Meine kleinen Sternenkarten...

Diskutiere Meine kleinen Sternenkarten... im Astro Forum im Bereich Bildbesprechungen; Sternbilder malen Zum Abschluß des ersten Teils der kleinen Sternenkarten möchte ich an einem Beispiel zeigen, warum ich die Sternbilder manchmal...
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #61
Sternbilder malen

Zum Abschluß des ersten Teils der kleinen Sternenkarten möchte ich an einem Beispiel zeigen, warum ich die Sternbilder manchmal anders male, als sie in den Lehrbüchern stehen. Als Objekt habe ich mir den Grossen Bären herausgesucht.

Ich zeig mal, wie das Sternbild des Grossen Bären gemeinhin gemalt wird

bf_0086.jpg

Seid mir nicht bös, aber diese Sternbildzeichnung hat mit einem Bären nun wirklich nicht viel zu tun.. Sie könnte ein Wildschwein darstellen, so eines mit langem Schwanz. Oder es könnte ein Hund abgebildet sein, aber ein Bär????

H.A.Rey hat 1952 das Buch "Zwilling, Stier und Grosser Bär" geschrieben. Darin zeichet er die Sternbilder auf andere, eingängigere Weise. Ich orientiere mich mit meinen Zeichnungen oft an diesem Buch, mal mehr und manchmal weniger. Die von mir bevorzugte Version der Darstellung vom Grossen Bären sieht so aus

bf_0087.jpg

Das schaut einem Bären doch schon viel ähnlicher, oder? Der guckt jetzt zwar in die andere Richtung, was ich aber nicht als dramatisch empfinde. Ganz im Gegenteil, mir kommt die neue Position des Bären gerade recht, denn so kann ich ihn besser in eine Geschichte mit dem Bärenhüter einbauen.

Irgenwie erinnert mich der Kumpel mit seinem hoch erhobenen Kopf und dem langen muskulösen Hals an den Eisbären Flocke aus dem Nürnberger Tiergarten.

bf_0088.jpg

Edgar
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #62
Vom Erdgeschoss nach oben...

Bei meiner kleinen Rundreise durch den Sternenhimmel hab ich im Erdgeschoss angefangen. Ich hab alle Türen geöffnet, die dort zu öffnen waren. Und ich hab in jedes Zimmer reingeschaut. War zwar nur ein kurzer Eindruck, den ich dort erhaschen konnte, für einen Überblick sollte es aber gereicht haben.

Nun ist es an der Zeit, das Stockwerk zu wechseln. Da vorne seh ich sie schon, die Treppe zum Dachgeschoss. Wer will, kann mitkommen...

Ich meine, von dort oben ein tiefes Brummen gehört zu haben. Es war laut dieses Brummen und klang irgendwie gefährlich. Ich denke, die erste Tür im Dachgeschoss werd ich wohl vorsichtig öffnen, nur einen Spalt breit. Ich bin gespannt, was sich hinter dieser Tür verbirgt. Vielleicht so etwas?

bf_0089.jpg

Mit diesem vagen Ausblick auf das kommende Abenteuer beende ich den ersten Teil meiner kleinen Sternenkarten.

Edgar
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #63
Hallo Edgar
wie geil ist das denn. Hammer.
Wie kommt man denn auf so etwas .

VG Frank
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #64
Hallo Edgar
wie geil ist das denn. Hammer.
Wie kommt man denn auf so etwas .

VG Frank

Leute, die Gummibärchen fotografieren, machen auch vor nächtlichen (Stern-)eskapaden nicht halt. Hihi, die Nachbarn haben sich inzwischen dran gewöhnt, daß der Edgar manchmal mitten in der Nacht mit seiner Kamera in der Gegend rumtigert und hin und wieder dabei durch so komische Rohre guckt :D

Edgar
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #65
Habe jetzt den ganzen Thread gelesen und bin restlos begeistert. Auch wenn ich den Schützen nicht gesehen habe.
Bin mal raus (Perseiden)und habe mit 20mm und 35mmf1.4 den Himmel abgelichtet soweit es ging. Aber ich war platt, wie viele Sterne ich nach 10-20 Sekunden sehen konnte. Habe natürlich kein Sternbild erkennen können und mir aus dem Bild meinen eigenen Stellaren Nebel gebastelt.
Aber ich glaube, dass ich meine Ausflüge in der Nacht fortsetzen werde. Habe schließlich eine App, wie Sky Guide, die mir bei der Orientierung helfen kann.

Ich glaube, du bist es Schuld, wenn ich demnächst in dunkler Nacht aus dem Haus gehe. Schade nur dass es keine richtig dunklen Ecken bei uns gibt.

HaWe
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #66
Bin mal raus (Perseiden)und habe mit 20mm und 35mmf1.4 den Himmel abgelichtet soweit es ging. Aber ich war platt, wie viele Sterne ich nach 10-20 Sekunden sehen konnte. Habe natürlich kein Sternbild erkennen können und mir aus dem Bild meinen eigenen Stellaren Nebel gebastelt.
Aber ich glaube, dass ich meine Ausflüge in der Nacht fortsetzen werde.

Ja weiste, das ist ein Problem, das ich mit länger belichteten bildern erfahren durfte: Da ist viel drauf, viele Sterne, mehr Sterne, als man mit dem bloßen Auge sehen kann. Nur gehen die Sternbilder in dieser Sternenvielfalt unter.

