Manuelle Objektive an der D5100 für Video

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ThomasRS

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Moinsen,
Was mich beschäftigt hat, seitdem ich die Video-Beiträge zu den
4-stelligen Nikons bei Günther Wegner gelesen habe, ist:

1: Wie verhalten sich Altgläser, also manuelle Optiken, bei Video?
2: Wie reagiert die "Kleine" auf Änderungen der Blende während der Aufnahme?
3: Wo liegen die Probleme bei diesen gewünschten Änderungen in der Schärfentiefe

Die beiden im Test eingesetzten Linsen waren:
ein M42er 55mm f:1.7 Auto-Revuenon mit gerasterter Blende und
ein M42er 135mm f:2.8 Porst (Enna) mit stufenloser Blendenverstellung.
Beide Gläser sind keine Schärfemonster sondern haben, ganz bewusst
gewählt, eine eher sanfte, weiche Anmutung. Beide habe ich im Forum
schon vor einer ganzen Zeit mal vorgestellt.

1.
Wenn man einmal einen halbwegs vernünftigen, optisch korrigierten Adapter mit
Chip für die Ermöglichung der automatischen Belichtungssteuerung gefunden hat,
funktionieren die Altgläser (speziell natürlich meine beiden geliebten M42er)
fantastisch an der Nikon und verlieren fast nichts von ihrer ursprünglichen
Eigenheit.
Für die "normale" Fotografie sind sie aufgrund der weichen Anmutung nur bedingt
gewünscht oder geeignet, aber bei der Filmerei bieten sie sehr schöne Bilder,
die zwar scharf, aber nicht unangenehm scharf sind.

2.
Wenn man vor hat, während der Aufnahme die Schärfentiefe (Tiefenschärfe) zu
verändern, ist das mit diesen Altlinsen sehr wohl möglich, wenn einfach
während der Aufnahme im A-Modus der Blendenring gedreht wird.
Das ist bei keiner mir bekannten DSLR mit den üblichen Objektiven heute
so möglich. Das Problem ist in diesen Fällen, dass meist kein Blendenring
vorhanden ist, oder der, für die Automatikfunktionen auf Maximalblende
stehen muss.
Man sollte allerdings darauf achten, dass keine Linse mit gerasterter Blende
eingesetzt wird, da die "Sprünge" in der Helligkeit sonst fies hervorkommen.

3.
Diese Helligkeits-Sprünge, die beim Wechsel der Blendenwerte auftreten, sind
das eigentliche Problem. Die Kamera reagiert relativ träge auf die geänderte
Belichtungseinstellung. Die Folge ist ein kurzes "Pumpen" in der Helligkeit,
je schneller man die Blende ändert, desto stärker ist das "Pumpen".
Mit der gerasterten Blende war es mir NICHT möglich, einen sanften Übergang
von Wert zu Wert zu erreichen.
Mit der ungerasterten allerdings sollte das bei entsprechend langsamer
Führung des Blendenrings durchaus möglich sein. Bei meinen Tests war, durch
meine natürliche Ungeduld begründet, bislang allerdings immer noch eine
sehr (SEHR) leichte Schwankung in der Helligkeit zu bemerken.
Einer der nächsten Tests wird wohl ein Hebelchen, ähnlich einem FollowFocus,
an der Blendenverstellung sein, um die Blende langsam und kontrolliert weich
verstellen zu können, ohne versehentlich die Fokussierung zu verändern.


Fazit.
Diese Verstellmöglichkeit eröffnet einige interessante Effekte:
Man kann Hintergründe während der Aufnahme stufenlos in der Unschärfe
verschwinden lassen, während das Hauptmotiv langsam aber sicher freigestellt
wird. Der umgekehrte Weg ist natürlich auch möglich, wenn sich der Hintergrund
langsam aus der Unschärfe schält.
Interessant ist, dass wenn die Blende sehr schnell geschlossen wird, die
Kamera das Bild insgesamt sehr 'organisch' abdunkelt und beim neu Einpendeln
der korrekten Belichtung die Schärfeebene völlig anders gestaltet ist.
Im Umkehrschluss wird bei gleicher Behandlung ein durchgehend scharfes Bild
nach einer heftigen Überbelichtung zu einem eher 'künstlerischen' Motiv.

Nachdem mein Linsenpark nach dem Systemwechsel mittlerweile wieder komplett
ist, wollte ich die Altgläser ja endgültig verkaufen. Nach diesen Test werde
ich sie aber eher in Watte packen und/oder mal herumsuchen, ob ich nicht ein
paar Schnuckelchen finden kann, die ein möglichst breites Blendenspektrum
haben, dazu noch eine stufenlose Blendenverstellung ohne Rasten, um möglichst
extrem mit diesen Effekten spielen zu können.
 
29.08.2011
#1

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Guest

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Klaus-R

Klaus-R

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Hallo Thomas,

vielen dank für Deinen (wie immer:klatschen:) interesant und kurzweilig geschriebenen Bericht, der in der genannten Sache bestimmt recht hilfreich ist.

Hmmm... ich vermute mal, dass die beiden genannten M42er Objektive vornehmlich deswegen etwas weich zeichnen, weil sie mit einer Korrekturlinse an der NIKON recht kräftig im Auflagemaß korrigiert werden müssen. Ansonsten sollten die eigentlich gar nicht schlecht sein. Das 135er Porst kenne ich (wahrscheinlich, falls es baugleich ist)... das sollte eigentlich scharf und kontrastreich zeichnen. Das 1,7/55mm Revuenon kenne ich nicht ... das 1,9er / 50mm aber ist ein optischer Leckerbissen.;)

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
ThomasRS

ThomasRS

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Nee, nee, das sind /waren/ auch an der kleinen Olympus schon
Träumerlelinsen. Sehr sanft in der Anmutung, ohne blass zu wirken.