Kleine HDR-Darstellung

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Janni

Janni

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Hallo Leute


Da ich bei eingen solcher HDR´s (Tonemapping´s) schon mal schreibe das sie wie diese fuchtbaren Öl-Gemälde aussehen und nicht mehr viel
mit der Realität oder mit dem eigentlichen Sinn und Zweck einer sogenannten Belichtungsreihe zu tun haben, hier mal ein kleines Beispiel wie
soetwas aussehen kann oder könnte


Hab mal eine typische Szene ausgesucht wo man aufgrund der (zu) hohen Dynamikumfänge diese Technik namens Belichtungsreihe anwenden
kann (nicht muss).
Man bekommt hier sicherlich noch einiges an Bildinformationen aus dem RAW-Format heraus sodass man die dunklen und hellen Bereiche noch
ganz gut angepasst und geradegebügelt hinbekommt....aber wie oben schon gesagt gehts hier mehr um ein kleines Beispiel wie die Unterschiede
bei dem Tonemapping-Verfahren nachher aussehen :daumen:

Bei den folgenden Beispielbild jetzt bitte nicht auf Bildausschnitt oder gerade Ausrichtung schauen, mir ist klar das es leicht schief ist und ich
nicht exakt mittig stand...denn darum geht es hier ja auch garnicht, Danke ;)


Bei diesem Szenario "Unter der Brücke" sieht man wie es bei einer Einzelbelichtung um die hellen und dunklen Bereiche im Bild steht, die hellen
Bereiche links und rechts am Rand sind viel zu hell und die dunklen Bereiche oben in der Brückenmitte sind zu dunkel....Fazit : Hier kann man
mit einer schnellen 3´er Belichtungsreihe (Bracketing-Funktion in der Kamera) schon viel hinbekommen und es macht auch Sinn diese Technik
hier anzuwenden


HDR 20 - normale Einzelbelichtung.jpg


Nun macht man einfach eine schnelle 3´er Belichtungsreihe (Bracketing) die auch jede etwas älter Kamera kann, die neueren Kameras können
sogar schon eine 5´er oder auch 7´er Belichtungsreihe mit unterschiedlicher Belichtungsabstufung ;)
Für dieses Beispielbild hatte ich also 3 Bilder mit folgenden Belichtungen im RAW-Format gemacht : -2 / 0 / +2
Das reicht für den Dynamikumfang dieser Szene aus ! Wäre die Helligkeitunterschiede noch grösser müsste man auf eine 5´er Belichtungsreihe
oder halt soviele wie nötig sind zurückgreifen, bzw. anwenden :)

Die schnelle 3´er Belichtungsreihe sieht dann so aus :

HDR 20 - Reihe.jpg


Nun verwurstet man die 3 Einzelbilder in einer entsprechenden HDR-Software die das natürlich besser und komfortabler hinbekommt als die
eingebauten Funktionen wie z.B. in den Photoshop CS-Reihen......

Mit einer recht natürlichen Abstimmung sieht dann das Bild nachher so aus, die hellen Bereiche links und rechts wirken nun wie "normal"
belichtet und oben in der Brückenmitte ist auch noch Zeichnung und Struktur erkennbar, gleichzeitig sind die für das Auge als normal
geltenden und realtiv ausgewogenen Kontrastunterschiede noch erhalten (also an den Seiten ist es heller als unter der Brücke) :

HDR 20 - normal 02 blass.jpg



Nun kann man z.B. noch die Kontraste ein wenig verstärken und/oder noch den ein oder anderen Filter drüberjagen, je nachdem wie der
persönliche Geschmack des Fotografes ist und er bestimmte Bereiche oder Oberflächenstrukturen hervorheben möchte.
Selber mag ich es oft die Mikrokontraste der strukturreichen rauhen Oberflächen hervorzuheben (muss man nicht, kann man machen).
Auch mit ein wenig Feinarbeit noch die Tiefen und Lichtern anpassen und wichtig ist mir dabei aber noch das es nicht unnatürlich aussieht !
So würde mein fertiges Bild aussehen welches mehr Kontraste und angepasstere Hell-Dunkelbereiche gegenüber der neutraleren und
natürlicheren "Verwurstung" aufweist :D

HDR 20 - normal 01-Jannis Abstimmung.jpg





Jetzt nochmal 2 Beispielbilder wie es möglichst nicht aussehen sollte aber man doch sehr häufig im Internet findet :eek:
Meiner Meinung nach haben die Ersteller dieses Bildes dann meist auch nicht viel Erfahrung mit den vielen Einstellmöglichkeiten der
ganzen Regler in der HDR-Software und wissen teilweise auch garnicht was sie da tun :psst:


