Kodak kommt mit "neuem" Diafilm .... kaum zu glauben, aber wahr!

Klaus-R

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Hallo zusammen,

seit dem faktischen Ende der konventionellen Film Photographie wurden natürlich immer weniger Filme verkauft und unzählige Filme starben nach und nach aus .... solange bis die kleine Film-Photo Gemeinde dann doch wieder größer und etwas stärker wurde.

DIGITAL ist ganz klar besser, hochwertiger in der Bildqualität, schneller und zukunftssicher ... dennoch bleiben kleinere Lücken, die Digital eben doch nicht wirklich schließt.

Film hat eine gewisse Anmutung, die eben doch einige Liebhaber mögen, auch dann, wenn die Photochemie ganz klar verloren hat.
Und dann ist da auch noch das Ding mit den großen Bildkreisen (Mittel- und Großformat) ....
Das wirkliche Mittelformat ist digital mal gerade ein bischen angekratzt. Die weltgrößten (neu kaum bezahlbaren) Bildsensoren haben gerade mal 4,5x6 Format .... und das ist die allerkleinste Mittelformat Größe. Alles darüber hinaus geht nach wie vor und immer noch NUR mit Filmmaterial.
(Bei Still Motiven können DIGI Rückteile natürlich an Fachkameras verschoben werden, so dass mehrere Teilbilder dann am Rechner gestitched werden können .... sehr umständlich natürlich.

Als 2010 der Kodachrome Umkehrfilm aus der Produktion genommen werden musste, weil das letzte Großlabor, das den hochkomplizierten K-14 Entwicklungsprozess anbot, geschlossen wurde, guckte so mancher Liebhaber sehr traurig aus der Wäsche ... der Kodachrome war einer der besten, schärfsten und vor allem zeitfestesten DIA-Filme aller Zeiten.

Hier mal eine perfekt erhaltene Kodachrome-Aufnahme von 1949

Datei:London , Kodachrome by Chalmers Butterfield edit.jpg – Wikipedia

Nachteil aber immer schon .... Der Kodachrome konnte NIE zu Hause und auch nicht in Kleinlaboren entwickelt werden. K-14 war zu kompliziert und leider auch extrem giftig.

Vor zwei Jahren wurden dann Überlegungen, den Kodachrome neu aufzulegen verworfen, weil die Verarbeitung nicht mehr zu reinstallieren war.

Jetzt kommt Kodak mit einer Alternative .... einem tatsächlich neu entwickelten Umkehrfilm, der sich in alter Tradition Ektachrome E 100 nennt.

EKTACHROME E100 Farb-Umkehrfilm:



Der neue Film kann mit dem DIA-Standard-Verfahren E6 entwickelt werden ... also in jedem Hobby-Labor!😊👍👍

Ob er die "Seele" des Kodachrome 64 bei nun ISO 100 trifft, bleibt zu hoffen.

Der Neue kommt ab sofort als 135er KB Film und als Typ 120 Mittelformat-Rollfilm.

Für eine Hybridverarbeitung (Entwickeln photochemisch dann scannen und digital weiterverarbeiten) erscheint mir ein Umkehrfilm weniger geeignet, als ein Farb-Negativfilm.
Diafilme müssen extrem genau belichtet werden (noch pingelliger als digital!), haben eine viel geringere Belichtungs-Dynamik, als Negativfilme und dürfen auf gar keinen Fall überbelichtet werden, weil dann die Lichter total ausbrennen.
Dass der "NEUE" also offensichtlich als Scanvorlage genutzt wird erstaunt mich sehr .... wird mich aber sehr interessieren!

Grüße und ggfls. viel Spaß mit einem doch wirklich neu produzierten Diafilm ....

Klaus
 
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07.04.2019
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uwedd

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Danke Klaus für den Bericht! Ich war einer der letzten Vortragenden bei uns hier, der digital verweigert hat... Am liebsten hatte ich Kodak, die schreienden Farben von Fuji Velvia habe ich nie gemocht. Obwohl das "Profi"-Standard war. Erst die SIGMA SD14 konnte mich ins digitale Lager holen und die Canon LCOS- Beamer-Technik (XEED). Aber trotzdem: die BildANMUTUNG eines guten Kodak-Dias mit einem Leica RT Projektor auf eine Stumpfl-Leinwand in einem dunklen Raum ist unnachahmlich. Nostalgie... 😭
 
Waldschrat

Waldschrat

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Bemerkenswert!
Mein Lieblingsfilm war über viele Jahre der Kodak E100VS und nachts EPJ320T.
Den Nachtaufnahmen von Landschaften bei Mondlicht auf Kodak EPJ320T trauere ich immernoch hinterher. Der EPJ hatte kaum Schwarzschild-Effekt, zeichnete unwahrscheinlich viele Sterne auf, und da Mondlicht deutlich gelber ist als Sonnenlicht, farblich irgendwo im Bereich zwischen Tageslicht und Glühlampe, war die Farbstimmung auf dem Kunstlichtdiafilm summa summarum zwar noch blaulastig, aber nicht übermäßig, genau richtig für den pefekten Nachteffekt.


