Hallo Klaus!
Eine ziemlich abgefahrene Arbeit! :klatschen: :klatschen: :klatschen:
Mein zweiter Eindruck nach dem "wow" war: Ist es Absicht, dass ringsum so wenig Luft ist?
Wirkt für einen schnellen Schnellzug auf mich ein bisschen eingezwängt im Bildfeld.
Herzlicher Gruß vom Waldschrat...
Auf diesen Post gehe ich gerne und ausführlich ein ... sehr interessante Denke!!:klatschen::daumen:
Ich habe mal (in Anlehnung an A. Feiniger) gesschrieben, das all diejenigen Photos (oder Bilder) zum "Hingucker" werden können, die Dinge zeigen, die eigentlich sooo gar nicht sein können, aber dennoch eine gewissen "Pseudorealistik" genügen.
Du verwendest eine ungewöhnliche oder unübliche Aufnahmeperspektive, einen Bildausschnitt, der unüblich ist, zeigst ein Motiv, das sooo eigentlich gar nicht gesehen werden kann usw ... und Du hast einen "Hingucker".
Die Frage, ob ein "Hingucker" immer ein gutes Photo ist, verneine ich hier ausdrücklich, um sog. Paparazzi Photographen, die auf eine andere Art das selbe machen, nicht zu huldigen.
https://www.google.de/search?q=andr...SjwYAI&sqi=2&ved=0CAYQ_AUoAQ&biw=1760&bih=902
(Feininger ist einer der besten und kreativsten Photographen, die ich kenne. Nicht auszudenken, er hätte die digitale Aera noch mitgestalten können.)
Andreas Feiniger hat für mich ein weiteres Leitmotiv durch jenen einfachen aber ach soooo richtigen Spruch gesetzt:
"Auf den meisten Photos ist zu viel drauf"
Auch er hat sich übrigens (nicht immer) an seine eigene (richtige) Maxime gehalten.
Überlegung: Du zeigst ein dynamisches Motiv (hier der historische Schnellzug in einer fast schon unheimlichen Umgebung aus einer virtuellen Weitwinkelperspektive, die eigentlich soooo nicht realisierbar wäre) aus einem virtuellen Aufnahmeabstand von ca. 5m. usw..
Du hast jetzt auf jeden fall ein Bild, das (ob nun gut oder schlecht) ein Hingucker ist, weil jedes Bild, das eigentlich gar nicht sein kann, automatisch ein Hingucker wird.
Überlegung: Mich hat persönlich die "geballte Kraft" der alten Dampflok schon im Museum fasziniert. Seit Mitte des 19. Jhds. hat die Dampflok nicht nur Züge bewegt sondern wirklich eine Aera eingeleitet bzw. bestimmt. Ich bin Maschinenbauer ... keine andere Hubkolben-Maschine kann aus dem Stand (also ohne Getriebe!) ein solches Anfahr-Drehmoment entfachen, wie die Dampfmaschine. Diese Urgewalt ist einfach ein Erlebnis, das hier durch mein Bild rüberkommen soll. Die Lok sollte also das Bild bestimmen, der HG nur unterstützen. Im Museum wirkte sie eher mal traurig ... wie tot.
FULL STEAM AHEAD!
Nie waren Lokführer dreckiger und nie hatten sie mehr Spaß auf der Lok ....
da wird keiner widersprechen!

Leider hat die Dampflokomotive zwei technische Probleme ... die Umweltproblematik und der katastrophal schlechte Wirkungsgrad der Maschine. Gerade mal 10% der in der Kohle enthaltenen chemischen Energie können mechanisch genutzt werden.
Aus diesen Gründen war 1978 in Deutschland Schluss mit dem "Railway Age".

Hinzu kam natürlich, dass "Jede Menge Kohle" eienem Sinneswandel unterlag ..... Das schwarze Gold war nicht mehr im Überfluss zu haben ... viele Zechen waren unrentabel geworden und mussten schließen.
Bildgestaltung:
Das Photo soll die Lok selber in Stimmung und Details zeigen. Deswegen der eigentlich unmögliche WW-Blick aus der "Gewinner" Perspektive.... also Blick nach oben gerichtet. Der enge Bildschnitt transportiert also die Urgewalt dieses historischen "Triebwagens".
Grüße und schöne Photos
Klaus