Schlechtes Beispiel 1 (völlig flache und zu stark angeglichene Kontraste wo es überall gleich hell oder sogar in den vormals dunklen
Bereichen heller ist als in den helleren Bereichen vorher)

HDR 20 - falsch 01.jpg


Schlechtes Beispiel 2 (viel zu bunt und leicht rauschig)
HDR 20 - falsch 02.jpg


Klar gibt es auch bestimmte Fangemeinden für solche Art der Bilder, der Geschmack ist halt unterschiedlich :eek:
Aber Sinn und Zweck einer Belichtungsreihe ist hier eigentlich nicht umgesetzt worden und das Ziel war ein völlig anderes, nämlich
ein buntes lustiges Bild zu schaffen welches nichts mehr mit der realen Szene zu tun hat und eine völlig andere Wirkung auf den
Betrachter erzielt (Kunst eben) :p









Gruss
JAN
 
10.07.2014
#1

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Waldschrat

Waldschrat

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Hallo Jan!

Erklärbä[email protected]! :daumen: :daumen: :daumen:
Find ich super, dass Du Zeit und Energie investierst, hier Leute an die Hand zu nehmen.

Herzlicher Gruß vom Waldschrat... :)



PS: Persönlich gefällt mir die "bunte, rauschige" Variante am besten. :psst: ;)
 
rico2007

rico2007

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Hallo Jan,

... und wie nennt man dann diese Übertrieben Versionen, wie du sie am Ende gezeigt hast??? Denn genau diese gefallen mir dann und werden von den HDR Programmen auch so als Ausgabe angeboten ohne eine Regler zu bewegen:mad:.

Sicherlich lässt sich über Geschmack streiten :D, der eine fährt nen Benz den ich nicht mal geschenkt haben möchte der andere nen alten Käfer. Ich fahre was ganz anderes:cool:. Aber wenn das oben gezeigte nun das richtige HDR ist was ist dann das andere was viele extra so hin biegen damit es Spektakulär aussieht:cool:.
 
GuidoAustria

GuidoAustria

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Hey Du Erklärbääär.

Allerbesten Dank für die Arbeit die du Dir hier antust.
Genau sowas hilft mir am Besten weiter.
So ist es am leichtesten (für mich) zu verstehen.
Volltreffer.
 
Janni

Janni

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@Rico
Als "richtig" würde ich mein Tonemapping nicht bezeichnen, eher als eine Art der ausgewogenen Darstellung der normalen Sichtweise wenn man selber
dort steht.
Wenn ich extreme oder abstrakte Bilder darstellen möchte brauche ich keine Belichtungsreihen, das geht auch ohne. Bei so einer Szene geht es mir
um das Darstellen der realen Szene, halt so wie das menschliche Auge es mit seiner Adapdation auch schafft.

Die speziellen Ausgaben haben keine bestimmten Namen oder so.....
Viele HDR-Programme geben schon vorgefertigte Versionen vor und der Laie kann sich eine davon aussuchen die Ihm am besten gefällt, das ist alles.
Meist fällt die Wahl auf das auffälligste oder bunteste dieser Bilder, die Software is aber doof und weiss natürlich nicht was genau da auf dem Bild zu
sehen ist und wie es "normal" ausehen sollte oder würde ;)
Ein "richtig" oder "falsch" bei der persönlichen Abstimmung eines Bildes gibt es hierbei ja eigentlich auch nicht, das ist eben alles Geschmackssache,
wollte mit diesen Beispielen nur mal darstellen wofür man diese Technik der Verschmelzung unterschiedlich belichteter Bilder eigentlich in erster Linie
benötigt und wofür die ganze Technik überhaupt gedacht war....das da einige Künstler dann ein verfremdetes Bild "herauszaubern" ist dann wieder
eine andere Sache und wie schon gesagt, auch dafür gibts ja genügend Fan´s die auf diesen "Boah-ey" Effekt stehen, hautpsache bunt und extrem
auffällig....da geht es dann auch nicht mehr um das Motiv sondern mehr um die Bearbeitung die ja eigentlich nur Mittel zum Zweck ist und bei einem
guten Bild nicht an erster Stelle stehen sollte :D
Beim Focus-Stacking möchte ich ja auch nicht die angewendete Technik im Vordergrund stellen sondern das Motiv und die Technik ist hier auch nur
Mittel zum Zweck, denn die perfekte Stacking-Methode nützt auch nix wenn sie zwar perfekt gelungen und zusammengefrickelt ist wenn das Motiv
aber nichtssagend oder unansehnlich ist ;)