Das Kodachrome-Foto erinnert mich irgendwie ein bisschen an Sigma Foveon Look!
SD10 oder vielleicht auch SD15. 😉 😃

Grüße!
 
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Klaus-R

Klaus-R

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Hallo zusammen,

ich weiß schon gar nicht mehr, wie die Nostalgie hier angefangen hat???
1999 habe ich (sehr früh!) nachdem ich in meiner Jugend ja fast schon im Farbphotolabor gewohnt habe
radikal entschieden, dass meine Zukunft DIGITAL sein würde.

Schuld war damals weniger die (auch retrospektiv betrachtet!) gute Bildqualität meiner damals schweineteuren Olympus C1400L, als VIELMEHR eine Software namens PHOTOSHOP, die mich dermaßen
faszinierte und aus den Beschränkungen des Photolabors riss, wie die Audio CD mich (etwas früher) von der Schallplatte schleuderte!

FEG hat hier mit seinem SW-Etwicklungs Zauberfaden irgendwie ganz alte Erinnerungen in mir wachgerüttelt .... und dann hat mich diese uralte 6x9 Voigtländer angelacht .... und dann die alte TLR Schachtsucher 6x6 ....

Digital ist GOIL .... gar kein Zweifel und die BQ ist ultimativ!

Wenn alles stimmt (das ist das Ding!) dann ist Mittelformat Film aber fast ebenso scharf und detailreich, wie DIGI und hat dieses gewisse FLAIR, das einige SIGMA-Fans 2003 TATSÄCHLICH in den Bildergebnissen der SIGMA SD9 wiederfanden, die wirklich was von KODACHROME Farben transportiert, dabei aber die 2,5 fache Eingangsdynamik des alten KODACHROMs in Reserve hat.

ES GIBT KEINE BELASTBAREN ARGUMENTE FÜR DIE FILMPHOTOGRAPHIE MEHR!

Oder doch??

Ich empfinde dabei eine unfassbare ENTSCHLEUNIGEUNG, die vor Jahrzehnten absolut normal war ....

Szene: Der Borgward Isabella Besitzer spricht mich an .... "Kamera so alt, wie das Auto?"

Er öffnet die Fahrertür, um mir das Inetrieur für ein Photo zugänglich zu machen:

Ich sage: "...Dauert 'nen Moment .... ich muss erst die Belichtung messen"

Er antwortet .... "kein Problem ... der Wagen kennt keine Zeit!"

Ich greife den Gossen SIXTOMAT Lichtmesser, ermittele den Lichtwert, stelle die alte Kiste ein, fokussiere im Lichtschacht und belichte den KODAK Klassiker 120 Rollfilm:

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Zuhause dann die Entwicklung .... dauert mit Einspulen des Films, temperieren der Photochemie all der Rumkramerei, dem Trocknen der Negative, dem Scannen der Negative und der anschließenden digitalen Bildbearbeitung, dann dem Beschriften und Archivieren der Negative usw. Zeiten, die eigentlich gar keinen Sinn mehr machen ... in Zeiten, wo immer alles nur schnel schnell gehen muss!

Mir war es eine Freude und ich verbinde mit so einem Photo irgendwie ganz ganz viel ... das Bild ist als Photographie und nicht als "KNIPS" entstanden und ich hab's gemacht.

Dass ich solche antiken Kameras bedienen kann, macht mir irgendwie wirklich Spaß .... können nicht mehr viele ... kann man aber lernen, wenn man Interesse daran gewinnt.

Mal wieder bewusster photographieren?? Klar ... kann man digital auch .... mit Film und uralten Kameras MUSS man es aber!

UND noch eine zwischenmenschliche Überlegung .....

Hätte mich der Borgward Fan auch dann angesprochen, wenn ich mit 'nem Handy rumgeknipst hätte??

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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Fotoemulsions-Nostalgie-Meditation! 😁

Klasse!!👍🙂👍
 
Klaus-R

Klaus-R

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... ich würde sagen "ERSTAUNLICH" .... und ein Zeichen, ähnlich wie das Comeback der Schallplatte ....
"Unerklärlich" aber doch wahr .... War früher alles besser? .... Galub ich nicht ... zumindest was unsere technischen Möglichkeiten angeht .... aber manches war einfach schön.

Erstaunlicherweise interessieren sich sogar einige junge Leute wieder für die alte Film Photographie ..... weiß ich, seitdem ich die Szene wieder beobachte.

Den LOMO-Hype kann ich ganz sicher nicht nachfühlen????!!!!

Warum kostbare Filme mit Plastikkameras belichten, wenn man für das gleiche Geld hochwertige alte Kameras bekommt?? EGAL! Hauptsache es macht Spaß!

Grüße

Klaus
 

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