Deshalb hab ich die Übersichtspanos, also das Stitching der vielen Einzelbilder solange mit gauss´scher Unschärfe und ein paar anderen Feinheiten malträtiert, bis die Detail verschwunden waren und die hellen Sterne fast zu Luftballons aufgeblasen wurden. Das entspricht dem am meinsten, was ich sehe, wenn ich aus dem hellen Wohnzimmer nach draußen gehe.

Für diese Arbeit war mir wichtig, daß ich die Sternbilder am Himmel finde. Deshalb auch die kleinen Geschichen, welche Sternbilder örtlich miteinander verbinden. In die Details werde ich so nach und nach gehen.

Der Schütze übrigens ist angedacht für den dritten Teil meiner kleinen Sternenkarten. Den muß ich aber erst noch fotografieren, irgendwann im September, wenn das Wetter mal passt, ich keine Rufbereitschaft habe und der alles überstrahlende Mond sich verdünnisiert hat.

Ich wünsche fröhliche Nachtspaziergänge

Edgar
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #67
Ich hab meinen kleinen Sternenkarten () inzwischen einen vierten Teil gegönnt, der sechs Sternbilder enthält:

Sternbild Fornax ()
Sternbild Eridanus ()
Sternbild Walfisch ()
Sternbild Fische ()
Sternbild Widder ()
Sternbild Grabstichel ()

Als Auszug aus diesem viertem Teil möchte ich euch hier die Geschichte vom Widder zeigen:


Die Grenze zwischen Europa und Asien…
Im Norden der Türkei verläuft diese Grenze von der Ägäis kommend durch die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus hinein ins schwarze Meer.

Die Dardanellen, eine Meerenge, hatte früher einen anderen Namen. Davon erzählt die folgende Geschichte:

Einst lebte in Böotien, einem Land angrenzend an Attica, ein König. Sein Name war Athamas. Mit seiner ersten Frau hatte er zwei Kinder, Phrixos und Helle. Irgendwann ging diese Ehe auseinander und er heiratete wieder.

Und damit begann der Schlamassel.

Das Verhältnis der beiden Königskinder mit ihrer Stiefmutter war nicht gerade das Beste. Die Frau hasste die Kinder und trachtete danach, sie aus dem Weg zu schaffen. Sie sorgte dafür, daß ein Mißernte über das Land kam. „Die Götter sind böse“, so sagte sie. „Ihr könnt die Götter nur wieder gnädig stimmen, indem ihr ihnen Phrixos als Opfer bringt“

Die Mutter von Phrixos und Hella war mit dem Vorhaben der Stiefmutter ganz und gar nicht einverstanden. Als der Tag der Opferung gekommen war, startete sie einen Rettungsversuch. Sie hatte einen wundertätigen Widder organisiert, mit dem sie angerauscht kam. Ihre beiden Kinder sprangen auf den Rücken des Widders. Die Mutter gab dem Tier einen Klaps auf das Hinterteil und lies die Zügel los, an denen sie denn Widder hinter sich hergezogen hatte. Der Widder sprang in die Höhe, klappte in bester James Bond Art Flügel aus und verschwand mit Phrixos und Hella, ab in die Freiheit. Die Mutter winkte ihnen nach, bis sie hinter dem Horizont verschwunden waren.

Das Trio flog über eine Meerenge. Helle, neugierig, wie sie war, beugte sich weit vor, um das intensive Blau des Wassers zu bewundern. Als der Widder eine enge Kurve flog, konnte sie sich nicht mehr halten und rutschte vom Rücken des Tieres. Ihr Bruder versuchte, sie festzuhalten. Sein Griff ging aber ins Leere. Helle stürzte ab. Sie ertrank in den Fluten des Meeres.

Phrixos, der erkannte, daß er seiner Schwester nicht mehr helfen konnte, flog weiter. Erst am Schwarzen Meer machte er halt und gebot dem Widder zu landen. Dort opferte er das Tier den Göttern. Sorgfältig zog er dem Tier sein sein goldenes Fell ab und gab es einem Drachen zur Aufbewahrung. Der Widder selbst wurde als Dank für seine Hilfe in den Sternenhimmel versetzt.

Der Drache übrigens war mit der Bewachung des Felles nicht sehr erfolgreich. Eines Tages kamen die Argonauten angesegelt und klauten dieses goldene Vlies.

So, jetzt wissen wir aber immer noch nicht, wie die Dardanellen früher hießen. Nunja, vielleicht ahnt ihr es ja schon. Und falls nicht, will ich das Rätsel nun auflösen.

Die Meerenge, in der Helle ertrunken war, war der Hellespont. (Pont: altgriechisch Meer)


Fröhliches Sternegucken wünscht

Edgar
 
Anhänge
  • Widder-Sternbild.jpg
    Widder-Sternbild.jpg
    328,1 KB · Aufrufe: 4
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #68
Mythologie, klasse erzählt! :daumen::daumen:

Besten Dank! :)
Oz
 
  • Meine kleinen Sternenkarten... Beitrag #69
Danke, Oz
Edgar
 
Thema:

Meine kleinen Sternenkarten...

Zurück
Oben Unten