Bei Nachtaufnahmen eine Industrieanlage möchte man i.d.R. ja auch nicht die "entfremdetste" oder extremst bearbeitete Langzeitbelichtung erreichen
sondern möchte die Anlage in einem guten Licht mit evtl. erkennbaren Sternenhimmel darstellen ;)

Wer also auf solche unnatürlichen wirkenden HDR´s steht, bitte......jedem seinen Geschmack, den möchte ich auch niemanden ausreden (nur ein
wenig aufklären)
:daumen:







Gruss
JAN
 
Steffen1207

Steffen1207

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Moin Jan,
ein sehr guter Beitrag mal wieder, da können sicher viele was mit Anfangen.:klatschen:

Die Anzahl der möglichen Aufnahmen einer Belichtungsreihe hat aber imo nichts damit zu tun, ob mit einer älteren oder neueren Kamera gearbeitet wird. Hier wird natürlich das (semi) professionelle Segment besser ausgestattet als Consumer-Geräte. Beispiel: meine relativ betagte Nikon D300 kann bis zu 9 Einzelaufnahmen (max. -5 bis +5), bei der Mittelklasse D7x00 sind es drei Einzelaufnahmen ( max. -2 bis +2). Die sog. Einsteigerklasse bei Nikon (D3x00) hat gar keine Bracketingfunktion. ( Alles neuere Geräte. Früher war auch im Einstiegssegment ne einfache Bracketingfunktion Standard.) Für Belichtungsreihen müssen hier die Differenzen zwischen den Aufnahmen vor jedem Klick seperat eingestellt werden, was dafür ein Stativ erforderlich macht. Der langsame Arbeitsablauf dabei ist natürlich nervig.:eek:
 
rico2007

rico2007

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Hi Steffen alles richtig ...

Eine HDR Reihe ist heute mit der z.b. Canon 70d oder 6D direkt Out of Cam möglich. Vorausgesetzt man kann sehr ruhig stehen. Ich mache das sehr oft mit ML auf der 60D und 7D das mach dann die Kompletten Einstellungen fast automatisch und so schaffe ich es relativ einfach aus der Hand ein HDR ohne Stativ zu machen.

@Jan
Über die Ausarbeitung bin ich einer anderen Meinung, dann sind meine Bilder da ehr Kunst und ich bin trotzdem Stolz darauf. Denn das "Normale" HDR reizt mich dann doch nicht wirklich:D.

Ich stehe dann ehr auf solche Ausarbeitungen wie diese Bild 2 und 3 die ohne eine "Belichtungsreihe" als HDR bearbeitet, denke ich nicht so aussehen würden.

Mir gefällt das dann ehr so extrem :D:D und da stehe ich auch zu. Dann ist das aber ehr Kunst und kein HDR:( trotz 6-8 Bilder pro Bild.
 
Janni

Janni

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Hallo Rico,

also erstmal sehe ich Deine beiden Schlossbilder noch nicht also solch extrem verwursteten Tonemappings an, finde sie sehr
kontrastreich bearbeitet und für meinen persönlichen Geschmack nicht schlecht (hätte es vielleicht ähnlich bearbeitet) ;)

Bei Deinen Bildern sind schliesslich noch die natürlich vorhandenen Kontrastunterschiede erhalten geblieben, es sind keine
Halos (wie in meinen beiden schlechten Beispielen) zu erkennen und die Schwarzwerte sind nicht so extrem hell gemacht
worden.
Du hast hier den Schwerpunkt auf das strukturierte Mauerwerk gelegt, passt doch noch und sieht nicht aus wie ein Öl-
Gemälde, von daher finde ich sie ganz gut :p

Auch wenn Du bei manch anderen extremen Tonemappings anderer Meinung bist ist das doch nix Schlimmes, ist doch wie
alles eben Geschmackssache ;)









Gruss
JAN
 
Steffen1207

Steffen1207

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Moin Rico,
die Bilder aus dem Link sind doch aber auch nicht sooo extrem.
Ich glaube, so etwas ist nicht das, was Jan vorhin meinte. Wenn ich es richtig verstanden habe, meinte er die Werke von Leuten mit gnadenlosem Hang zur Übertreibung, die dann tatsächlich wie schlechte Ölgemälde aussehen. So etwas mag ich auch nicht.

Deine Bilder aus dem Link hingegen gefallen mir recht gut, weil ihnen die Natürlichkeit nicht restlos genommen wurde.

Edit: Da war der Jan mit seiner Antwort etwas schneller als ich....
 

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