenzieren. Das wahrgenommene Bild besteht
nur noch aus Grauwerten. In der Umgangssprache ist dieses
Phänomen bekannt, und schlägt sich in Redewendungen wie
"nachts sind alle Katzen grau" nieder.


Bis zu welcher Helligkeit Menschen noch Farben mit den Zapfen sehen,
und wo dann das Stäbchensehen beginnt, ist wahrscheinlich individuell
unterschiedlich. Ich persönlich sehe bei Vollmond-Beleuchtung den
Himmel in Mondnähe blau, das Gras grün, und Ziegeldächer rot.
Bei Halbmond-Beleuchtung ist die Landschaft für meine Augen dann
doch eher schon schwarzweiss.
Wäre mal ein spannendes Thema, sich darüber mit Anderen auszutauschen. :idee:


Polarlichter sind aus physikalischen Gründen sehr farbreine und farbintensive Erscheinungen.
Farblich knalliger geht nicht. ;)


Wahrscheinlich hatte bei Dir das Polarlicht nur gerade so eben noch
die Grün-Zapfen im Auge erregen können, sodass der reale exisitierende
Farbenrausch für Dich nur als Grau-Grün wahrnehmbar war.
Wie schon geschrieben, war es für meine Augen-Wahrnehmung bei Berlin
ausnahmslos eine Schwarz-Grau-Show. ;)

Vielleicht erstmal bis hierhin?
Bei Fragen: fragen. :)



Herzliche Grüße vom Waldschrat... :)





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Waldschrat

Waldschrat

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Ein Aspekt zum menschlichen Farbsehen ist mir noch eingefallen, Margit.
Die Grün-Zapfen sind empfindlicher als die Rot- und Blau-Zapfen.
Das würde aber eigentlich auch bedeuten, dass Mann/Frau eine schummrige
Umgebung an der Wahrnehmbarkeitsschwelle der Grün-Zapfen grün sehen
müsste. Vielleicht melden die Augen das zunächst genau so.
Vermutlich greifen hier Korrektur-Mechanismen im Gehirn, um das
im Alltag "wegzurechnen".
 

Dirk124

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Tolle Aufnahmen.
Mir war garnicht bewußt, daß man bei uns Polarlichter sehen kann.

Gruß

Dirk
 
Waldschrat

Waldschrat

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Danke! :)



...
Mir war garnicht bewußt, daß man bei uns Polarlichter sehen kann.
...
Nicht oft, aber immerhin...
Thomas Saevert hat ab dem Jahr 2000 eine gute Übersicht über Polarlicht
in Mitteleuropa auf seiner Seite: http://www.saevert.de/aurorapics.htm

Für mich war es das dritte deutliche Polarlicht im Leben, aus Deutschland.
Bin aber auch seit vielen Jahren sozusagen für das Thema sensibilisiert,
und zwischen ca. 1995 und jetzt nach Polarlichtwarnungen bestimmt 20 Mal
umsonst überstürzt in die Natur gefahren. Es mussten 20 Jahre vergehen,
bis mir das Glück mal wieder hold war. :D

Herzliche Grüße!




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rico2007

rico2007

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Ich bin jetzt auch am warten wann das wieder gehen soll und dann... ;)

Mal sehen ob ich das auch so schon wie du hinbekomme. Etwas bauschig sind sie aber noch finde ich.
 
Frau Holle

Frau Holle

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Danke, Waldschrat, für deine Erklärungen.
Ich muss gestehen, ich bin Nachtblind. Wahrscheinlich dauert meine Adaption im dunklen viel länger. Mein Mann hat viel eher was gesehen, als ich.
Gott sei Dank konnte ich später am Rechner die ganze Farbenpracht erleben.
Am 23.3. Könnte es einen Nachschlag vom Polarlicht geben.
Meine App sagt leider Bewölkung voraus.
Abwarten !
 
Waldschrat

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Ja, diese Erweiterung der Sinne durch technische Hilfsmittel
(in diesem Fall Fotokameras) hat doch was! :daumen:


Ich muss gestehen, ich bin Nachtblind. Wahrscheinlich dauert meine Adaption im dunklen viel länger. Mein Mann hat viel eher was gesehen, als ich. ...
Generall dauert der Anpassungsprozess auch gesunder menschlicher Augen sehr lange,
nämlich etwa 1 Stunde für eine komplette Dunkel-Anpassung. Bereits durch
einen kurzen Blick in eine Lichtquelle ist die Nachtsichtigkeit wieder ruiniert.

Darum gibt es auf meinen gelegentlichen Nachtführungen und
Sternschnuppen-Nächten unter Freunden und Bekannten ein striktes
Taschenlampen-, Telefon-, Kleincomputer-, usw. Verbot. ;)
Das heißt, darf aus Sicherheitsgründen mitgebracht werden,
das Zeug muss ohne Notlage aber im Rucksack bleiben. ;)

Tiefrotes Licht ist viel weniger störend. Rote LED's zum Beispiel.



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Waldschrat

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Vor 21Uhr MEZ brach der erste sogenannte "Substurm" los.
Auch für das bloße Auge wurden Beamer (aufrechte Lichtsäulen)
erkennbar, die sich kontinuierlich veränderten. Was für ein Spektakel! :eek:


Hier der "Fuß" einiger Beamer über dem Wald am anderen Seeufer
20:53Uhr

2015_03_17_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0044_VarD_DT01_1350x900pix.jpg
SD15, ISO800, 32sec, M42 Pancolar 1,8/50mm @1,8




 
Waldschrat

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Der Abstand zwischen den folgenden Fotos beträgt jeweils über eine Minute.
Kamera auf Dauerfeuer, so schnell sie es eben schafft eine halbe Minute
zu belichten, dann das Bild zu verarbeiten. Bilder auf die Karte speichern
findet in diesem "Stress-Modus" bei der SD15 offensichtlich nicht statt.
(Das war eine neue Erkenntnis ;))




20:56Uhr
2015_03_17_2056MEZ_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0046_VarD_DT01_1350x900pix.jpg



20:57Uhr
2015_03_17_2057MEZ_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0048_VarA_DT01_1350x900pix.jpg



20:58Uhr
2015_03_17_2058MEZ_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0049_VarA_DT01_1350x900pix.jpg



20:59Uhr
2015_03_17_2059MEZ_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0050_VarA_DT01_1350x900pix.jpg



21:00Uhr
2015_03_17_2100MEZ_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0051_VarD_DT01_1350x900pix.jpg




21:01Uhr
2015_03_17_2101MEZ_SD15_Liepnitzsee_Polarlicht_0052_VarA_DT01_1350x900pix.jpg



alle 6 Fotos: SD15, ISO800, 32sec, M42 Pancolar 1,8/50mm @1,8

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Waldschrat

Waldschrat

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diese Sequenz als mini-Video
Liepnitzsee_Polarlicht_Animation.gif




Der helle Stern über dem Nordhorizont ist übrigens die Wega im Sternbild Leier.




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rico2007

rico2007

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Das Minivideo ist ja mal richtig Klasse :daumen:.

Irgendwie kann ich mich ärgern das ich den Tag nicht draußen war und Bilder gemacht habe :mad:.Zum Trost... Polarlichter kommen ja öfters mal vor und dann hoffe ich das ich auch solche schönen Bilder davon machen kann ;).
 
Klaus-R

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Danke für diese sehr interessanten Aufnahmen!:daumen::klatschen::daumen:

So ganz schlecht (bildqualitativ) finde ich die gar nicht mal. Wenn Du die mal gekonnt entrauscht, werden sie noch sehenswerter.;)

Grüße und schöne Photos

Klaus