Zentaur, Skorpion und Schlangenträger (Sternbilder)
Zentaur
Habt ihr schonmal was von α Centauri gehört?
Dieser sehr helle Stern (Platz 3 in der ewigen Rangliste der hellsten Sterne) ist in unseren Breitengraden leider nicht sichtbar. Eigentlich schade drum, denn der Stern ist eine Berühmtheit!
Hmm, eigentlich ist der Begriff Stern nicht ganz richtig gewählt. Denn α Centauri ist ein System aus drei Sternen. Der dunkelste dieser 3 Sterne, Proxima Centauri, ist der nächste Sternennachbar unserer Sonne. Gerade einmal 4,2 Lichtjahre ist er enfernt von uns, ein Katzensprung sozusagen!
α Centauri gehört zum Sternbild Zentaur. Der größte Teil des Sternbilds liegt unter dem Horizont. Das wenige, das sichtbar ist, hat es aber in sich. Auf dem Bild genau in Südrichtung schaut der Kopf des Zentauren vorsichtig aus seiner Deckung heraus. Die beiden Arme hat er aber schon erhoben, so als wolle er aufspringen. Die Klauen der rechten Hand sind ausgefahren. Keine Ahnung, wen er damit packen will. Ich geh lieber mal in Deckung, glaub ich.
Skorpion
Wir haben vorhin bei der Waage schon festgestellt, daß der Skorpion mit seiner Schere nach der Waage zu greifen scheint. Die sichtbaren Sterne sind hell und auffällig, aber leider bestenfalls nur knapp über dem Horizont. Das Sternbild liegt, wie vorhin schon die Waage auf der Ekliptik und gehört damit zu den Tierkreiszeichen.
Schlangenträger
Der Schlangenträger ist ein großes, aber wenig auffälliges Sternbild, das erstmal entdeckt werden will. Ich hab dem Herrn wieder eine Zipfelmütze aufgesetzt, so daß ich ihn leichter wiederfinde. In seinen Händen hält er, wie der Name schon andeutet, eine Schlange. Der Schlangenträger wird gerne als Asklepios (Äskulap) gedeutet.
Die Geschichte
Wenn man auf unserem Bild den Zentaur ansieht, so möchte man unweigerlich in Deckung gehen. die Zentauren sind in der Tat unangenehme Gesellen, mit denen nicht gut Kirschen essen ist. Und dennoch, unser Zentaur hier, so angsteinflössend er auch aussieht, gehört zu den Guten. Cheiron ist sein Name und er war der Ziehvater von Äskulab.
Orion war ein großer berühmter Jäger. Eines Tages kam er einem Skorpion zu nahe und wurde von diesem gestochen. Das Gift im Stachel mußte heftig gewesen sein, denn Orion starb an diesem Stich. Da kam Äskulab vorbei und sah Orion tot im Gras liegen. Äskulap, ein genialer Heiler, machte sich sogleich ans Werk. Und er schaffte es tatsächlich, Orion wiederzubeleben.
Der Zentaur Cheiron hatte Äskulap die Heilkunst gut gelehrt, denn alles, was dieser anfasste, gelang ihm. Äskulab heilte alle. Diese Erfolge behagten aber Hades, dem Gott der Unterwelt nicht besonders. Er bekam Schluckauf, wenn er nur daran dachte, daß immer weniger Menschen starben. Weniger Tote bedeutete weniger Nachschub für das Reich der Toten, dessen Chef er war. Hades begann, um seinen Job zu fürchten.
Der Gott der Unterwelt hatte aber exzellente Beziehungen. Zeus, der Göttervater, war sein Bruder. Und bei Zeus wurde er nun vorstellig mit seinem Problem. Er mußte nicht lange reden, um seinen Bruder von der Notwendigkeit zu überzeugen, Äskulab zu beseitigen. Zeus schleuderte immer wieder gerne Blitze auf die Erde und so tat er es auch diesmal. Einer der Blitze traf Äskulab und erschlug ihn.
Zeus versetzte den toten Äskulab als Sternbild an den Himmel, wo wir ihn als Schlangenträger bewundern können. Auch den Skorpion platzierte er unter den Sternen. Und da er nun schonmal warm gelaufen war, bekam auch noch Orion einen Platz am Sternenhimmel. Um weiteren Ärger zu vermeiden, platzierte er Orion weit weg vom Schlangenträger und vom Skorpion. So besteht keine Gefahr, daß die Drei sich jemals wieder in die Quere kommen. Wenn im Osten der Skorpion aufgeht, schickt sich Orion an, im Westen unter zu gehen.
Hades wird es gefreut haben.